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Schleierlings-Rätsel: leicht bis schwer (800 KB)

Andreas ⌂, (vor 7789 Tagen)

Hallo,

mal wieder ein Rätsel und nachdem grad die Diskussion um Cortinarius umbrinolens war und um Euch die Freude an Cortinarien nicht zu vermiesen sondern zu zeigen, wie schön die sein können, hier nun 9 Rätsel-Schleierlinge.

Aus allen Untergattung mit Ausnahme von Dermocybe sind Arten dabei und allen gemeinsam ist, dass ihr lateinischer Artname mit "c" anfängt.

1. Einfach, zumindest wenn man's nicht ganz genau nehmen will und diese Art als Sammelart betrachtet. Ansonsten gibt es da recht verwirrende Artkonzeptionen mit großer Artenzahl .... Die Art ist in Buchenwäldern auf Kalk nicht allzu selten

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2. Aufgrund der Farbkombination eindeutige Art, sollte auch nicht schwierig zu bestimmen sein. Zumindest wenn man die Untergattung weiß.

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3. Größe und Velumfarbe sind für diese Art zum Bestimmen ausschlaggebend. Sie wächst in Laub- und Nadelwäldern auf Kalk

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4. Einer der wenigen schön gefärbten Phlegmacien aus sauren Nadelwäldern und hier zumindest im Bergland nicht allzu selten. Bei genauer Betrachtung der Merkmale gut kenntlich und somit recht einfach zu bestimmende Art.

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5. Auch aus dem sauren Nadelwald, mit einem typischen Geruch, der bei HORAK falsch als "Geruch nach Rauch (Dampflokomotive)" angegeben ist. DIe Art riecht nach heißem gefetteten Eisen, wie bei Dampflokomotiven üblich, aber nicht nach deren Rauch!

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6. Schon recht schwierig, aber wenn man die Art ein paar Mal gesehen hat prägt sie sich ein. Kann sehr groß werden und reagiert mit Formalin lebhaft lilarosa.

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7. Selten und wenig bekannt, erst 1983 beschrieben. Aufgrund des gummiartig biegsamen und etwas hygrophanen Hutes (trotzdem ein Phlegmacium!) eigentlich unschwer erkennbar.

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8. Schwierig! Eine Frühsommerart die regelmäßig schon ab Juni vorkommt. Meist wird sie in der falschen Untergattung gesucht. Genau hingucken!

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9. Zum Schluß noch eine charakteristische Telamonie aus Laubwäldern auf Kalkboden. Sie dürfte recht selten sein, wird aber sicher oft nicht erkannt. Wenn sie aber so typisch ausgebildet ist wie hier, dann kann man sie kennenlernen. Gehört einer sehr schwierigen Gruppe innerhalb der Telamonien an.

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Na denn, nun ratet nal schön!

beste Grüße,
Andreas

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Nachtrag: Bilder sind bis auf 6. von A. Bollmann!

Andreas ⌂, (vor 7789 Tagen) @ Andreas

- kein Text -

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Ah schön...

Christoph G, (vor 7789 Tagen) @ Andreas

... ich probiers mal... hab allerdings grad nix zum nachgucken also alles aus dem hohlen Bauch.

Hallo,
mal wieder ein Rätsel und nachdem grad die Diskussion um Cortinarius
umbrinolens war und um Euch die Freude an Cortinarien nicht zu vermiesen
sondern zu zeigen, wie schön die sein können, hier nun 9
Rätsel-Schleierlinge.
Aus allen Untergattung mit Ausnahme von Dermocybe sind Arten dabei und allen
gemeinsam ist, dass ihr lateinischer Artname mit " c " anfängt
.
1. Einfach, zumindest wenn man's nicht ganz genau nehmen will und diese Art
als Sammelart betrachtet. Ansonsten gibt es da recht verwirrende
Artkonzeptionen mit großer Artenzahl .... Die Art ist in Buchenwäldern auf
Kalk nicht allzu selten

C. caerulescens


2. Aufgrund der Farbkombination eindeutige Art, sollte auch nicht schwierig
zu bestimmen sein. Zumindest wenn man die Untergattung weiß.

C. croceocaeruleus

3. Größe und Velumfarbe sind für diese Art zum Bestimmen ausschlaggebend. Sie
wächst in Laub- und Nadelwäldern auf Kalk

Fällt mir grad nix ein

4. Einer der wenigen schön gefärbten Phlegmacien aus sauren Nadelwäldern und
hier zumindest im Bergland nicht allzu selten. Bei genauer Betrachtung der
Merkmale gut kenntlich und somit recht einfach zu bestimmende Art.

C. cumatilis

5. Auch aus dem sauren Nadelwald, mit einem typischen Geruch, der bei HORAK
falsch als "Geruch nach Rauch (Dampflokomotive)" angegeben ist.
DIe Art riecht nach heißem gefetteten Eisen, wie bei Dampflokomotiven
üblich, aber nicht nach deren Rauch!

C. callisteus

6. Schon recht schwierig, aber wenn man die Art ein paar Mal gesehen hat
prägt sie sich ein. Kann sehr groß werden und reagiert mit Formalin
lebhaft lilarosa.

Die Bilder von dem und dem nächsten, hab ich glaub ich schon mal gesehen, aber keine Ahnung momentan.


7. Selten und wenig bekannt, erst 1983 beschrieben. Aufgrund des gummiartig
biegsamen und etwas hygrophanen Hutes (trotzdem ein Phlegmacium!)
eigentlich unschwer erkennbar.

8. Schwierig! Eine Frühsommerart die regelmäßig schon ab Juni vorkommt. Meist
wird sie in der falschen Untergattung gesucht. Genau hingucken!

9. Zum Schluß noch eine charakteristische Telamonie aus Laubwäldern auf
Kalkboden. Sie dürfte recht selten sein, wird aber sicher oft nicht
erkannt. Wenn sie aber so typisch ausgebildet ist wie hier, dann kann man
sie kennenlernen. Gehört einer sehr schwierigen Gruppe innerhalb der
Telamonien an.

Da pass ich bei beiden... :-((


Na denn, nun ratet nal schön!

Schönes Rätsel - danke!

beste Grüße,
Andreas

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Re: Schleierlings-Rätsel: leicht bis schwer (800 K

Rudi, (vor 7789 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

Muss gleich weg, meine Frau ruft schon,

deshalb schnell:

1.caeruescens
2. croceocaeruleus
3. cotoneus
4. cumatilis
5. callisteus
6. caninus
7. camptoros
8. ceineahnung
9. candelaris

Grüße rudi

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Re: Schleierlings-Rätsel: Auflösung

Andreas ⌂, (vor 7787 Tagen) @ Andreas

Hallo,

hier die Auflösung. Rudi hatte die ersten 7 richtig, toll!

1. Einfach, zumindest wenn man's nicht ganz genau nehmen will und diese Art
als Sammelart betrachtet. Ansonsten gibt es da recht verwirrende
Artkonzeptionen mit großer Artenzahl .... Die Art ist in Buchenwäldern auf
Kalk nicht allzu selten

Cortinarius caerulescens agg. (Blaufleischiger Klumpfuß)
Vorsichtshalber hatte ich ja geschrieben, dass man den Fund als Sammelart ansehen soll und Günter Saar machte mich drauf aufmerksam, dass es sich wahrscheinlich nicht um C. coerulescens im engen Sinne handeln würde.

2. Aufgrund der Farbkombination eindeutige Art, sollte auch nicht schwierig
zu bestimmen sein. Zumindest wenn man die Untergattung weiß.

Cortinarius croceocaeruleus (Safranblauer Schleimfuß)

3. Größe und Velumfarbe sind für diese Art zum Bestimmen ausschlaggebend. Sie
wächst in Laub- und Nadelwäldern auf Kalk

Cortinarius cotoneus (Olivbrauner Raukopf)
Die stattliche Größe und das braune Velum sind charakteristisch, ferner der dumpfe, rettichartige Geruch (nicht nach Petersilie wie C. melanotus)

4. Einer der wenigen schön gefärbten Phlegmacien aus sauren Nadelwäldern und
hier zumindest im Bergland nicht allzu selten. Bei genauer Betrachtung der
Merkmale gut kenntlich und somit recht einfach zu bestimmende Art.

Klar, das ist Cortinarius cumatilis (Taubenblauer Schleimkopf)

5. Auch aus dem sauren Nadelwald, mit einem typischen Geruch, der bei HORAK
falsch als "Geruch nach Rauch (Dampflokomotive)" angegeben ist.
DIe Art riecht nach heißem gefetteten Eisen, wie bei Dampflokomotiven
üblich, aber nicht nach deren Rauch!

Cortinarius callisteus (Rhabarberfüßiger Raukopf).
Die Nomenklatur und Artabgrenzung ist etwas verworren in der Gruppe, möglicherweise sollten die meisten unserer Funde C. citrinofulvescens Moser genannt werden.

6. Schon recht schwierig, aber wenn man die Art ein paar Mal gesehen hat
prägt sie sich ein. Kann sehr groß werden und reagiert mit Formalin
lebhaft lilarosa.

Rostbrauner Dickfuß (Cortinarius caninus), eine typische Art unter junger Fichten auf saurem Boden. Kann bis 15 cm Hutdurchmesser und fast 20 cm Stielhöhe bekommen!

7. Selten und wenig bekannt, erst 1983 beschrieben. Aufgrund des gummiartig
biegsamen und etwas hygrophanen Hutes (trotzdem ein Phlegmacium!)
eigentlich unschwer erkennbar.

Elastischer Klumpfuß (Cortinarius camptoros). Der merkwürdig elastische und recht deutlich hygrophane Hut sind wirklich auffallende Merkmale, dazu die schön blauen Lamellen (oft nur die Schneide).

8. Schwierig! Eine Frühsommerart die regelmäßig schon ab Juni vorkommt. Meist
wird sie in der falschen Untergattung gesucht. Genau hingucken!

Das ist meiner Meinung nach der Olivgelbe Raukopf (Cortinarius colymbadinus). Dass es ein Raukopf ist sieht man an zweien der Pilze ganz gut, zumindest am Hutrand. Dazu das grüngelbe Velum (Stielbasis!). Die Abgrenzung von C. zinziberatus ist schwierig und auch C. isabellinus ist wohl nur ein Synonym.

9. Zum Schluß noch eine charakteristische Telamonie aus Laubwäldern auf
Kalkboden. Sie dürfte recht selten sein, wird aber sicher oft nicht
erkannt. Wenn sie aber so typisch ausgebildet ist wie hier, dann kann man
sie kennenlernen. Gehört einer sehr schwierigen Gruppe innerhalb der
Telamonien an.

Das ist der Kegelige Gürtelfuß (Cortinarius conicus). Ein Vertreter der hinnuleus-Gruppe, der auch den typischen Staubgeruch hat und die entfernten Lamellen. Hutform, Färbung, schwaches Velum und Mikromerkmale sind aber verschieden. Außerdem kommt die Art in besseren Laubwäldern vor, möglicherweise ist sie etwas wärmeliebend.

beste Grüße,
Andreas

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Danke Andreas , immer wieder lehrreich...

Christoph G, (vor 7787 Tagen) @ Andreas

... und ich hoffe die "spärliche" resonanz hält dich nicht davon ab, wieder mal ein Rätsel zu machen. Ich freu mich immer drüber!

LG Christoph

Hallo,
hier die Auflösung. Rudi hatte die ersten 7 richtig, toll!
Cortinarius caerulescens agg. (Blaufleischiger Klumpfuß)
Vorsichtshalber hatte ich ja geschrieben, dass man den Fund als Sammelart
ansehen soll und Günter Saar machte mich drauf aufmerksam, dass es sich
wahrscheinlich nicht um C. coerulescens im engen Sinne handeln würde.
Cortinarius croceocaeruleus (Safranblauer Schleimfuß)
Cortinarius cotoneus (Olivbrauner Raukopf)
Die stattliche Größe und das braune Velum sind charakteristisch, ferner der
dumpfe, rettichartige Geruch (nicht nach Petersilie wie C. melanotus)
Klar, das ist Cortinarius cumatilis (Taubenblauer Schleimkopf)
Cortinarius callisteus (Rhabarberfüßiger Raukopf).
Die Nomenklatur und Artabgrenzung ist etwas verworren in der Gruppe,
möglicherweise sollten die meisten unserer Funde C. citrinofulvescens
Moser genannt werden.
Rostbrauner Dickfuß (Cortinarius caninus), eine typische Art unter junger
Fichten auf saurem Boden. Kann bis 15 cm Hutdurchmesser und fast 20 cm
Stielhöhe bekommen!
Elastischer Klumpfuß (Cortinarius camptoros). Der merkwürdig elastische und
recht deutlich hygrophane Hut sind wirklich auffallende Merkmale, dazu die
schön blauen Lamellen (oft nur die Schneide).
Das ist meiner Meinung nach der Olivgelbe Raukopf (Cortinarius colymbadinus).
Dass es ein Raukopf ist sieht man an zweien der Pilze ganz gut, zumindest
am Hutrand. Dazu das grüngelbe Velum (Stielbasis!). Die Abgrenzung von C.
zinziberatus ist schwierig und auch C. isabellinus ist wohl nur ein
Synonym.
Das ist der Kegelige Gürtelfuß (Cortinarius conicus). Ein Vertreter der
hinnuleus-Gruppe, der auch den typischen Staubgeruch hat und die
entfernten Lamellen. Hutform, Färbung, schwaches Velum und Mikromerkmale
sind aber verschieden. Außerdem kommt die Art in besseren Laubwäldern vor,
möglicherweise ist sie etwas wärmeliebend.
beste Grüße,
Andreas

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Re: Schleierlings-Rätsel: Auflösung

Rudi, (vor 7787 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
Danke für deine Bilder, bin schon gespannt auf die Fortsetzung.
Bei colymbadinus bin ich etwas verwirrt, hauptsächlich wegen der Abbildungen im Netz, z.B.:
http://www.swefungi.se/PAGES_AC/Cortinarius_colymbadinus2.html
und:
http://www.swefungi.se/PAGES_AC/Cortinarius_colymbadinus.html

Die schauen so irgendwie anders aus, insbesondere die Stielbekleidung.
Auch die knollige Stielbasis (ist die typisch?) ist dort nicht zu sehen ( schwedische Erntetechnik?).
Vielleicht hast du noch ein paar Mikromerkmale und Habitatansprüche parat?

Danke und Grüße Rudi