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Qualität der Diagnosen im Pilzepilzeforum

Stephan Weißer, (vor 5585 Tagen)

Hallo Leute,
dies soll nur ein offener Beitrag sein, der möglicherweise zum Diskutieren einlädt. Vielleicht seht ihr es ja auch ganz anders.
Aber mir sind in letzter Zeit immer öfter Beiträge aufgefallen, wo im Brustton der Überzeugung, d. h. ohne Restzweifel, falsche Diagnosen verbreitet werden, welche ein paar Beiträge später mehr oder weniger kleinlaut revidiert werden müssen. Darunter leidet meiner Meinung nach die Forumsqualität etwas, denn was man als Diagnose postet, sollte nach meinem Verständnis schon hinreichend verlässlich sein. Wenn man sich mit der Bestimmung unsicher ist, oder sie nicht wirklich sorgfältig durchgeführt hatte, wäre es vielleicht besser, man postet seinen Fund mit einem imaginären Fragezeichen im Hintergrund.
Das war meine Meinung, jetzt eure!

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Re: Qualität der Diagnosen im Pilzepilzeforum

Mison, (vor 5585 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan,

als jemand, der jüngst in diese Falle getappt ist, melde ich mich gleich mal. Ich gehe davon aus, dass Dein Post eine Debatte (wieder)entfachen könnte, welchen Charakter das Pilzepilzeforum denn nun hat, und am Ende werden sich alle mehr oder weniger einig sein, dass dies nun einmal ein gemischtes Forum für HobbymykologInnen und ExpertInnen gleichermaßen ist (und dass das ja auch gut so ist). Ein weiterer Aspekt wird das Thema "Bestimmung anhand von Fotos" und die damit verbundene Vorsicht etc. sein.

So oder so gebe ich Dir aber Recht, dass hier nicht irgendwelche Bestimmungen als "ist so" rausposaunt werden müssen, wie mir das vor wenigen Tagen unglücklicherweise passiert ist (Asche und so weiter). Dann lieber den Ball etwas flacher halten. Is ja eigentlich auch nicht so schwer.

Gruß an alle,
Simon

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Re: 100% Zustimmung

42, (vor 5585 Tagen) @ Mison

- kein Text -

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Re: Qualität der Diagnosen im Pilzepilzeforum

HARZPILZCHEN, (vor 5585 Tagen) @ Mison

als jemand, der jüngst in diese Falle getappt ist...

Hallo Simon und alle anderen

du meinst doch hoffentlich nicht die Sache mit dem Mehlpilz?! Also wir sollten das Forum hier wohl etwas lockerer sehen, wer wissenschaftlich tätig sein will und sich beweisen will, dafür gibt es hierzu dann wohl andere Möglichkeiten und Betätigungsfelder.

Also ich habe keine Hemmungen und Abneigungen gegen Fehlbestimmungen. Soll doch hier irgendwie Spaß machen. Streß hab ich auf Arbeit genug!

LG Hartmut

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Re: Qualität der Diagnosen im Pilzepilzeforum

McMuck, (vor 5584 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Lieber Hartmut,

danke für deinen Beitrag.
Es ist für mich sehr beruhigend, dass hier im Forum selbst und gerade bei den Experten soviel Geduld und Toleranz vorherrscht.
Wie unschwer zu übersehen, macht es mir Spaß, bei einem Beitrag einfach mal so mitzureden; auch wenn ich dann nicht selten vollkommen daneben liege.
Meine früheren Beiträge hier betrachte ich jetzt oftmals nur mit einem Kopfschütteln und ich bin vorsichtiger geworden.
Ich lasse mich trotzdem nicht abschrecken und versuche mein Glück mit einem Vorschlag; weiß aber von einigen Forumsteilnehmern, dass sich diese, ob des hohen Niveaus im Forum, gar nicht mehr trauen, hier etwas zu schreiben.
Bitte habt alle weiterhin Geduld mit den anderen, nicht so kompetenten Forumsteilnehmern, denn gerade aus Fehlern kann man viel lernen.
Manchmal muss man auch diese Fehler mehrmals machen, bis sich ein Lerneffekt einstellt.
Es macht riesig Spaß, sich mit verschiedenen Menschen hier im Forum auszutauschen!

LG Stefan

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Re: Qualität der Diagnosen im Pilzepilzeforum

HARZPILZCHEN, (vor 5584 Tagen) @ McMuck

Meine früheren Beiträge hier betrachte ich jetzt oftmals nur mit einem
Kopfschütteln ...

Hi Stefan

Welche waren das noch mal ... Kopfkratz ?!
Alles i.O. & Grüße Hartmut

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Re: Qualität der Diagnosen im Pilzepilzeforum

Mani walter, (vor 5585 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Leute,
Ich denke wir sind kritik- und lernfähig. Darum begrüssen wir, ganz im Sinne eines Forums, gerne weitere Meinungen, Ergänzungen und allfällige Korrekturen. Ja warum denn nicht?

L. G. Mani

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Re: Qualität der Diagnosen im Pilzepilzeforum

Peter S., (vor 5585 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan,

wünschenswert wäre das schon.
Was meinst du, wie sehr ich mir wünschen würde, dass in allen Pilzbüchern und allen Aufsätzen und Fachartikeln alles richtig bestimmt und richtig benamst wäre.
Die Pilzwelt wäre frei von Synonymen, denn alle die ein solches je als neu beschrieben haben und dann doch feststellen mussten, dass der Pilz mit anderem Namen schon existierte, haben letztlich nicht richtig bestimmt.
Bresadola dürfte hier nicht mehr mitposten, denn er hätte seine Russula elegans doch richtig als Russula puellaris Fr. 1838 bestimmen können. Na und erst Velenowsky, hatte der nicht massenhaft irgendwelche Mycenen als Clitocyben bestimmt und neu beschrieben - der Depp, der wäre auch nicht mehr forumstauglich.
Ist natürlich nicht ernst gemeint.

Wie gesagt, wünschenswert wäre es schon. Schön wäre es, wenn man einen Verdacht auch als solchen kennzeichnet, wenn man denn mit seiner Pseudobestimmung nicht mal die Mikromerkmale komplett überprüft hat oder aber gar nicht weiß, wie die aussehen müßten. Insofern ziehe ich mir die Jacke auch gern persönlich an.

Es wäre aber schade, wenn hier nur noch Fachexperten ihre 100 - %ig sicheren Sachen posten - es wäre gähnende Leere im Forum.

Gruß Peter

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Re: Qualität der Diagnosen im Pilzepilzeforum

Huperzia ⌂, (vor 5585 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Leute,
dies soll nur ein offener Beitrag sein, der möglicherweise zum Diskutieren
einlädt. Vielleicht seht ihr es ja auch ganz anders.
Aber mir sind in letzter Zeit immer öfter Beiträge aufgefallen, wo im
Brustton der Überzeugung, d. h. ohne Restzweifel, falsche Diagnosen
verbreitet werden, welche ein paar Beiträge später mehr oder weniger
kleinlaut revidiert werden müssen. Darunter leidet meiner Meinung nach die
Forumsqualität etwas, denn was man als Diagnose postet, sollte nach meinem
Verständnis schon hinreichend verlässlich sein. Wenn man sich mit der
Bestimmung unsicher ist, oder sie nicht wirklich sorgfältig durchgeführt
hatte, wäre es vielleicht besser, man postet seinen Fund mit einem
imaginären Fragezeichen im Hintergrund.
Das war meine Meinung, jetzt eure!

Hallo Stephan,

Meiner Meinung nach ist das das große Plus in diesem Forum, dass nicht alles so wohlüberlegt ist oder sein muß. Gerade auch durch Bestimmungen und Fehlbestimmungen (die auch mal überzeugt geäußert werden können) lernt man doch. Und wenn man dann nicht lautstark seinen Fehler eingesteht, ist das auch nur ein Abbild des "echten" Lebens.

Bei einer Live-Diskussion zwischen z.B. zwei Experten, die sich optimalerweise auch noch streiten und am Ende vielleicht keiner recht hat und keiner seinen Fehler zugibt (und man gar nie weiß, was stimmt) lernt man immer noch tausendmal mehr als aus dem korrektesten Buch.
Das manchmal vielelicht etwas zu sichere Behauptet einer Vermutung ist einfach viel realer als ein tausendmal betontes "vielleicht" und "könnte sein".

LG, Tanja

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Re: Qualität der Diagnosen im Pilzepilzeforum

Gábor, (vor 5585 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan,

im Prinzip gebe ich Dir ja recht, nur habe ich die Befürchtung, dass jetzt einige, deren Beiträge ich hier doch vermissen würde, sich in Zukunft einfach zurückhalten werden.

Es ist doch so: jemand, der sich unsicher ist bei seiner Bestimmung, kann natürlich vollkommen richtig liegen.
Und andererseits, selbst wenn man noch so überzeugt vom Namen des Fundes ist, garantiert das noch lange nicht, dass er auch richtig bestimmt wurde.
Das gilt natürlich nicht nur für Anfänger, sondern auch für erfahrenere Pilzsucher.

Man könnte z.B. dauernd dazuschreiben, zu wieviel Prozent man sich seiner Sache sicher ist, wie gelegentlich Ingo W.

Wobei mir Ingos 95% bei kleinen Ascos subjektiv 150% wert sind :-)

LG, Gábor

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Re: Qualität der Diagnosen im Pilzepilzeforum

phragmobasidie, (vor 5584 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan und alle,

am wichtigsten finde ich, dass Restzweifel - deutliche Zweifel sowieso - im weiteren Verlauf des Threads
von wem auch immer kund getan werden. U.a. das habe ich an diesem Forum immer geschätzt und dann bleibt
m.E. neben aller Stammtisch/Kaffeklatsch-Atmosphäre auch das Niveau erhalten. Dass vage Bestimmungen
eben nicht so stehen bleiben, sondern immer nachgebohrt und berichtigt wird.

Verständis muss man auch dafür haben, dass man nicht immer alle neuen Bearbeitungen zu irgendwelchen
Artenkomplexen im Repertoire haben kann - wenn z.B. ein Kahler Krempling oder ein Habichtspilz jahrzehntelang
ein solcher gewesen ist.

Man muss sich erstmal die Hörner abstoßen.

Die Fähigkeit zum In-sich-gehen, wenn man von vielen Seiten immer wieder Gegenwind bekommt,
darf man allerdings schon erwarten.

Ich habe das Forum in letzter Zeit weniger verfolgt, das ist meine generelle Meinung zu dem Thema.

Schöne Grüße
Robin

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Re: Qualität der Diagnosen im Pilzepilzeforum

Helmut, (vor 5584 Tagen) @ Stephan Weißer

Servus Stephan,

das liegt im Charakter solcher Foren - nicht nur in der Mykologie. Es soll auch ein Forum sein für alle.

Auch früher gab es Fehlbestimmungen - besser gesagt Fehlbenennungen, denn richtig bestimmt wurde häufig nicht, sondern die Meinung von "opinion leadern" kundgetan und von den anderen geglaubt(und wehe man äußerte Zweifel :-)), aufgeschrieben und vielleicht auch noch kartiert. Heute gibt es i. d. R. zumindest Fotos, an denen man seine Zweifel oder auch Zustimmung aufhängen kann. Schade ist nur, wenn von geposteten optisch interessanten Arten, deren Mikroskopie wichtig wäre, weder Mikrofotos noch Exsikkate verfügbar sind.

Grundsätzlich habe ich den Eindruck, dass seit der Verbreitung des Internets samt Foren das breite Wissen - nicht nur das mykologische - deutlich zugenommen und sich beschleunigt hat.

Soviel zur Verbreitung von Erkenntnissen. Zu spezifischen neuen Erkenntnissen zu kommen ist wieder ein ganz anderes Thema, dafür sollte dann die Einhaltung wissenschaftlicher Grundprinzipien unabdingbar sein.

Gruß

Helmut

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Re: Qualität der Diagnosen im Pilzepilzeforum

zuehli ⌂, (vor 5584 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo zusammen,

ich persönlich halte solch unzweifelhafte Diagnosen gerade bei Bildern, die eher zweifelhaft sind, für im wahrsten Sinne des Wortes "fragwürdig". Will heißen, wenn Kollegen sich noch in der Lage fühlen, diese 100%-Bestimmung anzugehen und - ums mal politisch auszudrücken - in den Dialog gehen, ist die Forenwelt doch in Ordnung.
Wie sagt man bei uns in Hessen: Da sind die Menschen, wie die Leut...

Beste Grüße
Harald

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Re: Qualität der Diagnosen im Pilzepilzeforum

Stephan Weißer, (vor 5583 Tagen) @ Stephan Weißer

Ich danke euch für euer Meinungsbild und glaube, dass wir einen guten Konsens haben. Zu schreiben: "Das halte ich für..., hier vermute ich..., der sieht genau so aus wie..." statt "das ist zweifelsfrei..., das ist auf jeden Fall..." ist sicherlich machbar.

Richtig gut ist es natürlich, wenn der Bestimmer bei kritischen Arten dazuschreibt, an welchen Merkmalen/Gegebenheiten er seine Bestimmung glaubt festmachen zu können. So dürften bräunlichweiß gefärbte Dachpilze nicht mehr so leicht als Grünlichgraue Dachpilze bestimmt werden.