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Kernkeule

Toffel, (vor 5562 Tagen)

Hallo!

Wir haben heute auf einer Exkursion diese Kernkeule (Cordyceps) gefunden. Als Substrat ließen sich nur noch ein paar zerfallende Hirschtrüffel (?) ausmachen (Bild 2 links und Bild 4). Ich denke, man kann es auf C. capitata oder C. longisegmentis eingrenzen. Lässt sich mehr dazu sagen?

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Viele Grüße
Toffel

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Cordyceps rouxii

AK_CCM, (vor 5562 Tagen) @ Toffel

- kein Text -

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Nachtrag

AK_CCM, (vor 5562 Tagen) @ AK_CCM

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Re: Nachtrag

Toffel, (vor 5562 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

danke für deine Einschätzung und die Links. Woran machst du deine Bestimmung fest? An den langen dünnen Stielen, dem weißen Fleisch und dem fehlenden Gelb?

Viele Grüße
Toffel

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Re: Nachtrag

AK_CCM, (vor 5562 Tagen) @ Toffel

Hallo Toffel,

die langen, dünnen Stiele sind kein Unterscheidungsmerkmal. Meine Einschätzung basiert, wie Du vermutet hast, auf dem weißen Fleisch und dem fehlenden Gelb. Würde auf jeden Fall die Mikromerkmale prüfen, wenn es da Unterschiede gibt (habe den Artikel in der Czech Mycol. nicht gelesen).

Ich kenne die Art aus dem Nationalpark Bayerischer Wald. Zum ersten Mal bekam ich sie 2007 während der 1. Bayer. Mykol. Tagung von Thomas Lehr gezeigt. Ob sie bei der 3. Tagung, die wiederholt im Bayerwald stattfand, auch gefunden wurde, weiß ich nicht. Aber letztes Jahr, wenn ich mich recht entsinne, hat Heinrich Holzer einen Fund unterhalb den Ruckowitzschachten gemacht.

Gruß, Andreas

Hallo Andreas,
danke für deine Einschätzung und die Links. Woran machst du deine Bestimmung
fest? An den langen dünnen Stielen, dem weißen Fleisch und dem fehlenden
Gelb?
Viele Grüße
Toffel

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Re: Nachtrag

Toffel, (vor 5562 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas!

die langen, dünnen Stiele sind kein Unterscheidungsmerkmal. Meine
Einschätzung basiert, wie Du vermutet hast, auf dem weißen Fleisch und dem
fehlenden Gelb. Würde auf jeden Fall die Mikromerkmale prüfen, wenn es da
Unterschiede gibt (habe den Artikel in der Czech Mycol. nicht gelesen).

Ich habe mir den Artikel mal durchgelesen. Die langen Stiele scheinen tatsächlich charakteristisch zu sein:
"with stipes contorted and often very long"

Vor allem folgende Merkmalsbeschreibungen finde ich ins Schwarze treffend und lassen für mich kaum Zweifel offen:
- Dunkel graue, fast schwarze Köpfe, in ein Olivgrau am Stiel übergehend, sowie ein rein weißer Teil unter der Erde. Gelbe Farben fehlend.
- Frk. von Elaphomyces durchzogen mit weißem Myzel von C. rouxii, die lebhaft orangefarbene Oberfläche zerklüftend.* Weiße Farbe des Mycels bleibt auch beim Trocknen erhalten.
- Frk. von Elaphomyces, die von C. capitata und C. longisegmentis parasitiert werden, sind mit gelb-braun gefärbtem Mycel durchzogen, beim Trocknen nachdunkelnd.

* Bei mir erscheint das Myzel als weißer "Kern" mit hellbrauner Körnung. Die Schale ist allerdings nicht orange, sondern kupfer/braun bis schwarz. Aber sie sind wohl schon ziemlich mitgenommen.

Außerdem noch folgende Merkmale:
- Zartere und zerbrechlichere Stromata, vor allem in den unteren Teilen.
- Kopfform länglich, haubenartig, über dem Stiel hervorstehend.
- Fruchtbarer Teil des Stromas kugelförmig abgeflacht, eingerollt und deutlich vom Stiel getrennt.

Mikroskopisch soll sie sich von den anderen beiden durch kurze Ascosporen-Segmente mit einer durchschnittlichen Länge von 17–22 µm und die palisadenartige Epidermis unterscheiden. Letzteres zu beobachten, scheint sich aber nicht so einfach zu gestalten. Gerhardt gibt für C. capitata ein Sporenlänge von 15-30(50) µm an. Der Ausreißer scheint mir auf zwei nicht getrennte Ascosporen zurückzuführen zu sein, was laut Studie nur bei C. rouxii beobachtet wurde. (?)

Vielleicht kann das noch jemand von den heutigen Mitgliedern überprüfen, aber mir erscheint das als Formsache. ;-)

Ich kenne die Art aus dem Nationalpark Bayerischer Wald. Zum ersten Mal bekam
ich sie 2007 während der 1. Bayer. Mykol. Tagung von Thomas Lehr gezeigt.
Ob sie bei der 3. Tagung, die wiederholt im Bayerwald stattfand, auch
gefunden wurde, weiß ich nicht. Aber letztes Jahr, wenn ich mich recht
entsinne, hat Heinrich Holzer einen Fund unterhalb den Ruckowitzschachten
gemacht.

In Sachsen ist die einzige auf Hirschtrüffeln wachsende Art, die bisher nachgewiesen wurde, die Zungen-Kernkeule (C. ophioglossoides).

Viele Grüße
Toffel

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Re: Nachtrag

Ingo Wagner, (vor 5562 Tagen) @ Toffel

Hi Toffel!

Sehe ich wie Andreas, also Cordyceps (von mir aus auch Elaphocordyceps) rouxii.

Bei unseren ersten Funden vor ca. 3 oder 4 Jahren sind wir zunächst genauso ratlos bei longisegmentis hängengeblieben wie du.

Ich denke aber, die Art mit ihrer "Schwarz-Weiß-Färbung", Hirschtrüffelsubstrat und Kugelkopf ist auch makroskopisch gut anzusprechen, wenn man von ihr weiß. Mir hatte damals diese belgische Seite weitergeholfen:
http://home.scarlet.be/daniel.ghyselinck3/Cordyceps.htm

VG Ingo W

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Re: Nachtrag

Toffel, (vor 5562 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo!

Danke für die Bestätigung. Der Link ist auch sehr interessant.

Viele Grüße
Toffel

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Re: Nachtrag

AK_CCM, (vor 5561 Tagen) @ Toffel

Hallo Toffel,

Die langen Stiele scheinen tatsächlich charakteristisch zu sein:
"with stipes contorted and often very long"

Keine Ahnung, wieviele Kollektionen die Autoren untersucht haben. Die Funde von Elaphocordyceps rouxii im Bayerwald besaßen zumindest keine Frk. mit ungewöhnlich langen Stielen. Der Habitus entsprach den Frk. von E. capitata. Makroskopisch fällt vor allem das fehlende Gelb, die von Ingo erwähnte "Schwarz-Weiß-Färbung", auf.

- Frk. von Elaphomyces, die von C. capitata und C. longisegmentis parasitiert
werden, sind mit gelb-braun gefärbtem Mycel durchzogen, beim Trocknen
nachdunkelnd.

Bei meinem letztjährigen Fund von E. capitata hatte ich einen Schnitt durch eine befallene Hirschtrüffel gemacht: Das Myzel des Parasiten war leuchtend gelb.

In Sachsen ist die einzige auf Hirschtrüffeln wachsende Art, die bisher
nachgewiesen wurde, die Zungen-Kernkeule (C. ophioglossoides).

Stimmt, soweit der Stand der Roten Liste (1999) noch aktuell ist. Trage Deinen Fund doch in der Online-Pilzkartierung ein. Sollte E. rouxii in der Artdatei noch nicht enthalten sein, wähle einfach "Elaphocordyceps spec." bzw. "Cordyceps spec." aus und gib im Feld "Anmerkung" "E. rouxii" bzw. "C. rouxii" ein. Alternativ kannst Du auch Prof. Hardtke den Fund direkt melden.

Gruß, Andreas

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Re: Nachtrag

Toffel, (vor 5561 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas!

Stimmt, soweit der Stand der Roten Liste (1999) noch aktuell ist. Trage
Deinen Fund doch in der Online-Pilzkartierung ein. Sollte E. rouxii in
der Artdatei noch nicht enthalten sein, wähle einfach "
Elaphocordyceps spec." bzw. " Cordyceps spec." aus und
gib im Feld "Anmerkung" "E. rouxii" bzw. "C.
rouxii" ein. Alternativ kannst Du auch Prof. Hardtke den Fund direkt
melden.

Letzteres hatte ich eh mit all meinen Funden vor.
Ich habe noch eine Excel-Liste von 2007, in der das auch so steht. Allerdings weiß ich nicht wer die wie lange gepflegt hat.

Viele Grüße
Toffel

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Re: Kernkeule

HARZPILZCHEN, (vor 5562 Tagen) @ Toffel

Hi Toffel

bezüglich Cordyceps rouxii siehe hier mein Bericht von 2009 zum Vergleich, einige Mikrobilder sind auch auf meiner Homepage

Beitrag 166369

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Re: Kernkeule

Toffel, (vor 5562 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Hartmut,

danke für den Link. Das sind sehr schöne Bilder.

Grüße
Toffel

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Re: Kernkeule

coco, (vor 5561 Tagen) @ Toffel

hallo toffel,

ich stand mit rouxii auch mal wie der ochs vorm berg, bis thomas_hofheim mir auf die srünge half und ich den belgischen schlüssel fand.
bei meinem fund war die ungewöhnlich neutralgraue farbgebung samt schwarzweiss-effekt so auffällig, dass es gleich nach einem besonderen fund roch.

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letzte woche hab ich noch gezielt versucht, die art wiederzufinden und mit dreyri, toco, violet und BO darüber gesprochen.
meine fundstelle entspricht so ganz grob der typuslokalität in frankreich, aber die in dem tschechischen paper beschriebene ökologie ist nadeliger und montaner.
interessant, dass manche arten anscheinend nicht wählerisch im biotopanspruch sind - und dennoch so selten.

witzig, wie die dinge manchmal in der luft zu liegen scheinen...

lg coco