Ganoderma resinaceum?
Im Klever Forstgarten fanden wir diese Porlinge, die ebenfalls an einer Eiche wuchsen. Ich denke an Ganoderma resinaceum - könnte das hinkommen?
![[image]](/archiv/forum/webbbs/userpics/pic244051.jpg)
Eisenschwein, (vor 4454 Tagen)
Im Klever Forstgarten fanden wir diese Porlinge, die ebenfalls an einer Eiche wuchsen. Ich denke an Ganoderma resinaceum - könnte das hinkommen?
![[image]](/archiv/forum/webbbs/userpics/pic244051.jpg)
Till, (vor 4454 Tagen) @ Eisenschwein
Ja, das schaut ganz so aus. Sie wachsen dann ziemlich schnell und haben eine vergleichsweise weiche Kruste. Um die rasante Entwicklung der Fruchtkörper zu zeigen haben Ute Künkele und ich in unserem Buch "Pilze" zwei Fotos (von G. Grimbs) gegenübergestellt: das eine entstand an einem 28. Juni - da sahen die Pilze aus wie auf deinem Bild - und das zweite am 16. August des gleichen Jahres, als die inzwischen ausgereiften Fruchtkörper bereits sporulierten.
Grüße aus Oberbayern
Till
Im Klever Forstgarten fanden wir diese Porlinge, die ebenfalls an einer Eiche
wuchsen. Ich denke an Ganoderma resinaceum - könnte das hinkommen?
Hallo Till,
m. E. kommt hier auch G. adspersum in Frage. Unten ist ein Bild von der Art. Mit einer Flamme auf der Kruste hätte man eine der beiden Arten ausschließen können.
In der Mitte von Wilhelms Bild erkennt man die Reste von alten, abgebrochenen Fruchtkörpern. Wer weiß, was das mal war, aber G. resinaceum soll ja mehrjährig sein. Allerdings sollte auch G. adspersum an seinen alten, abbröckelnden Fruchtkörpern weiterwachsen. Vermutlich also kein Hinweis auf die Identität der frischen Fruchtkörper, zumal die noch vorhandene Oberfläche striegelig aussieht.
Viele Grüße
Steffen
![[image]](/archiv/forum/webbbs/userpics/pic244056.jpg)
jesko, (vor 4454 Tagen) @ Toffel
m. E. kommt hier auch G. adspersum in Frage. Unten ist ein Bild von der Art.
Mit einer Flamme auf der Kruste hätte man eine der beiden Arten
ausschließen können.
In der Mitte von Wilhelms Bild erkennt man die Reste von alten, abgebrochenen
Fruchtkörpern. Wer weiß, was das mal war, aber G. resinaceum soll ja
mehrjährig sein. Allerdings sollte auch G. adspersum an seinen alten,
abbröckelnden Fruchtkörpern weiterwachsen. Vermutlich also kein Hinweis
auf die Identität der frischen Fruchtkörper, zumal die noch vorhandene
Oberfläche striegelig aussieht.
Hallo Steffen,
ich weiß, dass in der Literatur auch zu finden ist, dass Ganoderma resinaceum mehrjährig sei. Persönlich kann ich das nicht nachvollziehen. Nach eigenen Beobachtungen und auch den Erfahrungen anderer erscheinen die Fruchtkörper so ca. im Juli und faulen dann relativ schnell wieder weg. Bis jetzt hat es aus meinem Bekanntenkreis auch noch niemand geschafft, sie so zu trocknen, dass sie - ähnlich etwa G. lucidum - ihre Attraktivität behalten. Außer im Sommer und Frühherbst habe ich die Art nie gesehen. Sie dürfte auch nicht so selten sein, wie es in mancher Literatur steht. Besonders alte Roteichen an relativ offenen Standorten werden nach meiner Erfahrung gern befallen.
Viele Grüße,
Jesko
Gábor, (vor 4454 Tagen) @ Eisenschwein
Hallo liebe Porlingsfreunde,
2013 begleitete mich der Pilz auf Schritt & Tritt.
Darum gönnte ich mir bei vier unterschiedlichen Kollektionen den Luxus, diese 30 Tage lang (13.8.-13.9.) regelmäßig zu besuchen und natürlich auch zu dokumentieren.
Kollektion 1:
![[image]](/archiv/extern/gabor/2013/PORLING_07_Ganoderma_resinaceum_00_1.jpg)
![[image]](/archiv/extern/gabor/2013/PORLING_07_Ganoderma_resinaceum_00_2.jpg)
Kollektion 2:
![[image]](/archiv/extern/gabor/2013/PORLING_07_Ganoderma_resinaceum_01a.jpg)
![[image]](/archiv/extern/gabor/2013/PORLING_07_Ganoderma_resinaceum_01b.jpg)
Kollektion 3:
![[image]](/archiv/extern/gabor/2013/PORLING_07_Ganoderma_resinaceum_02a.jpg)
![[image]](/archiv/extern/gabor/2013/PORLING_07_Ganoderma_resinaceum_02b.jpg)
![[image]](/archiv/extern/gabor/2013/PORLING_07_Ganoderma_resinaceum_02c.jpg)
Kollektion 4:
![[image]](/archiv/extern/gabor/2013/PORLING_07_Ganoderma_resinaceum_03a.jpg)
![[image]](/archiv/extern/gabor/2013/PORLING_07_Ganoderma_resinaceum_03b.jpg)
![[image]](/archiv/extern/gabor/2013/PORLING_07_Ganoderma_resinaceum_03c.jpg)
Nur bei Kollektion 1 wuchsen die Frkp. an Quercus, bei den restlichen an Fagus.
Ich begegnete diesem schönen Porling 2013 noch weitere drei mal an Fagus, zumeist an südlichen und sonnenbeschienenen Waldrändern.
LG, Gábor
Beorn, (vor 4454 Tagen) @ Eisenschwein
Hallo, Leute!
Klar, G. resinaceum kann hinkommen.
Die optisch ähnliche Ganoderma pfeifferi sollte eher an Buche wachsen, durch einen Schnitt durch einen reifen Fruchtkörper sollten die beiden Arten auch ganz gut zu trennen sein, wenn das Substrat mal wechselt.
Zu den Arten ohne harzhaltige Kruste siehe "Toffel".
Gabor, die Bilder sind 1A, wie immer.
Eine wunderbare Verlaufsdokumentation.
LG, Pablo.
Nur nochmal kurz. Es ist ja eigentlich (fast) alles gesagt. Meiner Meinung nach handelt es sich eindeutig um G. resinaceum, einen der klaren Gewinner des Klimaumschwungs. Vor 30 Jahren noch eine absolute Seltenheit; mittlerweile kenne ich hier (im westl. Münsterland) allein in unserem Quadranten 4 verschiedene Wuchsstellen. Alle an Stieleichen. Allerdings hatte ich auch schonmal einen Fund an Rotbuche.
Die Art ist übrigens keineswegs mehrjährig -wie z.B. G. pfeifferi-, sondern stirbt jeweils gegen Ende des JAhres ab, was auf Gábors perfekten Aufnahmen gut zu sehen ist. Wenn man dann ein solches Exemplar abschneidet, wird man feststellen, dass die Frkp. verblüffend leicht sind. Außerdem besitzen sie (in getrocknetem Zustand) einen sehr eigentümlichen Geruch, anhand dessen man diese Art sogar 'blind' erkennen kann.
G. pfeifferi kann man sich sehr schön mithilfe des Porträts des unvergessenen Werner Pohl (Aphyllopower) vergegenwärtigen: http://aphyllopower.blogspot.de/2009_07_01_archive.html
Faszinierende Arten. Und das, obwohl sie nicht mal Asci besitzen 
Schöne Grüße,
Klaus
Hallo, Leute!
Klar, G. resinaceum kann hinkommen.
Die optisch ähnliche Ganoderma pfeifferi sollte eher an Buche wachsen, durch
einen Schnitt durch einen reifen Fruchtkörper sollten die beiden Arten
auch ganz gut zu trennen sein, wenn das Substrat mal wechselt.
Zu den Arten ohne harzhaltige Kruste siehe "Toffel".
Gabor, die Bilder sind 1A, wie immer.
Eine wunderbare Verlaufsdokumentation.
LG, Pablo.
Hallo Jesko und Klaus,
Nur nochmal kurz. Es ist ja eigentlich (fast) alles gesagt. Meiner Meinung
nach handelt es sich eindeutig um G. resinaceum, einen der klaren Gewinner
des Klimaumschwungs. Vor 30 Jahren noch eine absolute Seltenheit;
mittlerweile kenne ich hier (im westl. Münsterland) allein in unserem
Quadranten 4 verschiedene Wuchsstellen. Alle an Stieleichen. Allerdings
hatte ich auch schonmal einen Fund an Rotbuche.
Die Art ist übrigens keineswegs mehrjährig -wie z.B. G. pfeifferi-, sondern
stirbt jeweils gegen Ende des JAhres ab, was auf Gábors perfekten
Aufnahmen gut zu sehen ist. Wenn man dann ein solches Exemplar
abschneidet, wird man feststellen, dass die Frkp. verblüffend leicht sind.
Außerdem besitzen sie (in getrocknetem Zustand) einen sehr eigentümlichen
Geruch, anhand dessen man diese Art sogar 'blind' erkennen kann.
G. pfeifferi kann man sich sehr schön mithilfe des Porträts des unvergessenen
Werner Pohl (Aphyllopower) vergegenwärtigen:
http://aphyllopower.blogspot.de/2009_07_01_archive.html
Faszinierende Arten. Und das, obwohl sie nicht mal Asci besitzen
dann kann ich den Schlüssel von Bernicchia jetzt endgültig über den Haufen werfen. Zudem findet sich dort die Angabe, dass die Krusten von G. lucidum, G. valesiacum und G. carnosum in einer Flamme nicht schmelzen sollen. Oder verstehe ich da was falsch? Hatte noch nicht die Gelegenheit, die Reaktion mit G. resinaceum oder G. pfeifferi zu vergleichen.
Noch eine Frage am Rande: Wie unterscheidet ihr G. resinaceum und G. lucidum? Durch das Vorhandensein eines Stiels/Kontakt zum Boden?
Viele Grüße
Steffen
Hallo Steffen,
hat etwas gedauert. Sorry.
Falls in dem Berniccia-Schlüssel (den ich nicht habe) was von mehrjährigen G. resinaceum-Frkp. stehen sollte, kann man den Schlüssel tatsächlich vergessen. Und zusätzlich ist anzumerken, dass die Kruste zumindest bei G. lucidum schmilzt. Bei den anderen beiden wahrscheinlich auch. Aber da habe ich keine praktischen Erfahrungen. Komisch, wie so etwas in so ein FAchbuch gelangt. Oder in Italien sind die Verhältnisse anders ....
G. resinaceum und G. lucidum sind sicher eng miteinander verwandt. Von Gensequenzierungen in diesem Komplex ist mir allerdings bislang nichts bekannt. Bei meinen Funden wuchs G. resinaceum immer konsolenförmig, während G. lucidum (bei uns deutlich seltener) einen mehr oder weniger deutlichen Stiel besaß und fast auf dem Boden wuchs. Ob es da auch unterschiedliche Mikromerkmale gibt, ist mir im Moment nicht präsent. Jedenfalls eine interessante und faszinierende Porlingsgruppe.
Schöne Grüße,
Klaus
Hallo Jesko und Klaus,
dann kann ich den Schlüssel von Bernicchia jetzt endgültig über den Haufen
werfen. Zudem findet sich dort die Angabe, dass die Krusten von G.
lucidum, G. valesiacum und G. carnosum in einer Flamme nicht schmelzen
sollen. Oder verstehe ich da was falsch? Hatte noch nicht die Gelegenheit,
die Reaktion mit G. resinaceum oder G. pfeifferi zu vergleichen.
Noch eine Frage am Rande: Wie unterscheidet ihr G. resinaceum und G. lucidum?
Durch das Vorhandensein eines Stiels/Kontakt zum Boden?
Viele Grüße
Steffen
Hallo Klaus,
danke für deine Einschätzung.
Ich habe G. lucidum auch schon als Konsole am Stammgrund mit herablaufendem Stiel gefunden:
Bei Bernicchia wird wie folgt geschlüsselt:
"Basidiocarps sessile, applanate, sterile surface dull, with a thick, dark brown cuticle" => 2 ... G. applanatum, G. australe
"Basidiocarps sessile to stipitate, sterile surface shiny or dull, in the latter case with a resinous crust with different colours" => 3
Unter 3 steht dann:
"Basidiocarps perennial, sessile to pseudostipitate, sterile surface with a resinous crust, which melts when licked by a flame" => 4 ... G. resinaceum, G. pfeifferi
"Basidiocarps annual, stipitate, upper sterile surface with a laccate crust without a resinous layer, which does not melt when licked by a flame" => 5 ... G. carnosum, G. valesiacum, G. lucidum
In der italienischen Version des Schlüssels und in den Beschreibunen wird noch zu Streichholzflamme präzisiert. Ich wüsste allerdings nicht, dass es da Unterschiede zum Feuerzeug o. a. gibt. Vielleicht schmilzt die Kruste bei G. lucidum u. a. im Vergleich zu G. resinaceum u. a. so spät/erst bei großer Hitzeeinwirkung, dass sie als "nicht schmelzend" gilt. Wäre mir allerdings auch neu, denn eigentlich ist ja ausschlaggebend, ob die Kruste überhaupt zum Schmelzen zu bringen ist oder nicht.
Viele Grüße
Steffen
Hallo, Steffen!
Ich benutze immer nur Fuerzeuge, daher weiß ich nicht, wie's mit einem Streichholz aussieht.
Aber - aus eigener Erfahrung: Ganoderma resinaceum brutzelt. Ganoderma lucidum auch.
LG, Pablo.
Hallo Pablo,
Ich benutze immer nur Fuerzeuge, daher weiß ich nicht, wie's mit einem
Streichholz aussieht.
Aber - aus eigener Erfahrung: Ganoderma resinaceum brutzelt. Ganoderma
lucidum auch.
es gibt aber keinen Unterschied in der Art und Weise des Brutzelns, oder?
Habe bei Ryvarden noch gelesen, dass die Krusten beider Arten in der Streichholzflamme schmelzen. Der Schlüssel von Bernicchia scheint in dieser Beziehung also wirklich nichts zu taugen. Auch die Beschreibungen sind dann an den entsprechenden Stellen fehlerhaft.
Viele Grüße
Steffen
Hallo.
Den resinaceum hatt ich bislang nur als "Naturexsikat" gefunden. Die Platane wird aber hin und wieder besucht, bislang zeigen sich keine weiteren Fruchtkörper. Einen Unterschied zum Verschmurgeln von G. lucidum konnte ich aber da auch nicht feststellen. Und FomPini sieht danna uch wieder gelich aus, wenn man da was ankokelt.
LG, pablo.
Hallo Pablo,
es gibt aber keinen Unterschied in der Art und Weise des Brutzelns, oder?
Habe bei Ryvarden noch gelesen, dass die Krusten beider Arten in der
Streichholzflamme schmelzen. Der Schlüssel von Bernicchia scheint in
dieser Beziehung also wirklich nichts zu taugen. Auch die Beschreibungen
sind dann an den entsprechenden Stellen fehlerhaft.
Viele Grüße
Steffen