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Gelber Flockenstieliger Hexenröhrling

Der Juergen, (vor 4417 Tagen)

Hallo zusammen,

dieser gelbe Flockenstielige Hexenröhrling fiel mir an dem Standort schon vor zwei Jahren auf. Leider hat dieses Jungeexemplar nicht abgesport. Die Poren sehen zwar gelblich aus, besitzen aber einen leichten Orange-Schimmer, deshalb gehe ich davon aus, dass es sich hier nicht um B. junquilleus handelt. Standort war bei Fichte im Moos zwischen Brombeeren - normale B. erythropus stehen in nächster Nähe. Wie nennt man denn die Pigmentverlust-Variante, B. erythropus subsp. discolor?

Grüßle
Jürgen

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Re: Gelber Flockenstieliger Hexenröhrling

Beorn, (vor 4416 Tagen) @ Der Juergen

Hallo, Jürgen!

Auch der Status der völlig gelben (und gelb bleibenden) Form absolut ohne Rottöne ist umstritten. Außer der Farbe gibt es keine Trennmerkmale zu Boletus erythropus, warum manche Autoren Boletus junquilleus (= Boletus pseudosulphureus) nur als Varietät bzw. Form von Boletus erythropus führen. So zB in Großpilze BWs Band 2.

Dieser Pilz hier wäre bei den sichtbaren Rottönen an Stiel und Poren für mich zumindest nur ein ziemlich gelber Flocki.

LG, Pablo.

Re: Gelber Flockenstieliger Hexenröhrling

Der Juergen, (vor 4416 Tagen) @ Beorn

Hallo Pablo,

Dieser Pilz hier wäre bei den sichtbaren Rottönen an Stiel und Poren für mich
zumindest nur ein ziemlich gelber Flocki.

Die Ansichten, die KRIEGLSTEINER (GMINDER) in der GroPiBaWü (wie wird das eigentlich "offiziell" abgekürzt?;-) vertritt, kenne ich. Es gibt jedoch wohl "echte junquilleusse" (Boletus pseudosulphureus), die ganz gelb sind und eher im Laubwald vorkommen, also sich ökologisch auch etwas unterscheiden:

http://boletales.com/genera/boletus/b-pseudosulphureus/

Grüßle
Jürgen

Re: Gelber Flockenstieliger Hexenröhrling

Beorn, (vor 4415 Tagen) @ Der Juergen

Hallo, Jürgen!

Genau das meine ich.
Also ein Pilz, dem das rote Pigment eben komplett fehlt.
Ich denke allerdings nicht, daß der Standort hier zur Unterscheidung taugt. Ich selbst kenne nur eine Fundstelle dieser "Art", das ist in einem Mischwald (aber hauptsächlich Buchen) auf eher saurem Boden. Fundmeldungen gibt es aber wohl auch aus Nadelwäldern.
Bei Funden aus thermophilen Laubwäldern auf Kalkböden sollte man mal überprüfen, ob das nicht eher rein gelbe Formen von Boletus queletii sind (sollte man anhand von Habitus + Amylonreaktion leicht feststellen können).

Ein Urteil zum Status von Boletus junquilleus (Quel.) Boud. bzw. Boletus pseudosulphureus Kallenb. maße ich mir nicht an.
Aber prinzipiell denke ich schon, daß man hier immerhin mal getrennt dokumentieren sollte.

Was aber eben auch problematisch ist:
Manche Flockis (B. erythropus s.str.) sind eben jung quietschegelb, blaiben auch mal lange Zeit gelbporig und gelbhütig. Irgendwann entwickeln sich dann meist doch Rottöne an den Poren und am Stiel. Da wurde sehr viel durcheinandergebracht.
Einen Jungpilz mit noch fast geschlossenem Hut als B. pseudosulphureus zu notieren, wenn nicht ältere, voll aufgeschirmte und immer noch rein gelbe Exemplare daneben stehen, halte ich für sehr fragwürdig.
Und genau das passiert leider recht oft.

LG, Pablo.

Re: Gelber Flockenstieliger Hexenröhrling

Der Juergen, (vor 4415 Tagen) @ Beorn

Hallo Pablo,

... Exemplare daneben stehen, halte ich für sehr fragwürdig.
Und genau das passiert leider recht oft.

Meine gelbe Kollektion kommt jedes Jahr an der gleichen Stelle - es handelt sich also vermutlich un das gleiche Mycel, da ich vor zwei Jahren auch ältere Frk. mit gelbem Hut und sehr blassem Stiel beobachten konnte, jedoch nicht dokumentiert habe. Der Hut der älteren Frk. war genauso (quietsch)gelb, wie der der jungen! Die Farbe der Poren hatte ich allerdings nicht notiert. Das deutet schon auf einen "genetischen" Pigmentverlust hin. Mich interessiert für meine Akten nur ein möglicher (schon bestehender) Name für diese Form, ob und inwieweit das ein eigenes Taxon ist, ist mir nicht so wichig. Deshalb meine Frage. Dass das kein B. queletii ist, ist mir schon klar;-).

Grüßle
Jürgen

Re: Gelber Flockenstieliger Hexenröhrling

Beorn, (vor 4415 Tagen) @ Der Juergen

Hallo, Jürgen!

Nach den Datenbanken sollte das schon B. pseudosulphureus sein. Aber eben nur, wenn Fruchtkörper komplett ohne Rottöne.
Wenn der Pigmentverlust nur teilweise ist, dann wird's ganz verzwickt.
Am ehesten müsste das dann Boletus erythropus forma junquilleus bzw. Boletus luridiformis var. discolor genannt werden. Wobei man statt "Forma" auch "Varietät" schreiben kann.
Aber im Grunde hält das so ziemlich jeder Autor nach Gutdünken, da finden sich je nach Lektüre ganz unterschiedliche Angaben.

Wahrscheinlich könnte jemand, der sich mit der Materie besser auskennt als ich (Jürgen, Andreas, Matthias et al.) da noch mehr zu sagen...

LG, Pablo.

Re: Gelber Flockenstieliger Hexenröhrling

Der Juergen, (vor 4415 Tagen) @ Beorn

Vielen Dank, Pablo!

in der Funga Nordica werden auch gelbe Exemplare mit rötlichen Tönen an Stiel und Poren zu B. luridiformis Rostk. var. discolor (Quél.) Krieglst. (B. luridiformis Rostk. var. junquilleus (Quél.) Knudsen) gezogen. Mal schauen, ob sich hier noch eine Röhrlings-Koryphäe dazu äußert.

Grüßle
Jürgen

Re: Gelber Flockenstieliger Hexenröhrling

Beorn, (vor 4414 Tagen) @ Der Juergen

Vielen Dank, Pablo!
Mal schauen, ob sich hier noch eine Röhrlings-Koryphäe dazu äußert.
Grüßle
Jürgen

Moin, Jürgen!

Ja, das fände ich auch sehr hilfreich.
Aber ich fürchte, es wird da keine endgültige Lösung geben.
Eben weil sowohl das Epithet "junquilleus" als auch das Epithet "discolor" eben schon für gelbliche "Flockis" mit Rottönen an den Poren verwendet wurden. Boris Assyov hat auf seiner Seite die Tafel von "Boletus junquilleus" abgebildet:
http://boletales.com/genera/boletus/b-pseudosulphureus/
Etwas Rötliches ist da für mich nicht zu erkennen.
Lediglich die Stielbasis, die wie bei Vielen Dickröhrlingen rötlich gefleckt bis überlaufen ist.
Zur Originalbeschreibung von Boletus pseudosulphureus habe ich auf die Schnelle mal noch das hier gefunden:
https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=0CCMQ...%3A%2F%2Fretro.seals.ch%2Fcntmng%3Fpid%3Dang-001%3A1950%3A23%3A%3A235&ei=HB0EVNDDCcXT0QX1t4HYDw&usg=AFQjCNEv6MQc61p8JcnQeEryv1lfVG8u6w&bvm=bv.74115972,d.bGE

LG, Pablo.

Re: Gelber Flockenstieliger Hexenröhrling

Matthias, (vor 4414 Tagen) @ Beorn

Hallo, Jürgen!
Nach den Datenbanken sollte das schon B. pseudosulphureus sein. Aber eben
nur, wenn Fruchtkörper komplett ohne Rottöne.
Wenn der Pigmentverlust nur teilweise ist, dann wird's ganz verzwickt.
Am ehesten müsste das dann Boletus erythropus forma junquilleus bzw. Boletus
luridiformis var. discolor genannt werden. Wobei man statt
"Forma" auch "Varietät" schreiben kann.
Aber im Grunde hält das so ziemlich jeder Autor nach Gutdünken, da finden
sich je nach Lektüre ganz unterschiedliche Angaben.
Wahrscheinlich könnte jemand, der sich mit der Materie besser auskennt als
ich (Jürgen, Andreas, Matthias et al.) da noch mehr zu sagen...
LG, Pablo.

Hallo Pablo,
was klärendes kann ich auch nicht beitragen, da gibt es wohl unterschiedliche Auffassungen wo man den "gelben Flocki" nun letztendlich einordnet oder ob es da wirklich zwei Arten gibt.
Vor ein paar Jahren hat der Marco Gebert auch mal einen ganz gelben Netzstieligen Hexenröhrling gehabt, hier ein Link zu dem Bild in der Fotocommunity:
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/586655/display/9499367
Viele Grüsse
Matthias

Re: Gelber Flockenstieliger Hexenröhrling

Beorn, (vor 4413 Tagen) @ Matthias

Hallo Pablo,
was klärendes kann ich auch nicht beitragen, da gibt es wohl unterschiedliche
Auffassungen wo man den "gelben Flocki" nun letztendlich
einordnet oder ob es da wirklich zwei Arten gibt.
Vor ein paar Jahren hat der Marco Gebert auch mal einen ganz gelben
Netzstieligen Hexenröhrling gehabt, hier ein Link zu dem Bild in der
Fotocommunity:
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/586655/display/9499367
Viele Grüsse
Matthias

Hallo, Matthias!

Bei der Gelben Netzhexe wäre ja nun die Ökologie des Standortes und die Amylonreaktion interessant. Dann könnte man sich mal noch Gedanken über Boletus gabretae machen (der aber als eigenständige Art unstrittig sein sollte).

Zum Gelben Flocki muss man dann wohl einen eigenen Weg finden.Vielleicht gibt es ja dazu irgendwann mal weitere Untersuchungen, auch eine Sequenzierung wäre da mal interessant.
Bis dahin kann es wohl immerhin nicht schaden, komplett gelbe Funde immerhin extra zu dokumentieren. Aber unter welchem Namen man das tun sollte...?

LG, Pablo.

Re: Gelber Flockenstieliger Hexenröhrling

Matthias, (vor 4413 Tagen) @ Beorn

Hallo, Matthias!
Bei der Gelben Netzhexe wäre ja nun die Ökologie des Standortes und die
Amylonreaktion interessant. Dann könnte man sich mal noch Gedanken über
Boletus gabretae machen (der aber als eigenständige Art unstrittig sein
sollte).

Hallo Pablo,
wenn ich mich recht erinnere hatte Marco den im Laubwald gefunden und nicht im höherlagigen Fichtenwald wo man Boletus gabretae wohl bisher gefunden hat.
Sicher sollte man die gelben Hexen seperat notieren, einen Namen zu geben ist nicht einfach da es ja verschiedene Namen und Auffassungen gibt. Vielleicht gibt es ja eines Tages Klarheit in Bezug auf die DNA.
Lassen wir uns überraschen, es gibt ja immer wieder mal neue Erkenntnisse,
viele Grüsse
Matthias

Zum Gelben Flocki muss man dann wohl einen eigenen Weg finden.Vielleicht gibt
es ja dazu irgendwann mal weitere Untersuchungen, auch eine Sequenzierung
wäre da mal interessant.
Bis dahin kann es wohl immerhin nicht schaden, komplett gelbe Funde immerhin
extra zu dokumentieren. Aber unter welchem Namen man das tun sollte...?
LG, Pablo.

Re: Gelber Flockenstieliger Hexenröhrling

Gerhard Schuster ⌂, (vor 4413 Tagen) @ Matthias

Hallo zusammen,
im letzten Sommer habe ich auch zwei gelbe Flockenhexen gefunden. Bei der waren nur die Poren leicht rot überhaucht. Gelbe Variante des Flockenstieligen Hexenröhrlings, Boletus erythropus var. junquilleus (Quél.) habe ich sie erst einmal benannt. In diesem Sommer fanden sich an gleicher Stelle leider keine weiteren Exemplare.
VG Gerd

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Re: Gelber Flockenstieliger Hexenröhrling

Marco, (vor 4413 Tagen) @ Matthias

Hallo Matthias,

Mein Fund der komplett gelben Netzhexe stammte seinerzeit von einem basischen Hang mit Rotbuchen,
da erinnerst du dich richtig. Es gibt dort auch ein paar alte Fichten,
die aber recht weit vom Standort entfernt stehen.
Am ganzen Hang wächst fast die komplette Farbpalette der Netzhexen,
komplett gelb waren damals nur zwei Frucktkörper.
Kann da aber nicht mehr gezielt nachschauen seit meinem Unfall.
Aber heute hätte ich die Möglichkeit, sequenzieren zu lassen.

Beste Grüße,
Marco

Hallo Pablo,
wenn ich mich recht erinnere hatte Marco den im Laubwald gefunden und nicht
im höherlagigen Fichtenwald wo man Boletus gabretae wohl bisher gefunden
hat.
Sicher sollte man die gelben Hexen seperat notieren, einen Namen zu geben ist
nicht einfach da es ja verschiedene Namen und Auffassungen gibt.
Vielleicht gibt es ja eines Tages Klarheit in Bezug auf die DNA.
Lassen wir uns überraschen, es gibt ja immer wieder mal neue Erkenntnisse,
viele Grüsse
Matthias

Re: Gelber Flockenstieliger Hexenröhrling

Beorn, (vor 4413 Tagen) @ Marco

Hallo, Matthias und Marco!

Danke für die Erklärung!
Bei der Ökologie erscheint natürlich Boletus gabretae mehr als unwahrscheinlich.
Aber etwas Material zurückzulegen kann nicht schaden. Eine Probe mit Melzer am Stielfleisch aber auch nicht. ;-)

Bei den gelben Flockis notiere ich persönlich nur die Funde, die wirklich gar kein Rot zeigen als Boletus junquilleus / pseudosulphureus. Das ist aber bislang auch genau einer.
Alles andere notiere ich meist als wohlschmeckend und willkommene Nahrungsergänzung.
Aber letztlich ist das auch nicht das Wahre, denn wenn man den Status der "Gelben Hexen" untersuchen will, dann braucht man eben auch Material und Daten zu Exemplaren mit inkonstanter Pigmentstörung.

LG, Pablo.

Gelber Flockenstieliger Hexenröhrling

Pfalz-Pilz, (vor 4412 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen

Fund von heute. Mehr gelb geht nicht !

Gruß aus dem Pfälzerwald
Dieter

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