Re: Russula bei Eichen
Hallo Jesko
Vielen Dank für deine Ausführungen!
Ich habe das Russula- Komplettprogramm durchgeführt. 
Hier die Resultate:
1) Die Sporen und Dermatozystiden habe ich aufgezeichnet (siehe unten).
Die Sporen sind wie gesagt relativ klein (max. 7.5m lang)
2) Sporenabwurf: creme, IIa bis IIc (gemäss Sarnari), 20Y,2M
(gemäss PdS, wobei die Farbe heller ist als die dort beschriebene
R. subterfurcata)
3) FeS04 auf Stielrinde, langsam rosafarben, Guajak auf Stielrinde
rasch grünblau verfärbend
4) Habitat: im Buchenwald auf Kalk, Standort direkt bei Eichen
Ich mache Exsikkate. Falls jemand den Fund prüfen möchte, stelle ich
ihm gerne ein Exemplar zu.
Gruss
Bruno
Hallo Bruno,
das könnte eine spannende Kollektion einer wohl eher seltenen Art der
Griseinae sein. Die Sporengröße wäre hier nur ein Merkmal. Hier musst Du
im Prinzip fast das Russula-Komplettprogramm fahren. Auf jeden Fall muss
die Huthaut genau untersucht werden (am besten in Kongo), um die Form und
Größe der typischen Elemente (Dermatozystiden, Endglieder und
Mittelglieder der Haare) zu erfassen. Beim Aufsammeln wäre wichtig:
Sporenabwurf anfertigen und zwischen zwei Glasplatten (z.B. Objektträger)
fixieren, um die genaue Farbe zu bestimmen. FeSO4 auf der Stielrinde und
Guajak auf der Stielrinde und den Lamellen prüfen und Geschwindigkeit und
Intensität der Reaktion kontrollieren. Habitat notieren!
Nur wenn man das alles hat, stehen die Chancen für eine zuverlässige
Bestimmung gut. Im Übrigen sind hier m.W. die Schlüssel in Sarnari noch
immer der neueste Stand. Wenn Du die genannten Angaben hast, findet sich
sicher jemand, der den Beleg prüft!
Viele Grüße, Jesko
![[image]](/archiv/forum/webbbs/userpics/pic209243.jpg)