Re: O.K.
Hallo Thomas,
der gezeigte Pilz entspricht makroskopisch doch sehr gut dem in Engel et al.
(1996) dargelegten Artkonzept (damals als quercinus ad int.) und auch dem,
was ich weit über hundertfach in Händen gehabt und als diese Sippe
angesprochen habe - selbst wenn in diesem Fall keine "flame red
dots" im Schnittbild zu erkennen sind (was nicht heißen muss, dass
sie in der betreffenden Kollektion ganz gefehlt haben).
Die einzige andere Sippe, die man nach den gezeigten Bildern m.E. nicht
vollständig ausschließen kann, ist bubalinus (ss. auct. plur.), den ich
aber weiterhin für kaum befriedigend von communis (syn. engelii,
declivitatum) abgegrenzt halte. Vgl. z. B.
http://boletales.com/genera/xerocomus/x-bubalinus/ (mit
Gelardi-Kollektionen).
Grüße, Jürgen
P.S. Ob man eine Online-Diagnose, die naturgemäß ohne mikroskopische oder
molekurbiologische Nachprüfbarkeit auskommen muss, als
"Bestimmung" akzeptiert, ist natürlich eine andere Frage. Aber
das gilt für Essensfreigaben ja ganz genauso wie für taxonomische
Aussagen.
Hallo Jürgen,
zweifellos ist engelii eine Option, wobei mir der eine Hut ein bißchen zu rot ist. Ich würde rubellus deshalb nicht ausschließen wollen und auch bubalinus, der ja auch die karottenroten Punkte haben kann, käme sicher in Frage.
Leider ist die Artabgrenzung in der Gattung noch völlig unklar, wenn man von "typischen" Kollektionen absieht. Auch Taylor teilte mir unter Hinweis auf sein sequenziertes Material mit, daß die morphologische Abgrenzung z.B. zwischen rubellus und engelii nicht eindeutig vorgenommen werden kann.
Vor diesem Hintergrund fand ich die Gattungsdiagnose zu Hortiboletus sehr ambitioniert, zumal offensichtlich kein außereuropäisches Material einbezogen wurde. Bezüglich des Merkmals Quotient <2,4 ist sie ja bereits in Bezug auf bubalinus fehlerhaft. Ich habe die Autoren bereits darauf hingewiesen und Vizzini einige meiner (cf)-Kollektionen mit größerem Quotienten geschickt. Verständlicherweise haben sie sich noch nicht konkret geäußert. 
Viele Grüße
Thomas