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Risspilz

Ingo Jürgens, (vor 5430 Tagen)

Hallo liebe Risspilz-Experten,

den im folgenden abgebildten Risspilz (leider nur ein Exemplar) fand ich gestern am Rand eines Sandtrockenrasens in ca. 7 m Entfernung vom angrenzenden Kiefernwald. In unmittelbarer Nähe des Pilzes standen junge und max. 30 cm hohe Kiefern, Birken und Weiden.

Auffällig sind die zahlreichen zylindrischen Cheilozystiden an der Lamellenschneide (siehe Foto). Die Pleurozystiden sind durchschnittlich etwas länger und zylindrisch bis (seltener) schwach bauchig. Von ähnlichen Aussehen sind auch die Caulozystiden, die nur im oberen Stieldrittel zu finden waren. Die Sporen sind im Durchschnitt etwas über 10 µm lang und in der Größe und Form recht variabel (siehe Foto).

Der Pilz ist sicher schon etwas älter und hat auch unter Trockenheit und Bodenfrost gelitten, vielleicht ist aber trotzdem eine Artdiagnose möglich. Bin für jeden Tipp sehr dankbar.

LG Ingo

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Re: Risspilz

Helmut, (vor 5430 Tagen) @ Ingo Jürgens

Servus Ingo,

so ein witterungsgeschädigter alter Schlappen ohne Stielbasis ist makroskopisch problematisch. Mikroskopisch dachte ich aufgrund der zylindrischen Sporen als erstes an I. furfurea, was sogar hier makroskopisch (und aufgrund der konisch endenden Sporen) nicht in Frage kommt.

In der engeren Wahl ist auch I. griseovelata (ss. Stangl). Da passen auch die Sporen, aber ein blaßer Velumbelag in der Hutmitte ist nicht erkennbar. Das wäre evt. durch die Witterungseinflüsse erklärbar.

Vielleicht hat ja jemand noch eine bessere Idee.

Unsichere Grüße

Helmut

Hallo liebe Risspilz-Experten,
den im folgenden abgebildten Risspilz (leider nur ein Exemplar) fand ich
gestern am Rand eines Sandtrockenrasens in ca. 7 m Entfernung vom
angrenzenden Kiefernwald. In unmittelbarer Nähe des Pilzes standen junge
und max. 30 cm hohe Kiefern, Birken und Weiden.
Auffällig sind die zahlreichen zylindrischen Cheilozystiden an der
Lamellenschneide (siehe Foto). Die Pleurozystiden sind durchschnittlich
etwas länger und zylindrisch bis (seltener) schwach bauchig. Von ähnlichen
Aussehen sind auch die Caulozystiden, die nur im oberen Stieldrittel zu
finden waren. Die Sporen sind im Durchschnitt etwas über 10 µm lang und in
der Größe und Form recht variabel (siehe Foto).
Der Pilz ist sicher schon etwas älter und hat auch unter Trockenheit und
Bodenfrost gelitten, vielleicht ist aber trotzdem eine Artdiagnose
möglich. Bin für jeden Tipp sehr dankbar.
LG Ingo

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Re: Risspilz

Andreas 2, (vor 5430 Tagen) @ Helmut

Servus Ingo,
so ein witterungsgeschädigter alter Schlappen ohne Stielbasis ist
makroskopisch problematisch. Mikroskopisch dachte ich aufgrund der
zylindrischen Sporen als erstes an I. furfurea, was sogar hier
makroskopisch (und aufgrund der konisch endenden Sporen) nicht in Frage
kommt.
In der engeren Wahl ist auch I. griseovelata (ss. Stangl). Da passen auch die
Sporen, aber ein blaßer Velumbelag in der Hutmitte ist nicht erkennbar.
Das wäre evt. durch die Witterungseinflüsse erklärbar.
Vielleicht hat ja jemand noch eine bessere Idee.
Unsichere Grüße
Helmut

Hallo Ingo und Helmut,
keine weitere Idee. Schließe mich aber Helmuts Vermutung mit I. griseovelata an. Zumindest was die gezeigten mikroskopischen Merkmale betrifft. Eine sichere Bestimmung ist bei Risspilzen nach den ersten Nachtfrösten nur selten möglich. Noch dazu wenn nur 1 Frk. zur Verfügung steht.
Gruß Andreas

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Re: Risspilz

Ingo Jürgens, (vor 5429 Tagen) @ Andreas 2

Hallo Helmut , hallo Andreas,

vielen Dank für den Tipp und die Hinweise.

Dass der abgebildete Pilz makroskopisch nicht bestimmbar ist, ist klar. Ich hatte aber gehofft, dass die wiedergegebenen Mikromerkmale eine relativ sichere Zuordnung ermöglichen würden, denn Arten mit so ausgeprägt zylindrischen Zystiden gibt es ja nur sehr wenige. Und tatsächlich hat dieses Merkmal ja auch zum Tipp (Inocybe griseovelata) geführt.

Zu den Nachtfrösten: Inwieweit können diese die Mikromerkmale verändern? Ist es beispielsweise möglich, dass die Zystiden beim frischen und nicht durch Frost beeinflussten Pilz signifikant anders aussehen?

Direkte Frostschäden (Zellschäden) waren an diesem Pilz makroskopisch und mikroskopisch nicht zu erkennen, eine geringe Frostresistenz scheint vorhanden zu sein, denn über Nacht durchgefroren ist der Pilz an dem ungeschützten Standort sicher mehrfach.

LG Ingo

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Re: Risspilz

Andreas 2, (vor 5429 Tagen) @ Ingo Jürgens

Hallo Ingo,

"Zu den Nachtfrösten: Inwieweit können diese die Mikromerkmale verändern? Ist es beispielsweise möglich, dass die Zystiden beim frischen und nicht durch Frost beeinflussten Pilz signifikant anders aussehen?"

Sicher, aber auch durch andere Wetter- und Umwelteinwirkungen. Das ist komplex, so dass kaum sichere Angaben zur Variabilität im Bezug zu diesen Einflüssen zu machen sind. Die Angaben beruhen also größtenteils auf Vermutungen und Erfahrungen.

Krasse Abweichungen der Zystidenformen konnte ich schon beobachten. Die sich später durch neue Funde an identischer Stelle relativierten. Auf welche Einflüsse das zurückzuführen ist, bleibt im Verborgenen.

Beste Grüße Andreas

Hallo Helmut , hallo Andreas,
vielen Dank für den Tipp und die Hinweise.
Dass der abgebildete Pilz makroskopisch nicht bestimmbar ist, ist klar. Ich
hatte aber gehofft, dass die wiedergegebenen Mikromerkmale eine relativ
sichere Zuordnung ermöglichen würden, denn Arten mit so ausgeprägt
zylindrischen Zystiden gibt es ja nur sehr wenige. Und tatsächlich hat
dieses Merkmal ja auch zum Tipp (Inocybe griseovelata) geführt.
Zu den Nachtfrösten: Inwieweit können diese die Mikromerkmale verändern? Ist
es beispielsweise möglich, dass die Zystiden beim frischen und nicht durch
Frost beeinflussten Pilz signifikant anders aussehen?
Direkte Frostschäden (Zellschäden) waren an diesem Pilz makroskopisch und
mikroskopisch nicht zu erkennen, eine geringe Frostresistenz scheint
vorhanden zu sein, denn über Nacht durchgefroren ist der Pilz an dem
ungeschützten Standort sicher mehrfach.
LG Ingo