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Verständnisfrage Melanoleuca-Schlüssel

Ulysses, (vor 5481 Tagen)

Hallo an alle Leser,

da ich grade einen aktuellen Fund eines Weichritterlings bearbeite eine Verständnisfrage meinerseits...

In der Mehrzahl der Schlüssel wird bzgl. der Zystiden nach (i) der Länge, (ii) der Form und (iii) dem Vorhandensein von Cheilo- und/oder Pleurozystiden gefragt. So z. B. bei Horak, in der Flora Agaricina Neerlandica oder im Schlüssel von Bresinsky & Stangl.

Ganz anders aber z. B. in Band 3 der Großpilze BaWü, wo nur nach Länge und Form gefragt, nicht aber zwischen Cheilos und Pleuros unterschieden wird. Dass über dem Schlüssel provisorisch steht, ist mir durchaus aufgefallen - aber kann man denn ein derartiges Merkmal einfach ignorieren? Oder ist die Ausbildung von Pleuros bzw. Cheilos variabel?

In meinem speziellen Fall geht es um einen Fund, der sehr gut zu Melanoleuca ex(s)cissa (Fr. : Fr.) Singer passen würde. Doch leider besteht eine nicht geringe (Rest-)Verwirrung, da Gröger (Regensb. Mykol. Schr. 13) dieser Art Pleurozystiden zuspricht (die der genannte Fund auch hat!), in anderer Literatur wird M. exscissa aber als Art ohne Pleuros beschrieben...

Kann mich da jemand schlauer machen? Bzw. mit welchem Schlüssel bestimmt ihr Weichritterlinge?

Danke!

Schöne Grüße,
Josef

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Re: Verständnisfrage Melanoleuca-Schlüssel

Wolfgang D. ⌂, (vor 5481 Tagen) @ Ulysses

Hallo Josef

nach dem Schlüssel von Jan Vesterholt in der Funga Nordica (2008), die derzeit viele als Bestimmungsstandard verwenden, gehört M. exscissa in eine Gruppe mit "pleurocystidia mostly absent". Eine nähere Angabe wäre mir jetzt nicht aufgefallen. Die beiden großen Artengruppen werden hier vorrangig nach der Form der Cheilozystiden abgegrenzt.

LG
Wolfgang

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Re: Verständnisfrage Melanoleuca-Schlüssel

hoennetaler, (vor 5481 Tagen) @ Ulysses

Hallo Josef,

ein weiterer deutscher Bestimmungsschlüssel befindet sich im Tintling Nr. 45. Der ist von Thomas Münzmay.

Viele Grüße
Jürgen

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Re: Verständnisfrage Melanoleuca-Schlüssel

Älbler, (vor 5481 Tagen) @ Ulysses

Hallo Josef,

ich beschäftige mich seit 2 Jahren ein bisschen mit Melanoleuca. Du musst dich damit abfinden, dass bei dieser Gattung einiges noch nicht geklärt ist. Die Verwirrung ist groß und wird noch größer, je mehr verschiedene Schlüssel man benutzt. Aus diesem Grund ist es aber unerlässlich, sich durch genaues Studium dieser Gattung einen Überblick über die tatsächlichen Verhältnisse zu schaffen.

Ich persönlich arbeite mit dem Schlüssel von GRÖGER, weil er sehr kritisch ist und in seinen Fußnoten weitere Alternativen nennt, die man bei den betreffenden von ihm genannten Autoren nachschauen kann. Des Weiteren verwende ich den Schlüssel von Thomas MÜNZMAY, der das engere Artkonzept der italienischen Autoren FONTENLA et al. in seinen Schlüssel aufgenommen hat. Sein Artkonzept wird bei GRÖGER ein paar mal auch zitiert.
Den Schlüssel in der Funga Nordica benutze ich nur zum Abgleich, um festzustellen, ob Unstimmigkeiten zwischen den Artauffassungen von GRÖGER/MÜNZMAY und den dänischen Bearbeitern (VESTERHOLT) existieren.

Viele Grüße
Christian

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Danke...

Ulysses, (vor 5481 Tagen) @ Ulysses

...für die Antworten!

Die "weichen Ritterlinge" sind ja ganz offenbar eine wahre Spielwiese, zumindest was Artkonzepte und Synonymisierungen angeht - im Hinterkopf war mir dies durchaus bewusst, aber dass es (teilweise) so arg durcheinander geht...

Ungeachtet der Pleurozystiden-Verwirrung lande ich in allen mir zugänglichen Schlüsseln (Danke auch Dir, Coco!) bei Melanoleuca exscissa, so dass ich dem Fund nun diesen Namen geben werde. Ob diese Art dann eigentlich gar keine, nur wenige oder ganz viele Pleurozystiden hat, sei dahingestellt ;-)
Auf jeden Fall passen hier die Zystiden- und Sporengröße und die makroskopischen Merkmale.

Schöne Grüße,

Josef