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Hilfe zum "Voreilenden Ackerling" erbeten

Andi S. aus V., (vor 8551 Tagen)

Hallo liebe Pilzler,
ich habe heute ganz in der Nähe von unserem Haus eine Stelle mit hunderten von Pilzen gefunden, die ich eigentlich sicher als Agrocybe praecox identifiziert habe. Die Pilze wachsen in einer Reihe von Büschen (sehen aus wie Eiben, aber damit kenne ich mich leider nicht aus) und direkt daneben steht eine Weide (mit rundlichen Blättern) und ein Holunderbusch. Der Boden um die Büsche wurde vor längerer Zeit mit Rindenmulch abgedeckt und darin wachsen die Pilze. Alles spricht für Agrocybe praecox, außer zwei Merkmalen, die gemäß der Literatur auf den Südlichen Ackerling passen würden: 1. die Pilze wachsen zum großen Teil büschelig, z.T. sind bis über 30 Pilze mit einer Hutgröße von 3 bis 6 cm an der Stielbasis vereint. 2. bei einigen älteren Pilzen beginnt die Huthaut felderig aufzureißen, wie dies ebenfalls für den Südlichen Ackerling beschrieben wird. Allerdings sprechen der deutliche Mehlgeruch (riecht wie Mairitterling) und die Jahreszeit sehr für den voreilenden Ackerling. Nun die Frage an Euch: Gibt es voreilende Ackerlinge, die so extrem büschelig wachsen? Falls es nicht Agrocybe praecox sein sollte, was könnte es sonst sein?
Danke und Gruß!
Andi S. aus V.

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Re: Hilfe zum "Voreilenden Ackerling" erbeten

Andi S. aus V., (vor 8551 Tagen) @ Andi S. aus V.

Übrigens: Bild Nr. 7 zu Agrocybe praecox vom "Notizbrett" entspricht genau den von mir gefundenen Pilzen.
Andi S. aus V.

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Re: Hilfe zum "Voreilenden Ackerling" erbeten

pilzmel ⌂, (vor 8550 Tagen) @ Andi S. aus V.

Hallo Andi S. aus V. !
Beide angesprochene Ackerlinge kommen in meiner Nachbarschaft vor. Der Südliche ist allerdings ein büscheliger Bewohner von Pappelfüßen und durchschnittlich größer als der Voreilende. Dieser ist ein typischer Mulchbesiedler, der oft so gedrängt wächst, daß viele FK miteinander verkleben. Bei Trockenheit reißt die Huthaut rasch ein. Ich denke also, es ist der Voreilende.
Nebenbei erwähnt sind in diesem Jahr in Nordwestsachsen alle Voreilenden wohl davongeeilt. Kein Pilz weit und breit...
Beste Grüße! pm.

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Re: Hilfe zum "Voreilenden Ackerling" erbeten

Harald Andres Schmid, (vor 8550 Tagen) @ Andi S. aus V.

hallo, Andy
Wie meine Vorposter schon sagten, es ist ziemlich sicher Agrocybe praecox.
Was den Standort unter Eiben betrifft:
Fall der Rindenmulch von den Eiben stammt, ist Vorsicht geboten, falls der "Voreilende" als Speisepilz verwendet wird:
Es ist noch nicht restlos geklärt, inwieweit Pilze die Inhaltsstoffe von giftigen Hölzern aufnehmen.
Beim Schwefelporling z.,B. ist dieser Verdacht ziemlich sicher belegt.
Da gibt es noch viel zu Forschen...
Gruss, Harald Andres

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Re: Hilfe zum "Voreilenden Ackerling" erbeten

Andi S. aus V., (vor 8550 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Herzlichen Dank, Pilzmel und Harald Andres!
Also, das Rindenmulch stammt sicher nicht von den Eibenbüschen (falls es überhaupt welche sind) sondern aus dem Stadtwald. Die Büsche sind erst ca. 1 m hoch und wurden wahrscheinlich gemulcht, um das Unkraut fern zu halten. Ich bin mir inzwischen auch ganz sicher, dass es der Voreilende Ackerling, Agrocybe praecox ist. Aber da es sich hier von der Menge her lohnen würde, die Herdplatte anzuheizen :-) noch eine Frage: Lohnt sich das auch vom Geschmack her? Der Pilz riecht ja fast wie Mairitterling, den ich sehr mag (obwohl hierbei ja die Meinungen weit auseinander gehen). In der Literatur wird Agrocybe praecox teilweise als kein besonders guter Speisepilz beschrieben. Kann jemand etwas dazu sagen, vielleicht jemand, der wie ich auch den Geshmack von Mairitterlingen mag?
Danke und Gruß!
Andi S. aus V.

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Re: Hilfe zum "Voreilenden Ackerling" erbeten

Harald Andres Schmid, (vor 8550 Tagen) @ Andi S. aus V.

noch eine Frage: Lohnt sich
das auch vom Geschmack her? Der Pilz riecht ja fast wie Mairitterling, den
ich sehr mag (obwohl hierbei ja die Meinungen weit auseinander gehen). In
der Literatur wird Agrocybe praecox teilweise als kein besonders guter
Speisepilz beschrieben. Kann jemand etwas dazu sagen, vielleicht jemand,
der wie ich auch den Geshmack von Mairitterlingen mag?
Danke und Gruß!
Andi S. aus V.

hallo,
Beim Mairitterling scheiden sich die Geister:
Guter Speisepilz - ranziger Geschmack.
Ich mag den Mairitterling "klassisch" nicht.
In Essigwasser eingelegt ist er sehr gut als Salat.
An einer Dillsauce ist er eine Delikatesse für mich.
"Voreilende" sind schwieriger:
Für mich hat der Geruch nach Mehl eine Komponente ins Kakaoartige.
Dieser Geschmack bleibt beim Kochen und erinnert an verdorbenen Schokokuchen.
Als Sologericht ist er somit nicht brauchbar. Kann mir nicht vorstellen, dass das jemandem schmeckt.
Ich habe die Pilze aber getrocknet und herausgefunden, dass es sich so um einen ausgezeichneten Würzpilz handelt.
In Fleischsaucen, etc. ausgezeichnet zu gebrauchen, da sehr intensiv und angenehm aromatisch.
Ausserdem manchmal massenhaft zu finden!
Aber eben - Pilze sind Geschmacksache!
Gruss, Harald Andres

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Selbstversuch zum "Voreilenden Ackerling" :-)

Andi S. aus V., (vor 8549 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo zusammen,
gestern habe ich interessehalber die Voreilenden Ackerlinge probiert, nachdem die Pilze ja einen intensiven, für mich angenehmen Geruch verbreiten. Ergebnis: die Pilze schmecken nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut, d.h. sie haben fast gar keinen Geschmack, sind also als Solo-Gericht (wie bereits vom Vorschreiber erwähnt) nicht von Interesse. Von den restlichen Pilzen werde ich mal einige trocknen um zu sehen, ob es dann eine sinnvolle Verwendung dafür gibt.
Gruß Andi S. aus V.

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Re: Selbstversuch zum "Voreilenden Ackerling" :-)

Harald Andres Schmid, (vor 8549 Tagen) @ Andi S. aus V.

Hallo zusammen,
gestern habe ich interessehalber die Voreilenden Ackerlinge probiert, nachdem
die Pilze ja einen intensiven, für mich angenehmen Geruch verbreiten.
Ergebnis: die Pilze schmecken nicht schlecht, aber auch nicht besonders
gut, d.h. sie haben fast gar keinen Geschmack, sind also als Solo-Gericht
(wie bereits vom Vorschreiber erwähnt) nicht von Interesse. Von den
restlichen Pilzen werde ich mal einige trocknen um zu sehen, ob es dann
eine sinnvolle Verwendung dafür gibt.
Gruß Andi S. aus V.

hallo, Andi
Wenn die Pilze fast gar keinen Geschmack hatten, fragt sich, ob du nicht Agrocybe dura erwischt hast, den Rissigen Ackerling.
Er ist etwas fleischiger und härter als der Voreilende.
Der Mehl- bzw. Kakaogeruch ist bei ihm nur schwach.
Das Unterscheidungsmerkmal, das in der Literatur angegeben wird, nämlich dass der Rissige Ackerling eine felderige Huthaut hat, ist Blödsinn. Beide Pilze haben das gleichermassen bei Trockenheit. (siehe mein Bild vom 14.5.)
Gruss, Harald Andres

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Inhaltsstoffe von giftigen Hölzern

Jens ⌂, (vor 8550 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo Harald,

das hört sich interessant an. Weißt Du, wo man derartige Belege bezüglich des Schwefelporlings finden kann?
Wir hatten in Magdeburg heute Museumstag und waren mit einer kleinen Pilzausstellung im Naturkundemuseum anwesend. Da ich auch einen Schwefelporling mitgebracht hatte, gab es immer wieder Diskussionen über seine Verwendung als Speisepilz. Für mich gilt er uneingeschränkt als "jung eßbar"

Gruß Jens

Es ist noch nicht restlos geklärt, inwieweit

Pilze die Inhaltsstoffe von giftigen Hölzern aufnehmen.
Beim Schwefelporling z.,B. ist dieser Verdacht ziemlich sicher belegt.
Da gibt es noch viel zu Forschen...
Gruss, Harald Andres

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Der Text dazu:

Harald Andres Schmid, (vor 8550 Tagen) @ Jens

Hallo Harald,
das hört sich interessant an. Weißt Du, wo man derartige Belege bezüglich des
Schwefelporlings finden kann?

Hallo,
Hier mein Text, publiziert in der April-Ausgabe der SZP:

VERGIFTUNGEN DURCH SCHWEFELPORLING

Ein solcher Titel muss Befremden auslösen. Der Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) ist bekanntlich essbar, zumindest junge, weiche Fruchtkörper, die noch nicht zu Bitterkeit und Zähigkeit neigen. In Amerika wird der Pilz Chicken-Mushroom genannt und als Ersatz für Hähnchenfleisch propagiert. Ein Kollege von mir schwört auf Fondue Bourgouignonne mit Schwefelporlingen. Alles Geschmackssache. Aber trotzdem:
Was soll der haarsträubende Titel?

Merkwürdige Symptome

Beim Herumzappen im Netz mit Hilfe der Suchmaschine Google durchstöbere ich die Archive der Spitäler und Gesundheitsministerien nach Statistiken über Pilzvergiftungen.
Dabei fällt etwas auf: immer wiederkehrende Meldungen über Vergiftungen mit Schwefelporling.
Die beschriebenen Symptome scheinen zuerst sehr uneinheitlich. Mit der Zeit wird jedoch klar, dass weltweit immer wieder das gleiche dokumentiert wird:
Mundtrockenheit, taube Zunge, geschwollene Lippen, Blässe, Schwindel, Durchfall, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Herzrhythmusstörungen, Atemlähmung, erweiterte Pupillen, Erregungszustände mit nachfolgender Ohnmacht bis hin zu Halluzinationen, Aufhebung des Raum-Zeitgefühls, optischen Visionen und Orientierungslosigkeit.
In allen Fällen wird jeweils "individuelle Unverträglichkeitsreaktion" diagnostiziert.
Das mag ja sein. Doch meine Neugier war geweckt.

Der Verdacht

Und dann stiess ich auf einen kleinen Hinweis, der das Ganze schlagartig in einem völlig neuen Licht erscheinen liess:
Schwefelporling, der auf giftigen Hölzern wächst, nimmt angeblich deren Inhaltsstoffe auf!
Hoppla! Von wegen: Individuelle Unverträglichkeit!
Aber stimmt das auch? Und was für giftige Hölzer kämen denn da in Frage? Nun, der "Speiseplan" des Schwefelporlings ist im Internet sehr gut dokumentiert:
Laetiporus sulphureus ist weltweit verbreitet und nicht sehr wählerisch in Bezug auf Hölzer. Er besiedelt sowohl Nadel- wie Laubhölzer und ist ein heftiger Braunfäuleerreger. Zu den bevozugten Wirten auf seinem Speiseplan gehören zum Beispiel Robinien, in deren Beständen er regelrecht wüten kann. Die befallenen Bäume zeigen recht lange wenig Symptome, in der ersten Phase kaum eine Auslichtung der Krone, bleiben auch noch eine Weile standfest und die typische Gelbfärbung der Blätter setzt sehr spät ein.
Auffallender sind die prall-saftigen, gelborangenen Fruchtkörper, die im Alter staubig-weiss werden und wie Reihen blasser Gespenster von den nun toten Baumsäulen herabstarren.
Eines hat der Schwefelporling anderen parasitischen Pilzen voraus: Er ist fähig, auch sehr harte Hölzer zu besiedeln., etwa Eiche, Esskastanie oder - Eibe!!!
Zum zweiten Mal: Hoppla!

Der Totenbaum

Die Eibe - dazu zuerst eine Kindheitserinnerung: eine junge Reiterin am Ufer der Bünz, die - völlig in Panik - versucht, ihr Pferd am Halfter von einer Eibe wegzureissen, an deren Zweigen dieses mit dem Maul herumzupft. Ich, der kleine Bub, lasse im strömenden Regen mein Rad fallen und helfe ihr, das Pferd wegzuziehen. Tage später erfahre ich vom Nachbarbauern, dass der Besitzer das todkranke Tier mit dem Karabiner erschiessen musste.
Eibe! Taxus baccata. Der Kantel-Baum. Vielleicht nicht zufällig finden wir gerade auf Friedhöfen gegen tausend Jahre alte Exemplare des "Totenbaums"...
Man kann tagelang mit der Suchmaschine im Internet Informationen über die Eibe zusammentragen. Auch geschichtlich-toxikologisch ist der strauchartige Baum höchst faszinierend:
Die schon sehr lange bekannten Gifte, (zum ersten Mal von Nikande im Jahre 200 v. Chr. beschrieben), wurden zum Zweck des Selbstmordes und des Mordes, sowie bei den Germanen als Pfeilgift verwendet. Auch seit Alters her für Abtreibungen, was aber bisweilen mit dem Tod von Mutter und Kind endete. Alarmierend für uns Menschen finde ich den Hinweis, dass das Gift der Eibe (Taxin) in die Milch überlebender Weidetiere übergeht.

Ein gefährlicher Irrtum

Schon als kleiner Bub hatte ich folgendes gelernt: Alles an der Eibe ist giftig, ausser die Früchte!
Falsch! Diese sogar in Schulbüchern nachzulesende Weisheit ist eine lebensgefährliche Ungenauigkeit, wie die Vergiftungsstatistiken im Internet beweisen: zwar ist die fleischige Hülle der roten Beere, die den Samen umgibt, ungiftig und sogar gesund (Vitamin C, Mineralien), aber: drei bis fünf der darin befindlichen Kerne, gekaut, ergeben schon eine lebensgefährliche Taxinvergiftung! (ich werde meine alten Schulbücher endlich mal der Altpapiersammlung übergeben).
Doch jetzt kommt es: Vergiftungssymptome durch Taxin:
Anschwellende, rotverfärbte Lippen, Blässe, Schwindel, Durchfall, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Absinken der Körpertemperatur, Herzrhythmusstörungen, erweiterte Pupillen, plötzlicher Tod durch zentrale Atemlähmung oder später durch Leben- oder Nierenversagen.
Hoppla! (zum dritten Mal).
Aber was ist mit: Halluzinationen, Aufhebung des Raum-Zeitgefühls, optischen Visionen und Orientierungslosigkeit? Das kann doch nicht an der Eibe liegen?

Rauschzustände

Ich liess nicht locker, strapazierte Google stundenlang weiter mit Kombinationen von Suchbegriffen. Und siehe da:
Der Medizinprofessor Kukowka an der Universität Greiz entdeckte, daß die Eibe an warmen Tagen ein gasförmiges Toxin abgibt, das im Schatten des Baumes schwebt und bei einem Menschen, der sich unter seinen Zweigen befindet, Halluzinationen hervorrufen kann.
Hoppla! (ich zähle nicht weiter mit).
Und hier noch die Vergiftungsmeldung, die das Ganze abrundet:
Ein kleines Mädchen in Britisch-Kolumbien naschte von den appetitlich aussehenden gelb-orangenen Pilzfruchtkörpern, die sie an einem Baum entdeckt hatte, und kaute längere Zeit darauf herum. In der Folge tauchte sie in eine geistige Zwischenwelt ein, in der sie unansprechbar viele Stunden verblieb. Nachdem sie sich ausgeschlafen hatte, berichtete sie ihre Erfahrung -und: schilderte haargenau die optischen Halluzination und Visionen, wie sie beim Genuss von Psilocybinpilzen auftreten.
Ich bin weit entfernt davon, die Mykologen und Toxikologen, die bei Vergiftungsfällen mit Schwefelporling stets "individuelle Unverträglichkeitsreaktion" diagnostizierten, zu kritisieren. Die von mir zusammengetragenen Spuren "beweisen" im wissenschaftlichen Sinn gar nichts. So liess sich auch nicht jeder eingesehene Bericht auf seinen Wahrheitsgehalt überprüfen.
Trotzdem wäre es sicher lohnend, dass Fachleute aufgrund der obigen Indizienkette die auf giftigen Hölzern gewachsenen Schwefelporlinge toxikologisch genauer erforschen.

Harald Andres Schmid

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Re: Der Text dazu:

Matthias, (vor 8549 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Und dann stiess ich auf einen kleinen Hinweis, der das Ganze schlagartig in
einem völlig neuen Licht erscheinen liess: Schwefelporling, der auf
giftigen Hölzern wächst, nimmt angeblich deren Inhaltsstoffe auf!
Hoppla! Von wegen: Individuelle Unverträglichkeit!
Aber stimmt das auch? Und was für giftige Hölzer kämen denn da in Frage? Nun,
der "Speiseplan" des Schwefelporlings ist im Internet sehr gut
dokumentiert: Laetiporus sulphureus ist weltweit verbreitet und nicht sehr
wählerisch in Bezug auf Hölzer. Er besiedelt sowohl Nadel- wie Laubhölzer
und ist ein heftiger Braunfäuleerreger. Zu den bevozugten Wirten auf
seinem Speiseplan gehören zum Beispiel Robinien, in deren Beständen er
regelrecht wüten kann. Die befallenen Bäume zeigen recht lange wenig
Symptome, in der ersten Phase kaum eine Auslichtung der Krone, bleiben
auch noch eine Weile standfest und die typische Gelbfärbung der Blätter
setzt sehr spät ein.
Auffallender sind die prall-saftigen, gelborangenen Fruchtkörper, die im
Alter staubig-weiss werden und wie Reihen blasser Gespenster von den nun
toten Baumsäulen herabstarren.
Eines hat der Schwefelporling anderen parasitischen Pilzen voraus: Er ist
fähig, auch sehr harte Hölzer zu besiedeln., etwa Eiche, Esskastanie oder
- Eibe!!!
Zum zweiten Mal: Hoppla!

Hallo Harald,
auch die Robinie gehört zu den sehr harten Hölzern,
viele Grüsse
Matthias