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Jahresrückblick 2021 – Myxos

UmUlmHerum, (vor 1736 Tagen)

Hallo im neuen Jahr!
Alle gut angekommen?

Gestern habe ich´s nicht mehr geschafft... dann halt heute: Eine Fotostrecke mit meinen Schleimpilzenfunden in 2021. Viel Spaß damit!

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Nr. 1: 06.02.21 – Brefeldia maxima
Sich bereits auflösende = aussporende Aethalien, im ersten Foto zeigen die Pfeile auf weitere Fruktifikationen – die großen Flatschen in der Stammmitte sind ja nicht zu übersehen, im Zweiten das charakteristische Mikromerkmal, die sogenannten Laternen.

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Nr. 2: 12.06.21 – Lindbladia tubulina
Beginnende Fruktifikation zu Pseudoaethalien, in diesem Zustand noch "nass" (plasmoid), aber schon eindeutig, bestätigt von Lothar.

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Nr. 3: 16.06.21 – Lycogala confusum
Das ist nicht L. exiguum (= wohl ein Fehler im Neubert et. al.), sondern confusum, wie Lothar erklärte. Ich habe diese Art zwar schon regelmäßig seit 10 Jahren, aber nur in einem einzigen Waldgebiet. Immer auf recht morschen Fichtenstubben. Man beachte die pink-violetten Farben der unreifen Aethalien sowie das lila-graue Sporenpulver!

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Nr. 4: 24.06.21- Physarum psittacinum
Im ersten Bild die unreife, noch plasmoide, aber schon gestielte Fruktifikation. Ein paar Tage später waren die Sporocarpien reif – wunderschöne Farben! Ohne Kamera-Tubus kein Stacking... aber man sieht auch so die orangeroten Stiele, die bläulich-irisierende Peridie mit gelb-orangenen Kalkstückchen drauf.

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Nr. 5: 24.06.21 – ein Plasmodium auf Durchreise im gleichen Stubben wie Nr. 4.

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Nr. 6: 26.06.21 – Physarum (cf)viride
Wieder eine noch nicht ganz reife Fruktifikation – ich war mir soo sicher, ich würde sie nach ein paar Tagen (reif) wiederfinden – nada! Aber da sie schon gelbe Kalkschollen im Cortex hat, ist der o.a. Namen ziemlich wahscheinlich.

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Nr. 7: 28.06.21 – Arcyria obvelata
Hier ist die Sache auch ohne Mikro klar. Wenn nur ein wenig Wind weht, ist es gar nicht so einfach, diese langgestreckten Capillitien scharf abzubilden! Rechts oben vermutlich Lasiosphaeria spermoides, rechts unten eine Mollisia.

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Nr. 8: 05.09.21 – Nectriopsis violacea auf Fuligo septica – Violetter Myxomyceten-Pustelpilz auf Gelber Lohblüte – ein Schmarotzer, aber sehr hübsch anzusehen!

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Nr. 9.1: 13.09.21 – Hemitrichia serpula
Diesen auffälligen Schleimpilz wollte ich schon lange mal finden – in 2021 waren die gelb-orangenen Plasmodiocarpien plötzlich auf fast jedem voluminösen, optimal-morschen Buchenholz zu entdecken.

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Nr. 10: 26.09.21 – Fuligo muscorum
Im unreifen Zustand hat man die Chance, diese recht seltene Art zu finden (die beiden ersten Bilder). Diesmal habe ich mir die Stelle gut markiert – aus Erfahrung wird man klug, s.o. – und ein paar Tage später auch wiedergefunden ... mit reifen Aethalien. Ulla Täglich hat sie mir auf der DGfM-Tagung bei Blaubeuren anhand meiner Fotos bestimmt – DANKE!

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Nr. 11: 31.10.21 – Trichia decipiens
Vom Weg aus dachte ich zuerst an eine Farbmarkierung aus der Neon-Sprühdose vom Förster... diese unreifen Sporocarpien leuchten wirklich heftig! Im zweiten Bild eine Gruppe, die schon einen Tick weiter entwickelt ist.

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Nr. 9.2: 07.11.21 – Hemitrichia serpula
Siehe Text zu 9.1 – ich konnte es nicht lassen, immer wieder neue Fruktifikationen zu fotografieren... Das, was da rechts runterhängt und im Wind baumelt, ist übrigens ein ausgesporter Teil des Plasmodiocarps; daneben eine Ascocoryne.

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Nr. 9.3: 17.12.21 – Hemitrichia serpula
Da ist einiges zusammen unterwegs – die H. serpula, alte Hallimasch-Rhizomorphen, umgeben von Merulius tremellosus = schön bizarr.

So, das war nun ein bunter Jahresanfang. Ich hoffe, es hat Euch gefallen, und der eine oder die andere gibt ein kleines Feedback zur Aufmunterung... ich hätte noch eine Menge schöne Bilder, aber es ist halt auch zeitintensiv, so eine Fotostrecke zu basteln.

Viele Grüße – Rika

Re: Jahresrückblick 2021 – Myxos

Dunkelmann, (vor 1735 Tagen) @ UmUlmHerum

Wow, tolle Bilder.

Besonders das orange Gitter gefällt mir!

DKM

Re: Jahresrückblick 2021 – Myxos

42, (vor 1734 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

danke für die tollen Bilder - ich denke, ich werde nacher in den Wald gehen und "Stöckchen umdrehen" spielen.

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

Re: Intarsien-Meister

UmUlmHerum, (vor 1734 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo DKM & Thomas!

Herzlichen Dank für Eure Kommentare! Es wäre schon öd, wenn überhaupt niemand auf so einen Beitrag reagieren würde.

Als Merci noch ein Foto von heute – diese innen braunfaule Eiche ist kürzlich umgefallen. Beteiligt war auf alle Fälle ein Hallimasch, aber mehr zu den Verursachern weiß ich nicht. Ich glaube, da sollte ich noch mal mit den großen Stativ hin, heute habe ich bei trübem Wetter nur aus der Hand geknipst...

Viele Grüße – Rika

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Re: Intarsien-Meister

Peter, (vor 1733 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

tolle "Landkarte"!

Irgendwo hatte ich neulich mal Möbelteile aus genau solchem Holz gesehen. Ich glaube, es war ein Tisch. Hat super ausgesehen.

Freundliche Grüße
Peter

Re: Intarsien-Meister

UmUlmHerum, (vor 1732 Tagen) @ Peter

Hallo Rika,
tolle "Landkarte"!
Irgendwo hatte ich neulich mal Möbelteile aus genau solchem Holz gesehen. Ich
glaube, es war ein Tisch. Hat super ausgesehen.
Freundliche Grüße
Peter

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Hallo Peter,

ja, die Natur schafft schon Meisterwerke! Möbel kann ich mich daraus auch sehr gut vorstellen. Das Problem bei einer event. Verarbeitung von solch verpilztem Holz ist halt die damit verbundene Vermorschung. Man müsste den optimalen Zeitpunkt erwischen, an dem die Verfärbungen schon ausgeprägt = interessant genug sind, aber das Holz noch stabil – sicher nicht einfach. Und dann die Frage: wie sägt man auf, wenn man ja nicht vorher weiß, wie es innen weitergeht. So ein gigantisch gemustertes und relativ größflächiges Stück habe ich noch nie gefunden. Immerhin Eiche, aber die Muster (über einen guten 1/2 m Stammlänge) befinden sich direkt oberhalb der wurzelnahen Bruchstelle – und die ist braunmorsch. Einfacher wird es sein, davon ein schönes Foto-Poster zu drucken. Hätte auch den Vorteil, dass man an die Wand hängen und nicht mit Gruscht zustellen kann ;-).

Viele Grüße – Rika

Re: Intarsien-Meister

leofelsle, (vor 1731 Tagen) @ UmUlmHerum

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Hallo Peter,
ja, die Natur schafft schon Meisterwerke! Möbel kann ich mich daraus auch
sehr gut vorstellen. Das Problem bei einer event. Verarbeitung von solch
verpilztem Holz ist halt die damit verbundene Vermorschung. Man müsste den
optimalen Zeitpunkt erwischen, an dem die Verfärbungen schon ausgeprägt =
interessant genug sind, aber das Holz noch stabil – sicher nicht einfach.
Und dann die Frage: wie sägt man auf, wenn man ja nicht vorher weiß, wie
es innen weitergeht. So ein gigantisch gemustertes und relativ
größflächiges Stück habe ich noch nie gefunden. Immerhin Eiche, aber die
Muster (über einen guten 1/2 m Stammlänge) befinden sich direkt oberhalb
der wurzelnahen Bruchstelle – und die ist braunmorsch. Einfacher wird es
sein, davon ein schönes Foto-Poster zu drucken. Hätte auch den Vorteil,
dass man an die Wand hängen und nicht mit Gruscht zustellen kann ;-).
Viele Grüße – Rika

hallo Rika,
da gibt es schon ein paar Anwendungen. Am bekanntesten sind die Forschungen der Empa, die festgestellt hatte, dass der besondere Klang einer Stradivari auf der Verwendung von Pilzholz beruhte. Sie haben also aus pilzinfizierten Hölzern nach klassischen Bauanleitungen Geigen gebaut und gegen alte Stradivaris blind testen lassen. Das Ergebnis gab ihnen recht. Einzelheiten im Netz. Die Empa nannte das Produkt Mycowood, die Badische Zeitung hatte dafür den neckischen Namen "Geige al funghi".
Ich besitze seit fast 20 Jahren eine Pfeffermühle aus Pilzholz des hessischen Holzkünstlers Peter Hromek. Auch der findet sich im Netz.
Und ich weiss, dass für die Griffschalen hochwertiger handgeschmiedeter Messer Pilzholz angeboten wird.
In allen Fällen gehe ich davon aus, dass die Pilze im Holz durch Dampfsterilisation abgetötet werden, sodass das Holz stabil bleibt.
Möbel habe ich noch nicht gesehen, aber auch noch nicht danach gesucht. Möglich wärs schon..
Liebe Grüße
Michael

Re: Intarsien-Meister *PICs*

UmUlmHerum, (vor 1731 Tagen) @ leofelsle

Hallo Rika,
da gibt es schon ein paar Anwendungen. Am bekanntesten sind die Forschungen
der Empa, die festgestellt hatte, dass der besondere Klang einer
Stradivari auf der Verwendung von Pilzholz beruhte. Sie haben also aus
pilzinfizierten Hölzern nach klassischen Bauanleitungen Geigen gebaut und
gegen alte Stradivaris blind testen lassen. Das Ergebnis gab ihnen recht.
Einzelheiten im Netz. Die Empa nannte das Produkt Mycowood, die Badische
Zeitung hatte dafür den neckischen Namen "Geige al funghi".
Ich besitze seit fast 20 Jahren eine Pfeffermühle aus Pilzholz des hessischen
Holzkünstlers Peter Hromek. Auch der findet sich im Netz.
Und ich weiss, dass für die Griffschalen hochwertiger handgeschmiedeter
Messer Pilzholz angeboten wird.
In allen Fällen gehe ich davon aus, dass die Pilze im Holz durch
Dampfsterilisation abgetötet werden, sodass das Holz stabil bleibt.
Möbel habe ich noch nicht gesehen, aber auch noch nicht danach gesucht.
Möglich wärs schon..
Liebe Grüße
Michael

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Hallo Michael,

von dem Pilzholz für Geigen hatte ich auch schon gelesen – da muss man erst mal auf diese Idee kommen. Die Arbeiten von Peter Hromek, vor allem die Holzgefäße, sind ja toll! Habe gerade seine ganze Homepage + Videos über die Herstellung angesehen: fantastisch! Danke für den Hinweis!

Inzwischen habe ich noch andere Fotos von Pilzholz in meinem Archv gefunden: ein zersägter Buchenstamm (Dezember 2015) am Rande einer Viehweide bei Uffing/Staffelsee. Dieses Holz sieht noch recht stabil aus, da könnte man sicher was draus machen. Aber vermutlich ist es im Ofen gelandet... und man hätte den Festmeter für 50,- Euro haben können.

Tja, inzwischen geht mir dieser Eichenstamm nicht mehr aus dem Kopf...

LG – Rika

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