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Noch ein paar Uffinger Schwammerl...

UmUlmHerum, (vor 3671 Tagen)

Hallo miteinander!

Hier noch ein paar Funde der letzten Woche aus dem Uffinger Hinterland, diesmal alle mit Namen.

(1) Ein wunderschöner Grüner Knolli (Amanita phalloides), fotografiert im Abstand von 2 Tagen:
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(2) Diese kleine Gruppe stand in einem Fichten-Buchenwald mit eingestreuten Tannen. Der Pilz schmeckt mild, und ich vermute den Isabellrötlichen Schneckling (Hygrophorus poetarum?), den ich aber noch nie gefunden/life gesehen habe. Liege ich da richtig?
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(3) Der Nördliche Porling (Climacocystis borealis) hat sich auf dieser Fichtenstubbe ausgebreitet. Ich finde ihn selten mit intakter Huthaut – UmUlmHerum wird diese zottig-striegelige Schicht immer gleich von den Schnecken abgeweidet ... woraufhin er von nicht wenigen Leuten für einen der weißen Saftporlinge gehalten wird ;-)
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(4) Und hier noch ein weiterer persönlicher Erstfund: die Zungen-Herkuleskeule (Clavariadelphus ligula), die kleine Schwester der großen Herkuleskeule wächst gesellig (teils büschelig) in größerer Anzahl, ist aber nur klein-finger-groß. Hübsche Dinger!
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Hoffentlich regnet es bald mal wieder!
Viele Grüße – Rika

Re: Noch ein paar Uffinger Schwammerl...

Joschi Siembida ⌂, (vor 3671 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

(2) Diese kleine Gruppe stand in einem Fichten-Buchenwald mit eingestreuten Tannen. Der Pilz schmeckt mild, und ich vermute den Isabellrötlichen Schneckling (Hygrophorus poetarum?), den ich aber noch nie gefunden/life gesehen habe. Liege ich da richtig?

für mich sieht das auf dem Foto wie der Hainschneckling H. nemoreus aus. Die Hutfarbe, größe der FK und der konische Stiel passen mir nicht so recht. Die Lamellen sehen mir am Stiel abgerissen aus (Trockenheit?) und nicht wie das "pseudocolar" das für H. poetarum typisch wäre. Unten ein poetarum Fund von der "Wiesenpilztagung" 2015.

Mal wieder sehr schöne Funde und Fotos.

Gruß Joschi

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Re: Noch ein paar Uffinger Schwammerl...

Doris, (vor 3671 Tagen) @ UmUlmHerum

Bilder zum träumen...........

Gruß Doris

Re: Noch ein paar Uffinger Schwammerl...

Stephan Weißer, (vor 3671 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,
ich sehe das so wie Joschi: Hainschneckling (H. nemoreus). Der Isabellrötliche ist größer, dicker, von der Farbtönung her eher rosa als orange (in etwa flamingorosa) und kommt im Kalk-Buchenwald (Carici- oder Cephalanthero-Fagetum; also im "typischen" Laubwald auf der Alb, da wo die ganzen Phlegmacien und Korallen wachsen) statt im Buchen-Tannen-Fichten-Mischwald vor. Der Hainschneckling ist dagegen bezüglich der Ökologie nicht so anspruchsvoll.
FG
Stephan

Re: Uffinger Schneckling – Detailfotos

UmUlmHerum, (vor 3670 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo miteinander,

insbesondere Joschi & Stephan – herzlichen Dank für Eure Antworten!
Ihr beide denkt also an den Hain-/Waldschneckling (Hygrophorus nemoreus). Da ich weder diesen noch den Isabellrötlichen bisher in Händen hatte, versuchte ich mich in beide Arten einzulesen, einerseits in GroPiBaWü, andererseits auf diversen Sites im Internet ... und finde für beide Arten zutreffende und nicht-zutreffende Merkmale!? An der Basis schlanker werdende Stiele werden für beide Arten beschrieben. Wenn ich nach GroPiBaWü schlüssle (makroskopischer Schlüssel - fein!): bei "Hut 5-20cm" lande ich bei H. poetarum; bei "Hut 4-8cm" komme ich zu H. neoreus. Die beiden großen Frk. hatte einen Hut-Ø von 8cm... Nach Wikipedia soll H.p. Ø 5-15(max.20)cm und H.n. 4-12cm = also kein wirklich relevantes Merknmal. Bei Wikipedia fand ich aber die unterschiedlichen Sporengrößen für die beiden Arten – ich hätte doch trotz aller Eile/Zeitnot zumindest ein Stückchen vom Hut mitnehmen sollen, dann wäre die Sache schon geklärt.

Hier noch 3 Detailbilder, vielleicht kommen wir damit noch ein bisschen weiter.

Lamellen-Ansatz: der Trockenheitsriss ist schon klar. Aber ich finde, die Lamellen sind an ihrem Ansatz schon bogenförmig miteinander verbunden. Das hatte ich ursprünglich als wichtigstes Merkmal vom Isabellrötlichen zur Abgrenzung herangezogen – Zitat aus Wikipedia "in einem schweißnahtartig aussehenden Collar am Stiel angewachsen"
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Die Stiele von beiden Arten dürfen oben etwas kleiig sein, bei H.p. soll der Stiel trocken sein (ich finde, er sieht trocken aus), bei H.n. von der Farbe her "blass rötlich-gelblich" + Wikipadia "und hat eine durchgängig flockig-faserige Oberfläche" – sehe ich hier nicht.
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Nun noch zur Hutbekleidung – da schreibt Krieglsteiner zu H.n.: "mit eingedrückten oder eingewachsenen, fast netzig verbundenen, sehr feinen Härchen". Hm – was ist das hier?
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Viele Grüße – Rika

Re: Uffinger Schneckling – Detailfotos

Joschi Siembida ⌂, (vor 3669 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

der Hainschneckling sieht wie ein etwas blasserer Wiesenellerling H. pratensis aus. H. poetarum gleicht in Größe und Statur einer H. russula.

Aber ich finde, die Lamellen sind an ihrem Ansatz schon bogenförmig miteinander verbunden.

Sehe ich nicht so. Für mich ist das schlicht die Kante der aufgerissenen Stielrinde. Die sieht hier am Lamellenansatz halt bogenförmig aus. Mit dem "Pseudocolar" oder, wie ich jetzt gelesen habe, der Schweißnat hat das nichts zu tun. Da wäre nix bögenförmig verbunden, sondern gerade.

Sieh Dir mal Rudis Seite an. Die ersten fünf Bilder finde ich sehr typisch, wenn auch etwas kräftig in den Farben. Auf dem 4. ist die Schweißnat sehr schön zu sehen. Hier noch drei Links bei denen ich die Farben typischer finde: Pilzverein Baden russisch ??? italienisch

Ich bleibe dabei und bin immer noch der Meinung daß es der Hainschneckling ist.

Gruß Joschi

Re: Uffinger Schneckling – Detailfotos

Stephan Weißer, (vor 3668 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

ich könnte hier nur nochmal meine schon vorgebrachten Argumente (vor allem das mit der Hutfarbe, die bei Schnecklingen durchaus ein hartes Bestimmungskriterium ist, härter jedenfalls als Lamellenansatz oder auch jedwede Mikrodaten) wiederholen.

Ich habe den Isabellrötlichen Schneckling, den Hainschneckling und auch den bisher nicht andiskutierten Großen Buchenschneckling (Hygrophorus fagi) schon ein paar mal gefunden und bestimmt, und bei Pilzen, die so wie deine Aufsammlung gefärbt sind, würde ich H. poetarum gar nicht in Erwägung ziehen. Eher dann noch aufgrund des Wuchsortes den Terpentinschneckling (H. pudorinus), den ich noch nicht live mit 100%iger Sicherheit gesehen habe.

Wenn es wieder mal ordentlich geregnet hat, solltest du in einen deiner um die Ecke stehenden Phlegmacienwälder gehen - die dicken flamingorosafarbenen Schnecklinge, die du dort zwischen den Phlegmacien und Korallen findest, das ist H. poetarum, und die ganz besonders dicken und großen (15 cm Hutdurchmesser und mehr!), das ist H. fagi.

FG
Oehrling

Re: Noch ein paar Uffinger Schwammerl...

interhias ⌂, (vor 3668 Tagen) @ UmUlmHerum

Hoffentlich regnet es bald mal wieder!
Viele Grüße – Rika

Servus Rika,

es regnet, da müssen wir viel raus in nächster Zeit!

Deinen Schneckling halte ich für H. poetarum, den Dichter-Schneckling.

H. nemoreus hat einen eingewachsen-faserigen Hut und riecht und schmeckt nach Mehl. Außerdem habe ich diesen Pilz in Oberbayern noch nie bei Buche, sondern immer nur bei Eiche gefunden. Das heißt natürlich nicht, dass er nicht auch mal bei Buche wachsen könnte.

H. poetarum hat zweifellos eine Vorliebe für stattliche Buchen. Ihnen folgt er aber durchaus in die typischen Bergmischwälder mit Tanne, Fichte und Buche am Alpenrand und im Gebirge.

Beste Grüße
Hias

Re: vermutl. Hygrophorus poetarum (Isabellrötl.)

UmUlmHerum, (vor 3667 Tagen) @ interhias

Servus Rika,
es regnet, da müssen wir viel raus in nächster Zeit!
Deinen Schneckling halte ich für H. poetarum, den Dichter-Schneckling.
H. nemoreus hat einen eingewachsen-faserigen Hut und riecht und schmeckt nach
Mehl. Außerdem habe ich diesen Pilz in Oberbayern noch nie bei Buche,
sondern immer nur bei Eiche gefunden. Das heißt natürlich nicht, dass er
nicht auch mal bei Buche wachsen könnte.
H. poetarum hat zweifellos eine Vorliebe für stattliche Buchen. Ihnen folgt
er aber durchaus in die typischen Bergmischwälder mit Tanne, Fichte und
Buche am Alpenrand und im Gebirge.
Beste Grüße
Hias

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Hallo Hias,
DANKE für die (Er-)lösung!

Dank aber auch an Joschi & Stephan, dass Ihr Euch weiter mit diesem Fund (und mir) auseinandersetzt!

Ich hatte gestern Abend schon wieder Stunden mit Netz-Recherchen/Vergleichen/Argumenten usw. verbracht, eine Antwort für Joschi & Stephan angefangen, sie dann aber abgespeichert, weil ich einfach zu müde zum Fertigschreiben war.

Jetzt in Kurzform:
Die Site von den Schweizern (https://www.pilz-baden.ch/galerie/wissenschaftlich/hygrophorus-59/hygrophorus_poetarum-163) beschreibt doch genau meinen Fund. Auf Rudis HP (www.pilzseite.de/Pilzgalerie/Hygrophorus/poetarum/FrameSet.htm) zeigen m.E. die ersten 5 Fotos nicht poetarum – gilbender, flockiger, rosa-orangefarbener Stiel; die Bilder vom Pilzkongress 2002 Graz sind halt sehr gelbstichig (Glühbirnenlicht), aber hier passen die Stiele, ebenso auf Rudis letztem Bild. Den Terpentin-/Orange-Schneckling kenne ich sehr gut, habe hier zwei zuverlässige Stellen unter Weißtanne – der Habitus ist wirklich sehr ähnlich, aber der Geruch/Geschmack ist unverkennbar – da gibt es keine Verwechslungsgefahr. Der Orangene Wiesenellerling ist zierlicher, vor allem dünnfleischiger im Hut, hat gleichmäßigeres & kräftigeres Orange oben wie unten (Lamellen) + Letztere laufen richtig den Stiel runter (und enden nicht ein einer "Schweißnaht").

Wer sich noch bisschen in der "Bestimmungstabelle der größeren Schnecklinge mit roten oder rötlichen Farben (Purpurascentes und Pudorini)" vertiefen möchte: http://www.dgfm-ev.de/sites/default/files/ZP401005Ricek.pdf – Hauptthema ist die Neubeschreibung von H. persicolor durch RICEK im August 1974.

Zurück zum Fund bei Uffing:
Hias kennt diese Voralpen-Bergwälder, seine Habitat-Beschreibung trifft den Fundort sehr gut. Zu Ergänzung die damaligen Begleitpilze: Milchbrätling, Frauentäubling, Buchen-Speitäubling, 100 Meter weiter der hier schon angefragte Kegelhütige Knolli und gezeigte Grüne Knolli, die Schaf- oder Semmelporlinge... ich mach´ jetzt das "cf" weg.

Als Dankeschön für alle Mitwirkenden noch ein paar Bilder – wer mag, der darf Namen nennen:

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Gute Nacht – Rika

P.S.: Fr auf Sa erst mal starker Regen – 10 Liter, Sa tagsüber ±trocken, seit Sa-Abend herrlicher Nieselregen – weitere 18 Liter. Da wird schon was gehen!