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Aus für Morcheln in den Donauauen?

Michi, (vor 3550 Tagen)

Das wars dann wohl mit den Morcheln in den Donauauen...

Etwa die Hälfte der Eschen im Auwald bei Korneuburg sind von dem Pilz Hymenoscyphus pseudoalbidus - auch „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ genannt - befallen.

http://noe.orf.at/news/stories/2819416/

Re: Aus für Morcheln in den Donauauen?

leofelsle, (vor 3550 Tagen) @ Michi

Das wars dann wohl mit den Morcheln in den Donauauen...

...das kann noch ein bißchen dauern. Wir haben bei uns einen Morchelplatz, an dem die zugehörigen Eschen schon vor 10 Jahren gefällt wurden. Dort stehen jetzt Apfelbäume, aber die Morcheln kommen immer noch rund um die Stelle wo früher der Eschenstumpf war, von dem nichts mehr zu sehen ist. Also noch Hoffnung!
Gruß
Michael

Re: Aus für Morcheln in den Donauauen?

Stephan Weißer, (vor 3550 Tagen) @ leofelsle

Hallo Michi,

nach meinen Beobachtungen ist es den Morcheln ziemlich egal, welche Bäume so um sie herumstehen. Viele meinen, Morcheln kämen nur unter Eschen vor. Das stimmt mMn nicht. Ich habe sie auch schon unter Haselnuss, Kiefer, Hartriegel, Eiche (!), Pappel... gefunden (habe ich jetzt auch nichts vergessen?). Es gibt auch Morcheln, die an vollkommen baumfreien Stellen mitten auf der Wiese wachsen.

Wichtiger ist, dass die Bodenverhältnisse passen. Der Boden sollte sandig bis lehmig sein und nicht ganz nährstoffarm, so wie eben im Auwald. Dagegen wird ein gewisses Quantum N-Düngung toleriert, was man an den ab und zu zwischen Brennesseln und Hundehaufen am Straßenrand, d. h. in keinster Weise auwaldähnlichen Standorten wachsenden Exemplaren sieht.

Gehe im Frühjahr ruhig wieder an die dir bekannten Stellen, du wirst sehen, dass sie wieder da sind.

FG
Stephan

Re: Aus für Morcheln in den Donauauen?

Andreas ⌂, (vor 3550 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo,

Gehe im Frühjahr ruhig wieder an die dir bekannten Stellen, du wirst sehen,
dass sie wieder da sind.

kann sein, kann nicht sein ....

Wenn es tatsächlich zu massiven Bestandsveränderungen kommt dort in den Auen - was ich hier nie beobachten konnte, nur sehr junge Eschen entwurzeln aber noch nie habe ich eine alte umgekippte gesehen - wenn es aber so sein sollte, dann wird dieser massive Eingrif in das dort herrschende Biotop mit Sicherheit eine Auswirkung auf das Artengefüge dort haben, insgesamt, nicht nur bei Pilzen. Inwieweit sich die Konkurrenzsituation dann für Morcheln ändert ist kaum absehbar und auch nicht in anscheinnd gleichen Fällen von einem Biotop aufs andere übertragbar. Dazu kennen wir einfach zu wenig von den ganzen Zusammenspielen der Organismen an einem Standort, auch wenn es einige besonders häufig vorkommende Schemata sicherlich gibt.

beste Grüße,
Andreas

Re: Aus für Morcheln in den Donauauen?

leofelsle, (vor 3549 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Michi,
nach meinen Beobachtungen ist es den Morcheln ziemlich egal, welche Bäume so
um sie herumstehen. Viele meinen, Morcheln kämen nur unter Eschen vor. Das
stimmt mMn nicht. Ich habe sie auch schon unter Haselnuss, Kiefer,
Hartriegel, Eiche (!), Pappel... gefunden (habe ich jetzt auch nichts
vergessen?). Es gibt auch Morcheln, die an vollkommen baumfreien Stellen
mitten auf der Wiese wachsen.
Wichtiger ist, dass die Bodenverhältnisse passen. Der Boden sollte sandig bis
lehmig sein und nicht ganz nährstoffarm, so wie eben im Auwald. Dagegen
wird ein gewisses Quantum N-Düngung toleriert, was man an den ab und zu
zwischen Brennesseln und Hundehaufen am Straßenrand, d. h. in keinster
Weise auwaldähnlichen Standorten wachsenden Exemplaren sieht.
Gehe im Frühjahr ruhig wieder an die dir bekannten Stellen, du wirst sehen,
dass sie wieder da sind.
FG
Stephan

hallo Stephan,
ich habe in irgendeiner Veröffentlichung mal die Behauptung gelesen, dass Morcheln dauerhaft (also keine RimuMo) unter 700 m Höhe nur bei Eschen nachgewiesen seien. Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, wer das postuliert hat, aber ich habe bisher keinen Gegenbeweis gefunden. Wo es so aussah, hat sich bei Nachforschungen immer rausgestellt, dass dort zumindestens vor Jahren eine Esche gestanden hat. Aber ich muss zugeben, dass ich da so absolut auch nicht dran glaube..

Gruß
Michael

Re: Aus für Morcheln in den Donauauen?

zuehli ⌂, (vor 3549 Tagen) @ leofelsle

Aber ich muss zugeben, dass ich da so absolut auch nicht dran glaube..

... ich auch nicht!
Erst gestern habe ich einen Fund von Morchella esculenta auf Rindenmulch präsentiert bekommen und in 2012 habe ich die Art im eigenen Garten gehabt. Gewachsen ist die zwischen Pfingstrose und irgendeinem Hecken-Gedöns unter Pflaume. Eine Esche hat da zumindest in den letzten dreißig Jahren in weitem Umkreis keine gestanden.

Beste Grüße
Harald

Re: Aus für Morcheln in den Donauauen?

Andreas ⌂, (vor 3549 Tagen) @ zuehli

Hallo,

Erst gestern habe ich einen Fund von Morchella esculenta auf Rindenmulch
präsentiert bekommen

von welchem Baum stammte die Rinde des Mulches?

beste Grüße,
Andreas

Re: Aus für Morcheln in den Donauauen?

zuehli ⌂, (vor 3549 Tagen) @ Andreas

von welchem Baum stammte die Rinde des Mulches?

Keine Ahnung - natürlich. Glaubst Du, dass es Eschen-Rimu gibt?

Grüße
Harald

Re: Aus für Morcheln in den Donauauen?

Andreas ⌂, (vor 3549 Tagen) @ zuehli

Keine Ahnung - natürlich. Glaubst Du, dass es Eschen-Rimu gibt?
Grüße
Harald

Hallo Harald,

hmm, warum nicht? Ich hab jedenfalls schon Laubholzrindenstücke in Rindenmulch gesehen, genau dann wenn Morchella esculenta drauf wuchs. Das kommt je nicht gerade häufig vor, habs nur zwei mal gesehen, beide male war Laubholzschredder zumindest mit dabei. Damals konnte ich Holz leider noch nicht mikroskopisch bestimmen.
Nachdem die Forstleute ja derzeit Esche ernten auf Teufel komm raus, warum soll nicht Eschenrinde im Mulch sein?

Aber ich glaube auch nicht an eine fixe Bindung mit Esche, aber ich denke das Morchell esculenta s.l. Zersetzungs oder Stoffwechselprodukte ausschließlich von Laubbäumen aufnimmt. esculentas ohne Baum habe ich noch nie gesehen, wenigstens Schlehe war dabei. Wenn Speisemorchel s.l. ohne Baum, dann war es Morchella steppicola (zwei Funde).

beste Grüße,
Andreas

Re: Aus für Morcheln in den Donauauen?

Doris, (vor 3549 Tagen) @ Andreas

Hallo,

Am häufigsten finde ich Speisemorcheln auch unter Eschen und habe letztes Jahr trotz allgemein starkem Morchel-Vorkommen an altbekannten, leider gefällten Eschen keine gefunden, kann natürlich Zufall sein. Das erstemal habe ich gezielt bei alten Apfelbäumen gesucht und wurde prompt an einem fündig, dort war weit und breit keine Esche. Ein Überraschungserlebnis hatte ich am 28.5.16: Auf Kalkschotterweg im sauren Nadelwald, roter Sandstein, Tanne, Fichte, Kiefer, eingstreut Buchen, standen 2 schöne blonde Speisemorcheln. Keine Esche in der Nähe.

Andreas Du kennst den Wald, Ottenbronn Sandsteinseite.

Trotzdem ist es zum heulen, wenn ich die gefällten alten Eschen sehe.

Gruß Doris

Re: Aus für Morcheln in den Donauauen?

interhias ⌂, (vor 3547 Tagen) @ Andreas

Hallo zusammen,

rein gefühlsmäßig würde ich mir um die Morcheln nicht allzu viele Sorgen machen, sie scheinen sich an vom Menschen stark beeinflussten Standorten ganz gut zurechtzufinden.

Echten Anlass zur Sorge gibt das Eschentriebsterben. Wie Andreas schon schreibt, steht ein massiver Eingriff in viele Ökosysteme bevor, wenn diese wichtige und bestandsbildende Baumart ausfallen sollte. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Esche über resistente Individuen wieder regeneriert.

Grüße
Hias

Re: Aus für Morcheln in den Donauauen?

MartinB, (vor 3545 Tagen) @ Andreas

Hallo,

Morcheln sind, wie viele operculate Ascomyceten, auch Pioniere. D.h. sie stürzen sich auf frisch aufbereitete, noch unbesiedelte Substrate (umgepflügte Waldwege etc.). Daher auch Massenauftreten von Spitzmorcheln auf Brandstellen im Nadelwald. Ich selbst habe ein "Massenauftreten" (c. 80 Exemplare) von M. esculenta an einer Stelle (unter Eschen) beobachtet, die ich regelmäßig aufsuche, um nur ein kleines Körbchen zu ernten. Damals wurden scheinbar Eschen gefällt und die Äste in den Wald hinein geschreddert. 90% der Fruchtkörper wuchsen auf diesem "Mulch".

Grüße
Martin

Hallo,
kann sein, kann nicht sein ....
Wenn es tatsächlich zu massiven Bestandsveränderungen kommt dort in den Auen
- was ich hier nie beobachten konnte, nur sehr junge Eschen entwurzeln
aber noch nie habe ich eine alte umgekippte gesehen - wenn es aber so sein
sollte, dann wird dieser massive Eingrif in das dort herrschende Biotop
mit Sicherheit eine Auswirkung auf das Artengefüge dort haben, insgesamt,
nicht nur bei Pilzen. Inwieweit sich die Konkurrenzsituation dann für
Morcheln ändert ist kaum absehbar und auch nicht in anscheinnd gleichen
Fällen von einem Biotop aufs andere übertragbar. Dazu kennen wir einfach
zu wenig von den ganzen Zusammenspielen der Organismen an einem Standort,
auch wenn es einige besonders häufig vorkommende Schemata sicherlich gibt.
beste Grüße,
Andreas

Aus für Morcheln in den Donauauen - zumindest 2017

michel, (vor 3512 Tagen) @ Michi

Auen bis 28. April gesperrt! (in der Gegend gibt es erfahrungsgemäß nach Ende April kaum noch Morcheln) - würde mich interessieren, wie weit das Sperrgebiet reicht.
http://noe.orf.at/news/stories/2826327
allerdings tät ich das mit der Lebensgefahr ein wenig relativieren.
Da hättst schon ein arges Pech, wenn so ein Baum grad in dem Moment zammkracht, wo du drunter stehst.

lg, michel

[image]

Re: Aus für Morcheln in den Donauauen - zumindest

UmUlmHerum, (vor 3511 Tagen) @ michel

Auen bis 28. April gesperrt! (in der Gegend gibt es erfahrungsgemäß nach Ende
April kaum noch Morcheln) - würde mich interessieren, wie weit das
Sperrgebiet reicht.
http://noe.orf.at/news/stories/2826327
allerdings tät ich das mit der Lebensgefahr ein wenig relativieren.
Da hättst schon ein arges Pech, wenn so ein Baum grad in dem Moment
zammkracht, wo du drunter stehst.
lg, michel

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Hallo Michel,

das würde ich alles nicht so eng sehen. In dem Artikel steht, dass der Auwald in erster Linie wegen der Holzarbeiten gesperrt ist, nicht wg. eventuell umfallender Eschen ohne Menschenbeteiligung. Da man die Motorsägen ja gut hört und orten kann, würde ich diese Bereiche einfach großräumig umgehen. Der andere Punkt ist natürlich die Haftung: sollte Dir tatsächlich im gesperrten Gebiet was auf den Kopf fallen, so kannst Du keinerlei Schadensersatzansprüche stellen – logo.

Viele Grüße – Rika

Re: Aus für Morcheln in den Donauauen - zumindest

Matthias, (vor 3511 Tagen) @ UmUlmHerum

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Hallo Michel,
das würde ich alles nicht so eng sehen. In dem Artikel steht, dass der Auwald
in erster Linie wegen der Holzarbeiten gesperrt ist, nicht wg. eventuell
umfallender Eschen ohne Menschenbeteiligung. Da man die Motorsägen ja gut
hört und orten kann, würde ich diese Bereiche einfach großräumig umgehen.
Der andere Punkt ist natürlich die Haftung: sollte Dir tatsächlich im
gesperrten Gebiet was auf den Kopf fallen, so kannst Du keinerlei
Schadensersatzansprüche stellen – logo.
Viele Grüße – Rika

Hallo Rika,
da Morcheln ja recht gross werden braucht man auch ein gescheites Messer zum Ernten :o)
Die Geräusche kommen sicher nicht immer nur von den Waldarbeitern,
viele Grüsse
Matthias

[image]

LOL – für die Riesen-Morcheln in den Pegnitz-Auen?

UmUlmHerum, (vor 3511 Tagen) @ Matthias

- kein Text -

Re: LOL – für die Riesen-Morcheln in den Pegnitz-A

Matthias, (vor 3511 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,
das kleine Pilzmesser ist aus dem Aischgrund in der Nähe von Neustadt, bei mir in Stein gibt es zum Glück nur Steinpilze ;o)
Das macht auch die Bestimmung einfacher, nur wenn man aus Stein rauskommt wird es wieder schwieriger,
viele Grüsse
Matthias

Re: Aus für Morcheln in den Donauauen - zumindest

Manfred, (vor 3509 Tagen) @ michel

Auen bis 28. April gesperrt! (in der Gegend gibt es erfahrungsgemäß nach Ende
April kaum noch Morcheln) - würde mich interessieren, wie weit das
Sperrgebiet reicht.
http://noe.orf.at/news/stories/2826327
allerdings tät ich das mit der Lebensgefahr ein wenig relativieren.
Da hättst schon ein arges Pech, wenn so ein Baum grad in dem Moment
zammkracht, wo du drunter stehst.
lg, michel

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Hallo Michel und alle anderen Morchelfans

Im Auwald der Töss bei Winterthur ist es genau dasselbe - da findet ein regelrechtes Eschenmassaker statt, so dass jedem Naturliebhaber das Herz blutet.
Auf Panikmache wie im Auwald der Donau wird hier allerdings verzichtet - es hat
weder Warntafeln noch Sperrzonen. Hab auch noch nie eine Esche zusammenkrachen sehen - die Gefahr, im Strassenverkehr umzukommen, ist gewiss mindestens hundertmal so gross.
Da nicht alle Eschen von dieser Pilzkrankheit betroffen werden, wird die Natur auf Dauer das Problem wohl selbst in den Griff bekommen. Ich gehe davon aus, dass dies wohl nicht die erste derartige Epidemie in der Geschichte des Waldes ist. Leider dürfte es aber Generationen dauern, bis alles wieder "beim alten" ist.
Für Spitzmorcheln ist es fatal, weil die hier im Flachland an Eschen gebunden sind (ausser RIMUMOS natürlich). Im Gegensatz zu den Speisemorcheln, die auch bei Ulmen und Rosaceengewächsen (Apfelbäume, Weissdornhecken und -gebüsche usw.) auftreten.

LG
Manfred