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Auffällige Frühlings-Psathyrelle (12 Bilder)

Der Juergen, (vor 5636 Tagen)

Hallo zusammen,

Ich nutze mal die Forenruhe für eine Psathyrelle. Ich hab hier das volle Programm durchgezogen und den empfehlenswerten provisorischen Psathyrellen-Schlüssel von Andreas Melzer verwendet. Ergebnis: Psathyrella niveobadia (Romagn.) Moser = Weißgerandeter Mürbling. Die Art ist wohl mit P. spadiceogrisea nah verwandt, und in der Sektion Spadiceogrisae zu finden.

Kurzbeschreibung:
Robuster Mürbling mit kräftigen Velumresten, fast genatterten weißen Stiel, der basal etwas abgestutzt keulig ist. Fundort war ein typischer Speisemorchelstandort; Auwald mit Eschen, Pappeln, Traubenkirschen und kraut- und detritusarmen, humosen Boden.

Mikromerkmale:
Sporen [95% • 37 • SAP • v • H2O(nat)]: 6,8-7,8-8,8(9,1) x 3,6-4,1-4,6 µm, ellipsoid, braun, mit sichtbarem Keimporus. Cheilozystiden überwiegend rundlich - blasenförmig, nur selten utriforme - flaschenförmige, ab und zu mit Auflagerungen. Pleurozystiden vorhanden, aber zerstreut, utriform - flaschenförmig oder spindelig, dünnwandig. Kaulozystiden vorhanden, flaschenförmig - unförmig länglich, dünnwandig. Velum aus länglichen Hyphen mit Schnallen bestehend. Zellen der äußeren HDS zellulär - globos.

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Sporen in Wasser

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Globose Marginalzellen (Cheilozstiden?)

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Cheilzystiden

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Cheilozystide

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Pleurozystide

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Kaulozystiden in Wasser / Kongorot(NH3)

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Hyphen d. Velumreste in Wasser / Kongorot(NH3)

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Zellen d. HDS (Radialschnitt) in Wasser / Kongorot(NH3)

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Re: Auffällige Frühlings-Psathyrelle (12 Bilder)

interhias ⌂, (vor 5636 Tagen) @ Der Juergen

Hallo!

Wie immer eine klasse Doku von dir.
Die Gruppe um P. spadiceogrisea hat der Deifi geseng. Mir gelingt es jedenfalls kaum, P. spadiceogrisea, niveobadia und fatua zu trennen. Ich habe eine Kollekton von Anfang Juni 2010, die wohl auch zu P. niveobadia gehört, mit noch dunkleren Fruchtkörpern und beständigem weißem Velumsaum. Sie stammt aus einem Buchen-Fichten-Mischwald. Im Schlüssel von Örstadius in Funga Nordica ist die Art allerdings nicht drin - keine Ahnung, warum.

Grüße aus München
Hias

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Re: Auffällige Frühlings-Psathyrelle (12 Bilder)

Der Juergen, (vor 5635 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

danke für die Resonanz. Ich glaube, ich bin bei P. niveobadia "abgebogen" wegen der starken Velumreste an Hut, Hutrand, Stiel und der robusten Erscheinung, auch die glatt und schmierig aussehende Huthaut wird der Art zugeschrieben (Gminder). Mikroskopisch ist da wohl kaum was zu trennen, oder vielleicht doch? Die von Andreas Melzer beschriebenen "Schleimkappen" auf den Pleurozystiden hatte ich öfters gesehen. Im Quetschpräparat lagern da sich da allerhand Partikel an, und man kann sie dann nicht mehr gut erkennen.

Grüßle
Jürgen

Wie immer eine klasse Doku von dir.
Die Gruppe um P. spadiceogrisea hat der Deifi geseng. Mir gelingt es
jedenfalls kaum, P. spadiceogrisea, niveobadia und fatua zu trennen. Ich
habe eine Kollekton von Anfang Juni 2010, die wohl auch zu P. niveobadia
gehört, mit noch dunkleren Fruchtkörpern und beständigem weißem Velumsaum.
Sie stammt aus einem Buchen-Fichten-Mischwald. Im Schlüssel von Örstadius
in Funga Nordica ist die Art allerdings nicht drin - keine Ahnung, warum.
Grüße aus München
Hias

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Re: Auffällige Frühlings-Psathyrelle (12 Bilder)

Pilzmann, (vor 5635 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Juergen,

deine Grafiken öffnen sich bei mir nicht (Windows-Vista)?

Mit liebem Gruß, Peter!

Hallo zusammen,
Ich nutze mal die Forenruhe für eine Psathyrelle. Ich hab hier das volle
Programm durchgezogen und den empfehlenswerten provisorischen
Psathyrellen-Schlüssel von Andreas Melzer verwendet. Ergebnis:
Psathyrella niveobadia (Romagn.) Moser = Weißgerandeter Mürbling. Die Art
ist wohl mit P. spadiceogrisea nah verwandt, und in der Sektion
Spadiceogrisae zu finden.
Kurzbeschreibung: Robuster Mürbling mit kräftigen Velumresten, fast
genatterten weißen Stiel, der basal etwas abgestutzt keulig ist. Fundort
war ein typischer Speisemorchelstandort; Auwald mit Eschen, Pappeln,
Traubenkirschen und kraut- und detritusarmen, humosen Boden.
Mikromerkmale: Sporen [95% • 37 • SAP • v • H2O(nat)]: 6,8-7,8-8,8(9,1) x
3,6-4,1-4,6 µm, ellipsoid, braun, mit sichtbarem Keimporus. Cheilozystiden
überwiegend rundlich - blasenförmig, nur selten utriforme -
flaschenförmige, ab und zu mit Auflagerungen. Pleurozystiden vorhanden,
aber zerstreut, utriform - flaschenförmig oder spindelig, dünnwandig.
Kaulozystiden vorhanden, flaschenförmig - unförmig länglich, dünnwandig.
Velum aus länglichen Hyphen mit Schnallen bestehend. Zellen der äußeren
HDS zellulär - globos.

Sporen in Wasser

Globose Marginalzellen (Cheilozstiden?)

Cheilzystiden

Cheilozystide

Pleurozystide

Kaulozystiden in Wasser / Kongorot(NH3)

Hyphen d. Velumreste in Wasser / Kongorot(NH3)

Zellen d. HDS (Radialschnitt) in Wasser / Kongorot(NH3)

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Re: Auffällige Frühlings-Psathyrelle (12 Bilder)

Der Juergen, (vor 5635 Tagen) @ Pilzmann

Hallo Peter,

ja, ich sehe die Fotos momentan auch nicht, wird wohl am Server liegen, der gerade nicht aufrufbar ist.

Grüßle
Jürgen

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Re: Auffällige Frühlings-Psathyrelle (12 Bilder)

pilzmel ⌂, (vor 5634 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen & zusammen,
interessanter Fund!
Hias hat das perfekt auf den Punkt gebracht: verhexte Ecke; da macht selbst Örstadius einen Bogen drum. Die in der FN genannten Arten orientieren sich an den Originalbeschreibungen und/oder wurden in Skandinavien nicht gefunden.
Wie man dieser "Ecke" beikommt, weiss ich natürlich erst recht nicht.
Nun eine vage Meinung zum Fund: Es ist nicht niveobadia, sondern eine der verwirrenden Arten.
Das Velum scheint zu stabil, reicht auch sehr hoch hinauf und bildet keinen typischen Kontrast. Die Cheilozystiden sollten kurzhalsig, nicht viel mehr über 40 µm lang und sehr selten sein. Andererseits passen die Anlagerungen gut.
P. niveobadia scheint auch im Alter leicht dickwandige Pleurozystiden zu haben. Aber darüber hinaus blickt zur Zeit meine alte Birne nicht so recht durch; die Gruppe schachtele ich im Schlüssel auch gerne mal hin und her. Bei Letzterem ist übrigens Version 1003445656 beinahe online. Nicht zuletzt wegen o. g. Sippschaft gibt andauernd Nachträge.
Beste Grüße!
Andreas

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Re: Auffällige Frühlings-Psathyrelle (12 Bilder)

Der Juergen, (vor 5634 Tagen) @ pilzmel

Hallo Andreas,

vielen Dank für Deine Meinung zu diesem Fund. Ich werde ihn dann mal als X-Akte ablegen.

Grüßle
Jürgen

p.s.: Exsikkat ist vorhanden!