Re: Hypocrea strictipilosa
Nur mal ein etwas provokanter Zwischenruf: Die Arbeit von Walter Jaklitsch ist schon rein optisch ein Genuss - wegen der Vielzahl hervorragender Farbbilder der Makro- und Mikromerkmale. Abgesehen davon zeigt WJ, dass es sich bei Hypocrea/Creopus um eine äußerst vielfältige, artenreiche Gruppe handelt - das war bisher anscheinend nur außerhalb Europas. Wenn in manchen Fällen die Bestimmung nur mittels der Nebenfruchtformen abgesichert werden kann, so ist das wohl eher eine wissenschaftliche Erkenntnis als die "Schuld" eines Autors, der armen Amateuren das problemlose Bestimmungserlebnis missgönnt ... Also spätestens im Winter ran an die Herbarschränke und alle "Creopus-gelatinosus"-Exsikkate anhand der neuen Arbeit überprüfen!
Schöne Grüße
Till
Ein neuer Fund, und wieder musste ich zur (m.E. zu Unrecht gescholtenen)
Jaklitsch-Arbeit greifen. Diese als „widespread and common“
charakterisierte grünsporige Hypocrea wäre durch ihr Vorkommen auf Holz,
die kleinen (bis ca. 2 mm großen), nicht tuberkulaten (d.h. nicht
maulbeerförmigen) Stromata mit weißlichen bis gelblichen Grundfarben und
die dimorphen Sporen festgelegt. Letzteres Merkmal lässt sich bereits mit
einem 20x-Objektiv feststellen: Bei der Sporenteilung entstehen jeweils
zwei ungleiche geteilte Ascosporen (eine rundliche und eine längliche),
sodass man im Ascus im Idealfall kurz-lang-kurz-lang ... sieht.
Hypocrea strictipilosa, gefunden an Esche