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Täublinge

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Hallo Pilzler,

da es bei uns in Mittelthüringen schon wieder staub trocken ist, die Röhrlinge und andere Genossen auf sich waren lassen, habe ich mich dazu entschlossen, mich mal näher mit den Täublingen zu beschäftigen, da es außer denen fast gar nix gibt momentan.
In den vergangen Jahren bin ich an den Russula-Arten mehr oder weniger vorbeigegangen, aber gerade die haben es ja in sich.

Man will sich ja schließlich weiterbilden!

Nach dem vorige Woche der Apfel-Täubling den Anfang machte
folgen nun 4 verschiedene Täublinge die ich glaube richtig bestimmt zu haben.
Bitte korrigiert mich so gut es geht.

Die ersten beiden sind von heute:

Nr. 01

Speisetäubling (Russula vesca)

Standort: Bundsandstein, im Moos Umgeben von Kiefern
Hut: fleischfarben bis fleischbraun, stellenweise mit rosa und violetten Tönen,

Huthaut matt, stellenweise den Rand nicht ganz erreichend, Huthaut ein

drittel abziehbar

Lamellen: brüchig, weiß, beige bis Margarine-Farben, mit dunklen rost-ähnlichen Flecken

Siel: weiß, am Ende mit ockergelben Flecken
Geschmack: mild, nussig

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Nr. 02

Orangeroter Graustiel-Täubling (Russula decolorans)

Standort: Bundsandstein, im Moos bei Heidelbeere Umgeben von Fichten
Hut: gelborange bis orangerot, Huthaut glänzend, komplett abziehbar, darunter keine Verfärbung - also rein weiß
Lamellen: eng stehend, brüchig, weiß
Stiel: weiß ohne Hauch (im Gegensatz zum Apfeltäubling) Innen ist die Konsistenz Watteartig

Eine Grau-Verfärbung konnte ich am gesamten Pilz nicht feststellen.

Geschmak: Mild - auf der Zungenspitze etwas scharf
Sieht dem Apfeltäubling verdammt ähnlich nur war dieser deutlich widerlich im Geschmack und der Stiel war rosa überhaucht.

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Jetzt 2 Täublinge aus dem Archiv von 2004

Nr. 03 Frauentäubling (Russula cyanoxantha)

Hut: violett, purpurn, merhrfarbig
Lamellen: Elastizität hab ich nicht getestet (schäm) , weiß bis Butter-Gelb
Fleisch: weiß, fest, ohne Verfärbung
Geschmack: mild, nussig

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Nr. 04 Gelber Graustiel-Täubling (Russula claroflava bzw. R. flava)

Hut: leuchtend dotter- bis chromgelb
Lamellen: eng stehend, brüchig, weiß
Siel: weiß, fest, im unteren Teil grauend
Geschmack: mild bis leicht scharf

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Ansonsten scheint es ja im Süden jetzt loszugehen, leider ist ein weiterer Pfifferlingsschub ausgeblieben, und die Perlpilze gammeln und trocknen im Jungstadium vor sich hin.

Heul....

Beste Grüße
Felix

Re: Täublinge

() @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,

zunächst mal muss man vorausschicken, dass vielfach bei den Täublingen ohne Kenntnis der Mikromerkmale keine Bestimmung möglich ist. Das zweite ganz wichtige ist die Sporenpulverfarbe, also UNBEDINGT Sporenpulver auf ein weißes Papier fallen lassen (ich nehme einen Objektträger, den kann man dann über den Farbtabellen hin- und herschieben).

Speisetäubling (Russula vesca)

Ausgeschlossen, weil der Speise-Täubling weißes Sporenpulver hat und daher keine gelblichen Lamellen bekommt (genau wie der Frauen-Täubling). Dein Fund gehört offensichtlich in die Griseinae und wenn Du ihn nicht gerade im Nadelwald gefunden hättest sondern Eichen oder Pappeln dabeigestanden hätten, dann hätte ich ihn mal als medullata-verdächtig eingestuft.
Schade dass kein Beleg dazu da ist, die Art scheint aus Thüringen noch nicht bekannt zu sein. Ich denke allerdings, sie wird des öfteren übersehen.

Orangeroter Graustiel-Täubling (Russula decolorans)
Standort: Bundsandstein, im Moos bei Heidelbeere Umgeben von Fichten
Hut: gelborange bis orangerot, Huthaut glänzend, komplett abziehbar, darunter
keine Verfärbung - also rein weiß
Lamellen: eng stehend, brüchig, weiß
Stiel: weiß ohne Hauch (im Gegensatz zum Apfeltäubling) Innen ist die
Konsistenz Watteartig
Eine Grau-Verfärbung konnte ich am gesamten Pilz nicht feststellen.
Geschmak: Mild - auf der Zungenspitze etwas scharf
Sieht dem Apfeltäubling verdammt ähnlich nur war dieser deutlich widerlich im Geschmack und der Stiel war rosa überhaucht.

Ich halte das trotzdem für einen Apfel-Täubling. Der kommt von mild bis ganz ordentlich schärflich vor und das rot am Stiel kann er haben oder auch nicht. Eine sehr veränderliche Art!

Nr. 03 Frauentäubling (Russula cyanoxantha)

Kann aufgrund der gelben Lamellen nicht sein, auch der Hut scheint mit etwas zu matt zu sein (ist aber nicht gut zu sehen).
Keine Ahnung, kann alles mögliche sein.

Nr. 04 Gelber Graustiel-Täubling (Russula claroflava bzw. R. flava)

Den Hutfarben auf meinem Monitor nach wäre das nun für mich der Orangerote Graustieltäubling. R. claroflava ist wirklich extrem leuchtend chromgelb, tut fast schon im Auge weh ;-). Er wächst im Übrigen ausschließlich mit Birke zusammen, der Orangerote mit Kiefer.

beste Grüße,
Andreas

Re: Täublinge

() @ Andreas

Hallo Andreas,

erstmal danke danke für deine ausführliche Antwort.
Ich habe mich erstmal schlau gemacht und mich eben über die Sektionen und Untersektionen informiert. Griseinae > Das sind die grün
gefärbten Arten mit meist leicht schärflichem Geschmack und cremegelbem Sporenstaub > Richtig?

Da ich die Exemplare noch habe, hab ich soeben ein Sporenabdruck angesetzt!

Ich werde die Farbe so gut es geht nachreichen.
Hat denn der Ockersporiger Speisetäubling auch das Merkmal, dass die Huthaut den Rand nicht ganz erreicht?

Doch der Apfeltäubling - hatte das nach dem Vergleich mit dem Fund vom Freitag schon vermutet.

Den violetten lassen wir mal außen vor.........

Da Nr. 04 aus dem selben Wald stammt (Kiefer) ist dies dann vermutlich der Orangerote Graustieltäubling.

Danke fürs erste, bin wieder sehr fazniniert und etwas schlauer.
Hätte Mykologie studieren sollen und nicht Medientechnologie.....

Beste Grüße
Felix

Re: Täublinge

() @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,

erstmal danke danke für deine ausführliche Antwort.
Ich habe mich erstmal schlau gemacht und mich eben über die Sektionen und
Untersektionen informiert. Griseinae > Das sind die grün
gefärbten Arten mit meist leicht schärflichem Geschmack und cremegelbem
Sporenstaub > Richtig?

Grün muss nicht immer sein, violett ist fast immer (auch) dabei. Eigentlich so etwa das cyanoxantha-Spektrum, wobei es auch sehr helle, fast milchigweiße Arten dabei gibt (galochroa, faustiana). Leicht schärflicher Geschmack stimmt für seine feine Zungen, nicht für meine. Mir sind die immer mild. Tanja kann aber z.B. grisea anhand der für sie deutlichen Schärfe blind und sicher von cyanoxantha unterscheiden - ich nicht :-(

Da ich die Exemplare noch habe, hab ich soeben ein Sporenabdruck angesetzt!

Wäre schön wenn Du einen trocknen würdest, in der Gruppe sind neben den sowieso immer wichtigen Sporenmerkmalen auch die Elemente der Hutdeckschicht wichtig. Falls also medullata-verdacht bestehen bleibt, dann sollte man das Exsikkat jemandem kompetentem zu nachbestimmen übergeben.

Ich werde die Farbe so gut es geht nachreichen.
Hat denn der Ockersporiger Speisetäubling auch das Merkmal, dass die Huthaut
den Rand nicht ganz erreicht?

Eigentlich nicht, jedenfalls nicht als charakteristisches Merkmal. Aber vorkommen kann das denke ich schon. Wenn alles andere paßt, dann würde ich es nicht überbewerten.

Danke fürs erste, bin wieder sehr fazniniert und etwas schlauer.
Hätte Mykologie studieren sollen und nicht Medientechnologie.....

Für's täglich Brot auf dem Tisch war Medientechnologie sicherlich die bessere Entscheidung .....

beste Grüße,
Andreas

Re: Täublinge

() @ Andreas

Hallo zusammen,

Da hat ja Andreas schon alles gesagt! Ich mache das mit dem Spp. auch mit dem Objektträger, wirklich am effektivsten.
Der Speisetäubling und sein naher Verwandter, der Grüne Speisetäubling (R. heterophylla), ein enormes Chamäleon, ist durch die dickwandigen, spitzen Haare (sog. Grains) eindeutig zu bestimmen, schon manche endlose Diskussion konnte so ziemlich abrupt beendet werden!
Du erwähnst den Apfeltäubling, ich habe einfach das Eindruck, dass R. rhopoda (Flammenstiel-Täubling) vielleicht das gleich sein könnte, jedenfalls wachsen beide am selben moorigen Standort, und in der Literatur sind trennende Merkmale nur schwer auszumachen!

Mit vielen Grüssen, Markus

Russula rhodopoda

() @ Markus Wilhelm

Hallo zusammen,
Du erwähnst den Apfeltäubling, ich habe einfach das Eindruck, dass R. rhopoda
(Flammenstiel-Täubling) vielleicht das gleich sein könnte, jedenfalls
wachsen beide am selben moorigen Standort, und in der Literatur sind
trennende Merkmale nur schwer auszumachen!
Mit vielen Grüssen, Markus

Hallo Markus,

also die Idee ist mir bisher noch nicht gekommen, muss ich mal genauer drüber nachdenken. Rhodopoda kommt aber jedenfalls auch im trockenen Bergfichtenwald vor, dort würde ich paludosa nicht vermuten. Rhodopoda hat auch immer einen knallroten und glänzenden Hut, der das Farbspektrum von paludosa nur am extremen Rand erreicht.
Ich hätte rhodopoda eher mit helodes in Verbindung gebracht als mit paludosa.

beste Grüße,
Andreas