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Terfezia Erfahrungen

michaelk, (vor 5649 Tagen)

Frage in die Runde:

Hat Jemand in den letzten Jahren kulinarische Erfahrungen mit Terfezia (,,Wüstentrüffeln") gemacht, die sich mitzuteilen lohnen. Ich habe bereits fleißig gesucht hier in den Archiven, bin aber nicht recht weitergekommen. Außer, dass man sie wohl frisch und auch getrocknet verwenden kann und dass sie in manchen Ländern als Aphrodisiakum gelten. Nicht mal das wurde ,,belegt"... :-(

Gruß,

Michael Bischof

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Re: Terfezia Erfahrungen

Harry Hollnberger, (vor 5649 Tagen) @ michaelk

Frage in die Runde: Hat Jemand in den letzten Jahren kulinarische Erfahrungen
mit Terfezia (,,Wüstentrüffeln") gemacht, die sich mitzuteilen
lohnen. Ich habe bereits fleißig gesucht hier in den Archiven, bin aber
nicht recht weitergekommen. Außer, dass man sie wohl frisch und auch
getrocknet verwenden kann und dass sie in manchen Ländern als
Aphrodisiakum gelten. Nicht mal das wurde ,,belegt"... :-(
Gruß,
Michael Bischof

Hallo Michael !

Google mal unter " Kalahari Trüffel "
Da steht vielleicht einiges drin was Deine Fragen beantwortet .
Gruss Harry

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Re: Terfezia Erfahrungen

michaelk, (vor 5649 Tagen) @ Harry Hollnberger

Hallo Michael !
Google mal unter " Kalahari Trüffel "
Da steht vielleicht einiges drin was Deine Fragen beantwortet .
Gruss Harry

Danke, Harry,

aber das ist leider eine andere Gattung. Dieser Pilz wird auch viel größer. Er war vor einigen Jahren mal eine Modeerscheinung, aber die Hoffnungen, dass er eine Art Ersatztrüffel sein könnte, haben sich wohl nicht erfüllt. Im Forum hier, in älteren Beiträgen, fand ich Bemerkungen wonach Terfezia leonis und eine weitere afrikanische Art kulinarisch nicht so dolle sein sollten.
Jedoch, ich weiß es nicht...

Bisher, nur nach der Literatur zu urteilen, hat diese Terfezia-Art hier folgende Eigenschaften:
- sie wirkt antibiotisch, schon als 5% wässriger Extrakt, sogar gegen Staphylococcus aureus (den berüchtigten ,,Krankenhauskeim")
- es scheint sich um das Manna der Bibel zu handeln (evtl. eine verwandte Art, die auch in Ektomykorrhiza-Gemeinschaft mit Helianthemum lebt)
- ,,Eingeweihte" wollen wissen, dieser Pilz sei das schlechthinnige natürliche Aphrodisiakum

Aber was ist schon Wissen aus zweiter Hand?

Gruß,

Michael Bischof

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Re: Terfezia Erfahrungen Lebensraum

michaelk, (vor 5649 Tagen) @ michaelk

Dies hier ist der Lebensraum dieses Pilzes. Zwischen den Kalkfelsen gibt es Erde, und wo diese sandig ist kommt auch Helianthemum egyptiacum (?, nicht selbst bestimmt) vor. Und dort, und nur dort, gibt es auch diesen Terfezia-Pilz.

Gruß,

Michael Bischof

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Re: Terfezia Erfahrungen Helianthemum

michaelk, (vor 5649 Tagen) @ michaelk

(Da ich nicht mehrere Bilder auf einmal hochladen kann)

Dies hier ist die Pflanze (1-5 cm ,,hoch"), an der/mit der dieser Pilz auftritt. Die größten, welche ich gesehen habe, waren etwa so groß wie zwei Fäuste.

Aber, um auf den Anlass zurück zu kommen: meine Frage war ob hier Jemand Erfahrungen mit den kulinarischen Eigenschaften dieser Terfezia-Pilze hat.

Gruß,

Michael Bischof

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Re: Terfezia Erfahrungen

hansuwe, (vor 5648 Tagen) @ michaelk

Frage in die Runde: Hat Jemand in den letzten Jahren kulinarische Erfahrungen
mit Terfezia (,,Wüstentrüffeln") gemacht, die sich mitzuteilen
lohnen. Ich habe bereits fleißig gesucht hier in den Archiven, bin aber
nicht recht weitergekommen. Außer, dass man sie wohl frisch und auch
getrocknet verwenden kann und dass sie in manchen Ländern als
Aphrodisiakum gelten. Nicht mal das wurde ,,belegt"... :-(
Gruß,
Michael Bischof

Hallo Michael,
ich habe die "Wüstentrüffel" in Saudi Arabien kennengelernt. Sowohl frisch geschenkt bekommen von einem Einheimischen in den Bergen, als auch getrocknet gekauft.
In den Vereinigten Arabischen Emiraten habe ich sie 2x in Souks frisch gekauft und getrocknet. Die kamen dort aus dem Irak.
Der Geschmack ist unbedeutend.
In Arabien wird die "Wüstentrüffel" "Faga" bezeichnet. Sie wird dort als Aphrodiasakum eingeschätzt. Sie wird auch als "göttlicher Pilz" bezeichnet.
Die Knollen wurden nach einem regenreichen Winter in einem Souk in Hail / Saudi Arabien kiloweise angeboten. Die Marktfrauen wollten sie aber nur kiloweise verkaufen. waren gerade sehr billig it ca 300 DM/kg.In anderen Jahren sollen sie wesentlich teurer gewesen sein. Habe Abstand vom Kauf genommen.
Von Aphrodiasakum habe ich nach Genuss von getrockneten Exemplaren in einer Pilzsuppe allerdings nichts gemerkt.
Ich hatte in Forum etwa um 2000 über die Knollen berichtet und Thomas Pruss erst kürzlich.
Wenn Du mal im Forum und in Suchmaschinen nach Faga, Terfezia,Terfezia pfeilii, Tirmania niva oder Kalaharitrüffel forschst, wirst Du etwas finden.
In "Montecchi / Savasimi (2000) Seite 235 bis 237" solltest Du weiteres finden.
Das hat mir einmal Peter Reil geschrieben, der mir einige Exsikkate bestimmt hatte.
Aus einer anderen Quelle habe ich entnommen, dass diese Trüffel mit Helianthemum Arten vergesellschftet sei, jedenfalls in deren Nähe wachse.
Aber zum Essen würde ich keinen Heller investieren, zumal man nicht weiss, welche Art einem angeboten wird. Ein irakischer Kollege berichetete mir,dass man sie in den schlechten Zeiten dort billig bekam und sie mehr oder weniger Kartoffelersatz waren.
Viel Glück bei Deinen weiteren Studien.
Pilzige Grüsse
Hans Uwe.

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Re: Terfezia Erfahrungen

michaelk, (vor 5648 Tagen) @ hansuwe

Hallo Michael,
ich habe die "Wüstentrüffel" in Saudi Arabien kennengelernt. Sowohl
frisch geschenkt bekommen von einem Einheimischen in den Bergen, als auch
getrocknet gekauft.
In den Vereinigten Arabischen Emiraten habe ich sie 2x in Souks frisch
gekauft und getrocknet. Die kamen dort aus dem Irak.
Der Geschmack ist unbedeutend.

Haben getrocknete Pilze einen anderen Geschmack als die frischen?

In Arabien wird die "Wüstentrüffel" "Faga" bezeichnet.
Sie wird dort als Aphrodiasakum eingeschätzt. Sie wird auch als
"göttlicher Pilz" bezeichnet.

Bei Aphrodisiaka scheint die Wirkung doch sehr stark vom jeweiligen Individuum abzuhängen, auch bei Viagra, obwohl das nur eine Art hydraulische Hilfe ist. Das dürfte bei solchen Naturstoffen, erst recht, wenn wir die wirksamen Prinzipien nicht kennen, erst recht so sein.

Danke, Hans Uwe, erst einmal für die vielen Hinweise!

Na ja: ,,Studie" würde ich das nicht nennen. Ich finde sie faszinierend und habe daür auch einige Gründe.

Zunächst einmal (vgl. Biotopaufnahme) denkt man als Pilzler dass es an einem solchen Ort nie im Leben so etwas wie Pilze geben könne. Und dann mit nur einer winzigen moosähnlichen Wirtspflanze.
Hier wachsen sie in der Kalksteinsteppe sogar direkt am Stadtrand und zur Zeit ist es das große Hobby der ärmeren Bevölkerung sie zu suchen, was extrem scharfe Augen erfordert. Man sieht höchstens feine Haarrisse unter oder neben den Sonnenröschen. Morcheln sammeln ist ein Witz dagegen... ;-)

Wenn man sie frisch zubereitet (sie sind innen weiß)haben sie einen feinen, edlen Geschmack, der nicht sehr ausgeprägt ist und etwa zu Spargel passen würde. Nur in Butter kurz erwärmt, ein wenig Salz und Pfeffer, etwas Sahne, 3-4', dann ein Spritzer Zitronensaft. Das Fleisch ist relativ fest und zerfällt nicht. Ein schwacher scharfer Nachgeschmack der frischen Art, wie nach Ingwer, aber schwächer, verbleibt danach.
Wenn man sie so trocknet wie ich letztes Jahr die Pfälzer Trompetenpfifferlinge getrocknet habe, entwickelt sich beim langsamen Trocknen ein ziemlich intensiver Geruch und das Fleisch färbt sich rötlich ockerbraun. Essen konnte ich das noch nicht; sie trocknen ja gerade.

Hier sind die Leute ganz kirre weil man sie für das schlechthinnige Aphrodisiakum hält, für geradezu magisch. Entsprechend teuer sind sie auch, falls man sie überhaupt kriegt. Auf den lokalen Märkten gibt es sie nicht; wohl aber halten Leute dort Kleinstmengen bereit, unter dem Ladentisch sozusagen. Man fragt herum und nur falls man sich auf den geforderten Preis einläßt (der allen meinen hiesigen türkischen Bekannten absolut spinnert erscheint) würde man etwas kriegen.

Beim notorischen Dr. Hittich tauchen wohl Terfezia-Pilze auf:
,,Fünf seltene Sorten Power-Pilze, von taoistischen Meistern als die „Pilze der Unsterblichkeit“ bezeichnet."
http://www.greenpower24.com/catalog/product_info.php?products_id=11342&drgn=1

David Pegler hat 2002 gezeigt dass solche Pilze wohl das Manna der Israeliten bei der Flucht aus Ägypten waren. Er verwendet auch das arabische Wort ,,Faga" dafür.
http://journals.cambridge.org/action/displayAbstract?fromPage=online&aid=104109

Gruß aus der Türkei,

Michael Bischof

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Re: Terfezia Vergleich mit Morcheln

michaelk, (vor 5647 Tagen) @ michaelk

Hallo,

ich frage mal weiter: ist hier Jemand zugange, der Terfezia-,,Trüffel" und Morcheln aus eigener Erfahrung mal kulinarisch vergleichen kann?
Grund: Morcheln gibt es hier natürlich auch. Am Südabhang des Taurus, sozusagen von der Baumgrenze bis hinunter zum Mittelmeer, in diesem Jahr ist es hier ungewöhnlich feucht und kühl - muss ich mehr sagen?
Die hier übliche Methode ist es, die Morcheln auf Schnüren aufzureihen, sie zu trocknen und dann als Würzpilze zu verwenden. => Siehe Bild!
Bei der überschäumenden Begeisterung für diesen Pilz hier im Forum frage ich deshalb ganz vorsichtig nach der Bewertung von Morcheln - im Vergleich möglichst zu Terfezia, gerne auch zu meinem Lieblingspilz, der getrockneten Totentrompete.

Gruß aus der Türkei,

Michael Bischof

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Re: Terfezia - noch mehr details

michaelk, (vor 5640 Tagen) @ michaelk

Hallo,

in der Zwischenzeit habe ich reichlich Erfahrungen mit den hier vorhandenen Terfezien sammeln können. Sie kommen, wie schon gezeigt, hier in der Steppe vor, sind aber nur sehr schwer zu entdecken.

Neu für mich, wohl auch für alle Mitleser, ist die Tatsache, dass offenbar auch Störche Terfezien sammeln wie man hier zweifelsfrei sieht. Genau an dieser Stelle fanden wir dann reichlich Terfezien.

Kulinarisch:
Beschriebenes wurde wiederholt, mit verschiedenen Leuten hier getestet. Terfezien haben wirklich einen ganz eigenen, nicht unbedingt ,,pilzigen" Geschmack. Sehr fein und elegant, ,,edel", aber nur nach spezieller Vorbehandlung und Trocknung. Frisch sind sie erheblich zu ,,flach" im Geschmack.
Das ist genauso wie mit Morcheln. Die fallen frisch auch erheblich ab.

Einer Teppichknüpferin hier fiel auf, dass nach dem Essen von Terfezien der Mund sich frisch anfühlt und die Schleimhaut gut durchnäßt bleibt. Das empfinden Andere auch so. Woran es liegt kann ich nicht sagen. - Was jetzt noch übrig bleibt ist eine kleine Menge einfach so zu trocknen und in Deutschland testen zu lassen, ob Terfezien wirklich auch gegen Staphylococcus aureus (dem Krankenhauskeim, der multiresistente Formen bildet, an denen man sterben kann!) wirken, wie die Literatur behauptet. Wiederholt beschrieben wurde ja, dass die Beduinen damit ihr Trachom (bakterielle Augenkrankheit, durch die Viele erblinden) behandeln, die getrockneten Pilze aber ganz weit weg von Joghurtkulturen aufbewahren.

Dann wäre dieser Pilz wirklich ,,Manna": ein Geschenk der Natur, das scheinbar aus dem Nichts kommt, wunderbar schmeckt und sogar Krankheiten heilen kann.

Gruß aus der Türkei, Urlaub nun leider zu Ende,

Michael Bischof

(Schade, dass man offenbar immer nur ein Bild hochladen kann)

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Re: Terfezia - mit dem Storch mithalten...

michaelk, (vor 5640 Tagen) @ michaelk

Hallo,

hier noch ein Bild der Steppenlandschaft, in der diese Terfezien auf kalkreichem, ein wenig sandigen Boden an Helianthemum egyptiacum vorkommen. Wenige Meter weiter, aber mit Blick nach Norden, ist das Bild mit dem Storch entstanden.
Die 40 km entfernten Taurusberge haben noch Schnee; die Vegetation hier ist so, wie sie in Deutschland vor 4 Wochen war (Frühling hat eingesetzt). Aber das Gebiet liegt auch 1000 m hoch.

Gruß,

Michael Bischof

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Re: Terfezia - noch mehr details

hansuwe, (vor 5639 Tagen) @ michaelk

Hallo Michael,
sehr interessanter Beitrag Über Deine Erfahrungen mit Terfezien in der Türkei.
Wenn Du getrocknete Terfezien und Morcheln hast kannst Du ja den Geschmack gut vergleichen. Beide Pilze haben im frischen Zustand keinen signifikanten Pilzgeschmack. das ändert sich aber wenn sie getrocknet sind oder zumindestens angetrocknet sind.
Heilkräfte und andere Wirkungen der Terfezien dürften wohl ins Reich der Legende und Phantasien gehören.
Man sollte aber dran bleiben, es gibt leider zu wenig Information über die Terfezien hier in Europa.
Berichte mal weiter, wenn Du Neues erfährst.
Pilzige Grüsse
hansuwe

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Re: Terfezia - noch mehr details

michaelk, (vor 5639 Tagen) @ hansuwe

Hallo Hansuwe,
sehr interessanter Beitrag Über Deine Erfahrungen mit Terfezien in der
Türkei.
Wenn Du getrocknete Terfezien und Morcheln hast kannst Du ja den Geschmack
gut vergleichen. Beide Pilze haben im frischen Zustand keinen
signifikanten Pilzgeschmack. das ändert sich aber wenn sie getrocknet sind
oder zumindestens angetrocknet sind.
Heilkräfte und andere Wirkungen der Terfezien dürften wohl ins Reich der
Legende und Phantasien gehören.
Man sollte aber dran bleiben, es gibt leider zu wenig Information über die
Terfezien hier in Europa.

Klar, woher auch? Hier gibt es nun mal keine Terfezien (soweit ich weiß). Und für das Abgefahrenste an Terfezien ist der Lebensraum: dass es da Pilze wirklich und leibhaftig gibt kann man kaum glauben! Ein weiterer Rekord: die zu entdecken verlangt eine Fähigkeit, selektiv sehen zu können (minimale Anzeichen dafür, dass unter diesen Sonnenröschen ein Pilz ist), die ganz weit über das hinaus geht, was man bei uns beim Pilze sammeln braucht. Da mein Lieblingspilz die Totentrompete ist wird auch mein Maßstab dafür klar.

Berichte mal weiter, wenn Du Neues erfährst.

Klar doch! Ich ,,teste" jetzt erst einmal die Reaktionen meiner Landsleute daheim auf dieses Manna.

Danke, Hansuwe, für die Rückkoppelung. Die kulinarischen Tests habe ich hier mit Leuten zusammen gemacht, die noch nie in ihrem Leben außer Zuchtchampignons irgendetwas Pilzähnliches im Mund hatten. Daher können die nämlich viel unbefangener urteilen; auch unterbleibt die korrumpierende Wirkung des selber Sammelns auf das eigene Urteilsvermögen: was wir mit soooo viel Mühe gesammelt haben muss einfach superb, distinkt schmecken...
Wie Du siehst kommen die zu einem ähnlichen Urteil wie Du! Nur schreiben die auch getrockneten, sogar speziell aufbereiteten und getrockneten Terfezien und Morcheln keinen typischen Pilzgeschmack zu, sondern einen tollen, aber eben ,,eigenen", anderen Geschmack.

Dass Terfezien wie Antibiotika wirkende Bestandteile haben sollen wurde mehrfach in sehr verschiedener Literatur erwähnt. Ok, muss man erneut belegen, wofür wir gerade speziell getrocknetes Material bereiten. So etwas kommt bei allerlei Pilzen und pilzähnlichen Organismen vor. ,,Penicillin" verrät ja auch schon im Namen woher es kommt.
So würde es mich überhaupt nicht überraschen falls sich das bestätigt. Bei meinem Metier (Anwendungen von Pflanzeninhaltsstoffen erst für Naturfarben auf Textilien, jetzt auch noch als Nahrungszusatzmittel für Menschen) verliert man ohnehin schnell den Respekt von synthetischer Chemie. Wir haben gerade festgestellt, dass ein seit Jahrtausender bekannter Farbstoff aus Reseda, einer wirklich bestens bekannten Färbepflanze, zusammen mit anderen Pflanzenfarbstoffen der gleichen ,,Familie" geradezu verblüffende Ergebnisse als Sonnenschutzmittel liefert. Darüber hätte ich vor einem Jahr vermutlich eher gelacht. Als notorischer Empiriker, der (fast!) nur glaubt, was er selbst verifizieren oder falsifizieren kann (facts first!), denke ich dass es einen Versuch lohnt.
Behauptet wird ein 5%iger Aufguß wirke gegen Staphylococcus. Und dass die Beduinen Terfezien offenbar schon ewig gegen das Trachom nehmen (gut, könnte auch Aberglauben sein) steht auch fest.

Ich habe einen ganz hohen Respektvor dem Beobachtungs- und Abstrahiervermögen auch vermeintlich ungebildeter Leute. Meine Aufgabe war und ist ja, den rationalen Kern in vermeintlich abergläubischen alten Färberezepturen zu finden.

Wenn ich Dir sagen würde dass man vor 130 Jahren massenhaft frischen (!) Kuhkot in der Zellulosefaserfärberei verwenden mußte würdest Du mich vielleicht auslachen. Es ist aber so; und natürlich weiß ich inzwischen, dass das einen sehr wohl rationalen Kern hat. Erstaunlich ist höchstens, wer wann wie darauf kommen konnte! Und noch erstaunlicher ist, wie ,,tumb" die obendrein häufig sehr giftigen, nicht nachhaltig hergestellten Hilfsmittel der synthetischen Chemie dagegen sind.

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Re: Terfezia - noch mehr details

Thomas Pruss, (vor 5638 Tagen) @ michaelk

Moin Michael,
auf die Wüstentrüffel habe ich meinen Schwager und meine Schwägerin aufmerksam gemacht, die seit ein paar Jahren in Kuweit leben. Sie haben sich welche gekauft und sind auch ganz begeistert von den Pilzen. Allerdings muss man sie wohl vorher trocknen, damit sie ihren eignen Geschmack entfalten können.
Aber das ist ja auch bei den Shii-Take so: Frisch schmecken sie nicht nach ihm und nicht nach ihr, getrocknet und wieder eingeweicht sind sie aber toll.
Die Wüstentrüffeln, die man in Kuweit kaufen kann, kommen übrigens aus Saudi Arabien. In Kuweit dagegen, wo es früher diese Pilze in so großen Mengen gab, dass die Leute dort richtige Pilzsammeltouren machten, gibt es heutzutage so gut wie keine Terfezien mehr: Der Boden ist, nachdem die Iraker im Golfkrieg die Ölhähne öffneten, so verseucht, dass dort keine Pilze mehr wachsen.
Übrignes sollen Wüstentrüffeln auch in Spanien vorkommen. Es handelt sich dabei aber um andere Arten.
Grüßlis
Thomas

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Re: Terfezia - noch mehr details

michaelk, (vor 5635 Tagen) @ Thomas Pruss

auf die Wüstentrüffel habe ich meinen Schwager und meine Schwägerin
aufmerksam gemacht, die seit ein paar Jahren in Kuweit leben. Sie haben
sich welche gekauft und sind auch ganz begeistert von den Pilzen.
Allerdings muss man sie wohl vorher trocknen, damit sie ihren eignen
Geschmack entfalten können.

Schön, damit haben wir jetzt wohl so etwas wie eine Übereinstimmung! ;-)

Aber das ist ja auch bei den Shii-Take so: Frisch schmecken sie nicht nach
ihm und nicht nach ihr, getrocknet und wieder eingeweicht sind sie aber
toll.

Du redest von gekauften Shii-Take-Pilzen? Ich meine die ab und zu mal im Supermarkt gesehen zu haben. Ich weiß, dass man die auch in der Nordtürkei irgendwo züchtet - als Heilmittel vermarktet.

Eine Frage noch an Dich und in die Runde: da wird dauernd, auch in der Literatur, darüber geredet das dies ein Aphrodisiakum sein soll. Weiß Jemand mehr darüber? Welche Mengen nimmt man da, welche Zubereitungsform? Man verstehe bitte dass man im Nahen Osten als Ausländer danach nicht so leicht fragen kann.
Wovon der Mensch am meisten träumt schützt er ja oft durch ein Tabu.
Selbstredend will ich das nur wissen um meine Kenntnisse über diesen Pilz allseitig und umfassend abzurunden und aus keinem anderen Grund.

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Re: Terfezia - noch mehr details

Gábor, (vor 5635 Tagen) @ michaelk

Hallo Michael,

ich persönlich würde es mir nicht allzu schwer machen mit der Suche nach der aphrodisierenden Wirkung bei Pilzen.

Denn eine teure Flasche Champagner wirkt da manchmal Wunder, wo Pilzpülverchen, Nashornbein und Co. versagen :-)

Und die aphrodisierende Wirkung steigt angeblich auch proportional zum Preis der Flasche.

Ein nicht ganz ernst gemeinter (und vermutlich auch nicht sehr hilfreicher) Beitrag von mir...

LG, Gábor

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Re: Terfezia - aphrodisierend oder nicht...

michaelk, (vor 5635 Tagen) @ Gábor

Hallo Michael,
ich persönlich würde es mir nicht allzu schwer machen mit der Suche nach der
aphrodisierenden Wirkung bei Pilzen.
Ein nicht ganz ernst gemeinter (und vermutlich auch nicht sehr hilfreicher)
Beitrag von mir...

Haha, wie soll man auch ernst bleiben bei einer methodisch so schwierigen Fragestellung. Wie wollte man überhaupt eine dementsprechende Wirkung nachweisen, nicht bloß behaupten? - Man könnte vermutlich höchstens den rein hydraulischen Teil der aphrodisierenden Wirkung messen.

Also, wenn das klargestellt ist: hat Jemand in der Sache selber was dazu vernommen? Wie benutzen die das zu diesem Zweck? Ich gestehe dazu nichts gehört zu haben. Außer eben immer wiederholten Behauptungen es sei so...

Gruß,

Michael Bischof

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Re: Terfezia - noch mehr details

Thomas Pruss, (vor 5635 Tagen) @ michaelk

Moin Michael,

Du redest von gekauften Shii-Take-Pilzen? Ich meine die ab und zu mal im
Supermarkt gesehen zu haben.

Ja, genau. Aber nur ab und zu im Supermarkt? Die bekommt man doch mittlerweile sogar schon beim EDEKA, bei SKY und PLAZA hinter her geworfen. Frisch und getrocknet. Hier in Hamburg gibt es einige Chinaläden, in denen die säckeweise verkauft werden, sprich: in 1- bis 5-kg-Gebinden. Mein Chefredakteur, der sehr gerne auch asiatisch kocht, deckt sich damit ein, und mit einem 5-kg-Beutel kommt man schon ein Jahr aus.
Zu deiner Frage nach der medizinischen Wirkung: Die ist in der Tat gegeben. Shiitake werden eingesetzt gegen Entzündungen, Kopfweh, bei Magenbeschwerden oder Schwindelanfällen. Ob die aber zudem wirklich eine krebshemmende Wirkung haben oder gegen Leberzirrhose wirken, kann ich nicht sagen. Tatsache ist aber, dass die medizinische Wirkung gegen die enderen Krankheiten bei regelmäßigem Genuss eintritt. Endlich mal ’ne Arznei, die schmeckt. ;-)

Zu deiner Frage nach der Wirkung als Aphrodisiakum:
Davon habe ich bei Shiitake noch nichts gehört und gelesen. Höchstens in der Form von "Liebe geht durch den Magen". ;-)

Allerdings wird in den arabischen Ländern, speziell auf der arabischen Halbinsel den Wüstentrüffeln eine stark aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Wie meine Verwandtschaft aus Kuweit erfuhr, ist das mit ein Grund, weswegen Ausländer in Arabien so gut wie keine Terfezien kaufen können (Kuweit, Abu Dhabi, Oman, also alle Länder, in denen der Tourismus eine Rolle spielt oder in denen eine etwas liberalere Form des Islam herrscht, sind da eine Ausnahme. Aber hier kann man auch für Geld alles bekommen …)
Aber selbstredend besteht die aphrodisierende Wirkung auch bei den Terfezien nur in den Köpfen derer, die daran glauben.
Grüßlis
Thomas