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Bittermandeltäubling

Der Juergen, (vor 4431 Tagen)

Hallo Täublingsfreunde,

Der Bittermandeltäubling (Russula laurocerasi Melzer), auch als Russula grata Britzelm. bekannt, wird wohl häufig mit dem Anis-Täubling (R. fragrantissima Romagn.) verwechselt, nicht zuletzt auch wegen nomenklatorischer Konfusion: Ein Synonym von R. fragrantissima ist R. laurocerasi ss. Romagnesi.

Erstere, hier gezeigte Art ist ein schmächtigerer Pilz, mit auch im jungen Zustand ausgebreitetem Hut, stark gerieftem Hutrand, und einem angenehmen Bittermandelgeruch. Meine Kollektion könnte man sogar noch auf R. laurocerasi var. fragrans eingrenzen, da nicht scharf schmeckend. Interessant ist die Reaktion der HDS auf Kresylblau: Die Huthauthyphen färben sich bläulich, die Pileozystiden rötlich. Bei R. fragrantissima ist dies kurioserweise genau umgekehrt;-)

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Re: Bittermandeltäubling

jesko, (vor 4431 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,

bei den Stinktäublingen mit Bittermandelgeruch halte ich persönlich die Darstellung von Sarnari für korrekt, nach der drei Taxa zu unterscheiden sind, nämlich R. illota (gefärbte Lamellenschneiden), R. grata (Sarnari verwendet in nicht korrekter Weise, nämlich einer Konservierung vorweggreifend, den Namen laurocerasi) mit stark gerieftem Hutrand und höheren Graten beim Sporenornament und R.fragrantissima mit sehr fleischigen Fruchtkörpern und daher kaum gerieftem Hutrand. Zur Unterscheidung der letzten beiden ist sicherlich das Ausmessen des Sporenornaments empfehlenswert.
Deine Beobachtung bezüglich des Anfärbverhaltens der Huthautelemente in Kresylblau ist sehr interessant - man sollte mal versuchen, der Sache anhand mehrerer Kollektionen sowohl im frischen als auch im getrockneten Zustand nachzugehen. Eigentlich würde ich bei so nah verwandten Arten wie grata und fragrantissima keine Unterschiede mit Krb erwarten. Bei Russula sind die Dermatozystiden in Krb i.d.R. metachromatisch, nur wird diese Reaktion oft von einer starken orthochromatischen Reaktion des Zystideninhalts überdeckt, das ist zumindest der Reim, den ich mir bislang auf die Geschichte gemacht habe. Die Stärke der orthochromatischen Farbreaktion könnte bei einigen Arten auch vom Alter des untersuchten Materials abhängen, ganz analog zur Anfärbung des Zystideninhalts mit SV u.ä. Die Verfärbung der Huthauthaare scheint mir nicht immer ganz konstant innerhalb einer Art zu sein, aber auch hierzu brauchte es wohl intensivere Untersuchungen.

Viele Grüße,
Jesko

Re: Bittermandeltäubling

Der Juergen, (vor 4429 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko,

herzlichen Dank für Deinen Kommentar und die Anregungen! Die Reaktion auf Krb ist im GRÖGER beschrieben, und ich konnte das bei R. fragrantissima noch nicht testen.

Grüßle
Jürgen