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Weiden-Risspilz ?

Ingo Jürgens, (vor 5472 Tagen)

Hallo zusammen,

eine Frage an die Inocybe-Experten im Forum,
könnte es sich bei dem beigefügten Foto um den Weiden-Risspilz (Inocybe salicis) handeln? Gefunden habe ich ihn am 19.09.2011 im feuchten Randbereich eines erst vor wenigen Jahren neu angelegten Flachgewässers (im Landschaftsraum Senne, südlich Bielefeld, NRW). Die Pilze stehen inmitten eines lockeren Schilfbestandes, der von zahlreichen jungen Weiden (Salix alba, Salix cinerea u.a.) durchsetzt ist, weniger zahlreich sind Birke und Erle.
Bestimmt habe ich den Pilz mit dem Schlüssel im Band 5 der "Großpilze-Baden-Württembergs". Die dort angeführten Merkmale passen recht gut, nur bei der Sporengröße wurde es "knapp", diese liegt im untersten Bereich der im Schlüssel angegebenen Spanne.
Der Weiden-Risspilz wurde im Forum von "Violet" vorgestellt Beitrag 206426,
dort finden sich neben zahlreichen Abbildungen auch Mikrofotos der Sporen und diese zeigen eine gute Übereinstimmung mit den Sporen des von mir gefundenen Risspilzes. Es bleiben aber letzte Zweifel, ob ich hier tatsächlich eine laut Literatur und Roter Listen wohl recht seltene Art gefunden habe.

Gruß

Ingo

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Re: Weiden-Risspilz ?

Pilzgrufti, (vor 5472 Tagen) @ Ingo Jürgens

Hallo Ingo,

Sehr interessanter Fund!

Die Art wird auch in der neuen Roten Liste für NRW mit 1 bewertet.

Gruß
Gerhard

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Re: Weiden-Risspilz ?

Helmut, (vor 5471 Tagen) @ Ingo Jürgens

Servus Ingo,

ökologisch, makroskopisch und von der Sporenform her käme das schon hin. Passen denn die Hymenialzystiden? Hat der Stiel auch ein (evt. gerandetes)Knöllchen an der Basis?

Die Sporen erreichen offenbar kaum 10 µm, während für die Art 10-13 µm angegeben werden. Allerdings habe auch ich eine Kollektion in meiner Sammlung mit etwas zu kleinen Sporen(kaum 12 µm erreichend, also nicht so klein wie bei Dir und Ditte). Das ist dann immer die interessante Frauge: Variabilität oder eigenes Taxon? Wenn möglich würde mich ein kleines Stückchen des Exsikkates interessieren.

Gruß

Helmut

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Re: Weiden-Risspilz ?

Ingo Jürgens, (vor 5471 Tagen) @ Helmut

Servus Ingo,
ökologisch, makroskopisch und von der Sporenform her käme das schon hin.
Passen denn die Hymenialzystiden? Hat der Stiel auch ein (evt.
gerandetes)Knöllchen an der Basis?
Die Sporen erreichen offenbar kaum 10 µm, während für die Art 10-13 µm
angegeben werden. Allerdings habe auch ich eine Kollektion in meiner
Sammlung mit etwas zu kleinen Sporen(kaum 12 µm erreichend, also nicht so
klein wie bei Dir und Ditte). Das ist dann immer die interessante Frauge:
Variabilität oder eigenes Taxon? Wenn möglich würde mich ein kleines
Stückchen des Exsikkates interessieren.
Gruß
Helmut

Hallo Helmut,

der Stiel hatte eine deutlich ausgeprägte, etwas seitlich orientierte Knolle. Cheilozystiden (flaschenförmig) waren reichlich vorhanden, ich habe sie allerdings nicht fotografisch dokumentiert und vermessen. Die Vermessung einer größeren Zahl von Sporen ergab eine mittlere Sporenlänge von 10,2 µm (maximal 11,3).
Ein Exsikkat habe ich leider nicht und dies war auch der erste Risspilz, den ich mir näher angesehen habe. Risspilze zählen als Mykorrhiza-Pilze nicht zu den Offenlandarten, mit denen ich mich vorzugsweise beschäftige und um Gehölze mache ich in Bezug auf Pilze normalerweise einen Bogen. Dieser Pilz stand nun am Rand eines Flachgewässers, mit dem ich auch beruflich (als Biologe) zu tun habe und da wollte ich dann doch wissen, um welche Art es sich handelt.
Allerdings ahnte ich nicht, dass die Bestimmung kritisch werden könnte und dass es sich um eine seltene Art handelt. Ich habe deshalb nur ein Foto am Standort gemacht, ein Exemplar mitgenommen, wenige Notizen zu den Merkmalen gemacht, die Sporen vermessen und den Pilz verworfen (sicher keine professionelle Vorgehensweise, aber das war in diesem Fall auch nichz mein Anspruch).
Ich werde den Fundort in Kürze erneut aufsuchen, vieleicht gibt es ja ein paar Nachzügler.

Gruß

Ingo