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Hellgrüner Weißsporer mit "Wurzel", ohne Ring ??

UmUlmHerum, (vor 4391 Tagen)

Hallo miteinander!

Gestern lief mir ein seltsamer Pilz über den Weg, den ich nicht zuordnen kann:

Habitat:
Weißtanne–Fichte–Buche, Kalk, ca. 650m NN
(Begleitpilze: Russula picinus + nobilis + olivacea + xerampelina, Lactarius salmonicolor, Cortinarius alboviolaceus + melanota, Leotia lubrica, Hydnellum peckii, Boletus edulis...)

Hut:
Ø 8 cm (kann noch wachsen), hell olivgrün (ähnlich Grüner Knolli), Oberfläche samtig, mit der Zunge leicht klebrig, Rand glatt und lange eingerollt, dickfleischig, gebuckelt.

Lamellen:
mit Zähnchen angewachsen, Zwischenlamellen, elfenbein, nach 24 Std. gelb-grünlich, nach "Ärgern" braun verfärbend

Stiel:
Ø 2 cm, Länge über der Erde 4 cm, nach unten konische "Wurzel" noch mal 4 cm lang, längsfaserig, voll, kein Ring/Velum o.ä., Farbe siehe "Fleisch"

Fleisch:
Hut + Stiel sehr fest, weiß bis elfenbein, nach Berührung außen gelb-bräunlich verfärbend, nach 24 Std. äußere Schicht gelb-grünlich. Vor 1 Std. habe ich noch einen Längsschnitt durch den gesamten Frk. gemacht, der sich jetzt im Hut und oberen Stieldrittel orange verfärbt!

Geruch:
stark, würzig (pilzig–obstartig mit leichter Aniskomponente)

Geschmack:
anfangs mild, dann bitterlich-mehlig

Sporen:
SPP weiß, Sporen hyalin, nicht amyloid, ellipsoid, 1 großer Tropfen
(4,8) – 5,47 – (6,3) x (3,4) – 3,64 – (4,1) aus 16 Messungen
Q (aus den Mittelwerten) = 1,50

Es gibt keine Standortfotos, weil ich eigentlich nicht vor hatte, die Dinger mitzunehmen (habe eigentlich gar keine Zeit, mich mit diesem Pilz zu befassen). Aber später begegnete mir ein Speisepilzsammler, bei dem ich genau diese beiden einzigen Exemplare in seinem Korb liegen sah. Ich schwatzte ihm den Größeren ab, weil er mit seinem einen Pilzbuch die Dinger eh nicht rausbekommen wird. (Wir begegnen uns schon seit einigen Jahren in diesem Wald und kennen uns daher.)

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Was könnte das sein?

Viele Grüße – Rika

Re: Hellgrüner Weißsporer mit "Wurzel", ohne Ring

Der Juergen, (vor 4391 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

könnte ein Seifenritterling sein.

Grüßle
Jürgen

Re

Stephan Weißer, (vor 4391 Tagen) @ UmUlmHerum

Das ist eine der vielen Varietäten (Formen?) des Seifenritterlings. So sehen die auch an meinem Standard-Urlaubsort in Kärnten aus.
Seit diesem Jahr lasse ich meinen Chemie-Baukasten auf die Kerlchen los, in der Hoffnung, mehr oder weniger durch Zufall etwas Belastbares herauszufinden. Diese relativ stark rötenden, hell olivgrünen Exemplare sind z. B. auf der Stielrinde und im Fleisch ziemlich stark Guajak-positiv. Dagegen ist die häufige "schwäbische" Version aus dem Buchen-Tannenwald (schwarzgrüner Hut, schwarzgrüne Stielschuppen, ziemlich kleiner Wuchs, kaum rötend) nur sehr langsam und schwach Guajak-positiv.

Re: Hellgrüner Weißsporer mit "Wurzel", ohne Ring

Gernot, (vor 4391 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

es mag sein, dass dein Fund dem entspricht, was die Nordländer (Fungi of Northern Europe) Tricholoma rapipes nennen. Ich zitiere: "In our interpretation, T. rapipes is characterized by yellowish colours at the cap margin, a rooting stem, and the occurrence with conifers."

Ist das eigentlich ein gültiger Name? Ich sehe keine Nummer eines offiziellen Repositoriums im Protolog.

Schöne Grüße
Gernot

Hallo miteinander!
Gestern lief mir ein seltsamer Pilz über den Weg, den ich nicht zuordnen
kann: Habitat: Weißtanne–Fichte–Buche, Kalk, ca. 650m NN
(Begleitpilze: Russula picinus + nobilis + olivacea + xerampelina, Lactarius
salmonicolor, Cortinarius alboviolaceus + melanota, Leotia lubrica,
Hydnellum peckii, Boletus edulis...)
Hut: Ø 8 cm (kann noch wachsen), hell olivgrün (ähnlich Grüner Knolli),
Oberfläche samtig, mit der Zunge leicht klebrig, Rand glatt und lange
eingerollt, dickfleischig, gebuckelt.
Lamellen: mit Zähnchen angewachsen, Zwischenlamellen, elfenbein, nach 24 Std.
gelb-grünlich, nach "Ärgern" braun verfärbend
Stiel: Ø 2 cm, Länge über der Erde 4 cm, nach unten konische
"Wurzel" noch mal 4 cm lang , längsfaserig, voll, kein
Ring/Velum o.ä., Farbe siehe "Fleisch"
Fleisch: Hut + Stiel sehr fest, weiß bis elfenbein, nach Berührung außen
gelb-bräunlich verfärbend, nach 24 Std. äußere Schicht gelb-grünlich. Vor
1 Std. habe ich noch einen Längsschnitt durch den gesamten Frk. gemacht,
der sich jetzt im Hut und oberen Stieldrittel orange verfärbt!
Geruch: stark, würzig (pilzig–obstartig mit leichter Aniskomponente)
Geschmack: anfangs mild, dann bitterlich-mehlig
Sporen: SPP weiß, Sporen hyalin, nicht amyloid, ellipsoid, 1 großer Tropfen
(4,8) – 5,47 – (6,3) x (3,4) – 3,64 – (4,1) aus 16 Messungen
Q (aus den Mittelwerten) = 1,50
Es gibt keine Standortfotos, weil ich eigentlich nicht vor hatte, die Dinger
mitzunehmen (habe eigentlich gar keine Zeit, mich mit diesem Pilz zu
befassen). Aber später begegnete mir ein Speisepilzsammler, bei dem ich
genau diese beiden einzigen Exemplare in seinem Korb liegen sah. Ich
schwatzte ihm den Größeren ab, weil er mit seinem einen Pilzbuch die
Dinger eh nicht rausbekommen wird. (Wir begegnen uns schon seit einigen
Jahren in diesem Wald und kennen uns daher.)


Was könnte das sein?
Viele Grüße – Rika

Re: Tricholoma rapipes vs. saponaceum

UmUlmHerum, (vor 4391 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo miteinander!

Vielen Dank an Gernot, Stephan und Jürgen!
Lest Euch doch mal diesen Thread vom Oktober 2013 durch (Stephan war daran unmittelbar beteiligt)

http://www.pilzepilze.de/cgi-bin/webbbs/pconfig.pl?noframes;read=237226
(u.a.: im neuesten FN Teil 4 wird diesem Seifenritterling als Tricholoma rapipes
Artrang gestattet.

??? Weiß jemand, wie das nun gehandhabt wird? Oder hat die Beschreibung von Tr. rapipes?

Viele Grüße – Rika