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Risspilze (Italiener)

interhias ⌂, (vor 5729 Tagen)

Hallo zusammen,

diesmal sind ein paar Funde aus toskanischen Eichenwäldern an der Reihe.

Koll. 1) Inocybe grammata Quél.

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Pleurozystiden fusoid, meist schlank und dickwandig:

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Sporen schwach höckerig, Höcker spärlich, wenig vorgewölbt, ab und zu rundich, kaum zapfig, 7,6 x 5,3 (7-9 x 4,5-6):

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Mit Stangl und Funga Nordica geschlüsselt; die Stiele sind sehr hell und nur minimal rosa überhaucht; die Sporen recht klein; die Art kenne ich bislang nicht, deshalb ein kleines Fragezeichen; nach Ferrari gibt's wohl noch eine I. albodisca Peck, die sehr ähnlich ein soll, jedoch einen blasseren Stiel und kleinere Sporen aufweisen soll (in Acta fungorum erwähnt);

Koll. 2) Inocybe tenebrosa Quél. (Schwarzfüßiger Risspilz)

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Hier dürfte die Bestimmung ausnahmsweise einmal unkritisch sein. In den toskanischen Eichenwäldern habe ich die Art sehr häufig gesehen, in Bayern noch nie.

Koll. 3) Inocybe flocculosa (Berk.) Sacc. (bei Eiche, Zeder)

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Pleurozystiden:
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Sporen: 9,3 x 5,1 (8-11 x 4,5-5,5), Q=1,81
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Wegen der geschlossenen, eher filzigen und nicht schuppigen Hutbedeckung würde man diese Art wohl als I. gausapata bestimmen, wenn man Kuypers Synonymisierungen nicht akzeptiert; Ferrari betont diesen Unterschied und zeigt ebenfalls kaum schuppige Fk.

Grüße aus München
Hias

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Re: Risspilze (Italiener)

Jule, (vor 5729 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

auch wenn ich dir bei deiner Bestimmung nicht helfen kann wollte ich hier mal sagen, dass ich deine Portraits der Risspilze echt klasse finde. Und du kommst ja auch meist zum richtigen Ergebniss, bewundere ich. Nur weiter so!!

Liebe Grüße Jule

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Re: Risspilze (Italiener)

Helmut, (vor 5729 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

ist ja toll! Da lernt man italienische Schwammerln kennen ohne dorthin fahren zu müssen.

Mikroskopisch kommt das gut hin, mit Ausnahme der etwas zu kleinen Sporen (lt. Lit bis 10 oder noch darüber). Makroskopisch irritieren die rein weißen Stiele, die Frk. sehen recht klein aus (täuscht das?). Vergleich doch mal mit der "var. n. 2" der I. grammata von Ferrari (der noch kleinere Sporen angibt)!

I. tenebrosa kenne ich auch so, wenn ich die Art auch erst zwei- oder dreimal gesehen habe, 2010 ein Einzelexemplar an xerothermem Standort im Donautal.

Bei flocculosa ist die Art der Hutbedeckung alleine ein schwaches Merkmal zur Artabgrenzung. Da gibt es gelegentlich sehr variable Kollektionen mit komplett geschlossener Befaserung bis hin zu extrem schuppiger. Hier tendiere ich dazu, die Synonymisierung von Kuyper nachzuvollziehen. Bis das vielleicht mal durch DNS-Vergleiche geklärt ist, bist Du aber mit gausapata auf der sicheren Seite.

Gruß

Helmut

Hallo zusammen,
diesmal sind ein paar Funde aus toskanischen Eichenwäldern an der Reihe.
Koll. 1) Inocybe grammata Quél.


Pleurozystiden fusoid, meist schlank und dickwandig:
Sporen schwach höckerig, Höcker spärlich, wenig vorgewölbt, ab und zu
rundich, kaum zapfig, 7,6 x 5,3 (7-9 x 4,5-6):
Mit Stangl und Funga Nordica geschlüsselt; die Stiele sind sehr hell und nur
minimal rosa überhaucht; die Sporen recht klein; die Art kenne ich bislang
nicht, deshalb ein kleines Fragezeichen; nach Ferrari gibt's wohl noch
eine I. albodisca Peck, die sehr ähnlich ein soll, jedoch einen blasseren
Stiel und kleinere Sporen aufweisen soll (in Acta fungorum erwähnt);
Koll. 2) Inocybe tenebrosa Quél. (Schwarzfüßiger Risspilz)

Hier dürfte die Bestimmung ausnahmsweise einmal unkritisch sein. In den
toskanischen Eichenwäldern habe ich die Art sehr häufig gesehen, in Bayern
noch nie.
Koll. 3) Inocybe flocculosa (Berk.) Sacc. (bei Eiche, Zeder)

Pleurozystiden:
Sporen: 9,3 x 5,1 (8-11 x 4,5-5,5), Q=1,81

Wegen der geschlossenen, eher filzigen und nicht schuppigen Hutbedeckung
würde man diese Art wohl als I. gausapata bestimmen, wenn man Kuypers
Synonymisierungen nicht akzeptiert; Ferrari betont diesen Unterschied und
zeigt ebenfalls kaum schuppige Fk.
Grüße aus München
Hias

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Inocybe grammata

interhias ⌂, (vor 5729 Tagen) @ Helmut

Mikroskopisch kommt das gut hin, mit Ausnahme der etwas zu kleinen Sporen
(lt. Lit bis 10 oder noch darüber). Makroskopisch irritieren die rein
weißen Stiele, die Frk. sehen recht klein aus (täuscht das?). Vergleich
doch mal mit der "var. n. 2" der I. grammata von Ferrari (der
noch kleinere Sporen angibt)!

Servus Helmut,

eben diese var. n. 2 von Ferrari hat mich zur Bestimmung als I. grammata veranlasst. Diese Kollektion ist schmächtig und hat rein weiße, basal nur schwach erweiterte Stiele und noch etwas kürzere Sporen als meine Kollektion. In diesem Zusammenhang verweist Ferrari auf I. albodisca Peck, für die Stuntz so kurze Sporenmaße angibt und die von den meisten Mykologen mit I. grammata synonymisiert wird. Trotz der beträchtlichen Unterschiede zu normalen Grammatas verzichtet Ferrari auf die Beschreibung einer neuen Form oder Varietät, weil er weitere Kollektionen abwarten will.

Du hast schon richtig beobachtet, dass die Fk meiner Kollektion ziemlich schmächtig sind, mit den Mordstrümmern Schwammerl mit schweinchenrosa Stielen, die Ferrari z.B. auf. S. 448/449 dartellt, haben sie wirklich nicht viel gemeinsam. Ich hänge mal die komplette Beschreibung meiner Toskana-Kollektion an:

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Funddaten: 18.10.2010; Fundort: Toskana, Castiglion Fiorentino, St. Stefano, ca. 500 m, am Wegrand im Eichenwald, bei Eiche, unter Ginstergestrüpp, evtl. auch Weide in der Nähe; gesellig; Hut: bis 2,8 cm breit, schwach gebuckelt, hell graubraun, fein und geschlossen befasert, am Scheitel mit dickem, cremeweißem Velumbelag, etwas klebrig und mit anhaftenden Erdteilchen besetzt;
Stiel: bis 6,5 x 0,5, schwach gerandet bis abgerundet knollig, ganz bereift, cremeweiß, apikal minimal rosa überhaucht;
Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, mäßig gedrängt, hellgrau bis hell graubraun, ohne Olivton;
Fleisch: in der Stielspitze etwas rosalich, sonst cremeweiß bis creme;
Geruch: deutlich spermatisch;
Mikromerkmale vom Exsikkat:
Pleurozystiden: fusoid bis schlank keulig, meist recht schlank, aber seltener auch voluminöser, sehr dickwandig, fast hyalin bis blass gelblich in KOH, Kristallbesatz sehr reichlich, ca. 40-74 x 11-20, in der Regel unter 15 breit, Wandstärke am Bauch 1,5-3, am Hals 2-4;
Cheilozystiden: ähnlich, viel variabler, z.B. 40x16, 60x15, 46x14, 65x14, deutlicher gelb in KOH; Parazystiden unauffällig, eher wie Basidiolen, klein;
Kaulozystiden: im unteren Stieldrittel büschelig, dickwandig, z.B. 65x14, metuloid, Wandstärke ca. 1-2,5; dazwischen auch kleinere keulige Parakaulozystiden;
Basidien: 4-sporig, ca. 33-37 x 7,5-8,5,
Sporen: schwach höckerig, Höcker spärlich, wenig vorgewölbt, ab und zu rundich, kaum zapfig, 7,6 x 5,3 (7-9 x 4,5-6), Q=1,44 (1,27-1,70), 20 Sp. gemessen;

Hymenialzystiden:
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Lamellenschneide:
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Sporen:
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Grüße
Hias

Eintrag gesperrt

Re: Risspilze (Italiener)

interhias ⌂, (vor 5729 Tagen) @ Jule

Hallo Hias,
auch wenn ich dir bei deiner Bestimmung nicht helfen kann wollte ich hier mal
sagen, dass ich deine Portraits der Risspilze echt klasse finde. Und du
kommst ja auch meist zum richtigen Ergebniss, bewundere ich. Nur weiter
so!!
Liebe Grüße Jule

Freut mich, dass dir die Porträts gefallen. Vielleicht lässt sich der/die ein oder andere ja animieren, bei den Inocyben ein bissl genauer hinzuschaun. Da gibt es noch so viel zu entdecken.

Grüße
Hias