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Geringe Mengen = 200 g in der Eifel

llloo, (vor 5485 Tagen)

Hallo
ich war gestern in der Eifel ein wenig in den Pilzen und entdeckte dort am Waldrand ein höchst offziell aussehendes Schild mit Informationen zum Pilzesammeln. Dummerweise hab ich den Witz nicht aufgenommen um in Erfahrung zu bringen, ob da irgend jemand einfach irgendwas aufgehängt hat....
Dort stand: Pilze sammeln nur in geringen Mengen zum eigenen Gebrauch (soweit ja richtig) und dann wurde präzisiert, dass das bedeutet: ca 200 g pro Person

das ist ja wohl ein Witz und reine Willkühr.
nach diesen vier Maronen hätte ich also den Wald wieder verlassen sollen

[image]

was haltet ihr davon.
Gruß
llloo

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Re: Geringe Mengen = 200 g in der Eifel

Andreas ⌂, (vor 5485 Tagen) @ llloo

Hallo,

völliger Nonsens!
Sammeln für den Eigenbedarf ist nirgendwo in einem Bundes- oder Landesgesetz quantifiziert. Einzige Ausnahme ist eine Verordnung des Regierungsbezirks Freiburg, in dem tatsächlich eine Menge von 1kg pro Tag und Person festgeschrieben ist. Außerhalb dieser Region ist nirgendwo eine Mengenangabe zu finden. Also nicht ins Boxhorn jagen lassen!

beste Grüße,
Andreas

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Re: Geringe Mengen = 200 g in der Eifel

llloo, (vor 5485 Tagen) @ Andreas

Danke, seh ich auch so.
Hab grad auch noch mal in der Bundesartenschutzverordnung nachgelesen und dort wird nur für die folgenden Arten eine Sammelbegrenzung und ein Vermarktungsverbot verordnet:

Boletus edulis Steinpilz
Cantharellus spp. Pfifferling - alle heimischen Arten
Gomphus clavatus Schweinsohr
Lactarius volemus Brätling
Leccinum spp. Birkenpilz und Rotkappe - alle heimischen Arten
Morchella spp. Morchel - alle heimischen Arten

Außerdem dürfen die folgenden Pilze gar nicht gesammelt werden (Welcher Förster könnte die schon identifizieren??):
Albatrellus spp. Schaf-Porling, Semmel-Porlinge alle heimischen Arten
Amanita caesarea (Scop. ex Fr.) Pers. ex Schw. 7) 8)Kaiserling
Boletus aereus Bull. ex Fr. Weißer Bronze-Röhrling +
Boletus appendiculatus Schff. ex Fr. Gelber Bronze-Röhrling
Boletus fechtneri Vel. Sommer-Röhrling +
Boletus regius Krbh. Echter Königs-Röhrling +
Boletus speciosus Frost Blauender Königs-Röhrling
Gomphus clavatus (Pers. ex Fr.) S. F. Gray 7) 8)Schweinsohr
Gyrodon lividus (Bull. ex Fr.) Sacc. Erlen-Grübling +
Hygrocybe spp. Saftlinge alle heimischen Arten
Hygrophorus marzuolus (Fr.) Bres. März-Schneckling
Tricholoma flavovirens (Pers. ex Fr.) Lund & Nannf. Grünling
Tuber spp. Trüffel alle heimischen Arten

Alle anderen Arten dürfen folglich ohne Begrenzung gesammelt werden!! oder sehe ich das falsch?

Zudem stellt sich mir die Frage, ob die geringfügige Menge in Summe, oder je Art zu verstehen ist. Ist also eine geringe Menge Birkenpilze, eine geringe Menge Steinpilze und eine geringe Menge Pfifferlinge immer noch die nach §2 BArtSchV beschriebene geringen Mengen? ich verstehe das eindeutig so.

Natürlich ist jedwedes Sammeln in Naturschutzgebieten oder an Naturdenkmälern nicht gestattet. nichts desto trotz: Ich lass mich nicht aus dem Wald vertreiben!!

gruß lo

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Re: Geringe Mengen = 200 g in der Eifel

Birgit, (vor 5485 Tagen) @ llloo

Hallo Illo,

natürlich hat Andreas und Du auch Recht und eine Beschränkung auf 200 g ist ein Witz.

Allerdings würde ich gerne vorsichtig andeuten, dass du dieses Limit auch noch besser hättest ausreizen können. Von den vier Maronen hätte ich vermutlich nur die oberste mitgenommen, die unteren sind nicht mehr zum Verzehr geeignet. Die Röhrenschhicht sieht ganz dunkel und matschig aus und du riskiert eine Lebensmittelvergiftung, wenn du sowas isst.

Wenn man mit dem Finger eine bleibende Delle in den Hut drücken kann, bleibt der Pilz besser im Wald und schwupps ist eine mögliche Mengenbegrenzung auf haushaltsübliche Mengen meist kein Problem mehr. Wenn dann noch im Wald vorgeputzt wird, d.h. die riesigen alten madigen Steinpilze bleiben im Wald, wirds nochmal weniger.

herzliche Grüße

Birgit

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Re: Geringe Mengen = 200 g in der Eifel

Stephan Weißer, (vor 5485 Tagen) @ llloo

Es gibt ja auch Leute, die an die freie Stelle auf der Straße vor ihrem Haus ein Schild hängen: "Parken verboten", oder welche, die an einer Baustelle ein Schild aufhängen "Eltern haften für ihre Kinder". Man kanns ja mal probieren. Solche Schilder sind ohne rechtliche Bedeutung und der Aufregung nicht wert.

nach diesen vier Maronen hätte ich also den Wald wieder verlassen sollen
was haltet ihr davon.

Du hättest mit vier frischen Maronen den Wald verlassen sollen, statt mit diesen vier "Exemplaren" ;-)

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Re: Geringe Mengen = 200 g in der Eifel

Heinz Ebert ⌂, (vor 5484 Tagen) @ llloo

Hallo alle,

es ist nicht nur die Bundesartenschutzverordnung, die das Sammeln beschränkt. In Rheinland-Pfalz gibt es seit einigen Jahren das Landes forstgesetz, und in anderen Bundesländern übrigens auch.
Das R-P-Gesetz sagt folgendes zum Pilzesuchen: "§ 23 Aneignung von Walderzeugnissen
(1) Pilze, Beeren sowie Zweige, Blumen und Kräuter bis zur Menge eines Handstraußes dürfen nur für den persönlichen Bedarf entnommen werden. Ihre Entnahme hat pfleglich zu erfolgen."

Eine Definition der "geringen Menge" (BArtSchVO) erolgte nirgends, und die Menge eines "Handstraßes" bei Pilzen ist regelrecht dümmlich formuliert. Tatsache ist jedoch, dass diese Beschränkung nun für Pilze allgemein formuliert ist, und nicht nur für die artengeschützten. Eine klare Konsequenz für die Unkenntnis der kontrollierenden Vollzugsbeamten.

Man kann darüber denken, wie man will, aber ich habe auch etwas gegen Raffer. Einem Ratsuchenden, der mit einem Kofferraum VOLL mit Samtfußkrämplingen (!) habe ich seinerzeit eine Auskunft verweigert.

Ziel dieser Gesetzgebung war ja sicher nicht, dem "normalen" Pilzesammler den Spaß zu verderben, sondern das gewerbliche und übermäßige Sammeln einzuschränken. Da geh' ich auch konform.

Wer sich für "sein" Bundesland informieren möchte (es sind nun mal Länder- Gesetze) findet hier Informationen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Landeswaldgesetz

Beste Grüße aus der ausgetrockneten Vulkaneifel, Heinz Ebert

Hallo
ich war gestern in der Eifel ein wenig in den Pilzen und entdeckte dort am
Waldrand ein höchst offziell aussehendes Schild mit Informationen zum
Pilzesammeln. Dummerweise hab ich den Witz nicht aufgenommen um in
Erfahrung zu bringen, ob da irgend jemand einfach irgendwas aufgehängt
hat....
Dort stand: Pilze sammeln nur in geringen Mengen zum eigenen Gebrauch (soweit
ja richtig) und dann wurde präzisiert, dass das bedeutet: ca 200 g pro
Person
das ist ja wohl ein Witz und reine Willkühr.
nach diesen vier Maronen hätte ich also den Wald wieder verlassen sollen

was haltet ihr davon.
Gruß
llloo

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Nachtrag: 200 g in der Eifel ist natürlich Quatsch

Heinz Ebert ⌂, (vor 5484 Tagen) @ Heinz Ebert

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