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Risspilze (Schwierige Italiener)

interhias ⌂, (vor 5729 Tagen)

Hier noch zwei toskanische Aufsammlungen, die ich nicht bestimmen kann:

Koll. 1) Inocybe cf. microspora J. E. Lange (bei Eiche und anderen Laubbäumen):

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Hymenialzystiden schlank fusoid, blass gelblich in KOH, Kristallbesatz spärlich, dickwandig, recht kurz, ca. 45-60 x 10-15, Wandstärke 1-2,5:

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Sporen subamygdaloid, Apex meist schwach konisch, seltener rundlich oder deutlich konisch, lateral bisw. mit Depression, 7,4 x 4,5 (6,5-8,5 x 4-5), Q=1,66 (1,44-1,89):

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Aufgrund der extrem kleinen Sporen kommt nach Kuyper nur I. microspora infrage. Die Beschreibungen stimmen auch leidlich überein; jedoch auffallend: die kleinen Fruchtkörper, die sehr gedrängten, alt dunkelbraunen Lamellen und die deutlich ausgeprägte Velipellis; im Stanglschlüssel kommt man bei Verfolgung der minimal rötlichen Stieltöne auf eine I. minimispora Reumaux, die der I. nitidiuscula ähneln soll, aber sonst nicht näher beschrieben wird; die von Ferrari als I. microspora vorgestellten Pilze scheinen etwas anderes zu sein.

Koll. 2) Inocybe spec. (Höckersporige, gerandet knollige Marginata) bei Eiche:

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Pleurozystiden: subutriform mit kurzem, bisw. etwas erweitertem Hals, seltener regulär fusoid oder subzylindrisch, schmal bis mäßig breit gestielt, in KOH sehr blass gelblich (fast hyalin), dickwandig, Kristallbesatz reichlich, ziemlich kurz und schmal, ca. 42-55 x 11-15, Wandstärke am Bauch 1-1,5, am Hals 2-2,5:

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Sporen: mäßig höckerig, Höcker zahlreich, aber wenig vorgewölbt, meist rundlich, seltener (vor allem apikal) auch zapfig, eher klein, Maße: 8,1 x 5,9 (7-9,5 x 5-6,5), Q=1,39 (1,17-1,64):

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Aus dem Schwammerl werd ich ned schlau ...; mit dem FN-Schlüssel landet man sofort im Nirwana (mixtilis, grammata), mit dem Stangl-Schlüssel geht's in Richtung I. pallida (mit viel größeren Sporen) oder I. tabacina (ganz andere Zystiden, breitere Sporen, vor allem bei Ferrari völlig anders dargestellt); käme allenfalls noch eine sehr ungewöhnlich kurzstielige, völlig untypische I.mixtilis in Frage ...???

Komplette Beschreibungen und weitere Fotos zu den hier vorgestellten Kollektionen findet ihr auf meinen Inocybe-Seiten unter den Nummern 29 und 31. Die im vorhergehenden Beitrag beschriebenen Arten findet ihr dort natürlich auch ausführlicher dargestellt.

Grüße aus München
Hias

Eintrag gesperrt

Re: Risspilze (Schwierige Italiener)

Helmut, (vor 5728 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

da kann ich Dir nur recht geben, die sind schwierig.

I. microspora und I. minimispora kenne ich nicht, zumindest habe ich keine Koll. unter diesem Namen. Zu der abgebildeten Art fällt mir auch nichts ein.

Der zweite Fund scheint einen von der Basis her bräunenden Stiel zu haben. Vergleich doch mal mit I. xanthomelaena bei Alessio (ist möglicherweise was anderes als die synonymierte I. xanthomelas ss. Stangl). Die ebenfalls kleinsporige "I. mixtiloides" (m. W. noch nicht gültig beschrieben) ist es m. E. nicht, die glaube ich gut zu kennen und sie hat auch eine andere Ökologie.

Gruß

Helmut

Hier noch zwei toskanische Aufsammlungen, die ich nicht bestimmen kann: Koll.
1) Inocybe cf. microspora J. E. Lange (bei Eiche und anderen Laubbäumen):


Hymenialzystiden schlank fusoid, blass gelblich in KOH, Kristallbesatz
spärlich, dickwandig, recht kurz, ca. 45-60 x 10-15, Wandstärke 1-2,5:
Sporen subamygdaloid, Apex meist schwach konisch, seltener rundlich oder
deutlich konisch, lateral bisw. mit Depression, 7,4 x 4,5 (6,5-8,5 x 4-5),
Q=1,66 (1,44-1,89):
Aufgrund der extrem kleinen Sporen kommt nach Kuyper nur I. microspora
infrage. Die Beschreibungen stimmen auch leidlich überein; jedoch
auffallend: die kleinen Fruchtkörper, die sehr gedrängten, alt
dunkelbraunen Lamellen und die deutlich ausgeprägte Velipellis; im
Stanglschlüssel kommt man bei Verfolgung der minimal rötlichen Stieltöne
auf eine I. minimispora Reumaux, die der I. nitidiuscula ähneln soll, aber
sonst nicht näher beschrieben wird; die von Ferrari als I. microspora
vorgestellten Pilze scheinen etwas anderes zu sein.
Koll. 2) Inocybe spec. (Höckersporige, gerandet knollige Marginata) bei
Eiche:
Pleurozystiden: subutriform mit kurzem, bisw. etwas erweitertem Hals,
seltener regulär fusoid oder subzylindrisch, schmal bis mäßig breit
gestielt, in KOH sehr blass gelblich (fast hyalin), dickwandig,
Kristallbesatz reichlich, ziemlich kurz und schmal, ca. 42-55 x 11-15,
Wandstärke am Bauch 1-1,5, am Hals 2-2,5:
Sporen: mäßig höckerig, Höcker zahlreich, aber wenig vorgewölbt, meist
rundlich, seltener (vor allem apikal) auch zapfig, eher klein, Maße: 8,1 x
5,9 (7-9,5 x 5-6,5), Q=1,39 (1,17-1,64):
Aus dem Schwammerl werd ich ned schlau ...; mit dem FN-Schlüssel landet man
sofort im Nirwana (mixtilis, grammata), mit dem Stangl-Schlüssel geht's in
Richtung I. pallida (mit viel größeren Sporen) oder I. tabacina (ganz
andere Zystiden, breitere Sporen, vor allem bei Ferrari völlig anders
dargestellt); käme allenfalls noch eine sehr ungewöhnlich kurzstielige,
völlig untypische I.mixtilis in Frage ...???
Komplette Beschreibungen und weitere Fotos zu den hier vorgestellten
Kollektionen findet ihr auf meinen Inocybe-Seiten unter den Nummern 29
und 31. Die im vorhergehenden Beitrag beschriebenen Arten findet ihr dort
natürlich auch ausführlicher dargestellt.
Grüße aus München
Hias

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Re: Risspilze (Italiener) / I. minimispora

Andreas 2, (vor 5728 Tagen) @ interhias

Hi,
I. minimispora Reumaux sieht auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus. Vergleiche mal mit Originaldiagnose (kommt per Mail).
Gruß Andreas

Eintrag gesperrt

I. minimispora Remaux

interhias ⌂, (vor 5728 Tagen) @ Andreas 2

Hi,
I. minimispora Reumaux sieht auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus.
Vergleiche mal mit Originaldiagnose (kommt per Mail).
Gruß Andreas

Hallo Andreas,

vielen Dank für die Originaldiagnose von I. minimispora!

Meine Französisch-Kenntnisse glänzen leider auch durch Abwesenheit, aber mit ein bisschen Latein/Italienisch geht's so einigermaßen.
Könnte sein, dass es sich tatsächlich um die Art von Remaux handelt: Sehr kleine Fruchtkörper, die teils bohnenförmigen, blassen, sehr kleinen Sporen, dunkelbraune Hüte mit gut ausgeprägter Velipellis, relativ kurze, spindelige Hymenialzystiden, Vorkommen bei Laubbäumen - passt alles ziemlich gut.

Beste Grüße
Matthias

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Remaux

Thüringer-Holz, (vor 5728 Tagen) @ interhias

Und ich dachte der Herr Remaux hat sich nur an Cortinarien und Russula vergriffen!
Hier zeigt sich aber das nicht alles absoluter Quark ist was er so verzapft.
Einen aktuellen Russula-Fall einer möglichen Art von Reumaux ist bei Jesko und mir
auch noch in Bearbeitung.
Der Kerl kann einen - nichts desto trotz - in den Wahnsinn treiben!

Schöne Inocyben!

LG Felix