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Morchelbestimmungfrage :-) PIC

HoBi, (vor 5681 Tagen)

Hallo liebe Morchelfreaks,

welche Morchella var. seht ihr hier?

[image]

Freuen uns auf Eure Meinungen!

Liebe Grüße von

Sabine & Holger

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Re: Morchelbestimmungfrage :-) PIC

Gábor, (vor 5681 Tagen) @ HoBi

Hallo Sabine & Holger,

letztes Jahr konnte ich ganz gut beobachten, wie aus einem Myzel teilweise - zumindest makroskopisch - doch sehr unterschiedliche Frkp. wuchsen.

Also honigfarbene und graue munter durchmischt.
Ob diese M. esculenta var. umbria dann immer noch Sinn macht, weiss ich natürlich nicht.

Beobachtet habe ich das an einem einzigen Tag:
[image]
[image]

Irgendwo habe ich nämlich auch gelesen, dass in einigen Regionen in einem gewissen zeitlichen Abstand erst die helle und danach die dunkle Form wächst.

LG, Gábor

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Re: Morchelbestimmungfrage :-) PIC

HoBi, (vor 5680 Tagen) @ Gábor

Hallo Gábor,

das ist ja interessant. Dieses Phänomen konnten wir hier bei uns nicht beobachten.
Das Morchelgebiet ansich ist relativ groß. Die helle Form ist dort sehr zahlreich
vertreten und nimmt einen großen Raum ein. Etwas abseits davon (ca. 150 m) gibt es
eine kleine Parzelle (ca. 5 m²), in der die dunkle Form vorkommt. Es ist ganz klar
eine räumliche Trenung vorhanden. Zu allem Überfluß sehen die Dunklen dann
untereinander auch noch ziemlich unterschiedlich aus, dass man sich fragen
könnte, ob es ein und dieselbe Art ist. Verwirrung komplett ;-)
Wir zeigen mal ein paar Vergleichsfotos in der Antwort an Andreas.

Viele liebe Grüße von

Sabine & Holger

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Re: Morchelbestimmungfrage :-) PIC

Manfred, (vor 5681 Tagen) @ HoBi

Hallo liebe Morchelfreaks,
welche Morchella var. seht ihr hier?

Freuen uns auf Eure Meinungen!
Liebe Grüße von
Sabine & Holger

Hallo

Ich sehe eine Morchella Esculenta - nichts weiter. Farblich treten
diverse Varianten auf - mal grau, rostbraun, gelb usw.... In der
Regel überwiegen anfangs graue, später gelbe Farbtöne. Dabei
in Var. rotunda, vulgaris oder umbria usw. aufzuteilen erübrigt
sich meiner Meinung nach. Wie von Gabor schon erwähnt, können sie
an einer einzigen Stelle in allen möglichen Farbtönen erscheinen.

LG
Manfred

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Re: Morchelbestimmungfrage :-) PIC

HoBi, (vor 5680 Tagen) @ Manfred

Hallo Manfred,

auch Dir vielen Dank für Deine Einschätzung!
Das die helle und die dunkle Form zusammen und vermischt vorkommt, konnten
wir hier bei den uns bekannten Stellen noch nicht beobachten. Interessant,
mal davon gehört zu haben. Wir werden das weiterhin im Auge behalten.

Liebe Grüße von

Sabine & Holger

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Re: Morchelbestimmungfrage :-) PIC

AK_CCM, (vor 5681 Tagen) @ HoBi

Hallo Sabine, hallo Holger,

wie in der fc bereits angemerkt, halte ich euren Fund für die Graue Speisemorchel (Morchella vulgaris). Hier ein Fund aus 2009 im direkten Vergleich zu einem Frk. aus Boudiers Tafelwerk "Icones Mycologicae":

[image]

Die zugehörige Standardaufnahme ist hier einsehbar:
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/16954693

Auffällig ist das düstere, graue bis grau-braune Farbspektrum, die im Alter gerne zugespitzten Frk. (habituell an eine Fichte erinnernd) und die besonders irregulären Leisten der Waben.

Meines Erachtens macht man es sich zu einfach, die Speisemorcheln auf eine einzige Art zu reduzieren, nur weil deren Frk. ähnlich aussehen und durcheinander wachsen. Dass sie dieselben Habitate besiedeln, liegt schlicht an ihren identischen ökologischen Ansprüchen.

Gruß, Andreas

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Re: Morchelbestimmungfrage :-) PIC

Gábor, (vor 5680 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

am besten wäre natürlich, solche Plätze über viele Jahre zu beobachten.
Und wenn immmer gleichzeitig diese doch recht verschieden ausschauenden Frkp. nebeneinander erscheinen, kann man zwar immer noch nicht sagen, ob es ein oder zwei Myzelien sind.
Aber man kann sich zumindest fragen, weshalb - falls es zwei sein sollten - sie immer stets nebeneinander fruktifizieren.

Freilich hat man seit einiger Zeit auch die Möglichkeit einer genetischen Untersuchung.
Das wäre zwar langweilig, doch würde es eher Klarheit schaffen als wilde Theorien.
Allerdings gefällt mir dieser romantische Ansatz der Rätselraterei irgendwie besser :-)

LG, Gábor

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Re: Morchelbestimmungfrage :-) PIC

AK_CCM, (vor 5680 Tagen) @ Gábor

Hallo Gábor,

am besten wäre natürlich, solche Plätze über viele Jahre zu beobachten.

interessant wäre zudem, eine möglichst flächendeckende Langzeitstudie durchzuführen. Leider scheint es jedoch so, dass dem Gemörch lediglich wg. des Spesepilzaspektes viel Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Und wenn immmer gleichzeitig diese doch recht verschieden ausschauenden
Frkp. nebeneinander erscheinen, kann man zwar immer noch nicht sagen, ob
es ein oder zwei Myzelien sind.

Ganz genau. Ich habe schon mal die basal verwachsenen Frk. eines Birkenpilzes und eines Milchlings gesehen, die scheinbar aus dem gleichen Mycel fruktifizierten. Ergo sind Frk., die munter durcheinander wachsen, noch lange kein Indiz, dass es sich um ein und dieselbe Art handelt.

Aber man kann sich zumindest fragen, weshalb - falls es zwei sein sollten -
sie immer stets nebeneinander fruktifizieren.

Eine m.E. plausible Erklärung sind die übereinstimmenden ökologischen Ansprüche.

Freilich hat man seit einiger Zeit auch die Möglichkeit einer genetischen
Untersuchung.

Wenn wir ehrlich sind, hat nicht jeder die Möglichkeit, entsprechende Untersuchungen durchzuführen. Darüber hinaus müsste man die Ergebnisse auch noch interpretieren können, was den Kreis potenzieller Autoren noch weiter eindampft.

Das wäre zwar langweilig, doch würde es eher Klarheit schaffen als wilde
Theorien.

Langweilig? Ich finde das Thema sogar sehr spannend.

Allerdings gefällt mir dieser romantische Ansatz der Rätselraterei irgendwie
besser :-)

Mit Romantik hat das aus meiner Sicht nichts zu tun. Ich kann mir schwer vorstellen, dass die divers geformten und gefärbten Frk. aller Speisemorcheln von einer einzigen Art stammen sollen. Dafür gibt es m.W. keinen Beweis. Dennoch wurde in der Vergangenheit alles auf Morchella esculenta reduziert, vermutlich weil dann die "Bestimmung" leichter fällt.

Aber für die Kartierung kann dies zum Bumerang werden, wenn sich später herausstellt, dass es sich doch um mehrere Arten handelt. Was fängt man dann mit den Datensätzen von M. esculenta an, wie will man sie den verschiedenen Arten zuweisen? Die Belege wandern meist als gemischtes Gemörch in Schraubgläser und Kochtöpfe. Bravo.

Gruß, Andreas

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Re: Morchelbestimmungfrage :-) PIC

Gábor, (vor 5680 Tagen) @ AK_CCM

: Eine m.E. plausible Erklärung sind die übereinstimmenden ökologischen
[quote]Ansprüche.
[/quote]
---

Hallo Andreas,

hier habe ich eine andere Meinung.
Gleiche oder ähnliche ökologische Ansprüche würden evtl. das Auftreten im selben lokal begrenzten Areal erklären.
Aber noch lange nicht, warum die Frkp. gleichzeitig nebeneinander gebildet werden.
Denn schließlich könnten die unterschiedlichen Frkp. ja auch etwas zeitversetzt auftauchen.

LG, Gábor

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Re: Morchelbestimmungfrage :-) PIC

AK_CCM, (vor 5680 Tagen) @ Gábor

Hallo Gábor,

hier habe ich eine andere Meinung.

wäre schlimm, wenn wir alle dieselbe Meinung hätten. ;-)

Gleiche oder ähnliche ökologische Ansprüche würden evtl. das Auftreten im
selben lokal begrenzten Areal erklären.
Aber noch lange nicht, warum die Frkp. gleichzeitig nebeneinander gebildet
werden.
Denn schließlich könnten die unterschiedlichen Frkp. ja auch etwas
zeitversetzt auftauchen.

Demnach müssten die Frk. anderer Gattungen, sofern sie nebeneinander wachsen, ebenfalls zeitversetzt gebildet werden, damit Du den Taxa Artrang zubilligst? Oder habe ich das jetzt falsch verstanden?

Gruß, Andreas

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Re: Morchelbestimmungfrage :-) PIC

Gábor, (vor 5680 Tagen) @ AK_CCM

: Demnach müssten die Frk. anderer Gattungen, sofern sie nebeneinander wachsen,
[quote]ebenfalls zeitversetzt gebildet werden, damit Du den Taxa Artrang
zubilligst? Oder habe ich das jetzt falsch verstanden?
[/quote]
---

Hallo Andreas,

natürlich müssen sie nicht zeitversetzt auftauchen.
Allerdings besteht auch nicht die Notwendigkeit, dass sie immer gleichzeitig auftauchen.
Denn das würde ich für mich als ein Indiz dafür werten, dass sie eben doch einem Myzel entspringen.

LG Gábor

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Re: Morchelbestimmungfrage :-) PIC

AK_CCM, (vor 5680 Tagen) @ Gábor

Hallo nochmals,

Hallo nochmals,

hatte meinen vorherigen Beitrag bewusst etwas provokant formuliert. ;-)

natürlich müssen sie nicht zeitversetzt auftauchen.

Gut, dass Du das auch so siehst.

Allerdings besteht auch nicht die Notwendigkeit, dass sie immer gleichzeitig
auftauchen.

Bin z.B. gerne auf den Magerrasen von Kalkschotterheiden unterwegs. Dort stehen u.a. zur selben Zeit verschiedene Rötlinge nebeneinander, die makroskopisch teils sehr ähnlich aussehen. Folge ich Deiner Argumentation, müsste ich dies auch als Indiz werten, dass die Frk. dem gleichen Myzel entspringen. Deshalb finde ich, dass Deine These auf einem sehr wackeligen Fundament steht.

Denn das würde ich für mich als ein Indiz dafür werten, dass sie eben doch
einem Myzel entspringen.

Ich dagegen halte den gleichen Erscheinungszeitraum für keinen Indiz, dass die Frk. demselben Myzel entspringen.

Gruß, Andreas

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Re: Morchelbestimmungfrage :-) PIC

Gábor, (vor 5680 Tagen) @ AK_CCM

: Bin z.B. gerne auf den Magerrasen von Kalkschotterheiden unterwegs. Dort
[quote]stehen u.a. zur selben Zeit verschiedene Rötlinge nebeneinander, die
makroskopisch teils sehr ähnlich aussehen. Folge ich Deiner Argumentation,
müsste ich dies auch als Indiz werten, dass die Frk. dem gleichen Myzel
entspringen.[/quote]
---

Hallo Andreas,

das finde ich jetzt aber etwas spitzfindig :-)
Denn das Pilzaufkommen auf Kalkmagerrasen folgt schon noch anderen Gesetzmäßigkeiten und taugt m.E. kaum als Vergleich zu Morchelbiotopen.

LG, Gábor

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Re: Morchelbestimmungfrage :-) PIC

AK_CCM, (vor 5680 Tagen) @ Gábor

Hallo Gábor,

das war nur ein Beispiel - zugegebenermaßen mit etwas zu speziellen Standortansprüchen: Wenn's dort mal 1-2 Wochen lang regnet, knallt's eben. Aber wir können gerne ein anderes Biotop und eine andere Gattung als Beispiel herausgreifen.

Unterm Strich wollte ich Dir nur zu verstehen geben, dass Frk. durchaus zur selben Zeit durcheinander wachsen können ohne zwangsläufig demselben Myzel zu entspringen. Deshalb auch das erste Beispiel mit dem basal verwachsenen Birkenpilz und Milchling.

Gruß, Andreas

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Re: Morchelbestimmungfrage :-) PIC

Niko, (vor 5680 Tagen) @ AK_CCM

Hallo,

man könnte die Diskussion doch auch mit moderner Technik beilegen!?

Meine Frage wäre ob es nicht DNA-Analysen zur Verwandschaft der verschiedenen Varianten gibt? Das wird doch bestimmt schon jemand gemacht haben.
Weiß da zufällig jemand mehr?
Also bei Pfifferlingen z.B. wurden die verschiedenen Varietäten darüber Nachgewiesen.

Beste Grüße

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Re: Morchelbestimmungfrage :-) PIC

AK_CCM, (vor 5680 Tagen) @ Niko

Hallo Niko,

via Google Scholar habe ich einen vielversprechenden Artikel gefunden:
Kellner, H., Renker, C. & Buscot, F. (2005): Species diversity within the Morchella esculenta group (Ascomycota: Morchellaceae) in Germany and France. Organisms Diversity & Evolution 5(2): 101-107. doi:10.1016/j.ode.2004.07.001

Dem Abstract zufolge soll die Gruppe aus nur 3 Arten bestehen. Ich schau mal, dass ich den Artikel herbekomme.

Gruß, Andreas

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Weitere Fotos vom Standort

HoBi, (vor 5680 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

zunächst vielen Dank für Deine Antwort und das Vergleichsfoto!
Die von uns gezeigte Morchel passt da schon sehr gut zu M. vulgaris, vom
Habitus und den irregulären Leisten der Waben.
Auch verglichen mit den von Dir vorgeschlagenen Boudier-Tafeln besteht da
eigentlich kein Zweifel.
Allerdings war gerade die gezeigte Morchel an diesem Standort etwas aus der Art
geschlagen. Hier ein paar Vergleichfotos von Morcheln dieser Stelle, wie
sie sich uns präsentierten:

[image]

Noch relativ klein

[image]

Schon ein wenig größer

[image]

Älter und ausgewachsen.

Alle gezeigten Fruchtkörper stammen von einer ca. 5 m² kleinen Fläche.
Ist die typische Wuchsform (habituell an eine Fichte erinnernd) ein "muß"
oder eher ein "kann"? Was ist mit den Bildern zu den Morchelvarietäten in
PdS Band 1? Falsch oder komplett überholt? Kannst Du da ein wenig Licht ins
Dunkel bringen?

Liebe Grüße von

Sabine & Holger

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Re: Weitere Fotos vom Standort

AK_CCM, (vor 5680 Tagen) @ HoBi

Hallo ihr zwei,

Ist die typische Wuchsform (habituell an eine Fichte erinnernd) ein
"muß" oder eher ein "kann"?

das Merkmal des nach oben verjüngten, beinahe schon zugespitzen Habitus' würde ich als "kann" einordnen - siehe z.B. das jüngere Exemplar der Standortaufnahme rechts im Bild:

[image]

Was ist mit den Bildern zu den Morchelvarietäten in
PdS Band 1? Falsch oder komplett überholt?

Habe die PdS-Bände nicht in meinem Regal stehen, weshalb ich das nicht beurteilen kann. Darüber hinaus beschäftige ich mich nur am Rande mit Schlauchpilzen. Aber Morcheln finde ich irgendwie spannend - auch jenseits des Kochtopfs.

Gruß, Andreas

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Re: Weitere Fotos vom Standort

HoBi, (vor 5680 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

hättest Du die PdS-Bände, könntest Du sicher verstehen, wie wir auf
M. var. umbrina gekommen sind. Die Abbildung zu M. var. vulgaris passt da ja so
rein gar nicht. Und stimmt, Morcheln können spannend sein ;-)

Liebe Grüße von

Sabine & Holger

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Re: Weitere Fotos vom Standort

Gábor, (vor 5680 Tagen) @ HoBi

Hallo Sabine & Holger,

PDS sind natürlich schöne Bücher und Band 1 gefällt mir immer noch am allerbesten.
Die Unterscheidung jedoch z.B. zwischen M. esculenta var. rigida und var. rotunda kann ich nur schwer nachvollziehen.
Denn schließlich findet man hin und wieder auch Morchelzwillinge, bei denen der eine Frkp. rund und der andere zugespitzt ist.
Und mikroskopisch ist da wohl kaum etwas zu machen...

LG, Gábor

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Re: Weitere Fotos vom Standort

HoBi, (vor 5680 Tagen) @ Gábor

Hallo Gábor,

die Mutmaßung, dass es sich bei unserem Fund um M. umbrina handelt,
stützte sich auf die Aussage der Wöldeckes, die von uns nur die
rundlichen und jungen Fruchtkörper zur Ansicht bekommen haben.
Tja, da müssen wir wohl am Ball bleiben und die Stelle weiterhin kontrollieren,
um mehr Erkenntnisse zu erlangen ;-)

Viele liebe Grüße nach Kölle

Sabine & Holger

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Re: Weitere Fotos vom Standort

AK_CCM, (vor 5680 Tagen) @ Gábor

Hallo in die Runde,

an dieser Stelle möchte ich noch kurz etwas anmerken, ohne speziell auf die Bilder in PdS einzugehen.

Generell denke ich, dass sich einige der in der Vergangenheit aufgestellten Morchella-Taxa als konspezifisch erweisen werden. Doch eine einzige Speisemorchel-Art halte ich ebenso für unwahrscheinlich - vor allem wenn sich die Frk. wie bei M. vulgaris markant vom übrigen Gemörch abheben.

Gruß, Andreas

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Ähnliches Phänomen beobachtet

Pfalz-Pilz, (vor 5680 Tagen) @ AK_CCM

Hallo zusammen

Auf Grund Eurer Diskussion habe ich mich an einen ähnlich gelagerten Fund erinnert. Im letzten Sommer fand ich an 2 unterschiedlichen Stellen in Mitten größerer Ansammlungen von ganz normalen Pfifferlingen (C. cibarius) jeweils eine kleine konzentrierte Gruppe (erstmalig) weiße Pfifferlinge (C.c. var. pallidus)

Am 30.08.2010 im Kiefernwald mit vereinzelten Jungbuchen
[image]

Am 13.09.2010 unter Jungbuchen, etwa 3 km von der ersten Stelle entfernt
[image]

Ich hielt das bisher für eine Laune der Natur. Ich werde beide Stellen im Auge behalten, sehe aber wenig Chancen das sich dies wiederholt.

Hier hat man offensichtlich einen sauberen Schnitt in der Variation gemacht.

Gruß aus dem Pfälzerwald
Dieter

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Albino-Pfifferlinge

Heinz Ebert ⌂, (vor 5680 Tagen) @ Pfalz-Pilz

Solche weißen Pfifferlingen sind mir auch schon im Hunsrück bei Fichte aufgefallen, und zwar in mehreren Folgejahren an gleicher Stelle. Solche albinotischen Formen kann es bei allen Arten geben, es fehlt halt ein Pigment.
Beste Grüße, Heinz Ebert

Hallo zusammen
Auf Grund Eurer Diskussion habe ich mich an einen ähnlich gelagerten Fund
erinnert. Im letzten Sommer fand ich an 2 unterschiedlichen Stellen in
Mitten größerer Ansammlungen von ganz normalen Pfifferlingen (C. cibarius)
jeweils eine kleine konzentrierte Gruppe (erstmalig) weiße Pfifferlinge
(C.c. var. pallidus)
Am 30.08.2010 im Kiefernwald mit vereinzelten Jungbuchen

Am 13.09.2010 unter Jungbuchen, etwa 3 km von der ersten Stelle entfernt

Ich hielt das bisher für eine Laune der Natur. Ich werde beide Stellen im
Auge behalten, sehe aber wenig Chancen das sich dies wiederholt.
Hier hat man offensichtlich einen sauberen Schnitt in der Variation gemacht.
Gruß aus dem Pfälzerwald
Dieter

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Re: Albino-Pfifferlinge

Ingo Wagner, (vor 5680 Tagen) @ Heinz Ebert

Solche
albinotischen Formen kann es bei allen Arten geben, es fehlt halt ein
Pigment.
Beste Grüße, Heinz Ebert

Hallo!

Mag schon sein.
Aber nachdem beide Farben aber am gleichen Standort vorkommen, sollte das doch der Beweis sein, dass es sich um mehr als ein Pilzmyzel handelt.

VG Ingo W

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Re: Albino-Pfifferlinge

Heinz Ebert ⌂, (vor 5680 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,
für mich ist das kein Beweis für zwei Mycelien. Warum sollen denn nicht aus einem einzigen Mycelium beide Formen entstehen. Doch diese Frage ist mir auch nicht wichtig genug, um weiter darüber nachzudenken.
Beste Grüße, Heinz Ebert

Hallo!
Mag schon sein.
Aber nachdem beide Farben aber am gleichen Standort vorkommen, sollte das
doch der Beweis sein, dass es sich um mehr als ein Pilzmyzel handelt.
VG Ingo W

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Re: Albino-Pfifferlinge

Mycelio, (vor 5679 Tagen) @ Heinz Ebert

Hallo zusammen,

das Thema ist schon interessant, kann aber für so einige Kopfschmerzen sorgen... Diese Geschichte von den zwei Sporen, die keimen und sich zu einem fruchtungsfähigen Mycel mit zwei Zellkernen pro Hyphenzelle verbinden, ist leider bloß ein vereinfachtes Beispiel. Wie immer halten sich die wenigsten Pilze daran. Gerade Morcheln sind dafür bekannt, daß sich in deren Sporen und besonders in den Zellen des Mycels mitunter dutzende von Zellkernen tummeln.

So ein Pilzmycel besteht eigentlich immer aus mehreren Individuen, die per Anastomose miteinander verschmelzen und Zellkerne austauschen, welche dann munter durch das ganze Hyphennetzwerk wandern. Spätestens wenn ein Mycel fruchtet, wird es danach mit einigen seiner Nachkommen verschmelzen. Praktischerweise kann es dadurch Alterungsprozessen vorbeugen, denn alte Zellkerne werden ständig durch frische ersetzt. Zusätzlich bilden viele Arten (incl. Morcheln) auch direkt an den Hyphen asexuelle Sporen, die ebenfalls auskeimen und sich mit dem ursprünglichen Mycel vebinden.

Als ob das nicht schon verwirrend genug wäre, gibt es auch noch so eine Art Gewebekompatibilität, die dazu führt, daß sich nicht alle Mycelien einer Art verbinden können. Es werden also zusätzlich mehrere getrennte Mycelien durcheinander wachsen und um Nährstoffe konkurrieren.

In der Pilzzucht muß man jedenfalls einigen Aufwand betreiben, um nach einer Sporenkeimung einzelne Individuen zu isolieren. Selbst bei Gewebevermehrung aus einem Fruchtkörper erhält man manchmal mehrere verschiedene Mycelien.

Gruß, Carsten

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Re: Albino-Pfifferlinge

coco, (vor 5678 Tagen) @ Mycelio

hallo carsten,

deinen beitrag finde ich sehr interessant. hast du literaturtipps dazu?

gruss coco

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Re: Albino-Pfifferlinge

Mycelio, (vor 5678 Tagen) @ coco

Hallo Coco,

tja, was ich da geschrieben habe ist das Ergebnis jahrelanger Internet-Recherche und Beobachtungen aus der Pilzzucht, wobei ich immer gleich auf englisch suche und mir nur selten Links oder Dokumente speichere.

Zu Morcheln weiß ich auf die Schnelle nur einen Link. In 'Ecology and Management of Morels Harvested From the Forests of Western North America', Teil B:
http://www.mushroomcompany.com/resources/morels/pnw_gtr710b.pdf
Ab Seite 30 gibt es ein recht erhellendes Kapitel zur Morchel-Biologie. In Veröffentlichungen von Volk & Leonard aus den späten 80ern müßte noch mehr zu finden sein.

Bzgl. mehreren Zellkernen in Sporen von Pilzarten, bei denen man eigentlich nur einen erwartet, fällt mir spontan folgendes PDF ein:
'The number of nuclei in basidiospores of 63 species of ectomycorrhizal Homobasidiomycetes'
http://www.mycologia.org/cgi/reprint/98/2/233.pdf
Wer häufiger mikroskopiert wird ja sicher schon öfter Basidien oder Ascis mit der falschen Anzahl von Sporen gesehen haben.

Zur Verschmelzung mit den eigenen Nachkommen wird man in der Literatur zu Tintlingen einiges finden. Bei diesen Arten ist ja offensichtlich, daß es so etwas geben muß.
Manchmal schaffen es die Pilzzüchter auch, Mycel einer Art, welche keine asexuellen Sporen bildet, solange zu vermehren, daß es irgendwann kaum noch wächst und nicht mehr fruchtet. Diese sogenannte Seneszenz bedeutet dann, daß sich Zellkerne nicht mehr teilen können, weil sie zu alt und gebrechlich sind. Genauer gesagt sind die Ketten von Telomeren and den Enden der Chromosomen zu kurz geworden. In diesem Fall zeigt die Verschmelzung mit einem jüngeren Mycel und die anschließende Erholung des Gesamtmycels, daß sich frische Zellkerne durch die Hyphen bewegen und gealterte Kerne ersetzen können. Hierzu müßte man mit dem Suchbegriffen 'mycelium nuclear migration' einiges finden.

Pilzzüchter versuchen manchmal, dikaryotische, also fruchtungsfähige Mycelien zu kreuzen. Das klappt zwar nicht so gut wie mit monokaryotischen, also einer einzigen Spore entwachsenen, aber man kann sich den irrsinnigen Aufwand sparen, einzelne Sporen zum Keimen zubringen.
Wegen Kompatibilität und Verschmelzung bzw. Abstoßung dikaryotischer Mycelien weiß ich gerade weder Link noch Fachbegriff, erinnere mich nur, daß meist die Nachkommen eines Mycels häufiger miteinander fusionieren als die Nachkommen verschiedener Mycelien.

So, ich hoffe, das hilft dir weiter und hat dich jetzt nicht völlig verwirrt. Vielleicht kann ja auch noch jemand deutschsprachige Literaturhinweise ergänzen? Würde mich nicht wundern, wenn sich Mykologen wie Moser schon vor 50 Jahren gründlich damit beschäftigt haben.

Gruß, Carsten

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Re: Albino-Pfifferlinge

Ingo Wagner, (vor 5678 Tagen) @ Mycelio

Hallo Carsten!

So, ich hoffe, das hilft dir weiter und hat dich jetzt nicht völlig verwirrt.

Äußerst interessant deine Ausführungen. Bisschen verwirrend auch, aber das kennt man ja von den Pilzen.
Dank für deinen Beitrag!

Ingo W

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Re: Albino-Pfifferlinge

coco, (vor 5675 Tagen) @ Mycelio

hallo carsten,

mensch, 1000 dank, absolut interessant. habe jedes wort gierig aufgesaugt und erkenne mal wieder: je tiefer man in eine materie einsteigt, desto grösser wird das unwissen...

herzlich

coco

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Re: Albino-Pfifferlinge

Mycelio, (vor 5675 Tagen) @ coco

Hallo Ingo und Coco,

keine Ursache, freut mich, wenn ich verwirren, äh, weiterhelfen kann! ist doch immer wieder faszinierend, was für Tricks sich die Pilze im Laufe der Evolution angeeignet haben.

Grüße, Carsten

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Re: Albino-Pfifferlinge

Pfalz-Pilz, (vor 5675 Tagen) @ Mycelio

Hallo Carsten

Deine und der anderen Kollegen Ausführungen zu dem angerissenem Thema habe ich mit großem Interesse gelesen. Da ich mich aber erst seit etwa 3 Jahren mit (den über den bis dahin bekannten ca. 50-100 Arten hinausgehenden) Pilzen befasse, verstehe ich vieles von Eurem Fachchinesisch noch nicht.

Hillbillymäßiger Gruß aus dem Pfälzerwald
Dieter

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Re: Morchelbestimmungfrage :-) PIC

HARZPILZCHEN, (vor 5680 Tagen) @ HoBi

Liebe HOBI's

ich bin verwirrt! Sind diese Morcheln bei Euch schon zu gange ??

LG Hartmut

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Keine Bange ;-)

HoBi, (vor 5679 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Moin Hartmut,

die Fotos sind aus Anfang Mai letzten Jahres. Wenn sie vor Ende April hier
erscheinen, wäre das schon sehr früh für unsere Verhältnisse :-)

Liebe Grüße und einen schönen Restsonntag wünschen

Sabine & Holger