Unverhofft kommt - manchmal...
'Nabend zusammen,
vergangenen Sonntag war ich wieder die Bäche und Pfützen um WI herum absuchen. Schön zu sehen war, dass in fast allen guten Gewässerchen Kreislinge "blühten", sogar stellenweise förmlich übersät davon waren.
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Ich mag diese kleinen Pilze sehr, nebenbei macht es auch Spaß, die Flohkrebse und Trichopteras zu beobachten. Schaut man lange genug hin, kann man (für mich Laien) Seltsames beobachten - von dem winzigen Kreisling blieb nach der einige Minuten andauernden Umklammerung der Köcherfliegenlarve kaum mehr als der Stiel übrig. Obs die reißende Strömung oder der gesunde Appetit der Larve war, konnte ich nicht eindeutig erkennen.
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In 3 verschiedenen Bächen immer wieder diese Vibrissea (flavovirens) - auf entrindetem Holz sind die Stiele wesentlich besser zu sehen.
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Im flachen, etwas ruhigeren Abschnitten auch immer wieder solche Gesellen, die sich noch nichtmal durch Stative, ein paar Zentimenter vor der Nase im Wasser platziert, aus der Ruhe bringen lassen:
![[image]](http://taunuspilz.de/coppermine/albums/ftp_ul/2011_04_28/DSC01758.jpg)
Noch flacher, fast im Trockenen an Erlenkätzchen und an Buchencupulen die Haarbecherchen, sehen für mich als DAU und (noch) nicht Ascoholiker nach gewöhnlichen Lachnum virgineum aus:
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An dickeren Stöckchen auch öfters diese gestielten, rasig wachsenden bis 2 mm gelben Knubbel - ohne ansprechende Literatur frustrierend:
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Ich weiß nicht, ob das, was ich unterm Mikro sehe, als Textura globulosa zu bezeichnen ist - sieht mehr eckig-blasig aus. Sporen spindelig um 11x3, mit 2 (bis 3) Tropfen, Asci ca. 75x9, keulig, Paraph. um 80x2 - ich sehe da nichts Besonderes, irgendwie sehen die alle gleich aus...
So, zum Schluss noch zum Unverhofften - das mag für einige völlig überflüssiges Zeugs sein - ich hab mich riesig darüber gefreut. Im Mönchbruch (Mörfelden) sah ich den Pilz vor Kurzem zum ersten Mal, nachdem ich seit knapp 3 Jahren danach suche. Dort ist das recht verständlich, da (noch) größtenteils Altholz liegen bleibt.
Jedenfalls, bei mir in den Vorort-Wäldern von Wiesbaden, wo der Besucher- und Erntedruck oft sehr hoch ist, hätte ich so etwas wie Xylobolus frustulatus nicht erwartet. Eigentlich wollte ich an der alten Mühle im sumpfigen Bereich nach Ascos schauen, dort war aber schon alles völlig ausgetrocknet. Nahe bei einer alten Steinmauer lag dann ein relativ dünner Eichenstamm, schon sehr morsch, an Stirn und wieder großflächig an der Seite X. f. wachsend, auch scheinbar im Kampf mit einer Hymenochaete (auch diese überwachsend und den Kampf scheinbar gewinnend) - ich bin dort schon seit zwei Jahren unterwegs und mir ist dieser eigentlich nicht zu übersehende Stamm nie aufgefallen:
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![[image]](http://taunuspilz.de/coppermine/albums/ftp_ul/2011_05_02/DSC01814.jpg)
Wenn man nach etwas sucht, muss man gelegentlich halt auch mal die Augen öffnen...
Grüße
Klaas