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Coprinus-Spezialisten

Mani walter, (vor 5680 Tagen)

Hallo Kolleginnen und Kollegen
Es ist bald ein Jahr her! Darum ist ein letztjähriger Fund wieder aktuell. Ich suchte letzten April nach Frühlingspilzen und stiess auf diese Coprinus.
Da stand sie solo! mitten im Morchelgebiet direkt zwischen Wurzelausläufern einer grossen schönen Esche. Ein einzelner Tintling - was soll das? In welchem Buch könnte ich den finden? Könnte dies allenfalls der Haustintling (domesticus) sein? Mit glattem weissen Stiel? Sektion C. micacei - Haustintling draussen in der Landschaft?
Und oha - Grosser Hut (ca 9cm rundum) und etwa gleich hohe Konstruktion. Auffällig ist die grobkörnige Kleie auf dem ockerfarbenen Hut und der weisse, bis auf die Stielspitze glatte Stiel.
Für andere Untersuchungen reichte es letztes Jahr leider noch nicht, deshalb geh ich da nochmals ran. // Bild 2 folgt.
Merci und liebe Grüsse Mani

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Re: Coprinus-Spezialisten

Andreas ⌂, (vor 5680 Tagen) @ Mani walter

Hallo Mani,

das ist einer aus der Gruppe der Haus-Tintlinge - also Coprinus domesticus und Verwandtschaft. Durch das flockig-krümelige Velum von der Gruppe der Glimmer-Tintlinge mit sandig-körnigem Velum unterschieden.
Tintlinge sind meist ein Fall für Mikroskopie, wobei man im Regelfall auch das Velum mikroskopieren muss. Das ist oft schwierig, wenn nur ältere Exemplare vorliegen, denn man darf die Velumstruktur keinesfalls mit der Struktur der obersten Hutschicht verwechseln.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Coprinus-Spezialisten

Mani walter, (vor 5680 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas und alle miteinander

Vielen Dank Andreas für deine erste Stellungsnahme. Aus sofortigen Nacharbeiten in meinen Unterlagen fand ich noch (leider verspätet) über die erfassten Dimensionen der bohnenförmigen Sporen dieses Fundes mit folgenden Abmessungen: L=7,0-9,0 My (Mittel 7,78 My)– B=4,0-4,5 My (Mittel 4,34) und dem Verhältnis L/B=1,81 allerdings aus nur 10 Proben.
Im Jahr 1999 befasste sich unter http://www.tham-thueringen.de/tham/html/coprinus_ellisii.html
ein Andreas Vesper von Thüringen mit einem Vergleich von C. domesticus mit C. elllesi, C. bipellis, C. Xanthorix und C. radians. Feststellung:
Macroskopisch und wegen der SOLL-Sporenmasse sollten, durch einen deutlichen Unterschied von C. ellesi (kleinere Sp-Breite3,0-3,7My) einerseits und C.bipellis (grössere Sp-Breite 4,5-5My), und je mit relativ häutiger Hutoberfläche ausscheiden.
C. xanthorix entfällt, weil die Sp auch eher grösser und nicht bohnenförmig ausgebildet sind und C. radians entfällt ebenfalls der grössere Sporenbreiten wegen.
Deine Angaben betr. Ausbildung des Velums haben meine Aufmerksamkeit geweckt und dem werde ich beim nächsten Fund auch nachgehen.
Mit der vermuteten C. domesticus kann ich momentan sehr gut leben.

Danke dir und Grüsse Mani