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Akuter Vergiftungsfall

zuehli ⌂, (vor 5722 Tagen)

Hallo zusammen,

komme gerade aus der Klinik. Ein älteres Ehepaar hat im Herbst selbstgesammelte Pilze (angeblich Steinpilze, Maronen, Champignons, Pfifferlinge), die zubereitet und eingefroren waren heute mittag gegen 13 Uhr gegessen. Ungefähr eine Stunde später haben beide "Zuckungen" bekommen, die bei beiden zu neurologischen Symptomen und Bewußtsseinsstöreungen geführt haben. Keine gastrointestinalen Symptome!. Beide liegen zur Zeit auf Intensiv und sind gut ansprechbar. Die Symptome scheinen abzuklingen.

Ich habe einen Beutel zubereitete, eingefrorene Pilze mitbekommen, die im Schnitt ca. 1 cm groß sind. Rein makroskopisch sind nur die Maronenstücke identifizierbar. Mal schaun ob sich unter dem Mikro was spannnendes ergibt.

Hat jemand eine Idee, was bei solchen Symptomen vorliegen könnte? Psilocybe und Coprinus würde ich mal ausschließen, nach dem was ich hier auf dem Tisch liegen habe.

Gruß Harald

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Re: Akuter Vergiftungsfall

Maren ⌂, (vor 5722 Tagen) @ zuehli

Hallo Harald, der Panther verursacht solche Bewegungsstörungen und Bewusstseinsveränderungen und kam doch diesen Herbst massenhaft vor. Ob der der vermeintliche Champignon gewesen sein kann?
LG Maren

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Re: Akuter Vergiftungsfall

zuehli ⌂, (vor 5722 Tagen) @ Maren

Hallo Maren,

die Idee mit dem Panther habe ich im Krankenhaus auch schon geäußert. Mittlerweile habe ich hier ein Stückchen mit hellen Lamellen gefunden. Jetzt muss ich nur noch Amanita-Sporen von Fetttröpfchen unterscheiden. Was ein Spaß... :-(

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Re: Akuter Vergiftungsfall

hoennetaler, (vor 5722 Tagen) @ zuehli

Hallo Harald,

solltest Du Amanita Sporen finden, prüfe mal die Amyloidität:

A. pantherina und muscaria inamyloid, A. phalloides, virosa, rubescens, excelsa, citrina amyloid.

Gruß
Jürgen

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Re: Akuter Vergiftungsfall

zuehli ⌂, (vor 5721 Tagen) @ hoennetaler

Hallo Harald,
solltest Du Amanita Sporen finden, prüfe mal die Amyloidität: A. pantherina
und muscaria inamyloid, A. phalloides, virosa, rubescens, excelsa, citrina
amyloid.

Hallo Jürgen,

davon abgesehen, dass mir diese Sache klar ist, will ich nur kurz Rückmeldung geben. Die mikroskopische Untersuchung hat insofern soviel ergeben, dass eine Amanita-Art höchstwahrscheinlich ist. Auf Nachfragen bei den Patienten, ob sie denn vermeintliche Perlpilze gesammelt hätten, kam die Antwort, dass sie die Hellblättler als Champignons angesehen hatten. Den typischen Champignon-Doppelgänger Leucoagaricus leucothites, der ja auch schon "Unverträglichkeiten" ausgelöst haben soll habe ich auch vage in Erwägung gezogen, obwohl da die Symptomatik nicht hinkommt. Als Ergebnis konnte ich den Ärzten nur sagen, dass die Wahrscheinlichkeit auf Amanita pantherina groß ist dabei aber Amanita phalloides nicht auszuschließen ist. Deswegen sollte ein Amanitin-Test durchgeführt werden.
Nach heutigem Anruf in der Klinik bekam ich die Mitteilung, dass der Amanitin-Test negativ ist, die Patienten sich auf dem Weg der Besserung befinden, wohl aber auf Station zur weiteren Beobachtung liegen.
Ich denke mal, die werden so schnell keine Pilze mehr essen.

Gruß Harald