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Strafe für Pilzsammler

Leonie, (vor 9903 Tagen)

Gott zum Gruße!
Daß man über die Kriterien, welche Pilze wie geschützt werden sollten, streiten kann ist klar. Wenn ich z. Bsp. an die geschützen Trompetenpfiferlinge denke, die sollten mal hier im STeinbachtal und am Hopfenberg gucken.

Aber sind schon mal Pilzsammler in Deutschland bestraft worden? Oder ist die rote Liste etc. nur pro Forma? Keine Sorge, ich will nicht das letzte Schweinsohr von Niedersachsen ausrupfen!

Übrigens gehen auch viele ungenießbare, für Sammler uninteressante Pilze zurück! Es sind wohl doch eher die vernichteten Biotope (mit Ausnahmen) als die Pilzsammler. Schließlich kommt auch keiner auf die Idee, daß jemand einen Apfelbaum tötet, der Äpfel erntet. Und wir ernten ja nicht das Mycel, sondern nur die Fruchtkörper. Machen eigentlich Schnecken und andere Tiere vor seltenen Pilzen halt? Vielleicht sind die Schnecken Schuld, das viele Pilze immer seltener werden und nicht die Umweltzerstörung.

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Re: Strafe für Pilzsammler

Boris, (vor 9902 Tagen) @ Leonie

Gott zum Gruße!
Daß man über die Kriterien, welche Pilze wie geschützt werden sollten, streiten kann ist klar. Wenn ich z. Bsp. an die geschützen Trompetenpfiferlinge denke, die sollten mal hier im STeinbachtal und am Hopfenberg gucken.
Aber sind schon mal Pilzsammler in Deutschland bestraft worden? Oder ist die rote Liste etc. nur pro Forma? Keine Sorge, ich will nicht das letzte Schweinsohr von Niedersachsen ausrupfen!
Übrigens gehen auch viele ungenießbare, für Sammler uninteressante Pilze zurück! Es sind wohl doch eher die vernichteten Biotope (mit Ausnahmen) als die Pilzsammler. Schließlich kommt auch keiner auf die Idee, daß jemand einen Apfelbaum tötet, der Äpfel erntet. Und wir ernten ja nicht das Mycel, sondern nur die Fruchtkörper. Machen eigentlich Schnecken und andere Tiere vor seltenen Pilzen halt? Vielleicht sind die Schnecken Schuld, das viele Pilze immer seltener werden und nicht die Umweltzerstörung.

Sehe ich ähnlich. Die bunten Farben der Äpfel wie ja auch der Lockgeruch mancher Pilze dienen im Gegenteil dazu Mensch und Tier zu möglichst aktiver Verbreitung anzuregen. Wenn man die Pilze im offenen Korb durch die Botanik trägt oder noch besser ein paar alte Exemplare zerkleinert und verstreut tut man genau das was die Natur beabsichtigt, man verbreitet die Art!

Solange man sich auf einheimische Arten beschränkt macht man damit auch nichts schädliches, im Gegenteil. Die Leute die naturwuechsige Entwicklung, Pflanzensukzession und Biotopkartierung als heilige Kühe vergöttern werden natuerlich vehement dagegen protestieren, macht ja nichts wenn dadurch ein paar Arten aussterben weil Biotope zerstört werden und kein Ersatz geschaffen wird. Ich sage dazu nur: Pflanzensukzessionsforschung gehört auf räumlich beschränkte, markierte Parzellen. Die Tatsache dass alle Naturschutzgebiete mit Seltenen Arten der Leitung solcher Fanatiker unterstehen, entsetzt mich. Viele Standorte wertvoller Pflanzen und Pilze sind durch die Unfähigkeit und Borniertheit der verantwortlichen Leute erloschen oder zumindest gefährdet und wenn es nach eben jenen Leuten geht, werden sie das auch weiterhin bleiben!

Schöne Grüße, Boris

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Re: Strafe für Pilzsammler

Werner Funk, (vor 9902 Tagen) @ Boris

Gott zum Gruße!
Daß man über die Kriterien, welche Pilze wie geschützt werden sollten, streiten kann ist klar. Wenn ich z. Bsp. an die geschützen Trompetenpfiferlinge denke, die sollten mal hier im STeinbachtal und am Hopfenberg gucken.
Aber sind schon mal Pilzsammler in Deutschland bestraft worden? Oder ist die rote Liste etc. nur pro Forma? Keine Sorge, ich will nicht das letzte Schweinsohr von Niedersachsen ausrupfen!
Übrigens gehen auch viele ungenießbare, für Sammler uninteressante Pilze zurück! Es sind wohl doch eher die vernichteten Biotope (mit Ausnahmen) als die Pilzsammler. Schließlich kommt auch keiner auf die Idee, daß jemand einen Apfelbaum tötet, der Äpfel erntet. Und wir ernten ja nicht das Mycel, sondern nur die Fruchtkörper. Machen eigentlich Schnecken und andere Tiere vor seltenen Pilzen halt? Vielleicht sind die Schnecken Schuld, das viele Pilze immer seltener werden und nicht die Umweltzerstörung.

Sehe ich ähnlich. Die bunten Farben der Äpfel wie ja auch der Lockgeruch mancher Pilze dienen im Gegenteil dazu Mensch und Tier zu möglichst aktiver Verbreitung anzuregen. Wenn man die Pilze im offenen Korb durch die Botanik trägt oder noch besser ein paar alte Exemplare zerkleinert und verstreut tut man genau das was die Natur beabsichtigt, man verbreitet die Art!
Solange man sich auf einheimische Arten beschränkt macht man damit auch nichts schädliches, im Gegenteil. Die Leute die naturwuechsige Entwicklung, Pflanzensukzession und Biotopkartierung als heilige Kühe vergöttern werden natuerlich vehement dagegen protestieren, macht ja nichts wenn dadurch ein paar Arten aussterben weil Biotope zerstört werden und kein Ersatz geschaffen wird. Ich sage dazu nur: Pflanzensukzessionsforschung gehört auf räumlich beschränkte, markierte Parzellen. Die Tatsache dass alle Naturschutzgebiete mit Seltenen Arten der Leitung solcher Fanatiker unterstehen, entsetzt mich. Viele Standorte wertvoller Pflanzen und Pilze sind durch die Unfähigkeit und Borniertheit der verantwortlichen Leute erloschen oder zumindest gefährdet und wenn es nach eben jenen Leuten geht, werden sie das auch weiterhin bleiben!
Schöne Grüße, Boris

Hallo Leonie,Boris,
es gibt in Deutschland keine Pilzsammelverbote.
Diese wurden zwar immer nach dem Vorbild von der
Schweiz,von Österreich und Südtirol angedacht,sind
aber nie durchgesetzt worden.Nach meiner Erfahrung
als langjähriger Pilzberater der DGfM weiß ich,daß
der Großteil aller Pilzesucher vernünftig ist und
so gar nie zum Ausrotten der Pilze beitragen kann.
Da sind schon andere,selbstherrliche"Naturschützer"
am Werk,die z.B.das Mähen von Trockenrasenflächen
durch ihren "Biotopschutz"verhindern wollen,schuld
Die Roten Listen sind nicht für den Speisepilzsu-
cher erfunden,sondern den Kartierern und Pilzkund-
lern Hilfestellung zu geben,was sich in der Pilz-
flora verändert.
Bestraft wurden in Deutschland nur Händler oder
Marktbeschicker,die keine zugelassenen Pilzarten
oder verdorbene Ware anboten.
Boris hat mit seiner Meinung recht.Namhafte Myko-
logen fanden sogar das unschöne"Fußballspiel"mit
Pilzen im Waldnicht schädlich.
Also weiterhin einen "Guten"
Ciao
Werner

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Re: Strafe für Pilzsammler

MUFTI, (vor 9900 Tagen) @ Werner Funk

es gibt in Deutschland keine Pilzsammelverbote.

Ich kann mich (in der Zeit lange vor Tschernobyl)
an ein zeitlich begrenztes Pilzsammelverbot im
Schwarzwald erinnern. Da hat wurde allerdings
zwischen nicht Kaiserling und Champignon unterschieden...

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Re: Strafe für Pilzsammler

Werner Funk, (vor 9900 Tagen) @ MUFTI

es gibt in Deutschland keine Pilzsammelverbote.


Ich kann mich (in der Zeit lange vor Tschernobyl)
an ein zeitlich begrenztes Pilzsammelverbot im
Schwarzwald erinnern. Da hat wurde allerdings
zwischen nicht Kaiserling und Champignon unterschieden...

Das war bestimmt nur mal ein regionaler Versuch,
um dann vielleicht groß im Verbot einzusteigen.
Wurde aber als Gesetz nie durchgesetzt!
Ciao
Werner

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Re: Schneckenspekulation...

MUFTI, (vor 9900 Tagen) @ Leonie

Machen eigentlich Schnecken und andere Tiere
vor seltenen Pilzen halt?

Ein kurzsichtiges Argument: Schliesslich kann
man die nicht mit Verbotsschilder aufhalten.
Es gibt genuegend Beispiele ausgestorbener Tier
und Pflanzenarten, bei dem man die natuerlichen
Feinde einfach als Suendenbock fuer uebertriebenes
Jagen/Sammeln missbraucht hat.

Vielleicht sind die Schnecken Schuld, das viele
Pilze immer seltener werden und nicht die
Umweltzerstörung.

Soweit ich weiss, macht zur Zeit in Deutschland
eine neu aus Spanien eingewanderte Schneckenart
Karriere. Ich kann mir aber offen gesagt nicht
vorstellen, dass die fuer einen Pilzrueckgang
verantwortlich gemacht werden kann.
Ueberhaupt muss man sich fragen, ob die Pilzsporen
nicht stabil und klein genug sind, dass sie
auch das Verdauungsystem einer Schnecke
unbeschadet ueberstehen....

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Re: Pilzsammlerspekulation...

Boris, (vor 9900 Tagen) @ MUFTI

Machen eigentlich Schnecken und andere Tiere
vor seltenen Pilzen halt?

Ein kurzsichtiges Argument: Schliesslich kann
man die nicht mit Verbotsschilder aufhalten.

Aber mit Gift! Siehe Maikäferplage. Unsere Politiker sind ja immer gross wenn es darum geht die Symptome zu bekämpfen anstatt was gegen die Ursachen (Grundwasserveränderungen, falsche Aufforstungen etc...) zu tun.

Es gibt genuegend Beispiele ausgestorbener Tier
und Pflanzenarten, bei dem man die natuerlichen
Feinde einfach als Suendenbock fuer uebertriebenes
Jagen/Sammeln missbraucht hat.

Ich denke Leonie hat das in diesem Fall ironisch gemeint. Ich traue allerdings einigen Politikern zu dass sie nur zu gerne so argumentieren. Meine Nachforschungen haben gezeigt dass Tiere und Pflanzen vor allem durch Verlust der Lebensräume aussterben. Bei vielen größeren Tieren und ganz ganz wenigen Pflanzen (Frauenschuh) spielt auch die Dezimierung durch Jagd und Ausgraben eine Rolle. Durch Sammeln von Früchten und Samen jedoch ist meines Wissens noch nie eine Art ausgerottet worden, im Gegenteil: Die bedrohten Pilze und Orchideen gehören zu den Organismen mit dem größten Vermehrungspotential. Was ihnen herzlich wenig nützt wenn die Biotope fehlen.

"Seit Millionen von Jahren sterben Arten aus: Tiere und Pflanzen verschwanden lange Zeit bevor Menschen auf den Plan traten. Was sich jedoch geändert hat, ist die Aussterbens-RATE. In Millionen von Jahren starb durchschnittlich eine Art pro Jahrhundert aus. Die meisten Arten starben jedoch in den letzten dreihundert Jahren aus.

Und die meisten der Arten, die in den letzten dreihundert Jahren ausgestorben sind, verschwanden in den letzten fünfzig Jahren.

Und die meisten der in den letzten fünfzig Jahren verschwundenen Arten starben wiederum in den letzten zehn Jahren aus.

Schon die Erhöhung des Tempos ist erschreckend genug. Wir vernichten heutzutage jährlich mehr als tausend verschiedene Pflanzenarten auf unserem Planeten."

"Die letzten ihrer Art", Douglas Adams & Mark Carwardine