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Bestimmungshilfe Baumpilze

KlausB, (vor 5411 Tagen)

am letzten Wochenende habe ich mich mal wieder an Baumpilze
versucht.
An einer abgestorbenen -vermutlich- Erle habe ich an einem
Baumstamm 2 Pilze gefunden. Bei dem ersten handelt es sich meiner
Meinung nach um D. confragosa, bei dem 2ten bin ich mir vollkommen unsicher.

Könnt ihr mir dazu bitte eure Hinweise geben.

D. confragosa !?, Hut von oben
[image] http://imageshack.us/photo/my-images/861/hutvonoben1web.jpg/

D. confragosa !?, Hutunterseite mit Poren (Lamellen)
[image] http://imageshack.us/photo/my-images/850/hutunterseiteausschnitt.jpg/

Hutoberseite unklar, bitte um Hinweise
[image] http://imageshack.us/photo/my-images/403/hutoberseite2web.jpg/

Hutunterseite mit Poren unklar, bitte um Hinweise
[image] http://imageshack.us/photo/my-images/43/hutunterseite2web.jpg/

Vielen Dank

Klaus

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Re: Bestimmungshilfe Baumpilze

Andreas ⌂, (vor 5411 Tagen) @ KlausB

Hallo Klaus,

Bei dem ersten handelt es sich meiner
Meinung nach um D. confragosa,

ja, und zwar um Daedaleopsis tricolor, bzw. D. confragosa var. tricolor, bzw. D. confragosa f. tricolor.
Prkatische die lamellige "Form" von Daedaleopsis confragosa. Ist meist von Beginn an rot auf dem Hut und kommt vor allem an Prunus und ähnlichen Rosaceen vor (aber nicht ausschließlich).

beste Grüße,
Andreas

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Re: Bestimmungshilfe Baumpilze

Peter S., (vor 5411 Tagen) @ Andreas

Hallo,

nachdem ich nun schon mehrfach beide Ausbildungsformen an einem ast gesehen hatte und auch schon Fruchtkörper in der Hand hatte, die porig angefangen haben und lamellig weitergewachsen sind, bin ich der Auffassung dass man das nicht auf art- und auch nicht auf Verietätsebene trennen kann sondern, dass es wirklich nur Formen sind.
Je weiter man geografisch in den Süden und nach Westen kommt um so lamelliger wirds, in Mec - Pom wirds schon richtig schwer die f. tricolor zu finden. Ich denke wirklich, dass die Ausbildung generell so oder so erfolgen kann und dann wetter - bzw. temperaturabhängig ist.

Peter S.

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Re: Bestimmungshilfe Baumpilze

Andreas ⌂, (vor 5411 Tagen) @ Peter S.

Hallo,
nachdem ich nun schon mehrfach beide Ausbildungsformen an einem ast gesehen
hatte und auch schon Fruchtkörper in der Hand hatte, die porig angefangen
haben und lamellig weitergewachsen sind, bin ich der Auffassung dass man
das nicht auf art- und auch nicht auf Verietätsebene trennen kann sondern,
dass es wirklich nur Formen sind.
Je weiter man geografisch in den Süden und nach Westen kommt um so lamelliger
wirds, in Mec - Pom wirds schon richtig schwer die f. tricolor zu finden.
Ich denke wirklich, dass die Ausbildung generell so oder so erfolgen kann
und dann wetter - bzw. temperaturabhängig ist.
Peter S.

Hallo,

die bin ich genau derselben Meinung. War ich lange nicht, ich hatte nie Übergänge oder ähnliches. Bis ich die beiden Formen auch mal am selben Ast fand, oder Kollektionen, wo ich mir nicht mehr ganz sicher war, ob die jetzt porig oder lamellig snid. Und den letzten "Beweis" gab mir ein Fund der zur Thüringer Landesausstellung mitgebracht wurde. Das war ein Birkenast mit schon älteren porigen Fruchtkörpern und direkt unterhalb deren Konsolen, also im direkten Kontakt zu diesen, wuchs eine neue Generation Konsolen heraus - aber diese mit reinen Lamellen ....

beste Grüße,
Andreas

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Re: Bestimmungshilfe Baumpilze

Christoph ⌂, (vor 5411 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

dann müsste man klären, warum sich die beiden in Kultur nicht kreuzen lassen. Das Problem dürfte sein, dass D. confragosa auch mal lamellig vorkommen kann, während die dünnfleischigere, am Hut mehr rot durchgefärbte D. tricolor, die auch bei mir gern an Rosaceae wächst (z.B. an Mehlbeere, ganz typisch) immer lamellig ist. Die Lamellen alleine sind also nicht ausreichend. Bei D. confragosa hat man aber meist bei lamelligen Funden zumindest am Fruchtkörperansatz porige Strukturen.

D. septentrionalis ist die Abgrenzung noch schwieriger (von D. tricolor), da auch lamellig (und ebenfalls nicht kreuzend). Hier ist der Hut aber nicht so rot.

Biologisch gesehen sind es wohl drei Arten, die Bestimmung ist für uns aber nicht immer leicht.

LG
Christoph

Hallo,
die bin ich genau derselben Meinung. War ich lange nicht, ich hatte nie
Übergänge oder ähnliches. Bis ich die beiden Formen auch mal am selben Ast
fand, oder Kollektionen, wo ich mir nicht mehr ganz sicher war, ob die
jetzt porig oder lamellig snid. Und den letzten "Beweis" gab mir
ein Fund der zur Thüringer Landesausstellung mitgebracht wurde. Das war
ein Birkenast mit schon älteren porigen Fruchtkörpern und direkt unterhalb
deren Konsolen, also im direkten Kontakt zu diesen, wuchs eine neue
Generation Konsolen heraus - aber diese mit reinen Lamellen ....
beste Grüße,
Andreas

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Endlich mal ein einleuchtendes Konzept!

Schnuffel, (vor 5411 Tagen) @ Christoph

- kein Text -

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Re: Bestimmungshilfe Baumpilze

KlausB, (vor 5411 Tagen) @ Peter S.

Hallo Peter,

der Fundort war ca 5km südlich des Mains, und ca 30 km östlich von Frankfurt.

Gruß

Klaus

Hallo,
nachdem ich nun schon mehrfach beide Ausbildungsformen an einem ast gesehen
hatte und auch schon Fruchtkörper in der Hand hatte, die porig angefangen
haben und lamellig weitergewachsen sind, bin ich der Auffassung dass man
das nicht auf art- und auch nicht auf Verietätsebene trennen kann sondern,
dass es wirklich nur Formen sind.
Je weiter man geografisch in den Süden und nach Westen kommt um so lamelliger
wirds, in Mec - Pom wirds schon richtig schwer die f. tricolor zu finden.
Ich denke wirklich, dass die Ausbildung generell so oder so erfolgen kann
und dann wetter - bzw. temperaturabhängig ist.
Peter S.

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Vergleich

Gelbfieber, (vor 5411 Tagen) @ KlausB

Hallo und guten Tag Klaus,

zu deinem ersten Fund füge ich ein Formblatt an – entscheiden solltest du selbst.

Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

[image] http://www.naturfoto-kontor.de

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Re: Bestimmungshilfe Baumpilze

Werner2, (vor 5411 Tagen) @ KlausB

Hallo - die var. tricolor wächst bei mir fast ausschließlich auf Kirsche.
Dort ist sie immer lamellig. Der Rest ist porig.
.
Der 2. Pilz ist ein alter Schlappen von Ischnoderma benzoinum.
Der gebänderte Harzporling.
Gruß Werner
.
.
.

am letzten Wochenende habe ich mich mal wieder an Baumpilze
versucht.
An einer abgestorbenen -vermutlich- Erle habe ich an einem
Baumstamm 2 Pilze gefunden. Bei dem ersten handelt es sich meiner
Meinung nach um D. confragosa, bei dem 2ten bin ich mir vollkommen unsicher.
Könnt ihr mir dazu bitte eure Hinweise geben.
D. confragosa !?, Hut von oben

D. confragosa !?, Hutunterseite mit Poren (Lamellen)

Hutoberseite unklar, bitte um Hinweise

Hutunterseite mit Poren unklar, bitte um Hinweise

Vielen Dank
Klaus

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Re: Bestimmungshilfe Baumpilze

Schnuffel, (vor 5411 Tagen) @ KlausB

am letzten Wochenende habe ich mich mal wieder an Baumpilzen versucht.
An einer abgestorbenen -vermutlich- Erle habe ich an einem Baumstamm
2 Pilze gefunden. Bei dem ersten handelt es sich meiner Meinung nach um
D. confragosa, bei dem 2ten bin ich mir vollkommen unsicher.
Könnt ihr mir dazu bitte eure Hinweise geben.
D. confragosa !?, Hut von oben
D. confragosa !?, Hutunterseite mit Poren (Lamellen)
Hutoberseite unklar, bitte um Hinweise
Hutunterseite mit Poren unklar, bitte um Hinweise

Hallo Klaus,

vom Aussehen eindeutig der Schwarzgebänderte Harzporling (Ischnoderma benzoinum), wenn er an Nadelholz gewachsen wäre. Da er aber an Laubholz gewachsen ist, kann es nur der Laubholz-Harzporling (Ischnoderma resinosum) sein, es sei denn, dass
I. benzoinum fremdgegangen ist, was gelegentlich schon festgestellt wurde. Wenn beide 1 Art sind, wäre dies natürlich kein Fremdgehen mehr.

Gruß - Schnuffel

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Hinweis

Gelbfieber, (vor 5411 Tagen) @ Schnuffel

Hallo und guten Abend Schnuffel,

….. vom Aussehen eindeutig der Schwarzgebänderte Harzporling (Ischnoderma benzoinum), wenn er an Nadelholz gewachsen wäre. Da er aber an Laubholz gewachsen ist, kann es nur der Laubholz-Harzporling (Ischnoderma resinosum) sein …..

von Aussagen wie „eindeutig“ und „kann es nur“ halte ich wenig! Schau dir mal die Porenschicht an. Ich sehe Poren die länglich labyrinthartig sind. Ischnoderma benzoinum/resinosum hat rundliche Poren und die Porenschicht ist bei I. resinosum hell cremefarben.

Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

[image] http://www.naturfoto-kontor.de

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Re: Hinweis

Schnuffel, (vor 5411 Tagen) @ Gelbfieber

….. vom Aussehen eindeutig der Schwarzgebänderte Harzporling (Ischnoderma
benzoinum), wenn er an Nadelholz gewachsen wäre. Da er aber an Laubholz
gewachsen ist, kann es nur der Laubholz-Harzporling (Ischnoderma
resinosum) sein …..
von Aussagen wie „eindeutig“ und „kann es nur“ halte ich wenig! Schau dir mal
die Porenschicht an. Ich sehe Poren die länglich labyrinthartig sind.
Ischnoderma benzoinum/resinosum hat rundliche Poren und die Porenschicht
ist bei I. resinosum hell cremefarben.

Hallo Uschi,

Ischnoderma resinosum kann aber auch ein labyrithisches Hymenium haben. Daher ist die Form der Porenmündungen nicht in jedem Fall ein geeignetes Unterscheidungsmerkmal.

http://forum.fungiworld.com/index.php?topic=4007.0

Noch einen schönen Abend und eine gute Nacht wünscht

Schnuffel

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Re: Hinweis

Schnuffel, (vor 5410 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Uschi!

….. vom Aussehen eindeutig der Schwarzgebänderte Harzporling (Ischnoderma
benzoinum), wenn er an Nadelholz gewachsen wäre. Da er aber an Laubholz
gewachsen ist, kann es nur der Laubholz-Harzporling (Ischnoderma resinosum)
sein …..

Hier fehlt noch der Rest des Satzes ...es sei denn, dass I. benzoinum fremdgegangen ist, was gelegentlich schon festgestellt wurde.

von Aussagen wie „eindeutig“ und „kann es nur“ halte ich wenig!

Die beiden Aussagen halte ich hier durchaus für angebracht, da sie ja durch die Einschränkungen "wenn" und "es sei denn" relativiert wurden.

Ich glaube, Joschi hat verstanden, was ich mit diesem, zugegebenermaßen etwas komplizierten Satz sagen wollte:
Ich halte den Pilz für den Schwarzgebänderten Harzporling (Ischnoderma benzoinum), der ausnahmsweise mal an Laubholz gewachsen ist.

Noch einen schönen Nachmittag wünscht
Schnuffel

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#2 Inonotus radiatus?

Joschi Siembida ⌂, (vor 5411 Tagen) @ KlausB

Hallo Klaus,

obwohl die Experten Schnuffel und Werner den Pilz #2 schon als Ischnoderma benzoinum benannt haben, erdreiste ich mich mal Inonotus radiatus ins rennen zu schicken. Allerdings mit der Voraussetzung, daß es wirklich Erle war. Ein Standortfoto wäre da sehr hilfreich.

Gruß Joschi

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Re: #2 Inonotus radiatus?

KlausB, (vor 5411 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo Klaus,
obwohl die Experten Schnuffel und Werner den Pilz #2 schon als Ischnoderma
benzoinum benannt haben, erdreiste ich mich mal Inonotus radiatus ins
rennen zu schicken. Allerdings mit der Voraussetzung, daß es wirklich Erle
war. Ein Standortfoto wäre da sehr hilfreich.
Gruß Joschi

Hallo Joschi und alle anderen die hier auch geantwortet haben

zuerst mal Danke für den umfangreichen input.

Ja, du hast Recht, ein Standortfoto mache ich eigentlich immer,
leider habe ich zu Hause den Kamera Akku vergessen, den ich vorher
noch extra aufgeladen hatte. :-( So musste ich die FK mit nach Hause
nehmen und hier meine Aufnahmen machen. Die FK liegen jetzt im
Kühlschrank für weitere Begutachtungen.

Hier aber noch ein Bild der Poren. Was dabei auffällt ist die
kraterartige Ausbildung der Oberfläche.

[image] http://imageshack.us/photo/my-images/577/poren1web.jpg/

Ich komme wahrscheinlich erst am Wochenende dazu eine Standortaufnahme
zu machen.

Gruß Klaus