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Es war einmal ein schöner Fichtenforst...

HoBi, (vor 5709 Tagen)

Hallo liebe Pilzler,

das war ein richtiger Schock! Voller Vorfreude und bei schönstem Wetter machten wir uns
heute auf den Weg zu der einzigen uns bekannten Frühjahrs-Lorchelstelle hier im Landkreis.
Dort angekommen, wollten wir unseren Augen nicht trauen. Der einst so schöne und fast
unberührte alte Fichtenforst war nicht mehr da :-(
Eigentlich stehen wir ja auch nicht so auf Fichten, aber gerade in diesem Waldstück gab es
bislang wirklich schöne und seltene Pilze zu finden. Im plattgefahrenen Randbereich standen
Frühjahrs-Lorcheln. Unter dem großen Gestrüpphaufen fanden wir im vergangenen Herbst noch
den Parasitischen Scheidling. Zudem gab es dort auch Bischofsmützen, Glänzende Schwarzborstlinge
und verschiedene Erdsterne, um nur ein paar Arten zu nennen.
Hier ein paar Bilder von heute:

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Ja, da kommt Freude auf :-( Mit dem Gedanken im Hinterkopf, daß die Stadt Hildesheim jetzt
ganz aktuell ein Holzkraftwerk baut, was mit Holz aus den umliegenden Wäldern "betankt" werden
soll, wird uns ganz anders :-( Geht man nach den jetzt schon markierten Bäumen,
war das erst der Anfang...
Sind gespannt, von welchen schönen Biotopen wir uns in Zukunft hier noch verabschieden dürfen!

Etwas bediente Grüße von

Sabine & Holger

@Robin: Bitte erschrick nicht, wenn Du wieder mal in eines Deiner bevorzugten Pilzgebiete gehst! :-(

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Sehr traurig! :-(

Joschi Siembida ⌂, (vor 5709 Tagen) @ HoBi

- kein Text -

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Re: Es war einmal ein schöner Fichtenforst...

Uli Esch, (vor 5709 Tagen) @ HoBi

Ohje! Nicht schön!
Sowas ist immer ein trauriger Anblick. Dann kann man ja nur hoffen, dass das Holzkraftwerk nicht zum totalen Kahlschlag führt!

LG
Uli

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Re: Es war einmal ein schöner Fichtenforst...

Pfalz-Pilz, (vor 5709 Tagen) @ HoBi

Hallo Forum

Ich registriere das hier in letzter Zeit auch mit etwas Sorge. Ein neu errichtetes Großsägewerk in der Westpfalz will gefüttert werden.

Gruß
Dieter

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das kennt der Ostharz schon...

HARZPILZCHEN, (vor 5709 Tagen) @ Pfalz-Pilz

Kahlschlag, wo das Auge hinreicht.

Letztes Jahr ging es dem NSG Hakel im Vorharz an den Kragen, bekannt als Reservat für Greifvögel (und seltener Pilza auch)

das war einmal...

im Harz selber überall Kahlflächen, momentan geht es meinem geliebten Blauen Bruch an den Kragen (so wurde mir berichtet).

Hier: NSG Selketal mit Kahlhochflächen (Foto 2007)
Freilich jetzt schon wieder schön nachgewachsen mit Brombeer und Himbeere

[image]

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Re: das kennt der Ostharz schon...

Joschi Siembida ⌂, (vor 5709 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Hartmut,

...momentan geht es meinem geliebten Blauen Bruch an den Kragen (so wurde mir berichtet).

ich dachte Deine Korallenbänke wären sicher?

Hier holen se auch viel Holz raus. Der Staat braucht Geld! Aber so große Kahlschläge habe ich hier seit meiner Jugend zum Glück nicht mehr gesehen.

Gruß Joschi

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Re: das kennt der Ostharz schon...

HARZPILZCHEN, (vor 5709 Tagen) @ Joschi Siembida

ich dachte Deine Korallenbänke wären sicher?
Hier holen se auch viel Holz raus. Der Staat braucht Geld! Aber so große
Kahlschläge habe ich hier seit meiner Jugend zum Glück nicht mehr gesehen.

Hi Joschi

Scheinbar nicht. Trotz Rundgang mit Förster und Naturschutz. Ich habe die Naturschutzbehörde deswegen vor 2 Wochen angeschrieben, keine Reaktion bis dato.
Vielleicht prüfen sie noch, oder erst wenns vorbei ist.

Hier einer meiner Lieblingshänge in Michaelstein, Foto 2007:

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Re: Es war einmal ein schöner Fichtenforst...

Der Juergen, (vor 5709 Tagen) @ HoBi

Hallo HoBis,

in unserem Raum wird derzeit massiv Holz eingeschlagen. Die Preise für Holz sind ziemlich oben:

http://wbv-sulzbach-rosenberg.de/html/holzmarkt1.html

Aber keine Angst; die Forstwirtschaft hat sich ja Nachhaltigkeit ins eigene Buch geschrieben *Gelächter vom Band* :-)

Grüßle
Jürgen

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Re: Es war einmal ein schöner Fichtenforst...

baumhaus, (vor 5709 Tagen) @ HoBi

ein schlimmer und trauriger anblick, nackte tatsachen - dann das wissen um den verlust eines seltenen pilzgebietes... da fehlen mir die worte.
in unserem wald oberhalb sollen drei 180m hohe windräder gebaut werden. 180m... (zum vergleich: das ulmer münster hat 140m) mitten im oberschwäbischen allgäu, mitten im erholungsgebiet, einen kilometer von unserem dorf entfernt... www.beuren21.de
die hoffnung stirbt zuletzt...
sabine

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Re: Es war einmal ein schöner Fichtenforst...

Gerhard Schuster ⌂, (vor 5708 Tagen) @ HoBi

Hallo Sabine & Holger,

so etwas passiert uns allen wohl immer häufiger
aber trotzdem ist man immer wieder fassungslos.
Ob sich an der gestiegenen Waldnutzung als Energielieferant noch mal etwas ändert?
LG Gerd

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Re: Tolles Bild!

42, (vor 5708 Tagen) @ Gerhard Schuster

- kein Text -

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das bild zu dem thema...

baumhaus, (vor 5707 Tagen) @ Gerhard Schuster

...könnte passender nicht sein!

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Sammelantwort *PICs*

HoBi, (vor 5707 Tagen) @ HoBi

Hallo liebe Pilzfreunde,

erstmal danke für alle Antworten!
Nachdem wir am Samstag 20km nördlich von uns so enttäuscht wurden, ging es
gestern 20km in südliche Richtung. Ziel war der schönste Fichtenforst in
unserer Gegend weit und breit. Sehr hohe alte Fichten und ein komplett bomooster
Waldboden, soweit das Auge reicht. Ein kleiner "Märchenwald", in dem man Filme
hätte drehen können.
Dort angekommen, wollten wir unseren Augen nicht trauen. Auch hier ein Bild
der Verwüstung :-(( Wie frustrierend!!!
Wir verstehen die Welt nicht mehr, wie kann man sowas machen? Und warum müssen
immer so zielsicher die schönsten Biotope dran glauben???
Da man es aber eh nicht mehr ändern kann, hier noch unsere kleine Ausbeute von
gestern:

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Tröstlich ist das aber auch nicht :-(

Es grüßen herzlich

Sabine & Holger

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Re: Sammelantwort *PICs*

AK_CCM, (vor 5707 Tagen) @ HoBi

Hallo Sabine, hallo Holger,

klar ist es ärgerlich, wenn ein guter Pilzplatz wegfällt. Doch was erwartet ihr von den Forstämtern? In erster Linie geht es um die Produktion von Holz und damit um Geld. Dass die angepflanzten Bäume eines Tages geerntet werden, war vorhersehbar.

Gruß, Andreas

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Ist uns schon klar...

HoBi, (vor 5706 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

wir erwarten nichts von den Forstämtern und wissen sehr wohl um die Bedeutung des lieben Geldes.
Bei uns sind Fichten aber recht selten. Es gibt hier eigentlich nur 3 alte Fichtenforste.
Die beiden Forste mit den schönsten Funden werden jetzt zu Geld gemacht - und das frustriert uns schon ein wenig.
Wir haben eben nur einen Fundort von V. surrecta und G. esculenta hier im Landkreis.

Gruß

Holger und Sabine

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Re: Ist uns schon klar...

AK_CCM, (vor 5706 Tagen) @ HoBi

Hallo ihr beiden,

kann euch nachfühlen - hatte das auch schon öfters erlebt. Nachdem ich aber gesehen hatte, wie nach einem politischen Schulterschluss unter dem Deckmantel der Borkenkäferbekämpfung im Erweiterungsgebiet des Nationalparks Bayerischer Wald rücksichtslos Holz geschlagen und vermarktet wird, wundert mich nichts mehr. Persönlich habe ich mit dem Thema abgeschlossen, daran etwas ändern zu können. Ein paar Pilzfreunde sind eben keine kritische Masse unter den Wählerstimmen.

Gruß, Andreas

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Re: Ist uns schon klar...

Der Juergen, (vor 5703 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

genau diese Einschätzung habe ich auch. Staat und Kommunen agieren heutzutage alles andere als Nachhaltig, wenn es um die Holzwirtschaft geht. Das gleicht einer Börse; sind die Preise hoch, wird eben nur die nachgefrage Holzart geerntet. Was mich bekümmert ist der Schwund an altem, zusammenhängendem Baumbestand. Der wird so ausgelichtet, dass man nur noch Alterklassenwälder (Plantagen) vorfindet, wo ab und zu mal ein paar Altbäume verloren rumsteht. Das ist alles andere als ökologisch sinnvoll.

Grüßle
Jürgen

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Re: Ist uns schon klar...

AK_CCM, (vor 5703 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Juergen,

diese vereinzelten, alten Bäume werden dann als "Trittsteinkonzept" mit dem Schlagwort "Vernetzung" gefeiert. Für mich persönlich ist das ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber das widerum interessiert niemanden, der mit Holz Geld verdienen will.

Kritisch wird das Ganze, wenn ein Nationalpark - durch einen politischen Schulterschluss - zu einem der größten Holzlieferanten eines Bundeslandes wird und die NP-Verwaltung den Erlös aus den Verkäufen in den Haushaltsplan zur Finanzierung von eigenen Projekten gleich eingerechnet wird. Wenn man dann noch sieht, dass in den Wäldern teils schlimmer gewütet wird als in Witschaftsforsten, verliert man den Glauben.

Für meinen Teil habe ich damit abgeschlossen und lebe seitdem wesentlich entspannter.

Gruß, Andreas

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Re: Ist uns schon klar...

Gábor, (vor 5703 Tagen) @ AK_CCM

Wenn man dann noch sieht, dass in den Wäldern teils schlimmer
gewütet wird als in Witschaftsforsten, verliert man den Glauben.

---

Hallo Andreas,

da kann ich aber hier in Köln auch ein Lied von singen.
Zunächst hat mitte der 80-er Jahre die Forstverwaltung große Teile der einzigartigen Heidelandschaft der Wahner Heide trockengelegt und mit Fichten aufgeforstet.
Das nennt sich dann heute natürlich auch Naturschutzgebiet und wird regelmäßig kreuz und quer von Harvestern durchgepflügt.
Und ebenfalls regelmäßig einmal im Jahr zur Herbstzeit liest man dann auch wieder in der Tagespresse das Wehklagen der Forstverwaltung, weil die bösen Kölner den Hallimasch aus dem Wald klauen.

LG, Gábor

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Re: Sammelantwort *PICs*

Stephan Weißer, (vor 5707 Tagen) @ HoBi

Auch von mir ein Beileid. Andernorts werden die Fichtenparzellen, die nicht abgeholzt werden, mit Kalk vollgeblasen, was zwar nicht so dramatisch aussieht, aber im Hinblick auf Steinis, Pfiffis & Co. ähnlich verheerend wirkt. So sieht man wieder einmal, dass man sich einfach nicht auf seinen schönen Pilzrevieren ewig ausruhen kann, sondern immer wieder neue auftun muss.
Freundliche Grüße, und weiter am Ball bleiben!
Stephan

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Klar, die Suche geht weiter...

HoBi, (vor 5706 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan,

wir sind immer viel unterwegs, um neue Wälder zu erkunden. Das wird sicher auch so bleiben!
In diesem speziellen Fall wird es nur etwas schwieriger - uns gehen hier einfach die Fichten aus...

Freundliche Grüße zurück

Holger und Sabine

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Weg mit den Fichten....

Christoph G, (vor 5703 Tagen) @ HoBi

Hallo Hobis,
klar schade fuer Euch, dass die wenigen Fichtenparzellen geerntet werden.
Das ist aber richtig, weil die bei Euch aber auch so gar nix verloren haben...
Wenn man zu einem naturnahen Wald hin will, gibt es in Deutschland nur wenige Standorte an denen die Fichte natuerlich vorkommen wuerde.
Es gibt da so ein altes Foerstersprichwort: Willst Du Deinen Wald vernichten, pflanze Fichten,Fichten,Fichten...;-))
Das da was dran ist, haben die massiven Sturmschaeden der letzten zwei Jahrzehnte und entsprechende Borkenkaeferkalamitaeten eindruecklich gezeigt.
Also sag ich bewusst provokativ: Weg mit den Fichten, da wo sie nicht hingehoeren....:-))

LG Christoph

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Re: Weg mit den Fichten....

Der Juergen, (vor 5703 Tagen) @ Christoph G

Hallo Christoph,

Es gibt da so ein altes Foerstersprichwort: Willst Du Deinen Wald vernichten,
pflanze Fichten,Fichten,Fichten...;-))

Dann müssen die Förster, die damals die Fichte hier als schnellwachsenden Rohstoff hier haben, andere gewesen sein, als die Schöpfer des Sprichwortes *g*

Ich bin relativ selten in Fichtenbeständen unterwegs; ich mag Fichten nicht so, was aber an der JEC-Tagung in Ehingen alles in diesen langweiligen Wäldern gefunden wurde, hat mir ein bisschen die Sprache verschlagen. Für mich sind Fichtenwälder "Wurzelschwamm-Plantagen":-)

Grüßle
Jürgen

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OK ich revidiere ein bischen...

Christoph G, (vor 5703 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Juergen,

Dann müssen die Förster, die damals die Fichte hier als schnellwachsenden
Rohstoff hier haben, andere gewesen sein, als die Schöpfer des
Sprichwortes *g*

Du hast schon recht, dieses Sprichwort ist sicher nicht so alt wie die Fichtenfoerster der Vor- und Nachkriegszeit...

Ich bin relativ selten in Fichtenbeständen unterwegs; ich mag Fichten nicht
so, was aber an der JEC-Tagung in Ehingen alles in diesen langweiligen
Wäldern gefunden wurde, hat mir ein bisschen die Sprache verschlagen.

Das kenn ich aus den Fichtenforsten der Schwarzwaldostabdachung auf Muschelkalk. Wirklich sagenhaft, was es da abundzu an Phlegmacien auf engstem Raum hat. Und auch bei uns im noerdlichen Hegau, wo der weisse Jura runterkommt, hat es gerade in etwa 20 jaehrigen Fichtenschonungen schon eine grosse Menge unterschiedlicher kalkliebender Pilzarten, was mir sehr gefaellt.
Ich meinte ja nur, dass man sich eigentlich nicht aergern duerfte, wenn ein Fichtenforst einem naturnahen Laubmischwald weichen muss, auch wenn wir alle davon wahrscheinlich nicht mehr viel haben werden, je nachdem wie alt wir sind...;-))

LG Christoph

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Aufforstung...

HoBi, (vor 5703 Tagen) @ Christoph G

Hallo Christoph,
natürlich ist uns klar, dass Fichten bei uns nichts zu suchen haben. Wir haben hier auch nur sehr wenig Fichtenbestände.
Trotzdem haben wir uns immer darüber gefreut, welch seltene Pilze in diesen wenigen Fichtenforsten (natürlich auf Kalk - wie eigentlich immer) zu finden waren.
Übrigens wird der Fichtenforst aus dem Ausgangsbeitrag mit Fichten aufgeforstet. Das macht für uns dann eher weniger Sinn. An anderer Stelle wird mit Douglasien aufgeforstet - ob das besser ist?

LG

Holger und Sabine

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Re: Aufforstung...

Pfalz-Pilz, (vor 5703 Tagen) @ HoBi

Hallo Holger und Sabine

Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einem hochrangigen pensionierten Förster.

Bei diesem Gespräch lernte ich, das Douglasien in den Pfälzerwald eigentlich nicht hingehören und man wird in den nächsten Jahren / Jahrzehnten den Naturpark bereinigen.

Nach meiner Erfahrung ist auch wenig Pilzliches in Douglasienforsten zu finden.

Gruß Dieter

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Re: Aufforstung...

Christoph G, (vor 5703 Tagen) @ HoBi

Hallo Hobi's,

Übrigens wird der Fichtenforst aus dem Ausgangsbeitrag mit Fichten
aufgeforstet. Das macht für uns dann eher weniger Sinn. An anderer Stelle
wird mit Douglasien aufgeforstet - ob das besser ist?

Nein, da habt ihr vollkomen Recht, das ist natürlich nicht im Sinne einer naturnahen Waldwirtschaft. Wisst Ihr, wer in diesem speziellen Wald der Eigentuemer ist? Der kann natürlich grundsätzlich entscheiden wie er dort Waldbau betreiben will. Wie Dieter schon geschrieben hat, grundsätzlich haben sich die Landesforstverwaltungen dem naturnahen Waldbau verschrieben, aber es gibt halt auch andere Waldbesitzer.

LG Christoph

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Re: Weg mit den Fichten....

AK_CCM, (vor 5702 Tagen) @ Christoph G

Hallo Christoph,

Das da was dran ist, haben die massiven Sturmschaeden der letzten zwei
Jahrzehnte und entsprechende Borkenkaeferkalamitaeten eindruecklich
gezeigt.

den Begriff "Borkenkäferkalamität" finde ich insbesondere in Nationalparken völlig deplatziert. Ich zitiere mal aus der Wikipedia:

"Der Begriff Kalamität stammt aus dem Lateinischen. Abgeleitet von calamus (Halm) bedeutete das lateinische Wort calamitas ursprünglich „Misswuchs des Getreides“. Dieser Begriff wurde dann später (bereits im Altertum) allgemeiner für generelles „Übel“ verwendet. Seit dem Dreißigjährigen Krieg beschreibt die deutsche Translation Kalamität ein großes (besonders öffentliches) Unglück, einen Übelstand oder eine Notlage."

Das bedeutet, es wird von vornherein eingeräumt, dass es sich bei dem Ereignis um etwas Schlechtes handelt. Doch mitnichten: Der Kahlfraß durch den Borkenkäfer ist z.B. im Bayerischen Wald natürlich. Alle paar hundert Jahre wird dort der Wald großflächig abgefressen und verjüngt.

Das Problem ist nur, dass dieser Zyklus dem Menschen mit seinem kurzen Leben nicht auf Anhieb offenbart wird. Und von der Bevölkerung, die jahrhundertelang von der Forstwirtschaft gelebt hat, kann man nicht erwarten, sich von jetzt auf gleich um 180 Grad zu drehen. Das wird noch dauern.

Ich für meinen Teil bin jedenfalls froh, dieses Phänomen im Bayerischen Wald miterleben zu können.

Gruß, Andreas

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Re: Sammelantwort *PICs*

phragmobasidie, (vor 5705 Tagen) @ HoBi

Hallo Sabine, hallo Holger,

das klingt, ehrlich gesagt: sehr mäßig, shit!

Liebe Grüße
Robin

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Warum denn?

Emil, (vor 5704 Tagen) @ phragmobasidie

- kein Text -

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Wie ist das denn jetzt gemeint?

HoBi, (vor 5703 Tagen) @ Emil

- kein Text -

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Re: Wie ist das denn jetzt gemeint?

Emil, (vor 5703 Tagen) @ HoBi

das klingt, ehrlich gesagt: sehr mäßig, shit!

Ich finde nicht, dass euer Beitrag schlecht war.
Gruß - Emil.

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Wohl Missverständnis! :-)

HoBi, (vor 5703 Tagen) @ Emil

Hallo Emil,

wir glauben, Du hast Robin falsch verstanden...
Unser Ausgangsbeitrag zeigt einen Wald, den Robin und wir sehr gemocht haben. Daher wahrscheinlich seine "shit"-Reaktion :-)

Gruß

Holger und Sabine

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Re: Wohl Missverständnis! :-)

Emil, (vor 5703 Tagen) @ HoBi

wir glauben, Du hast Robin falsch verstanden...
Unser Ausgangsbeitrag zeigt einen Wald, den Robin und wir sehr gemocht
haben.
Daher wahrscheinlich seine "shit"-Reaktion :-)

Hallo,
ja ich habe das missverstanden. Vielen Dank für die Aufklärung :-)
Gruß - Emil.

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P.A.F. Gründung ?

McMuck, (vor 5704 Tagen) @ HoBi

Liebe Sabine, lieber Holger,

zunächst mal mein Beileid. Warum müssen die denn immer so einen vollkommenen Kahlschlag anrichten? Das habe ich mich schon öfter gefragt. Und dann schön mit schwerem Gerät alles umpflügen. Echt ne Sauerei!
Wie wärs mit der Gründung der PILZ-ARMEE-FRAKTION ?
Und dann alle Bagger sprengen. Oder das Kraftwerk?

Hoffentlich habt ihr bald mehr Glück und die verschonen noch genügend eurer Gebiete.

LG Stefan

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Re: P.A.F. Gründung ?

Uwe58, (vor 5704 Tagen) @ McMuck

Hallo
Bei uns gibt es noch ein zweites Riesenproblem. Die Wildschweine. Die wühlen ganze Wälder um. Und es werden immer mehr.
VG
Uwe

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Die Lösung!

Joachim, (vor 5704 Tagen) @ Uwe58

Genau @ Mcmuck, sprengen und Bomben, habe selten so einen Quatsch
gelesen.
Auch sollte man alle Wildschweine vernichten @ Uwe 58.
Aber Wildschweine möchten auch nur leben und sie können
nichts dafür das z. B. Maisfelder bis zum Waldrand reichen.
Die Natur regelt alles, aber nur wenn der Mensch nicht überall
eingreift.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim

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Re: Die Lösung!

McMuck, (vor 5704 Tagen) @ Joachim

Hi Joachim,

war auch nur Spaß! Keine Angst!

:)

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Re: Die Lösung!

Ingo Wagner, (vor 5704 Tagen) @ Joachim

Aber Wildschweine möchten auch nur leben und sie können
nichts dafür das z. B. Maisfelder bis zum Waldrand reichen.

Hallo Joachim!

Hoffentlich glaubst du nicht wirklich, dass die Maisfelder, die bis zum Waldrand reichen, irgendeinen Einfluss auf die Wildschweine haben. Du könntest von mir aus einen 1000m-unmaisigen Streifen lassen, damit kannst du die Wildschweine aber nicht abhalten dorthin zu gehen, wo es leichtes Futter gibt.

Also ist der Maisanbau das Grundübel? Die Rinder-Viehbestände für die menschliche Ernährung wollen aber im Winter versorgt sein.

Oder Maisanbau reduzieren? Alternativfrüchte anbauen? Aber welche? Und wenn eine Alternative gefunden werden würde, wird die wieder in Monokultur angebaut werden, was wieder einen Einfluss auf irgendwelche Tierarten haben wird.

Die Natur regelt alles, aber nur wenn der Mensch nicht überall
eingreift.

Sagen wir mal so: Die Natur würde alles regeln, wenn der Mensch nicht wäre.
Dummerweise ist der Mensch aber da, und das nicht zu wenig. Deswegen wird es auch weiterhin die Nutzung des Holzes und Fällaktionen geben.

Könnt ja mal Alternativen geben, wie alles laufen soll, damit es der Natur gut geht, und der Mensch gleichzeitig "gut und billig" leben kann.
Wenn man lang genug darüber nachgedacht hat, wird man wohl zu dem Schluss kommen, dass der Mensch weg muss. Das kriegen wir aber auch noch hin demnächst!

VG Ingo W

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Re: Die Lösung!

Huperzia ⌂, (vor 5703 Tagen) @ Ingo Wagner

Wenn den Kindern beim Fußballspielen doch mal ein Ball übern Sportplatzzaun ins Maisfeld rutscht, machen sie nicht selten Begegnungen mit Wildschweinen. Die wohnen halt da.
Und dann gibt´s noch die vielen Jäger, die tagein-tagaus eimerweise Mais in den Wald schleppen. Vielleicht machen die das, damit die Sauen nicht extra zum Maisfeld laufen müssen und ein bißchen fetter sind ;-).
Schmecken übrigens gut unsere Dorfschweine :-P.

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Re: P.A.F. Gründung ?

Klaas, (vor 5704 Tagen) @ Uwe58

Hallo
Bei uns gibt es noch ein zweites Riesenproblem. Die Wildschweine. Die wühlen
ganze Wälder um. Und es werden immer mehr.
VG
Uwe

Hallo Uwe,

ganz genau - die blöden Schweine sind das Problem!
- Wobei ich doch noch etwas unsicher bin, ob wir beide die gleiche Art von Wildsau im Blick haben...

Nebenbei mal dumm gefragt: wie vieler tierischer Säue bedürfte es, um solch (inzwischen immer gewöhnlichere, nachhaltige und) menschliche Schweinerei anzurichten?

Gruß,
Klaas

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Ach Klaas...

Joachim, (vor 5704 Tagen) @ Klaas

...du spricht mir aus der Seele.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim

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Re: Ach Klaas...

Uwe58, (vor 5703 Tagen) @ Joachim

Sicherlich haben die Wildschweine nur Hunger. Aber Klima und Natur sind nicht mehr richtig im Gleichgewicht. Die Menschen arbeiten ja täglich daran ,daß das noch schlimmer wird. Jahrelange zu milde Winter hatten bei uns die Vermehrung der Wildschweine begünstigt. Der Lebensraum wird weiter eingeengt und auf einer Insel können die schlecht auswandern. Dann wird der Wald heimgesucht. Irgendwo und irgendwas müssen die ja fressen. Aber schade um so manches Pilzbiotop ist es doch.
VG
Uwe

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Re: Ach Klaas...

Andreas ⌂, (vor 5703 Tagen) @ Uwe58

Hallo,

Irgendwo und irgendwas müssen die ja fressen. Aber
schade um so manches Pilzbiotop ist es doch.

Nach meiner Erfahrung sind gerade die durchwühlten Bereiche in den Laubwälder im Schönbuch und auch hier um Jena genau DIE Stellen, an denen die Fruchtkörperanzahl zumindest von Mykorrhizapilzen am höchsten ist, verglichen mit dem undurchwühlten Wald drumrum. Auch letztes Jahr zur Steinpilzschwemme war das wieder mal deutlich zu sehen.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Ach Klaas...

Der Juergen, (vor 5703 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

interessante Beobachtung! Ich vermute nämlich schon lange, dass es genau andersrum ist, und eher Stellen, die von Menschen häufiger begangen werden, und daher vom Wild gemieden, pilzreicher sind.

Der Mythos, es hätte früher viel mehr Pilze in den Wäldern gegeben, passt auch gut zur Tatsache, dass der Wildbestand früher viel kleiner war als heute. In unserer Gegend gab es wohl nach dem ersten WK keine Wildschweine in den Forsten, die sind alle erst eingewandert und massiv gehegt worden - heute habe wir ein "Plage" (für die Forst- und Landwirtschaft wohlgemerkt).

Dass der Wildbestand heutzuage einen Rekord erreicht, liegt weniger an milden Wintern, als vielmehr an der Jagd. Wer mit der Thematik vertraut ist, weiß, dass seit Jahren zwischen Forst-/ Landwirtschaft und Jagd ein politischer Krieg auf hohem Niveau stattfindet.

Grüßle
Jürgen

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Re: Ach Klaas...

Gábor, (vor 5703 Tagen) @ Der Juergen

Wer mit der Thematik vertraut ist,
weiß, dass seit Jahren zwischen Forst-/ Landwirtschaft und Jagd ein
politischer Krieg auf hohem Niveau stattfindet.

---

Hallo Jürgen,

jawohl, politisch motivierte Kriegsführung ist das richtige Stichwort!
http://www.youtube.com/watch?v=RSLe2Oy-dUg
:-))

LG, Gábor

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Re: Ach Klaas...

Der Juergen, (vor 5703 Tagen) @ Gábor

Hallo Gábor,

*g* Aber mal im Ernst: Dass Wildschweine die Nähe von Gartenanlagen oder anderen Produktionsflächen aufsuchen hat auch mit dem Jagd-Druck zu tun, dem sie ausgesetzt sind. Sie finden nicht nur genügend und leicht verfügbare Nahrung, sondern auch Schutz vor des Jägersmannes/fraues Flinte.

Grüßle
Jürgen

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Interessantes Thema

Christoph G, (vor 5703 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Juergen und alle anderen,

Der Mythos, es hätte früher viel mehr Pilze in den Wäldern gegeben, passt
auch gut zur Tatsache, dass der Wildbestand früher viel kleiner war als
heute. In unserer Gegend gab es wohl nach dem ersten WK keine Wildschweine
in den Forsten, die sind alle erst eingewandert und massiv gehegt worden -
heute habe wir ein "Plage" (für die Forst- und Landwirtschaft
wohlgemerkt).

Richtig, wobei fuer den Foerster eher Rot- und Rehwild ein Problem darstellt, und die Sauen in der Flur den Landwirt schaedigen.

Dass der Wildbestand heutzuage einen Rekord erreicht, liegt weniger an milden
Wintern, als vielmehr an der Jagd. Wer mit der Thematik vertraut ist,
weiß, dass seit Jahren zwischen Forst-/ Landwirtschaft und Jagd ein
politischer Krieg auf hohem Niveau stattfindet.

Allerdings: Der Slogan "Wald vor Wild" treibt meinen Waidgenossen, die nicht wie ich Foerster sind die Zornesroete ins Gesicht. Dabei liegt eines der Hauptprobleme m.M. nach am eklatanten Nachwuchsmangel bei den Jaegern. Wenn ich an Drueckjagden bin, sind 75% der Jaeger bereits im Rentenalter und ich mit 42 ein Jungspund. Da muesste viel mehr getan werden um jungen Menschen die Jagd als Hobby schmackhaft zu machen.
Ein hoeherer Jagdruck ist wie Juergen sagt die einzige Moeglichkeit der "Sauenplage" Herr zu werden.
Wenn ich jetzt nur passionierter Jaeger waere wuerde ich noch folgendes sagen:
" Mit meinem Hobby wird's mir aber auch schwer gemacht: Der Landwirt stellt massive Schadensersatzansprueche, weil mein Abschuss zu gering ist und ich offensichtlich zu wenig auf die Jagd gehe. Hingegen werde ich von Jagdgegnern als Moerder beschimpft der Spass an seinem blutigen Hobby dem Toeten von Tieren hat. Und der Staat gaengelt mich immer mehr mit verschaerften Waffengesetzen und ich muss permanent aufpassen, dass ich nicht irgendeinen dummen Fehler mach, weil ich meine Buechse nicht korrekt verwahre, fuehre oder transportiere und dann mein Jagdschein eingezogen wird."
Der frustrierte Jaeger wuerde dann wohl sagen: "Wie ich's mach, ist's falsch...:-(("

LG Christoph

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Re: Interessantes Thema

Der Juergen, (vor 5703 Tagen) @ Christoph G

Hallo Christoph,

was Du beschreibst, bestätigt zum größten Teil meinen Eindruck. Ich bin nicht so vertraut mit dem Thema, und von Jagd habe ich wenig Ahnung, aber ist es nich so, dass erst die Jagd, die ja in Deutschland flächendeckend und zu jeder Zeit betrieben werden darf, für den hohen Wildbestand direkt verantwortlich ist, ihn also erzeugt?. Nicht umsonst schlägt sich dies in der Wildschadensregulierung nieder: Der jeweilige Jagdring muss für Wildschäden aufkommen. Warum sollte ein Jäger für Wildschaden zusätzlich zahlen, wenn er doch durch seinen Abschuss den Wildbestand reguliert? Hier gehts unlogisch zu, oder besser gesagt, hier stimmt was nicht! Wenn man so kritische Autoren wie den Zoologen und Ökologen Rolf Reichholf liest, dann ist die Jagd-Politik für die Misere verantwortlich. Um einen hohen, jederzeit jagdbaren Wildbestand zu erhalten, wird selektiv geschossen (oder auch unverantwortlich!) und gehegt (Fütterungen). Werden dann Abschussquoten vereinbart (von der forstlichen Seite), werden diese von den Jägern nicht eingehalten.

Grüßle
Jürgen

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Re: Interessantes Thema

Der Juergen, (vor 5703 Tagen) @ Christoph G

Hallo Christoph,

Ein hoeherer Jagdruck ist wie Juergen sagt die einzige Moeglichkeit der
"Sauenplage" Herr zu werden.

Da bin ich missverstanden worden. Ich hatte nur bemerkt, dass der bestehende Jagddruck das Schwarzwild in die Gärten und Anbauflächen treibt. Wahrscheinlich ist die zeitweise Einstellung jagdlicher Aktivitäten ein probateres Mittel, der "Plage" Herr zu werden. Durch Drückjagden werden die sozialen Stukturen der Rotte zerstört, dann z.B. wenn die Leitbache abgeschossen wird. Die verwaiste Rotte vermehrt sich unkontrolliert und beginnt die Reviere zu wechseln. Einen ökologisch verträglichen Wildbestand besitzen z.B. diejenigen Nationalparks (Schweiz, Österreich), wo jegliche Jagd schon lange eingestellt wurde. Aber das Offensichtliche gibt manchmal kaum zu denken:-)

Grüßle
Jürgen

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Re: Interessantes Thema

Christoph G, (vor 5703 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen

Da bin ich missverstanden worden. Ich hatte nur bemerkt, dass der bestehende
Jagddruck das Schwarzwild in die Gärten und Anbauflächen treibt.

Gegenbeispiel: Berlin hat eine eklatante Wildschweinplage, die verwüsten dort Gärten, laufen auf der Strasse am Grunewald herum....Warum?
Es gibt keinerlei Jagddruck in den Naherholungsgebieten am Stadtrand. Dazu werden die Sauen von vielen sehr dummen Menschen gefüttert und sind dementsprechend zutraulich. Eigentlich sind Wildschweine "heimliche" Tiere, wie der Jäger sagt. Sie meiden den Kontakt mit dem Menschen und sind eigentlich scheu. Vor allem dann, wenn sie schlechte Erfahrungen (eben Jagddruck)machen.
Dieser Jagddruck wäre meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit die Sauen wieder in den Wald zu treiben. Und es wird einfach viel zu wenig geschossen, wie Du richtig sagst, sicher auch aus den von Dir genannten Gründen.

Wahrscheinlich ist die zeitweise Einstellung jagdlicher Aktivitäten ein
probateres Mittel, der "Plage" Herr zu werden.

Naja es gibt ja Schonzeiten momentan darf ausser Frischlingen und Überläufern so gut wie gar nix geschossen werden.

Durch Drückjagden
werden die sozialen Stukturen der Rotte zerstört, dann z.B. wenn die
Leitbache abgeschossen wird. Die verwaiste Rotte vermehrt sich
unkontrolliert und beginnt die Reviere zu wechseln.

Die führende Bache darf man nicht schiessen. Es ist gut möglich, dass längere völlige Ruhezeiten mit einer, aber dann massiven Drückjagd pro Revier ein gutes Mittel wäre, den Wildbestand besser zu regulieren. Wird in allen "Lagern" sehr kontrovers diskutiert

Einen ökologisch
verträglichen Wildbestand besitzen z.B. diejenigen Nationalparks (Schweiz,
Österreich), wo jegliche Jagd schon lange eingestellt wurde.

OK, aber Nationalparke in den Alpen kann man nicht mit der Kulturlandschaft, bei uns in Deutschland vergleichen.
Völlige Jagdeinstellung würde bei uns zu den wie oben beschriebenen Verhältnissen in berlin führen: Üppiges Nahrungsangebot, die Sauen lernen sehr schnell, dass sie nix zu befürchten haben und bedienen sich da, wo's einfacher ist an leckere Nahrung zu kommen.
Wie gesagt ich bleib dabei: Nur effektiver Jagddruck, und höhere Abschusszahlen können die Sauenbestände auf Dauer reduzieren. Dass das in vieln Orten nicht geschieht, hängt sicher auch mit den von Dir genannten Gründen (elitäre Zahnarztjagd) zusammen.

LG Christoph

Grüßle
Jürgen

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Re: Interessantes Thema

Der Juergen, (vor 5703 Tagen) @ Christoph G

Hallo Christoph,

Dieser Jagddruck wäre meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit die Sauen
wieder in den Wald zu treiben.

Ja, das sehe ich ein. Um sie aus DEM Schlaraffenland wieder "hinauszukomplimentieren", muss wohl die laute Flinte ran:-) Die Ursache dieser Einwanderung ist aber nach wie vor der hohe Jagddruck in den umliegenden Forsten. Ein naturgemäß scheues Tier sucht nicht ohne Not die Nähe des Menschen. Auf der anderen Seite sind diese bemerkenswerten Tiere ja auch nicht dumm, und sehr lernfähig. Mir hat mal ein Jäger erzählt, dass schlaue Leitbachen sogar erkennen können, wenn die Kanzel oder der Hochsitz besetzt ist, und dann den Kirrplatz meiden.

OK, aber Nationalparke in den Alpen kann man nicht mit der Kulturlandschaft,
bei uns in Deutschland vergleichen.

Stimmt natürlich, da hast Du Recht. Zumindest aber mit Nationalparks in Deutschland könnte man einen Vergleich anstellen, dort ist nämlich das Jagdrecht "unangetastet", wohl aus einer langen deutschen Tradition heraus. Vielleicht meldet sich ja noch jemand zu diesem auch für mich sehr interessanten Thema. Ich vermute, dass ein zu hoher (künstlicher) Wildbestand auch die Ökologie der Wälder stark beeinflusst.

Grüßle
Jürgen

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Re: Interessantes Thema

Christoph G, (vor 5703 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,

Ja, das sehe ich ein. Um sie aus DEM Schlaraffenland wieder
"hinauszukomplimentieren", muss wohl die laute Flinte ran:-) Die
Ursache dieser Einwanderung ist aber nach wie vor der hohe Jagddruck in
den umliegenden Forsten. Ein naturgemäß scheues Tier sucht nicht ohne Not
die Nähe des Menschen. Auf der anderen Seite sind diese bemerkenswerten
Tiere ja auch nicht dumm, und sehr lernfähig. Mir hat mal ein Jäger
erzählt, dass schlaue Leitbachen sogar erkennen können, wenn die Kanzel
oder der Hochsitz besetzt ist, und dann den Kirrplatz meiden.

Ich weiss nicht, ob der Jagddruck von aussen dort in Berlin der eigentliche Grund ist. Stell Dir vor die Jagd würde dort generell eingestellt. Was passiert dann?
Wenn ich ein kluge Sau wäre, würde ich trotzdem dort hingehen, wo ich nicht mühsam im märkischen Sand nach Wurzeln und Engerlingen buddeln muss, wenn mich am Parkplatz vermeintliche Tierfreunde füttern und der Kleingarten neben dran liegt.

Stimmt natürlich, da hast Du Recht. Zumindest aber mit Nationalparks in
Deutschland könnte man einen Vergleich anstellen, dort ist nämlich das
Jagdrecht "unangetastet", wohl aus einer langen deutschen
Tradition heraus. Vielleicht meldet sich ja noch jemand zu diesem auch für
mich sehr interessanten Thema. Ich vermute, dass ein zu hoher
(künstlicher) Wildbestand auch die Ökologie der Wälder stark beeinflusst.

Ja, aber wie gesagt für den Förster ist das Reh und Rotwild durch Verbiß und Schälen das größere, allerdings kein ökologisches sondern "nur" ein ökonomisches Problem.
Aber das Hauptproblem ist doch das durch den Menschen verursachte Fehlen von Prädatoren, die in der Nahrungskette über dem Schalenwild stehen. Ohne Jagd passiert folgendes: Der Schalenwildbestand pendelt sich auf einem Level ein in dem die Populationen auf dem höchstmöglichen Niveau, den die vorhandene Nahrung hergibt überleben.Mit allen Folgen wie jede Menge siechendes schwaches Wild, dass irgendwann Fallwild wird und dann von Fuchs & Co entsorgt wird. Wäre ja nicht schlimm, ausser für den Jäger der nicht mehr jagen darf. Nur das Problem von Schäden im Wald durch Reh und Rotwild und Schäden in der Landwirtschaft durch Schwarzwild wird doch dann nicht gelöst. Warum soll eine Wildsau im Wald bleiben und mühsam nach Futter suchen, wenn der Mais oder Kartoffelacker am Waldrand einen reich gedeckten Tisch bietet von dem einen niemand fernhält?
Wie gesagt der Mensch ist schuld an dieser Situation, aber Nicht-Jagen oder zu wenig Jagen löst diese Probleme m.M. nach nicht.

LG Christoph

Grüßle
Jürgen

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Re: Interessantes Thema

Der Juergen, (vor 5703 Tagen) @ Christoph G

Hallo Christoph,

Ich weiss nicht, ob der Jagddruck von aussen dort in Berlin der eigentliche
Grund ist. Stell Dir vor die Jagd würde dort generell eingestellt. Was
passiert dann?

Stimmt schon, wenn sie JETZT (erst) eingestellt würde, passiert nichts, d.h. die Wildschweine bleiben da, wo es ihnen gefällt - es ist eben alles aus dem Gleichgewicht geraten. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass im Berliner Großraum in den rel. wenigen Wäldern gern und gut und viel gejagt wird, also ein hoher Jagddruck das Wild stresst und zu anderen, ungefährlicheren Plätzen abdrängt. Da wird massives Lock- und Zufüttern kaum effekte bringen.

Wenn ich ein kluge Sau wäre, würde ich trotzdem dort hingehen, wo ich nicht
mühsam im märkischen Sand nach Wurzeln und Engerlingen buddeln muss, wenn
mich am Parkplatz vermeintliche Tierfreunde füttern und der Kleingarten
neben dran liegt.

Nun, ich müsste nicht mal eine kluge Sau sein, um für mich zu entscheiden, dass ich da nicht bleibe, wo man auf mich schießt:-)

Nur das Problem von Schäden im Wald durch Reh
und Rotwild und Schäden in der Landwirtschaft durch Schwarzwild wird doch
dann nicht gelöst. Warum soll eine Wildsau im Wald bleiben und mühsam nach
Futter suchen, wenn der Mais oder Kartoffelacker am Waldrand einen reich
gedeckten Tisch bietet von dem einen niemand fernhält?
Wie gesagt der Mensch ist schuld an dieser Situation, aber Nicht-Jagen oder
zu wenig Jagen löst diese Probleme m.M. nach nicht.

Die dringende, das Problem vielleicht lösende Frage ist die, wo die eigentliche Ursache des vom Menschen (welche Menschen? Jäger, Landwirte, Förster?) verursachten hohen Wildbestand liegen. Laut einiger Ökologen und Zoologen eben auch im künstlich durch die Jagd aufrechterhaltenen Wildbestand, der für die Wirtschaftswälder in jeder Hinsicht ungünstig ist. Wie schon gesagt, könnte man sich einige Erkenntisse aus den echten Nationalparks abschauen, wo sich die Bestände auf natürliche Art anpassen.

Grüßle
Jürgen

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Re: Interessantes Thema

Christoph G, (vor 5702 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,

Wie schon gesagt, könnte man sich einige Erkenntisse aus den echten
Nationalparks abschauen, wo sich die Bestände auf natürliche Art anpassen.

WIE können sich Bestände "natürlich" anpassen, wenn oder solange Wolf, Bär und Luchs fehlen...? ;-))

LG Christoph

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Re: Interessantes Thema

Der Juergen, (vor 5702 Tagen) @ Christoph G

Hallo Christoph,

WIE können sich Bestände "natürlich" anpassen, wenn oder solange
Wolf, Bär und Luchs fehlen...? ;-))

Natürlich passen sich Bestände auch ohne diese Prädatoren an. Im empfehle mal einfach mit folgenden Begriffen zu Googeln: Nationalpark Jagd :-) Wie ich eben las, wird die Jagd auch in einigen deutschen Nationalparks eingestellt (Bayrischer Wald, Hainich). Es gibt übrigens eine Langzeitstudie aus Frankreich, die gezeigt hat, dass in stark bejagten Wäldern der Wildbestand viel höher ist, als in vergleichbaren Wäldern, die nicht bejagt werden. Hoher Jagddruck verursacht eine erhöhte Fruchtbarkeit der Wildtiere.

Grüßle
Jürgen

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Re: Interessantes Thema

Christoph G, (vor 5702 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,

Natürlich passen sich Bestände auch ohne diese Prädatoren an. Im empfehle mal
einfach mit folgenden Begriffen zu Googeln: Nationalpark Jagd :-)

Hab mal hier die Argumente gelsesen: http://www.pro-nationalpark.de/seite38.html
Kann ja gut sein, dass unsere Landschaft eine noch hoehere Wilddichte vertragen würde, nur die Schäden im Wald und in der Flur würden dadurch nicht geringer.
ich zitiere aus pro-nationalpark:

"Die Sorge vor einer Entmischung und „Verfichtung“ der Wälder bei einseitigem Verbiss der Laubhölzer durch höhere Wildbestände ist unbegründet, sofern die Höhe des Wildbestandes etwa 5 Stück Rotwild pro 100 ha überschreitet, da dann auch der Fichte eine flächige Verjüngung nicht mehr möglich ist

· wie vielfache Erfahrung zeigt, ist in dynamischen Naturlandschaften mit reichlich vorhandenen Sonderstandorten aber sehr wohl eine punktuelle Verjüngung aller Baumarten auch bei hohem Weidedruck möglich, so dass eine Entwicklung vom ehemals geschlossenen Bergfichtenwald über die derzeitige „Borkenkäferphase“ zu lichten halboffenen und vermutlich artenreicheren Baumbeständen in der Zukunft zu erwarten ist

· lichter Stand der Bäume bedeutet Widerstandskraft gegen Sturm, Insektenbefall und andere in den kommenden Jahrzehnten wohl zu erwartenden Widrigkeiten

· neben der zu erwartenden Vitalisierung der ggf. im vollen Licht aufwachsenden Baumbestände wird die signifikante Erhöhung der Artenvielfalt (Fauna u. Flora) in den offenen/halboffenen Bereichen von besonderer Bedeutung sein

· das Landschaftsbild der derzeitigen Borkenkäferflächen wird sich also unter dem Einfluss hoher Wildbestände auf lange Sicht gesehen vermutlich in das Bild einer großflächigen Schachten/Park-Landschaft mit höchstem ästhetischen Erlebniswert verwandeln"

Prima, wenn man flächendeckend in Deutschland diese Waldweidelandschaften will, dann ist die Abschaffung der Jagd sicher das richtige Mittel. Gleichzeitg müßte man aber auch Land und Forstwirtschaft in ihrer jetzigen Form einstellen. Ganz Deutschland ein Nationalpark hört sich gut an, aber ob sich dafür eine Mehrheit findet...?

LG Christoph

Grüßle
Jürgen

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Re: Interessantes Thema

Thomas Pruss, (vor 5702 Tagen) @ Christoph G

Moin Christoph und Jürgen,
ihr habt zwar beide gute Argumente, doch glaube ich, dass ihr hier mehrere Themen miteinander vermischt habt: 1. die Wildschweinproblematk, 2. die Rotwildproblematik, 3. die Effektivität der Jagd wie sie bei uns betrieben wird.
Der hohe Besatz mit Wildschweinen war tatsächlich "hausgemacht": Durch das unkontrollierte Abschießen der Wildschweine, bei dem auch die Leitbachen nicht geschont wurden, wurden die Sozialgefüge in den Rotten derart erschüttert, dass keine "Geburtenkontrolle" mehr statt fand. In einer funktionierenden Rotte bestimmt nämlich ausschließlich die Leitbache, wer außer ihr noch gdeckt wird. Ohne Leitbache machen sich die Keiler nämlich über alles her, was keinen "Pinsel" trägt.
Mit dem "Lüneburger Modell" versucht und versuchte man, dem Problem Herr zu werden. Dabei wird die Leitbache geschont und vor allem in die Jungendklasse, sprich: Frischlinge und Überläufer eingegriffen.
Das hätte vielleicht auch klappen können, wenn sich nicht die Agrarstruktur in Deutschland in den letzten Jahrzehnten so stark geändert hätte. Immer mehr Landwirte bauen nämlich so genannte "Energiepflanzen" an, vor allem Mais. Und Maisschläge sind für die Sauen wie ein Schlaraffenland. Das ganze Jahr über viel Deckung und viel zu futtern, da können die Schweine auch das ganze Jahr über rauschig werden und Nachkommen produzieren.
Wir Jäger haben dann das Nachsehen, denn in einem Maisschlag kann man nicht jagen, wenn es keine ausreichend großen Schneisen gibt, die einem die Möglichkeit zum Schuss geben. Und die Landwirte sind nicht bereit, uns Jägern entgegen zu kommen. Warum auch, wenn man für das Geld aus der Jagdschadensversicherung keinen Finger krumm machen muss?
Nun könnte man ja ordentlich unter den Schwarzkitteln aufräumen, wenn der Mais geerntet wird, aber die Sauen sind ja nicht dumm und haben gelernt, dass man zur Maisernte in den Wäldern sicherer ist. Sie wechseln also rechtzeitig die Unterstände.
Umstellt man den Maisschlag rechtzeitig umd die Sauen bei der Ernte zu erwischen, hat man das nächste Problem: Die Tiere stehen so unter Stress, dass man ihr Fleisch kaum verwerten kann. Ein geschossenes Schwein verhitzt statt abzukühlen und man bekommt, man glaubt es kaum, PSE-Fleisch!
Bei Drückjagden im Wald passiert so etwas nicht, weil die Tiere bewegt werden, ohne dass sie in Panik geraten.
Doch hier taucht schon gleich ein neues Problem auf, bei dem die Altersstruktur der Jäger nur ein Teilaspekt ist: Du kannst so einen "alten Sack" an noch so eine gute Stelle stellen – was nutzt das, wenn er nicht in der Lage ist, reaktionsschnell einen guten Schuss anzubringen? Womit wir bei der Effektivität wären: Wer, außer Rentner hat so viel Zeit, sich der Jagd in dem Umfang zu widmen, der ihr gebührt? "Man darf alles machen, nur die Jagd darf nicht drunter leiden" heißt ein Sprichwort, dass aber in unsrer Zeit zur Makulatur geworden ist. Ich merke das ja an mir selbst: Wir haben nur Niederwildreviere, in denen ich um jede Teilnahme kämpfen muss. Der Job und die Verpflichtungen zuhause (meine Frau ist selbständig) machen aus einer im Prinzip erholsamen Sache eine Arbeitsveranstaltung, und von 5 Treibjagden kann ich vielleicht 2 mitmachen. Jäger fehlen an allen Ecken und Enden, weil die jungen gar nicht mitmachen können. Sie müssen arbeiten.
Und so sieht es überall in Deutschland aus. Effektives Jagen klappt da nicht.
Zwei meiner Kollegen, die auch Jäger sind beklagen das Problem auch: Der eine stellt zur Drückjagdzeit seinen Beruf als Redakteur einer Angelzeitung quasi ein und hat zudem ein Sauenrevier vor seinem Wohnzimmer. Er schafft es, im Jahr etwa 20 bis 30 Suaen zu schießen. Der andere jagt im Elm und MUSS im Jahr 60 Sauen schießen. DAS ist Stress pur: Jede Woche mindestens ein Schwein! Sein revier sieht dazu so aus: Weizen, Wald, Mais. Die Schweine freuts: Erst in den Weizen, dann in den Mais, dann in den Wald …

Langer Rede kurzer "Unsinn" (auf die Rotwildproblematik möchte ich hier gar nicht eingehen): Wir brauchen neue Jagdstrukturen, die uns ermöglichen, effektiv zu jagen. Am beruflichen Umfeld lässt sich wenig ändern, daher sollte man, dort wo es Not tut, auch mal die Traditionen überdenken. Die Jagd an Kirrungen sollte erlaubt werden, die Jagd mit Scheinwerfern sollte erlaubt werden, die Jagd mit Nachtsichtgeräten ebenfalls (Schwarzwildjagd ist meistens Nachtjagd). Die Alten müssen die Jungen ranlassen (es ist zum Kotzen, wenn so ein 70-jähriger Tattergreis auf seinen Abschüssen beharrt, die er nie und nimmer realisieren kann) und, und, und. Aber da tut sich in der Jägerschaft recht wenig. Wir haben in Deutschland rund 350.000 Jäger, aber so lange sich unter der Jägerschaft keine Bereitschaft zum Wandel in der Jagd durchsetzt, werden es nicht mehr werden. Und die Landwirte, die Energiepflanzen anbauen, müssen gezwungen werden, uns Jägern die nötigen Abschussmöglichkeiten zu schaffen, resp. ihre Schläge "wildschweinsicher" zu machen. Andernfalls gibt es kein Geld bei Wildverbiss!

Grüßlis
Thomas

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Re: Interessantes Thema

Der Juergen, (vor 5702 Tagen) @ Thomas Pruss

Hallo Thomas,

im Vorfeld erst mal vielen Dank, auch an Christoph, für euere Beiträge, die ich sehr interessiert gelesen und viel dabei erfahren habe. Das dürfte das erste mal sein, wo mir Jagdkundige wirklich was Subtanzielles erzählt haben, ohne in den Paranoid-Modus zu schalten:-) Die Jäger sind halt auch ein seltsames Völkchen, wie die Pilzler:-)

Grüßle
Jürgen

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Re: Interessantes Thema

Thomas Pruss, (vor 5702 Tagen) @ Der Juergen

Moin Jürgen,
Die Jäger sind halt auch

ein seltsames Völkchen, wie die Pilzler:-)

Und was meinst du, wie seltsam das Völkchen ist, das nicht nur jagt und Pilze sucht und dazu noch angelt!!! ;-)
Grüßlis
Thomas

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Re: Interessantes Thema

Der Juergen, (vor 5702 Tagen) @ Christoph G

Hallo Christoph,

Das von Dir Zitierte stammt aus einem Positionspapier des Bayrischen Waldes - das muss man einschränkend als diplomatische Werbebroschüre betrachten, wo der Jagd noch ein Kompetenzbereich zuerkannt werden muss:-) Der Wildbestand wird eher zurückgehen, als sich auf einen hohen Stand einpegeln. Da sind sich die meisten (nicht nur Jagdgegener) Fachleute einig.

Ich sehe das so: Eher noch ist ein Nationalpark für die Jagd geeignet als ein Wirtschaftswald, wo zu viele entgegengesetzte Interessen kollidieren. Den Land- und Fortswirten ist ein leerer Wirtschaftswald am liebsten. Viele Wirtschaftswälder sind so strukturarm, dass man den hohen Wildbestand nur durch Fütterungen aufrecht erhalten kann. Rotwild hat z.B. in Wäldern ja eigentlich gar nichts zu suchen, das sind ursprünglich Tiere der Steppen, ebenso Feldhasen. In unserer Kulturlandschaft sind aber Wälder die einzigen Rückzugsräume für diese Tiere, und vielleicht stammt die Idee, Hoch- und Niederwild in Wäldern oder Parks zu hegen noch aus der Zeit der "Jagdwäldchen" und "Tiergärten", die damals vornehmlich für den Adel angelegt wurden - diese parkartigen "Jagdrefugien" waren wahrscheinlich strukturreicher als die heutigen Monokulturen.

Noch eine Klarstellung, damit man meine Argumente nicht falsch versteht: Mit "Jagd" meine ich immer, einen künstlichen Wildbestand zwecks Bejagung aufrechterhalten, nicht Regulierung von Beständen. Das war nachweislich nämlich nie der Fall, wird aber immer noch propagiert! Ob Jagd auf Wildtiere jetzt moralisch vertretbar ist, oder nicht, thematisiere ich nicht.

Zum Schluss noch etwas, worüber es lohnt nachzudenken: Warum sollte man so etwas Wichtiges und Diffiziles wie einen ökologisch regulierenden Eingriff unkontrolliert Amateur- oder Hobby-Jägern überlassen, von denen man auch noch erwartet, dass sie verfügbar sind und ihre Freizeit und vor allem ihr Geld da reinstecken.

Grüßle
Jürgen

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Re: Ach Klaas...

Uwe58, (vor 5703 Tagen) @ Andreas

Hallo
Das deckt sich mit meinen Vermutungen. Eine interessante Beobachtung habe ich noch gemacht. Die mögen keine Anischampignons und seidenweiße Champignons. Der Boden total zerwühlt und die Pilze krumm und schief obendrauf. Ob das am Anisgeruch liegt ?
VG
Uwe

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Re: Ach Klaas...

Mani walter, (vor 5703 Tagen) @ Uwe58

Hallo zämma
Wäre doch interessant, herauszufinden, welche Pilze von den einen oder anderen Tieren gefressen werden.
Ich beginne und darf melden, dass unser Galt auf meiner Pilzneralp mit den Pilzen aufräumen, vom Fliegenpilz bis zu den Riesenschirmlingen.
Kennt ihr den Slogan oder die Klagen: Die Rehe fressen unseren Raps! Durch Raps sterben uns die Rehe weg! Der Zerbiss unserer Setzlinge...! und und und
Da denke ich geradezu gerne an meines seligen Vaters schlichtes Heimatlied: Im grünen Wald, dort wo die Drossel singt - und durchs Gebüsch das muntere Rehlein springt, wo Tann und Fichten stehn am ....... und geniesse meinen Ruhestand leidenschaftlich mit dem ABC der Pilze.

LG. Mani