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Delikate Reizker - nicht so leckere Reizker

Leonie, (vor 9933 Tagen)

Gott zum Gruße!
Leider kann ich bei mir nur Fichtenreizker (Lactarius Deterrimus) finden. Kiefernreizker auch echte Reizker (Lactarius Delicosa) habe ich noch nicht gefunden. Die, als weniger gut geltenden Fichtenreizker habe ich bislang als Bratpilze und eingelegt verwendet. Ich war eigentlich immer zufrieden. Die Bratpilze schmecken zwar etwas harzig, aber gerade das macht doch den besonderen Reiz aus. Dazu die sehr knackige Konsistenz und die orange Farbe, auch meine Gäste waren begeistert. Ich habe allerdings immer nur junge schöne Exemplare gesammelt (Die alten sind eh madig.) und die Milch nicht auslaufen lassen.

Sind denn die Kiefernreizker soviel besser? In alten Pilzbüchern hat man die beiden Arten wohl kaum unterschieden. Was sind Eure Erfahrungen?
Dschüss!

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Re: Delikate Reizker - nicht so leckere Reizker

Boris, (vor 9933 Tagen) @ Leonie

Sind denn die Kiefernreizker soviel besser? In alten Pilzbüchern hat man die beiden Arten wohl kaum unterschieden. Was sind Eure Erfahrungen?
Dschüss!

Hi! Meiner eigenen Erfahrungen nach unterscheiden sich die Pilze lediglich in der Größe. Wenn man das Glück hat echte Kiefernreizker zu finden
ist man mitunter erstaunt. Ich habe schon handspannenbreite Exemplare gefunden, der größte Fichtenreizker den ich bis jetzt gefunden habe war
lediglich halb so groß.

Hier sieht man mal wieder dass Geschmack subjektiv ist. Es gibt Leute die lieben Reizker (z.B. ich, aber nur gebraten) und es gibt Leute denen der
herbe Geschmack und das trockene Fleisch nicht zusagen. Rotfussröhrlinge, Ziegenlippen, Butterpilze, Erdritterlinge, Sandröhrlinge... die Grenze
zwischen lecker und wertlos ist sehr subjektiv und auch vom Alter der Pilze abhängig. Von den obengenannten "Massenpilzen" sollte man nur junge
Exemplare sammeln. Auch ausgewachsene Reizker sind mitunter stark madig.

Pilzkönigin Dähncke schreibt dass sie in Ihren Mischgerichten gewöhnlich um die 50 verschiedene Arten zubereitet. Da koennen dann auch ruhig ein
paar geringwertige dabei sein; der Gesamteindruck ist unnachahmlich. Pilzgeneralist, der ich bin habe ich es bis jetzt nur auf 30 Arten in meinem
besten Mischgericht gebracht... ;-)

Cheers, Boris

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Re: Butterpilz

MUFTI, (vor 9933 Tagen) @ Boris

[..] Butterpilze [..] die Grenze
zwischen lecker und wertlos ist sehr subjektiv [..]

Die Grenze zwischen essbar und giftig
offenbar auch 8-(

Siehe
http://www.pilzepilze.de/paxil.html

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Re: Butterpilz

Boris, (vor 9933 Tagen) @ MUFTI

Die Grenze zwischen essbar und giftig
offenbar auch 8-(

Ich denke im Fall des Butterpilzes ist die Sache noch nicht ganz bewiesen. Wenn der Pilz tatsächlich Allergien hervorruft, dann extrem selten und nur nach tonnenweisem Genuss. Kein Vergleich mit dem Krempling. Wenn man bedenkt dass jeder, und ich meine wirklich jeder Anfänger Butterpilze sammelt muessten Erkrankungen viel häufiger sein.

Ich selbst konsumiere alle Arten von Schmierröhrlingen schon seit Jahren in mäßigen Mengen, meistens als Mischpilz da sie geschmacklich nicht viel hergeben. Mischgerichte sind uebrigens das beste Mittel um nicht zuviele Allergene oder schwache Gifte abzubekommen. Nennt mich verrückt, aber wenn ich nix besseres finde nehme ich auch mal dubiose Pilze wie diverse Rüblingsarten, Holzritterlinge oder den Narzissengelben Wulstling in kleinen Mengen mit in den Topf.

"Allein die Dosis macht dass ein Gift kein Gift ist." Paracelsus

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Re: Butterpilz

Leonie, (vor 9932 Tagen) @ Boris

Also Butterpilze fand ich immer lecker. Da sind nach meiner Meinung Miesmacher am Werk. Schon mit meinen Opa habe ich immer Butterpilze gesammelt. Und der hat die schon immer gesammelt, wahrscheinlich mit seinem Opa der....

Da? du dubiose Pilzarten sammelst finde ich kurios! Obwohl, ich habe schon mal Waldfreundrüblinge verspeist und fand die ok!

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Re: Butterpilz

felix, (vor 9930 Tagen) @ Leonie

Also Butterpilze fand ich immer lecker. Da sind nach meiner Meinung Miesmacher am Werk. Schon mit meinen Opa habe ich immer Butterpilze gesammelt. Und der hat die schon immer gesammelt, wahrscheinlich mit seinem Opa der....
Da? du dubiose Pilzarten sammelst finde ich kurios! Obwohl, ich habe schon mal Waldfreundrüblinge verspeist und fand die ok!

Da nachgewiesenermaßen Allergien jeglicher Art stark zugenommen haben, war auch beim Butterpilz ein Umdenken nötig. Beim sofortigen Verwenden des Begriffs "Miesmachen" würde ich schon vorsichtig sein, da auch vereinzelt aufgetretene allergische Erkrankungen nach dem Genuss des Butterpilzes Berücksichtigung finden müssen. Und diese gibt es tatsächlich.

Kritisch sein - aber in alle Richtungen.

felix

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Re: Butterpilz

Boris, (vor 9930 Tagen) @ felix

Da nachgewiesenermaßen Allergien jeglicher Art stark zugenommen haben, war auch beim Butterpilz ein Umdenken nötig. Beim sofortigen Verwenden des Begriffs "Miesmachen" würde ich schon vorsichtig sein, da auch vereinzelt aufgetretene allergische Erkrankungen nach dem Genuss des Butterpilzes Berücksichtigung finden müssen. Und diese gibt es tatsächlich.

Demnach wäre ich dafür auch den Pfifferling aus der Liste der essbaren Arten herauszunehmen und vorsorglich als potentiellen Giftpilz zu deklarieren da dieser nachweislich schon mehrfach Allergien hervogerufen hat. :-)

Pilze sind hochkomplexe Stoffwechselfabriken und wenn man jedesmal wenn sich eine alte Oma eine Magenverstimmung holt die entsprechende Art als Giftpilz deklariert, dürften am Ende nicht mehr allzuviele übrigbleiben. So bezeichnen einige Autoren den rotstieliegen Ledertäubling oder den Hasenröhrling als unverträglich. In anderen Regionen wo der Verzehr von scharfen Milchlingen und anderen dubiosen Arten üblich ist, lacht man wohl nur über so etwas. Ich empfehle mit kleinen Mengen individuelle Erfahrungen zu sammeln, so habe ich z.B. festgestellt dass ich sehr empfindlich auf die Nebelkappe reagiere und werde diese Art auch nicht mehr sammeln. Selbst Steinpilze und Champignons, die sogar zum Rohgenuss geeignet sind, haben in Einzelfällen schon Probleme verursacht.

Meiner Meinung nach liegt die Zunahme der Allergien in der allgemeinen Umweltbelastung mit Industriemmissionen, Pflanzenschutzmitteln, Nahrungsmittelzusätzen etc. begründet. Da bleibt für Pilzgifte nicht mehr viel Spielraum.

Mahlzeit!
Boris

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Re: Butterpilz

felix, (vor 9930 Tagen) @ Boris

Da nachgewiesenermaßen Allergien jeglicher Art stark zugenommen haben, war auch beim Butterpilz ein Umdenken nötig. Beim sofortigen Verwenden des Begriffs "Miesmachen" würde ich schon vorsichtig sein, da auch vereinzelt aufgetretene allergische Erkrankungen nach dem Genuss des Butterpilzes Berücksichtigung finden müssen. Und diese gibt es tatsächlich.

Demnach wäre ich dafür auch den Pfifferling aus der Liste der essbaren Arten herauszunehmen und vorsorglich als potentiellen Giftpilz zu deklarieren da dieser nachweislich schon mehrfach Allergien hervogerufen hat. :-)
Pilze sind hochkomplexe Stoffwechselfabriken und wenn man jedesmal wenn sich eine alte Oma eine Magenverstimmung holt die entsprechende Art als Giftpilz deklariert, dürften am Ende nicht mehr allzuviele übrigbleiben. So bezeichnen einige Autoren den rotstieliegen Ledertäubling oder den Hasenröhrling als unverträglich. In anderen Regionen wo der Verzehr von scharfen Milchlingen und anderen dubiosen Arten üblich ist, lacht man wohl nur über so etwas. Ich empfehle mit kleinen Mengen individuelle Erfahrungen zu sammeln, so habe ich z.B. festgestellt dass ich sehr empfindlich auf die Nebelkappe reagiere und werde diese Art auch nicht mehr sammeln. Selbst Steinpilze und Champignons, die sogar zum Rohgenuss geeignet sind, haben in Einzelfällen schon Probleme verursacht.
Meiner Meinung nach liegt die Zunahme der Allergien in der allgemeinen Umweltbelastung mit Industriemmissionen, Pflanzenschutzmitteln, Nahrungsmittelzusätzen etc. begründet. Da bleibt für Pilzgifte nicht mehr viel Spielraum.
Mahlzeit!
Boris

Genau dieser Meinung bin ich auch!! Die Schwächung des Immunsystems bei vielen Menschen und die u. a. damit verbundenen Allergien müssen ja eine Ursache haben. Aber mit dieser irgendwie doch logischen Argumentation ernte ich leider viel Kopfschütteln und werde vielleicht als Umweltspinner eingestuft. Was mir aber völlig Wurscht ist.

Lassen wir uns unsere Pilzmahlzeiten und unser schönes Hobby nicht verdrießen!!!!

felix

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Re: Butterpilz

Georg Müller, (vor 9930 Tagen) @ felix

Hi!
So einfach ist die Sache beim Butterpilz nicht. Sicher ist der ein oder andere Pilz
für einige Leute schlecht verträglich (die Nebelkappe und der Hallimasch sind prominente Beispiele),
aber keiner von denen hat eine schwere allergische Reaktion verursacht wie es beim Kahlen Krempling
mehrfach und eben beim Butterpilz (und soviel ich weiss auch Scheidenstreifling) sehr selten passiert ist.

Die Fälle sind in der Literatur dokumentiert und sicher nicht auf die angeblich allgemein zunehmende Schadstoffbelastung
(die im übrigen seit Jahren rückläufig ist) zurückzuführen.

Also: Wenn jemand nach dem Genuss von Butterpilzen irgendwelche Anzeichen von Unwohlsein oder Unregelmässigkeiten
(z.B. roter Urin) feststellt: Den Butterpilz vom Speiseplan streichen! Es gibt genügend andere essbare und wohlschmeckende Röhrlinge.
Ausserdem immer die Schleimschicht abziehen. Es gibt eine schwache Korrelation zwischen Schleim mitessen und
auftretenden Komplikationen.

Georg

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Re: Butterpilz

Boris, (vor 9930 Tagen) @ Georg Müller

Die Fälle sind in der Literatur dokumentiert und sicher nicht auf die angeblich allgemein zunehmende Schadstoffbelastung
(die im übrigen seit Jahren rückläufig ist) zurückzuführen.

Hi, Georg!

Nur mal aus reiner Neugier: Wie viele verbürgte Fälle sind bereits aufgetreten, prozentual umgerechnet auf die Anzahl der potentiellen Butterpilzesser (Die ja eine ganze Menge sind, viele sammeln ja nur Röhrlinge, und von denen sammeln nochmal viele ausschliesslich Steinpilze, Maronen und eben Butterpilze...) Wieviele Todesfälle?

Ich will die Gefahr von nachweislich halbgiftigen Pilzen wie der Frühjahrslorchel oder den Krempling (die Todesfälle verursacht haben) nicht verharmlosen, aber auch keine Panikstimmung schüren. Im übrigen ist durchaus möglich dass genug andere Röhrlinge mit gelatinöser Huthaut oder auch der Samtfußkrempling (der in Frankreich gelegentlich gegessen wird), dieselbe Erkrankung hervorrufen können aber so selten, dass sie einfach noch nicht erkannt wurde.

Im übrigen tritt das Paxillus-Syndrom
1) bevorzugt bei Leuten auf die jahrelang denselben Pilz in grossen Mengen verspeist haben.
2) gewöhnlich nach mehrfachem Unwohlsein nach Pilzmahlzeiten auf. Der schwere immunhämolytische
Anfall tritt gewöhnlich nicht von heut auf morgen auf, vielmehr ist eine andauernde Sensibilisierung
erforderlich.

Also ein Auge aufsperren und die Warnzeichen des Körpers beachten. Ich habe schon von ähnlich spektakulären
Allergien gegen bestimmte Nußeiweiße gehört.

Schöne Grüße, Boris

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Re: Butterpilz und Kahler Krempling

Georg Müller, (vor 9929 Tagen) @ Boris

Die Fälle sind in der Literatur dokumentiert und sicher nicht auf die angeblich allgemein zunehmende Schadstoffbelastung
(die im übrigen seit Jahren rückläufig ist) zurückzuführen.

Nur mal aus reiner Neugier: Wie viele verbürgte Fälle sind bereits aufgetreten, prozentual umgerechnet auf die Anzahl der potentiellen Butterpilzesser

:(Die ja eine ganze Menge sind, viele sammeln ja nur Röhrlinge, und von denen sammeln nochmal viele ausschliesslich Steinpilze, Maronen und eben Butterpilze...)

Wieviele Todesfälle?

Es sind in der Tat nur eine Handvoll Fälle bekanntgeworden. Keiner davon mit Todesfolge.
Aber: Auch der Kahle Krempling galt lange als essbar!!

Im übrigen tritt das Paxillus-Syndrom
1) bevorzugt bei Leuten auf die jahrelang denselben Pilz in grossen Mengen verspeist haben.

Kann sein, kann aber auch nicht sein. Allergische Reaktionen sind heimtückisch.
So ist der einzig bekannte Fall bei dem ein Profimykologe an einer Pilzvergiftung starb,
auf den Kahlen Krempling zurückzuführen. Es war dies der bekannte Täublingsforscher
Julius Schäffer, der Ende der 40er Jahre nach dem Genuss einer Kremplingsmahlzeit an
einem allergischen Schock starb.

Georg.

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Re: Die Dosis macht's ?

MUFTI, (vor 9930 Tagen) @ Boris

"Allein die Dosis macht dass ein Gift kein Gift ist." Paracelsus

Ist diese Einstellung nicht ein bisschen veraltet ?

Beim kahlen Krempling scheint diese Philosophie
nicht besonders gut zu funktionieren...

Ausserdem hab ich mal von einem Hausmittelchen
gehoert, das nuetzlich als "harntreibend" gilt.
Dummerweise produziert es den Harn, indem
es auf mikroskopischer Ebene Teile der Niere
zerstoert.

Von dem Zeug ist auch die kleinste Dosis
schaedlich (d.h. verursacht Schaeden), auch
wenn lange keine ernsthaften Probleme
auftreten.

Andererseits nimmt man an, dass diverse
Giftstoffe beim Rauchen und Saufen auch
auftreten....

Und dann gibt es ja noch die Gifte, die sich
im Koerper anreichern.
Dazu passt auch die Meinung in meinem neuen
Pilzbuch, dass man bei regelmaessigen
Parasol-Mahlzeiten sehr vorsichtig sein soll,
weil die Pilze selber dazu neigen
Cadmium anzureichern 8-(

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Re: Die Dosis macht's ?

Cadmium, (vor 9929 Tagen) @ MUFTI

Hi, Mufti

"Allein die Dosis macht dass ein Gift kein Gift ist." Paracelsus

Ist diese Einstellung nicht ein bisschen veraltet ?
Beim kahlen Krempling scheint diese Philosophie
nicht besonders gut zu funktionieren...

Eigentlich schon. EINE Kremplingsmahlzeit zum Beispiel ist per Definition der Vergiftung unbedenklich. 8-)
Ich gebe zu, was Paracelsus nicht erwähnt ist der kumulative Effekt mancher Gifte. Gyromitrin zum Beispiel wird von der Leber nur langsam abgebaut, daher kommt es bei Frühjahrslorcheln gern zu Vergiftungen wenn im Abstand von einigen Tagen mehrmals Lorcheln gegessen wurden.
Noch problematischer sind die körpereigenen Antikörper bei der Paxillus-Reaktion die jahrelang aktiv bleiben können. Ich überlege gerade ob man den Nachweis derselben im Stil einer Blutgruppen-Kreuzreaktion führen könnte??

Aber generell liegt Paracelsus gar nicht so schlecht. Diesen Effekt macht sich ja z.B. die Homöopathie zunutze die mit Giften in Mikroverdünnung versucht das körpereigene Immunsystem zu stärken.

Ausserdem hab ich mal von einem Hausmittelchen
gehoert, das nuetzlich als "harntreibend" gilt.
Dummerweise produziert es den Harn, indem
es auf mikroskopischer Ebene Teile der Niere
zerstoert.

Würde mich interessieren was das ist. Ein Hausmittel welches ich kenne ist der Wacholder (Juniperus communis) dessen Beeren nachweislich nierengiftig sind und in größeren Mengen genossen Komplikationen verursachen können. Nichtsdestotrotz gibt es eine sehr populäre Kur, bei der man mit einer Beere startet und an jedem Tag die Dosis erhöht bis man auf einem Limit von 20 Beeren pro Tag angelangt ist, danach wird die Dosis wieder gesenkt.
Manchmal ist der menschliche Körper verblüffend anpassungsfähig gegen Gifte wenn man die Dosis langsam genug erhöht. Gute(!) indische Schlangenbeschwörer injizieren sich selbst Kobragift in wachsenden Dosen und machen sich so selbst gegen ihre Lieblinge immun. Schlechte Schlangenbeschwörer ziehen es allerdings vor den Tieren lieber die Giftzähne rauszubrechen... 8-(

Andererseits nimmt man an, dass diverse
Giftstoffe beim Rauchen und Saufen auch
auftreten....

Das kannst du laut sagen.

Und dann gibt es ja noch die Gifte, die sich
im Koerper anreichern.
Dazu passt auch die Meinung in meinem neuen
Pilzbuch, dass man bei regelmaessigen
Parasol-Mahlzeiten sehr vorsichtig sein soll,
weil die Pilze selber dazu neigen
Cadmium anzureichern 8-(

Oops. Gerade beim Parasol habe ich eigentlich noch nichts spektakuläres über Schwermetallfunde gehört. Meines Wissens sind es vor allem folgende Pilze: Marone (Xerocomus badius), Reifpilz (Rozites caperata) und Lacktrichterling (Laccaria spec.) die stark sammeln, speziell bei Cadmium kommen auch noch die gilbenden Anischampignons (Schaf-, Dünnfleischiger- und Schiefknolliger-) dazu.

Ich habe hier einen Text über Cadmium in Pilzen von Rosemarie Dähncke. Ich weiss du magst sie nicht besonders, aber der Pilz-Kompass ist auch das absolute Minimumsbuch. "200 Pilze" ist besser und enthält auch ein schönes Bild vom Gifthäubling!

Ich mag Dähncke sehr wegen der guten Aufnahmen, aber auch weil sie versucht Ängste abzubauen anstatt zu schüren, weil sie die Meinung vertritt dass Pilze für alle da sind, nicht nur für gewisse Leute die meinen die Mykologie sei nur für sie selbst da und die Pilze noch mit dem Elektronenmikroskop traktieren um ein paar Arten mehr herauszubekommen und sich den Entdeckerruhm aufs Banner zu schreiben. Kurzum, ich liebe Dähncke trotzdem oder gerade weil sie so herrlich kontrovers ist! ;-)

Viel Spaß beim Lesen, euer "Lumper", "Mykophage" und "Klugscheisser" Boris!

Cadmiumgehalt in Pilzen

Cadmium war auch schon vor hundert Jahren in Pilzen enthalten. Das beweisen die Trockenpilze (Exsikate), die als Belege in Universitätsherbarien usw. liegen. Man wusste es nur nicht und ass so viele Pilze wie man fand oder Lust hatte. Und es wurden früher viel mehr Pilze gegessen. Von Cadmiumschäden allerdings hat man nie etwas gehört. Nun haben aber die Umweltbelastungen so zugenommen und die modernen Untersuchungsmethoden sich so verbessert, dass man des Essens nicht mehr froh wird. In fast allen getesteten Lebensmitteln sind Schwermetalle und eben auch Cadmium enthalten: Die teure Kalbsleber, Nierchen und auch Gemüsearten sind damit gesättigt, die gesunde Petersilie damit verseucht, kurzum, in allen gebräuchlichen Lebensmitteln kann man Spuren davon finden. Warum sollte man dann gerade auf die wohlschmeckenden Pilze verzichten? Sie enthalten nachweislich weniger Cadmium als die vorgenannten Nahrungsmittel. Lediglich die gilbenden Champignons, als bekanntester der Schaf- oder Anis-Champignon, enthalten mehr Cadmium als die übrigen Pilze. Die dafür zuständigen Wissenschaftler haben errechnet, dass bei Berücksichtigung eines Sicherheitsfaktors und Anrechnung der übrigen cadmiumhaltigen Nahrungsmittel noch immer 250 g von dieser Pilzart pro Woche gegessen werden könnten, ohne dass das Mindestmass an Cadmium im Körper erreicht wird, das zu Störungen führen könnte. Aber das ganze Jahr über, versteht sich, das sind 13 kg allein vom Schafchampignon. Die übrigen Pilze sind harmloser als Gemüse und können in beliebiger Menge verzehrt werden. Lassen Sie sich also keine Angst mehr machen, und geniessen Sie Ihre Pilze gerade wegen des so geringen Cadmiumgehaltes.

Rose-Marie Dähncke, "200 Pilze"

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Cadmium

Boris, (vor 9929 Tagen) @ Cadmium

Oops. Man merkt dass doch am Späten Arbeitsnachmittag die Konzentration nachläßt... 8-)

Don´t panic!
Boris

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Re: Die Dosis macht's ?

MUFTI, (vor 9929 Tagen) @ Cadmium

Dummerweise produziert es den Harn, indem
es auf mikroskopischer Ebene Teile der Niere
zerstoert.

Würde mich interessieren was das ist. Ein Hausmittel welches ich kenne ist der Wacholder (Juniperus communis) dessen Beeren nachweislich nierengiftig sind

Ich kann mich nur noch erinnern, dass es um
Tee von einem Strauch ging, der auch wegen
seinen Beeren bekannt ist. Koennte also gut passen.

Ich weiss du magst sie nicht besonders, aber der Pilz-Kompass ist auch das absolute Minimumsbuch.

Wenn ich ein Buch bedenklich finde, heisst das
noch lange nicht, dass ich den Author nicht mag.
Ich koennte mir z.B. vorstellen, das Kochbuch
zu kaufen...

"200 Pilze" ist besser und enthält auch ein schönes Bild vom Gifthäubling!

Dann verstehe ich immer weniger, dass der Pilz im
"Pilzkompass" nicht erwaehnt wird. Immerhin ist
der Gifthaeubling ein von der frz. Gesellschaft für
Mykologie als tödlich giftig eingestufter Pilz.

Von Cadmiumschäden allerdings hat man nie etwas gehört.

Giftstoffe konnte man frueher nur sehr schlecht
nachweisen. Auch dann, wenn man schon vor der
Leiche gestanden ist. Deswegen kann man auf
das Argument nicht viel geben.

Aber das ganze Jahr über, versteht sich, das sind 13 kg allein vom Schafchampignon.

13 kg Dosenchampignon scheint im Bereich des
moeglichen zu liegen - 250 Gramm die Woche 8-)
Ein Vegetarier kriegt das vermutlich leicht hin.
Und Durchschnittsrechnungen haben auch ihre
Tuecken:
Soweit ich weiss, sind bei vielen Giftstoffen
Kinder wegen des geringeren Koerpergewichts
deutlich mehr gefaehrdet.

Hoffentlich denke ich dran und schreibe den
Text des Pilzbuchs ueber Cadmium im Parasol
heute abend ab....

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Re: Cadmium im Parasol (Quelle)

MUFTI, (vor 9928 Tagen) @ Cadmium

Oops. Gerade beim Parasol habe ich eigentlich noch nichts spektakuläres über Schwermetallfunde gehört.

Der folgende Text stammt aus meinem neuen Pilzbuch
(Edmund Garnweidner, Grosser Naturfuehrer Pilze:
Alle wichtigen Pilze Europas leicht und sicher
bestimmen, ISBN 3-7742-4047-7
(vermutlich 13. Auflage)):

Seite 240:

Schwermetallgehalt: Erst seit kurzer Zeit ist
bekannt, dass manche wildwachsenden Pilze
betraechtliche Mengen der giftigen Schwermetalle
Blei, Quecksilber und von allem Cadmium enthalten.
[..] Deshalb generell vor dem Verzehr vor Pilzen
zu warnen, waere uebertrieben, besonders in
Anbetracht dessen, dass andere Lebensmittel,
insbesondere Leber und Niere, im Vergleich noch
viel hoehere Mengen dieser Schadstoffe enthalten.
Allerdings ist ein staendiger Konsum an Pilzen
durchaus bedenklich, vor allem, wenn die besonders
cadmiumreichen Anisegerlinge (Seite 94) oder
Riesenschirmlinge (Seite 86) verwendet werden.

Auf Seite 86 findet sich dann eine Beschreibung
vom Riesenschirmling/Parasol (Macrolepiota
procera).

Interessant ist natuerlich auch die Frage, ob
das Problem beim nah verwandten (aber von mir
sehr viel haeufiger gefundenen)
Safranschirmling/roetender Schirmling
(Macrolepiota rachodes) auch besteht...

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Re: Delikate Reizker - nicht so leckere Reizker

Leonie, (vor 9932 Tagen) @ Boris

Hi! Meiner eigenen Erfahrungen nach unterscheiden sich die Pilze lediglich in der Größe. Wenn man das Glück hat echte Kiefernreizker zu finden
ist man mitunter erstaunt. Ich habe schon handspannenbreite Exemplare gefunden, der größte Fichtenreizker den ich bis jetzt gefunden habe war
lediglich halb so groß.

Das finde ich erstaunlich. In diversen Pilzbüchern wird das ganz anders beschrieben!!!

Hier sieht man mal wieder dass Geschmack subjektiv ist. Es gibt Leute die lieben Reizker (z.B. ich, aber nur gebraten) und es gibt Leute denen der
herbe Geschmack und das trockene Fleisch nicht zusagen. Rotfussröhrlinge, Ziegenlippen, Butterpilze, Erdritterlinge, Sandröhrlinge... die Grenze
zwischen lecker und wertlos ist sehr subjektiv und auch vom Alter der Pilze abhängig. Von den obengenannten "Massenpilzen" sollte man nur junge
Exemplare sammeln. Auch ausgewachsene Reizker sind mitunter stark madig.

Rotfußrörlinge finde ich scheußlich (wie vergammelter Obstkuchen), Ziegenlippen ok. Butterpilze gut, Sandröhrlinge finde ich geschmacklos, Erdritterlinge hatte ich noch nie, peinlich.

Pilzkönigin Dähncke schreibt dass sie in Ihren Mischgerichten gewöhnlich um die 50 verschiedene Arten zubereitet. Da koennen dann auch ruhig ein
paar geringwertige dabei sein; der Gesamteindruck ist unnachahmlich. Pilzgeneralist, der ich bin habe ich es bis jetzt nur auf 30 Arten in meinem
besten Mischgericht gebracht... ;-)

50 Arten? Das klingt angeberisch. Mein artenreichsten Pilzgericht waren glaube ich 13
Maronenröhrling
Rotkappe
Birkenpilz
Ziegenlippe
Grüngefeldeter Täubling
Frauentäubling
Stockschwämmchen
Perlpilz
Semmelstoppelpilz
Trompetenpfifferling (ein Pilz den ich nicht so übel finde)
Totentrompete
Parasolpilz
Nelkenschwindlinge
Anisegerlinge
War eins meiner schönsten Pilzspaziergänge überhaupt!

Cheers, Boris

Cheers (bist du Queen Fan?) Leonie