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Mallorca ...

jesko, (vor 5356 Tagen)

... ist doch ein schöner Gedanke bei dieser Eiseskälte, deren Ende noch nicht ganz absehbar scheint. So richtig gemütlich ist es dort jetzt bestimmt auch nicht, aber das muss ja nicht stören, wenn ich jetzt einfach mal knapp zwei Monate zurückdenken möchte.

Denn das war die Zeit, als Felix und ich auf Mallorca waren, und das so ziemlich ausschließlich, um nach Pilzen zu schauen. Voranschicken muss ich, dass auch im Mittelmeerraum der Dezember bereits Nachsaison ist, und wenn man etwas lustlos durch ziemlich leere Wälder und Heiden vor sich hin geht, bedauert man schon, dass nur noch die letzten Krümel übrig sind von dem, was die zumeist im Oktober einsetzenden Niederschläge hervorgebracht hatten. Immerhin, ein paar hübsche Krümel waren auch dabei, und die möchten Felix und ich in einer lockeren Folge von kleinen Forumsbeiträgen vorstellen.

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Röhrlingshauptsaison ...

jesko, (vor 5356 Tagen) @ jesko

... ist der Dezember im Mittelmeerraum gewiss nicht mehr, da sollte man ein bisschen früher kommen. Und da hätte Mallorca mit seinen Kalkböden und Eichenwäldern sicherlich einiges zu bieten. Ein paar Arten haben wir dennoch finden können. Zwei möchten wir hier vorstellen, u.a. deshalb, weil sie in Mitteleuropa nicht vorkommen und Charakterarten der beiden wichtigsten Waldhabitate der Insel sind.

Kiefernwälder auf sandigen und felsigen Böden, die die unteren Höhenlagen Mallorcas beherrschen und auch in den Gebirgen weit verbreitet sind, sind die Heimat des Gelbbraunen Schmierröhrlings bzw. Mittelmeer-Körnchenröhrlings (Suillus mediterraneensis), den wir neben dem Ringlosen Butterpilz (Suillus collinitus) mehrfach gesehen haben.

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Praktisch ist er eine gelbe Ausgabe des ebenfalls mediterran verbreiteten Weißbraunen Schmierröhrlings (Suillus bellinii), den wir übrigens nicht gesehen haben. Jung ist der Hut gelb und färbt von der Mitte her rasch braun. Die eingewachsen-faserige Netzzeichnung der Huthaut, die für den ähnlichen S. collinitus charakteristisch ist, fehlt bei S. mediterraneensis. Wie bei den weißlichen S. bellinii und S. placidus entstehen durch Exsudat an der Stieloberfläche oft zusammenfließende bräunliche Bereiche.

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Im Gegensatz zu allen anderen europäischen Schmierröhrlingsarten gilt S. mediterraneensis übrigens als giftig.

Kollin sind – bedingt durch den Kalkboden – Steineichenwälder auf Mallorca verbreitet. Ein typischer Röhrling, den man hier auch noch in der Nachsaison reichlich finden kann, ist der Steineichen-Raufuß (Leccinum lepidum).

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Die für einen Raustielröhrling sehr stattliche Art gehört zusammen mit dem aus Mitteleuropa bekannten Gelben Raufuß (Leccinum crocipodium) und dem Zistrosen-Raufuß (Leccinum corsicum) zu den gelben Arten der Sektion Luteoscabra (Subsektion Luteoscabra). Wenig bekannt ist, dass der wissenschaftliche Gattungsname Leccinum seine Existenz eben dem Steineichen-Raufuß verdankt (italienisch leccino = Pilz der Steineiche, Steineiche = leccio <- lat. ilex).

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Da wir also nicht mit dicken Boleten punkten können, müssen wir wohl in einem der nächsten Beiträge noch ein paar „verhinderte Röhrlinge“ vorstellen.

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Leccini

interhias ⌂, (vor 5354 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko,

schöne Schwammerln!

Leccinum lepidum habe ich mal Ende April 2009 in Steineichenwäldern in der Toskana gefunden, teilweise mit Kronenbecherlingen vergesellschaftet. Ich wäre da erstmal nicht draufgekommen, dass diese Brummer zu Leccinum gehören. So weit ich mich erinnern kann, hat mir das Forum damals bei der Bestimmung draufgeholen.

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Grüße aus München
Hias

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Re: Leccini

jesko, (vor 5354 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

vielen Dank für die schönen Leccini-Bilder, und dann noch in solch ungewöhnlicher Begleitung.
Ich finde es auch immer bemerkenswert, welche bei uns jahreszeitlich versetzten Pilzarten man in südlicheren Gefilden schon mal am selben Tag finden kann, ohne groß die Höhe wechseln zu müssen. Kronenbecherlinge hatten wir auf Mallorca mal im Januar, als unweit noch ein reichlicher Phlegmacien-Aspekt zu bestaunen war. Aber dass sie sich gleich so eng an die Raufüße ranschmeißen ...

Kennt man sie nicht, lassen die knuddeligen Steineichen-Raufüße in der Tat nicht automatisch ein Leccinum vermuten. Als ich die Art das erste Mal fand, hatte ich zwar Leccinum lepidum im Hinterkopf, und dessen kleiner Bruder Leccinum corsicum war mir auf den Kanaren auch schon begegnet, aber dennoch musste ich meinen Fund erst einmal in Ruhe betrachten, um darauf zu kommen. Zumal es nur ein Einzelfruchtkörper war, der nicht im klassischen Leccinum-lepidum-Habitat, sondern in einem Kiefernwald mit eingestreuten Goldeichenbüschen (Quercus alnifolia) gewachsen war (s. Foto).

Viele Grüße,
Jesko

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