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Re: Kleine Ascos am/im Bach

Ingo Wagner, (vor 5637 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas!

Mikroskopieren ist nun wieder Neuland für mich - bevor ich das alte
"Ding" hier stehen hatte, habe ich vielleicht zwei Mal durch ein
Mikro geschaut... bin also völliger DAU und mache sehr wahrscheinlich
alles falsch.

Du musst Geduld haben. Keiner hat das gleich alles verstanden. Bis ich das mit den Haken geschnallt habe, sind sicherlich 2 Jahre ins Land gegangen, und dass ich bei Orbilia die SBs (Sporebodies) mal gebacken bekomme, daran hatte ich schon gar nicht mehr geglaubt. Alles eine Sache der Übung und des ständigen Dazulernens von eigenen Präparaten und vom Know-how der Besserwissenden.

Zudem fehlt mir Literatur, Herrn Baral wollte ich längst um
eine Kopie bitten - mache ich jetzt aber endlich.

Der Guy Marson hatte die DVD bisher immer verschickt, ich hoffe, er tut es noch!

- auch danke für die Übersicht zu repandus. Der gefällt mir aber immer
noch nicht so richtig.
Auf Deinem Makro kommt der gesamte Pilz (zitronen-?)gelb rüber, meine sind im
Hut eher dottergelb, zum Stiel hin mehr cremefarben, jedenfalls weitaus
heller.

Die Makroskopie passt! Bei der Einschätzung der Farbe spielt immer das Alter und der Lichteinfluss eine Rolle.

Die Sporenform kommt annähernd hin, wobei mir meine teils doch
eher ein klein Wenig mehr gekrümmt vorkommen. Die Tropfen kann ich in
dieser Form sehen, es sind aber auch einige Sporen mit vielen kleinen
Tröpfchen dabei.

Bei der Größe der Tröpfchen spielt immer die Reife und Vitalität eine große Rolle. Deshalb ist es ziemlich wichtig, die Reife gut einschätzen zu können.
Gestresstes Material verhält sich gerade diesbezüglich sehr sensibel, deshalb ist es empfehlenswert, für die Messung der Sporen und Asci, auch für die Beurteilung der Tröpfchen zunächst in Wasser zu mikroskopieren.
Melzer ist ungeeignet, weil abtötend. Für Becher ist wässriges Lugol Pflicht.
Zum späteren Verdeutlichen der Strukturen nehme ich ganz gern Kongorot.

Um die 12 µ bei den Sporen zu finden, musste ich lange
suchen - was aber vielleicht am ungewohnten einäugigen Blick durchs
Messokkular liegt.

Das beste Reifezeichen sind "ausspuckende" Asci, auch wenn sehr viele Sporen im wenig gequetschten Präparat herumschwimmen, ist der Pilz reif. Muss man freischwimmende Sporen suchen, sollte man 1-2 Tage später noch mal nachschauen.

Die Textura scheint mir zu passen, zum Hutrand hin konnte ich eben mehr
rundlich blasiges Gewebe sehen, ansonsten eher langgezogen wie in Deinem
Bild.

Passt schon. In Hutrandnähe sind die Excipulumzellen oft kürzer, zum Stiel hin strecken sie sich.

Bei meinen freiliegenden Asci fand ich bei etwa 12 gemessenen Maße zwischen
75 und 85 µ, Tendenz mehr zu den 85 µ.

Auch das passt. Du musst dich da nicht auf die Angaben von meinem Mikrobild versteifen. Ich hatte es nicht gesondert dazugeschrieben, aber der Becherfreund weiß aus den Mikros zu lesen, dass sie nicht mehr turgesszent sind (wenn nicht mehr 2-reihig im oberen Teil des Ascus). Bei diesem fehlenden "Innendruck" sind die Asci automatisch kleiner.

Der Widerspruch bei den 2-tropfigen Paraphysen erklärt sich dadurch, dass ich
keine Ahnung habe. Ich versuche nur das, was ich sehe, irgendwie in Worte
zu fassen. Beim genaueren hinsehen sah ich heute welche, die 2 Tröpfchen
nebeneinander hatten, aber auch in den selben Paraph. Tropfen, die die
gesamte Breite ausfüllten.

Die Tropfengröße wird in Relation zur Sporen- oder Paraphysenbreite eingeschätzt. Stößt der Tropfen beidseitig an die Wand, ist es ein großer.
Hantiert man mit tötenden Reagenzien oder wird das Präparat "gestresst", z.B. durch Trocknen, Frost oder Hitze unterm Mikroskop laufen die kleinen Tropfen zu größeren zusammen. Deshalb findet man in den PdS- oder anderen Altmeister-Zeichnungen oft große Tropfen (oft Exsikkat-Mikroskopie), wo vital eigentlich viele kleine zu sehen sind.

Zu "J+ sehr schwach": vor Kurzem hatte ich eine Pezziza angeschaut,
bei der das Blau mit Melzer sehr sehr deutlich zu sehen war.
"Hymenoscyphus-Typ" habe ich zwar schonmal aufgeschnappt, sagt mir
aber nix, finde ich noch raus.
Ich sehe mit Melzer an der Ascusspitze einen kleinen, leicht bläulichen
Fleck, der - wie Du schreibst - nicht bis an die Spitze reicht.
Ist das "Hymenoscyphus-Typ"?

http://asco-sonneberg.de/pages/gallery/porustyp-scutspor-0911153991.php

Septen an den Paraphysen konnte ich nicht sehen, wie in Deiner Übersicht -
was aber wohl wieder an mir liegt.

Die wiederum bekommt man oft erst gut zu sehen, wenn der störende Inhalt "vernichtet" und die Zellwände angefärbt sind.

Ich hänge mal meine Notizen von heute Abend an, das Gekrakel bringt
wahrscheinlich auch keine Lösung - schrecklich, wenn man vor Jahrzehnten
den Bleistift mit der Maus getauscht hat, und noch nicht mal mit einem
Stückchen Holz in der Hand umgehen kann...

Völlig in Ordnung - kein Gekrakel!!

Kannst du als Hymenoscyphus repandus ablegen. Wenn du es ganz genau machen willst, müsstest du noch bestätigen, dass an der Ascus-Basis keine Haken sind.

Das würde ich aber trotzdem noch etwas verschieben, sonst verlierst du womöglich die Lust an Becherchen. :-)

VG Ingo W

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