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? Anischampignon / Karbolegerling ?

Biber_2, (vor 4449 Tagen)

Hallo Pilzfreude!

Entdeckte diese Pilze am 16.7.14 am Wegrand im Gras entlang einer Hecke
zwischen intensiv konventionell bewirtschafteten Feldern. Sachsen-Anhalt.

Sie rochen ein bisschen nach Apotheke oder Backwerk.
Meine Nase scheint da leider nicht fein genug zu sein... :ups:
Kaufte mir vor einem Jahr sogar extra Sternanis als Referenz.
Wenn ich daran schnuppere, hat das für mich ebenso Apotheken-Touch. :rolleyes:

Karbol-Egerlinge kenne ich als erheblich schneller und viel stärker gelb
anlaufend als diesen Fund hier. Tendiere insofern zum Anischampignon.
Zwischen zerschneiden und dem Foto unten vergingen sicher mehrere Minuten.

Welche Merkmale kann ich als relativer Laie zu Felde noch abtesten,
um sicher zu gehen zwischen diesen beiden Champignon-Arten?
Auf den Selbstversuch hatte ich diesmal verzichtet. ;)

Danke für Eure Unterstützung... :)

[image]

2. Foto: beide Champignons noch im Gras _

Biber_2, (vor 4449 Tagen) @ Biber_2

[image]

Karbolegerling !

Tanja, (vor 4449 Tagen) @ Biber_2

So wie der in der Stielbasis gilbt und Geruch nach Apotheke .... da ist´s eindeutig.

VG, Tanja

Re: Karbolegerling !

Biber_2, (vor 4447 Tagen) @ Tanja

So wie der in der Stielbasis gilbt und Geruch nach Apotheke .... da ist´s
eindeutig.

Hallo Tanja!

Naja, wie oben schon geschrieben, riecht für mich Anis auch nach Apotheke.
Holte soeben nochmal das extra als Pilz-Referenz gekaufte Anis aus dem Schrank. :D Die Nase sagt: Irgendwie scharfes Zeug, erinnert an Hustenbonbons...

Vielleicht gibt es doch noch irgend ein anderes Kriterium?

Grüße!

Re: Karbolegerling !

Gábor, (vor 4446 Tagen) @ Biber_2

Hallo,

Karbolegerlinge haben so eine chemische Geruchskomponente - erinnert stark an frisch aufgerissenes Heftpflaster oder Tuschemalkasten aus alten Schulzeiten.
Und das riecht doch nun deutlich anders als Anis, finde ich zumindest...

LG, Gábor

Re: ? Anischampignon / Karbolegerling ?

Andreas ⌂, (vor 4446 Tagen) @ Biber_2

Hallo,

das Gilben IM Fleisch des Stieles ist ein untrügliches Kennzeichen für die Karbol-Egerlinge, da besteht kein Zweifel dran.

Die Frage ist aber: Welcher Karbol-Egerling ist es denn? Für den normalen Agaricus xanthoderma gefallen mir mehrere Merkmale nicht so recht:
- Hut nicht kantig
- Schüppchen am Hutrand
- Nicht eindeutiger Karbolgeruch
- Gilben verzögert bzw. schwach
- Standort im Gras

Alles keine Ausschlusskriterien für A. xanthoderma, aber jedenfalls halt auch nicht typisch. Was besseres fällt mir auch nach Blättern im LUDWIG nicht ein.
Interessant, aber auf jeden Fall in die Gruppe der Karbol-Egerlinge gehörend.

beste Grüße,
Andreas

Re: Karbolegerling !

Biber_2, (vor 4446 Tagen) @ Gábor

Hallo Gábor!

Das sind interessante Hinweise. Danke!
Werde mich dieser Anregungen erinnern,
bei nächstem Kontakt mit vermeintlichen
Karbolegerlingen. :D

Re: ? Anischampignon / Karbolegerling ?

Biber_2, (vor 4446 Tagen) @ Andreas

das Gilben IM Fleisch des Stieles ist ein untrügliches Kennzeichen für die
Karbol-Egerlinge, da besteht kein Zweifel dran.
Die Frage ist aber: Welcher Karbol-Egerling ist es denn? ...

Hallo Andreas!

So Pilz-versiert wie Du bin ich nicht.
Aber die klare Aussage
=> deutliches Gilben im Fleisch = Karbol-Egerlinge
hilft auf jeden Fall. Ich danke Dir! :)

Re: ? Anischampignon / Karbolegerling ?

UmUlmHerum, (vor 4446 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

es gibt verschiedene Karbol-Egerlinge? Das ist neu für mich – kannst Du über die anderen dieser Gruppe genaueres mitteilen?

A. xanthoderma wächst aber üblicherweise in Wiesen, das ist ganz normal. Deswegen wird er von Laien ja gerne mit dem Wiesenchampignon verwechselt. Und das (starke) Gilben würde ich konkret auf die Stielbasis beziehen. Genau an dieser Stelle ist der Karbolgeruch auch am heftigsten, da reicht schon ein leichtes Reiben an der äußeren Haut.

@ Biber: Um den "richtigen" Anisgeruch wahrnehmen zu können, solltest Du die Samen ein wenig quetschen (z.B. mörsern). Für den Geruch "Bittermandel" nimmst Du einen Aprikosenkern, zerschlägst die hölzerne Schale und quetscht den innenliegenden, weichen Kern – das ist ordentlich Blausäure drin.

Viele Grüße – Rika

Hallo,
das Gilben IM Fleisch des Stieles ist ein untrügliches Kennzeichen für die
Karbol-Egerlinge, da besteht kein Zweifel dran.
Die Frage ist aber: Welcher Karbol-Egerling ist es denn? Für den normalen
Agaricus xanthoderma gefallen mir mehrere Merkmale nicht so recht: - Hut
nicht kantig
- Schüppchen am Hutrand
- Nicht eindeutiger Karbolgeruch
- Gilben verzögert bzw. schwach
- Standort im Gras
Alles keine Ausschlusskriterien für A. xanthoderma, aber jedenfalls halt auch
nicht typisch. Was besseres fällt mir auch nach Blättern im LUDWIG nicht
ein.
Interessant, aber auf jeden Fall in die Gruppe der Karbol-Egerlinge gehörend.
beste Grüße,
Andreas

Re: ? Anischampignon / Karbolegerling ?

Andreas ⌂, (vor 4446 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

es gibt verschiedene Karbol-Egerlinge? Das ist neu für mich – kannst Du über
die anderen dieser Gruppe genaueres mitteilen?

ich meinte damit z. B. den Perlhuhn- und den Rebhuhn-Egerling (Agaricus meleagris/moelleri und A. phaeolepidotus), die sind aber beide deutlich dunkelschuppig. Dann gibt es Agaricus pseudopratensis, der aussieht wie der Wiesen-Egerling, aber eben in der Stielbasis gilbt und auch in der Regel eine deutliche wurzelartige Verlängerung an der Stielbasis zeigt. Dann hätten wir noch ein oder zwei Arten die eher im Sand bzw. in Dünen vorkommen. Ich glaube A. menieri ist eine davon, vielleicht heißt die andere A. devoniensis. Hab grad keine Literatur zur Hand. Wenn ich mich recht erinnere gibt es aber noch zwei-drei Arten mehr.

beste Grüße,
Andreas

Re: ? Anischampignon / Karbolegerling ?

UmUlmHerum, (vor 4446 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

merci für Deine prompte Antwort! Das ist ja interessant. Die braunschuppigen "Kleingeflügel"-Egerlinge sind mir schon ein Begriff, auch wenn ich sie noch nie gefunden habe. Aber dass es auch noch andere weiße "Karbol"-Egerlinge gibt, wußte ich bislang nicht = Mangel an Literatur :-(

Bei den Sand-/Dünen-Egerlinge sollte man ja anhand des Standorts in diese Richtung denken, in Wiesen wäre ich jetzt aber nicht auf die Idee gekommen, nach was anderem (A. pseudopratensis) als A. x. zu forschen. --> Wieder was dazu gelernt!

Viele Grüße – Rika

Hallo Rika,
ich meinte damit z. B. den Perlhuhn- und den Rebhuhn-Egerling (Agaricus
meleagris/moelleri und A. phaeolepidotus), die sind aber beide deutlich
dunkelschuppig. Dann gibt es Agaricus pseudopratensis, der aussieht wie
der Wiesen-Egerling, aber eben in der Stielbasis gilbt und auch in der
Regel eine deutliche wurzelartige Verlängerung an der Stielbasis zeigt.
Dann hätten wir noch ein oder zwei Arten die eher im Sand bzw. in Dünen
vorkommen. Ich glaube A. menieri ist eine davon, vielleicht heißt die
andere A. devoniensis. Hab grad keine Literatur zur Hand. Wenn ich mich
recht erinnere gibt es aber noch zwei-drei Arten mehr.
beste Grüße,
Andreas