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Strahlenbelastung von Pilzen

UmUlmHerum, (vor 1144 Tagen)

Hallo miteinander!

Wer sich mal wieder updaten möchte, dem sei der letzte Bericht des Bundesamts für Strahlenschutz über die Pilz-Messwerte von 2019 – 2022 empfohlen:

Pressemitteilung:
https://www.bfs.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/BfS/DE/2022/012.html?cms_pk_campaign=S...

Der komplette Bericht:
https://doris.bfs.de/jspui/bitstream/urn:nbn:de:0221-2022080933632/6/43-22-Pilzbericht_...

Viele Grüße – Rika

Re: Strahlenbelastung von Pilzen

Marcel Weymann, (vor 1141 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,
ich verfolge die Berichte über die radioaktive Verstrahlung seit der Unfall passiert ist.
Dabei ist zunächst zu beachten, dass die radioaktive Wolke damals sehr ungleichmäßig ausgeregnet hat.
Das kann man in der auch jetzt wieder angehängten Karte sehen, die ich seit damals kenne.
Bei mir gibt es in der Nähe einen Bereich mit erhöhter Strahlung: Pirmasens und Umgebung.
Das ist jedoch um Größenordnung niedriger als in der am stärksten belasteten Region, dem Südosten Bayerns.
Man misst nun bis heute Pilzproben ausschließlich aus dem Südosten Bayerns und leitet daraus Handlungsempfehlungen ab.
Es gibt keinen einzigen Messpunkt anderswo.
Damit sind die Messungen und die Handlungsempfehlungen auch nur für Menschen interssant, die dort sammeln. Ich würde dort nach wie vor überhaupt nicht sammeln.
In der Nähe von Pirmasens hat man immer wieder bei Wildschweinen erhöhte Werte gemessen, aktuelles gibt es da aber auch nicht.
Gruß,
Marcel

Re: Strahlenbelastung von Pilzen

UmUlmHerum, (vor 1141 Tagen) @ Marcel Weymann

Hallo Rika,
ich verfolge die Berichte über die radioaktive Verstrahlung seit der Unfall
passiert ist.
Dabei ist zunächst zu beachten, dass die radioaktive Wolke damals sehr
ungleichmäßig ausgeregnet hat.
Das kann man in der auch jetzt wieder angehängten Karte sehen, die ich seit
damals kenne.
Bei mir gibt es in der Nähe einen Bereich mit erhöhter Strahlung: Pirmasens
und Umgebung.
Das ist jedoch um Größenordnung niedriger als in der am stärksten belasteten
Region, dem Südosten Bayerns.
Man misst nun bis heute Pilzproben ausschließlich aus dem Südosten Bayerns
und leitet daraus Handlungsempfehlungen ab.
Es gibt keinen einzigen Messpunkt anderswo.
Damit sind die Messungen und die Handlungsempfehlungen auch nur für Menschen
interssant, die dort sammeln. Ich würde dort nach wie vor überhaupt nicht
sammeln.
In der Nähe von Pirmasens hat man immer wieder bei Wildschweinen erhöhte
Werte gemessen, aktuelles gibt es da aber auch nicht.
Gruß,
Marcel

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Hallo Marcel,

dass nur in SO-Bayern gemessen würde, ist definitiv nicht richtig. Ein Pilz-Kollege (PSV und Kartierer) aus unserem Verein hat bis vor wenigen Jahren im Kreis Biberach jedes Jahr für Messungen gezielt Pilze gesammelt. Es wurden immer verschiedene Arten, darunter natürlich Maronen, bei ihm angefordert. Leider ist er letztes Jahr nach längerer Krankheit verstorben. Insofern habe ich keine aktuellen Angaben...

Meines Erachtens ist die Fall-Out-Karte eine gute Richtschnur zur Einschätzung der Kontamination. Man hat ja vor einigen Jahren von wiss. Seite mit Erstaunen festgestellt, dass sich die radioaktiven Isotope weiterhin hauptsächlich in den oberen 30 cm der Erdschicht befinden und nicht – wie zuerst befürchtet – ins Grundwasser durchgesickert sind. Deshalb sind die Wildschweine (vor allem durch die Hirschtrüffeln) nachwievor stellenweise hoch belastet. Da die Rotten oft weite Strecken wandern, müssen sie vor dem Verzehr auch z.B. im Ulmer Raum getestet werden. Erst letzthin erzählte mir ein Jäger, sie hätten wieder eine Sau mit 2.500 Bq/kg gehabt (Grenzwert zum Verzehr = 600 Bq/kg)... Rehe sind sehr standorttreu, deshalb müssen sie in den weniger kontaminierten Gegenden (z.B. Ulm und nördlich davon) nicht getestet werden.

Viele Grüße – Rika

Re: Strahlenbelastung von Pilzen

Marcel Weymann, (vor 1140 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,
im Bericht steht folgendes:
1 Probenahmeorte im Rahmen des Pilzmessprogramms von 2019 bis heute: 1: Hochstadt; 2: Oberschleißheim; 3: Freising; 4:Siegenburg; 5: Aufham/Högl bei Anger; 6: Schneizlreuth/Oberjettenberg; 7: Bayerisch Eisenstein; 8: Zwieseler
Waldhaus/Nationalpark Bayerischer Wald
Es gibt dann noch eine Karte, auf der man sieht, dass alle Punkte im Südosten Bayerns sind.
Das war schon im letzten Bericht so.
Ich weiß aber nicht, seit wann das so ist.
Gruß,
Marcel

Re: Strahlenbelastung von Pilzen

UmUlmHerum, (vor 1140 Tagen) @ Marcel Weymann

Hallo Rika,
im Bericht steht folgendes: 1 Probenahmeorte im Rahmen des Pilzmessprogramms
von 2019 bis heute: 1: Hochstadt; 2: Oberschleißheim; 3: Freising;
4:Siegenburg; 5: Aufham/Högl bei Anger; 6: Schneizlreuth/Oberjettenberg;
7: Bayerisch Eisenstein; 8: Zwieseler
Waldhaus/Nationalpark Bayerischer Wald
Es gibt dann noch eine Karte, auf der man sieht, dass alle Punkte im Südosten
Bayerns sind.
Das war schon im letzten Bericht so.
Ich weiß aber nicht, seit wann das so ist.
Gruß,
Marcel

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Hallo Marcel,

heute habe ich die Witwe des Biberacher Pilzkollegen besucht und sie noch mal nach den Aufsammlungen befragt: Er war jedes Jahr vom Landratsamt Biberach (liegt südlich der Donau in BaWü, Regierungsbezirk Tübingen) zur Sammlung vorgegebener Arten gebeten (aufgefordert) worden, pro Art sollte er 0,5 kg Frischmaterial abgeben. Was mit diesen Daten in BaWü passiert, weiß ich nicht, aber sie wurden sicher bis 2017 erhoben.

Aus Ulmer Sicht befinden sich die ersten 3 Messpunkte nicht in SO-Bayern :-). Wenn ich die Fall-Out-Rate der Messpunkte 1, 2 und 4 ansehe, so entsprechen sie in etwa dem von Ulm. Am höchsten kontaminiert ist Messpkt. 8, gefolgt von 5 und 7. Ich denke, der Bericht des Bundesamtes bezieht deshalb auf ausgesuchte Messpunkte in Bayern, weil dort (neben SO-BaWü – südl. der Donau) der größte Fall-Out in D war. Die Messpunkte sind von der Belastung her gestreut – damit, finde ich, kann man doch durchaus was anfangen.

Eine Auswertung über ganz D verteilt würde sicher keine anderen Erkenntnisse bringen, nur den Bericht unnötig aufblähen. Am Biberacher Beispiel wollte ich aufzeigen, dass schon auch anderwo weiterhin gemessen wird, man die Sache also im Blick hat.

Was mich diebezüglich aber brennend interessieren würde: Früher hat man in Supermärkten Pfifferlinge meist aus Weißrussland angeboten bekommen. Dieses Jahr habe ich auf den Packungen ausschließlich "Serbien" als Herkunftsland gelesen. Dazu 2 Fragen:
(1) Werden Pfifferlingsimporte an der EU-Grenze bzw. in Deutschland auf Radioaktivität gemessen? Alle/Stichproben?
(2) Kommen die 2023-Pfiffis wirklich aus Serbien oder werden sie da nur umgepackt, weil Weißrussland nicht mehr direkt importieren darf?

Viele Grüße – Rika

Re: Strahlenbelastung von Pilzen

Matthias, (vor 1139 Tagen) @ UmUlmHerum

Was mich diebezüglich aber brennend interessieren würde: Früher hat man in
Supermärkten Pfifferlinge meist aus Weißrussland angeboten bekommen.
Dieses Jahr habe ich auf den Packungen ausschließlich "Serbien"
als Herkunftsland gelesen. Dazu 2 Fragen: (1) Werden Pfifferlingsimporte
an der EU-Grenze bzw. in Deutschland auf Radioaktivität gemessen?
Alle/Stichproben?
(2) Kommen die 2023-Pfiffis wirklich aus Serbien oder werden sie da nur
umgepackt, weil Weißrussland nicht mehr direkt importieren darf?
Viele Grüße – Rika

Hallo Rika,
ich gehe eher von sporadischen Messungen aus und ein neues Etiket ist sicher auch kein Problem. Ich hatte gestern schöne Pfifferlinge in der Beratung, da sieht alles was man egal wo kaufen kann gegenüber traurig aus. Es dauert eben eine Weile von Sammeln über sortieren und transportieren
viele Grüsse
Matthias

Re: Strahlenbelastung von Pilzen

Marcel Weymann, (vor 1139 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,
ich glaube Dir schon, dass in Biberach Messungen gemacht wurden!
Nur finde ich es bedauerlich, dass man nirgendwo Ergebnisse finden kann.
Im Südosten Bayerns gibt es bestimmte Böden und eine bestimmte Bodennutzung.
Der Bericht schreibt zum Beispiel:
"Der langfristige Verlauf der Cs-137-Kontamination wild wachsender Speisepilze ist in Abbildung 6exemplarisch für Maronenröhrlinge (Imleria badia) und Ockertäublinge (Russula ochroleuca) aus dem Untersuchungsgebiet Hochstadt dargestellt. Aufgrund des radioaktiven Zerfalls von Cs-137 (physikalische Halbwertszeit rund 30 Jahre) wäre zwischen 1987 und 2017 ein Rückgang um rund 50 % zu erwarten.
Tatsächlich verringerten sich die Messwerte wesentlich stärker. Dies ist auf die langsame Wanderung von Cs-137 in tiefere Schichten des Waldbodens zurückzuführen. Durch diese Tiefenverlagerung nahm die Kontamination der vom Myzel der jeweiligen Pilzart durchzogenen Bodenschicht ab."
Konkret: Für Maronenröhrlinge ist 1988 ein Wert von 4500 angegeben 2022 einer von ca. 400.
Das kann anderswo anders aussehen, das wüsst ich dann doch gerne genauer.

Wegen der Unsicherheit, ob die denn auch getestet werden, kaufe ich keinerlei Pfifferlinge auf dem Markt. Ich habe zwar einen Geigerzähler zu Hause, aber man bräuchte ein besseres Messgerät und die exakte Messung ist auch dann nicht ganz trivial. Ich wage zu bezweifeln, dass irgend jemand die Pilze korrekt vermisst.
Ein Pfifferling aus der evakuierten Zone wird da wohl zwar auffallen, aber einer mit nur "etwas" erhöhten Werten auch?
In Bayern gibt es meines Wissens Menschen mit einer Sammellizenz. Was ist wenn da jemand an einem der Hotspots in Bayern gesammelt hat?
Deshalb beschleicht mich immer ein ungutes Gefühl, wenn ich in Bayern ein Lokal betrete und es gibt ein Gericht mit Pfifferlingen.
Gruß,
Marcel

Re: Strahlenbelastung von Pilzen

martin.gi, (vor 1139 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo miteinander!
Wer sich mal wieder updaten möchte, dem sei der letzte Bericht des Bundesamts
für Strahlenschutz über die Pilz-Messwerte von 2019 – 2022 empfohlen:
Pressemitteilung:
https://www.bfs.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/BfS/DE/2022/012.html?cms_pk_campaign=S...
Der komplette Bericht:
https://doris.bfs.de/jspui/bitstream/urn:nbn:de:0221-2022080933632/6/43-22-Pilzbericht_...
Viele Grüße – Rika

Hallo. Ich möchte gerne die Aussendung des Gesundheitsministeriums für Österreich vom 24.07.2023 hier verlinken:
https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Strahlenschutz/Lebensmittelueberwach...%C3%A4t-in-Wildpilzen-und-Wildfleisch-aus-%C3%96sterreich.html

Im Artikel ist auch ein Link zur Cäsiumkarte von Ö für den, den es interessiert. Zusammenfassend sollte vom Maronenröhrling die Finger gelassen werden und von Eierschwammerln (Pfifferlinge) aus höher belasteten Gegenden.
LG Martin

Re: Strahlenbelastung von Pilzen

UmUlmHerum, (vor 1139 Tagen) @ martin.gi

Hallo. Ich möchte gerne die Aussendung des Gesundheitsministeriums für
Österreich vom 24.07.2023 hier verlinken:
https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Strahlenschutz/Lebensmittelueberwach...
%C3%A4t-in-Wildpilzen-und-Wildfleisch-aus-%C3%96sterreich.html
Im Artikel ist auch ein Link zur Cäsiumkarte von Ö für den, den es
interessiert. Zusammenfassend sollte vom Maronenröhrling die Finger
gelassen werden und von Eierschwammerln (Pfifferlinge) aus höher
belasteten Gegenden.
LG Martin

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Hallo Martin,

vielen Dank für den interessanten Link!
Von dieser Seite aus habe ich "Lebensmittelüberwachung auf Radioaktivität in Österreich" angeklickt und dort folgenden Satz gefunden, der zumindest die Kontrolle der Importe aus Nicht-EU-Ländern, z.B. Pfifferlinge aus Serbien, beschreibt, Zitat:

"Lückenlose Kontrollen von Wildpilzimporten aus Drittstaaten gemäß den Verordnungen (EG) Nr. 733/2008 und 1635/2006 (Messung direkt an der Zollstelle)."

Nachdem es sich um eine EU-Verordnung handelt, müsste es in D auch so gehandhabt werden... hoffen wir doch.

Viele Grüße – Rika