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Vergleich ferrugineus-subtomentosus

Jürgen, (vor 7941 Tagen) @ Christoph G

Hallo Christoph,

mit der Frage habe ich natürlich gerechnet. Das Problem ist, dass viele Autoren sich in ihren Konzeptionen der beiden Arten eklatant unterscheiden. Was der eine als X. ferrugineus deutet (z. B. schön rotbraunhütige Kollektionen mit blauenden Röhren und Fleisch), ziehen andere gerade wegen des starken Blauens zu subtomentosus. Bei mir im Archiv geht`s da auch noch kunterbunt durcheinander.

Was ich dir jetzt an die Hand gebe, könnte in wenigen Jahren wieder überholt sein.

Nach Ladurner/Simonini (2003), die sich als letzte eingehend mit dem Komplex befasst haben, ist X. ferrugineus grob gesagt die mattere/dunklere, weniger gelbe, weniger blauende, eher submontane Art.

Besonders zu beachten:

Xerocomus

ferrugineus

subtomentosus

Poren jung

matt gelb,auf Druck eher bräunend, kaum oder nicht blauend

leuchtend gelb, auf Druck meist schwach bis deutlich blauend

Stielgrundfarbe

bräunlich-beige

v. a. oben deutlich gelb

Stielrippen (wenn vorhanden)

gröber, dunkler, eher kürzer, oft deutlich netzmaschig

schmaler, eher längsrippig

Basalmyzel

gelb, oft stark ausgeprägt

weißlich

Fleisch

weißlich, nicht oder kaum blauend

blass gelblich, im Stiel oben deutlicher gelb, unten braunrötlich, i. d. R. langsam aber deutlich blauend

Sporen

~11,6 x 4,2 µ; Q ~2,8

~12,2 x 4,8 µ; Q ~2,5

Habitat

eher submontan, arme, frische Böden, Nadelwald, Buche (vgl. Boletus calopus)

eher planar/collin, bessere Böden, thermophil, v. a. Eiche und Kastanie (vgl. B. aestivalis)

Beiden Arten gemeinsam ist die starke Veränderlichkeit der Hutfarbe in allen möglichen Braun- und Olivtönen (wobei X. ferrugineus nicht so intensiv gelb ist wie gelegentlich subtomentosus, letzterer aber umgekehrt nicht so dunkel braunoliv wie X. ferrugineus v. a. jung), die rotbraune Subpellis und die variable Ausprägung der Stielrippen.

An Schneckenfraßstellen soll sich die Huthaut nur bei X. ferrugineus spontan neu bilden, nicht aber bei X. subtomentosus.

Mikroskopisch hat X. ferrugineus hat nach Ladurner/Simonini (2003) etwas schlankere Sporen und HDS-Endhyphen.

Wenn ich z. B. Kollektionen von X. ferrugineus aus dem Böhmerwald mit subtomentosus aus thermophilen Wäldern Mainfrankens vergleiche, ist kein Zweifel, dass es sich hier um zwei verschiedene Arten handelt. Problematisch wird die Unterscheidung dort, wo sich die Standorte überschneiden und wenn nur alte Exemplare herangezogen werden können, die sich oft makroskopisch kaum trennen lassen (vgl. z. B. das Bild 9 bei X. subtomentosus mit Bild 8 bei X. ferrugineus!!).

Gruß, Jürgen

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