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Inocybe lacera var. helobia

Der Juergen, (vor 5465 Tagen)

Hallo Zusammen,

nach KUYPER passt meine Kollektion wunderbar zu Inocybe lacera var. helobia. STANGL bildet eine ziemlich schmächtige, lang- und dünnstielige Art ab, aber mir fällt nichts anderes dazu ein. Gibt es da noch was anderes?

Fundort: Auwald an Altwasser, Hartholzaue, auf nähstoffreichem Boden bei Birke und Weide, gesellig im Moos/Gras über Auelehm (Vega) und Schotter. Hut – 35 mm, jung konvex – kegelig, älter flach mit deutlichem Buckel, ockerlich – braun mit braunen Fasern und Schüppchen über gelblich ockerfabenem Grund. Rand kaum einreißend. Lamellen gedrängt, untermischt, schwach ausgerandet, gelblich – ockerlich, mit etwas bräunlichen Schneiden, jung hell cemefaben. Stiel 4-5 x 20-30 mm, zylindrisch, basal auch keulig, apikal hell creme oder gelblich – ockerlich, basal braun oder schwärzlich, auffallend rillig, nur apikal etwas bereift. Trama creme – ockerlich, im Stiel etwas rötend! Geruch leicht spermatisch, auch etwas fischig. Geschmack spermatisch, säuerlich.

Sporen [95% • 31 • SAP • v • H2O(nat)]: 8-9,4-10,8 x 3,7-4,5-5,3(5,5) µm; Q = 1,6-2,1-2,6; länglich, Panoffeltier-Förmig, auch etwas eckig, ohne Keimpous, etwas dickwandig. Cheilozystiden rel. dickwandig, auch mit Krisallauflagerungen (Kappen). Dazwischen dünnwandigere keulenförmige Marginalzellen. Pleurozystiden ähnlich den Cheilos, ebenso die spärlichen Kaulozystiden, die aber dünnwandiger sind. HDS aus inkrustierten (auch intrezellulär pigmentierten?) Hyphen. Schnallen gesehen. Basidien 4-sporig.

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Sporen in Wasser

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Cheilozystiden in Wasser

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Cheilozystiden in Wasser

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Kaulozystiden in Wasser

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Hyphen der HDS in Wasser

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Soll nat. Pantoffeltier-förmig heißen :-))

Der Juergen, (vor 5465 Tagen) @ Der Juergen

- kein Text -

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Re: Inocybe lacera var. helobia

Gernot, (vor 5465 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,

auch wenn der Sporenquotient ziemlich groß ist, erinnert mich das Schwammerl an Inocybe brunneotomentosa, wie sie im Stangel dargestellt ist (klein, schuppig aufreissender Hut, deutlich bräunender Stiel, gedrungene, dickwandige Pleurozystiden). Ich hab die Art aber noch nie gefunden, vielleicht meldet sich ja noch jemand, der sie kennt. Hier gibt's ein Foto von I. brunneotomentosa: http://www.stridvall.se/fungi/gallery/Inocybe/SV09_112

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Inocybe lacera var. helobia

Helmut, (vor 5465 Tagen) @ Der Juergen

Servus Jürgen,

da kann ich Gernot nur zustimmen. Die typischen Hymenialzystiden und die von der Basis her schwärzenden Stiele sprechen recht klar für I. brunneotomentosa. Ein schöner Fund! Anbei ein Foto von jungen Frk. aus dem vergangenen Jahr.

Gruß

Helmut

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Re: Inocybe lacera var. helobia

Der Juergen, (vor 5465 Tagen) @ Helmut

Hallo Gernot und Helmut,

herzlichen Dank für euere Hilfe! Ich glaube auch, dass es diese Art ist. Da passt jetzt einfach alles (gut, der Sporenquotient - ich werde da mal noch ein paar Sporen mehr vermessen). Laut Gminder ist dann diese Art für BW noch gar nicht nachgewiesen, kann das sein? Gminder nennt Inocybe similis Brasadola (non ss. Kühner, Moser), das wird aber wohl kein Synonym sein, oder?

Grüßle
Jürgen

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Re: Inocybe lacera var. helobia

Helmut, (vor 5465 Tagen) @ Der Juergen

Servus Jürgen,

I. similis Bresadola (nicht sensu Kühner!) gilt als eigenständige Art, während lt. Kuyper 1986 (u. a.) I. similis sensu Kühner ein falsch interpretierter Name für I. brunneotomentosa war. Diesem war z. B. Stangl 1971 (Z. Pilzk. 37) damals auch gefolgt, da nannte er I. brunneotomentosa noch I. similis.

Da Gminder als Synonym I. rufobrunnea Favre führt, beziehen sich seine Angaben also auf die "echte" I. similis. Allerdings nennt er Fundnotizen von Haas aus Parkanlagen, die zumindest nach der Ökologie zu I. brunneotomentosa passen würden - und damals hatte ja auch Stangl den (falschen) Namen I. similis gewählt.

Im Krieglsteiner'schen Verbreitungsatlas von 1991 gibt es für Bayern einen Fundpunkt von I. brunneotomentosa, für BaWü keinen, bei I. similis ist es umgekehrt. I. similis habe ich noch nicht in meiner Funddatei, dafür aber 6 Aufsammlungen von I. brunneotomentosa aus 5 MTB.

Es wurde Zeit, dass der mal (wieder?) im Südwesten auftaucht. Dein Fund dürfte also damit der erste sicher belegte Nachweis der Art in BaWü sein (die Haas'schen Fundorte sind offenbar zerstört, ob ein Herbarbeleg existiert, weiß ich nicht). Bei gezielter Nachsuche in Parkanlagen und ähnlichen Habitaten dürfte er aber öfter zu finden sein.

Gruß

Helmut

Hallo Gernot und Helmut,
herzlichen Dank für euere Hilfe! Ich glaube auch, dass es diese Art ist. Da
passt jetzt einfach alles (gut, der Sporenquotient - ich werde da mal noch
ein paar Sporen mehr vermessen). Laut Gminder ist dann diese Art für BW
noch gar nicht nachgewiesen, kann das sein? Gminder nennt Inocybe similis
Brasadola (non ss. Kühner, Moser), das wird aber wohl kein Synonym sein,
oder?
Grüßle
Jürgen

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Re: Inocybe lacera var. helobia

Der Juergen, (vor 5464 Tagen) @ Helmut

Hallo Helmut,

herzlichen Dank für die wertvollen Informationen zur Verbreitung!

Grüßle
Jürgen