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Re: "Schwindling"-Durcheinander(Bild und Frage)

Dedimyk, (vor 7717 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo Harald Andres,

Du hast Recht, der echte Knoblauchwindling, den die Schweizer und Französische Küche als Mousseron bezeichnet, ist der Marasmius scorodonius.
Dieser ist deutlich größer als Micromphale perforans, der nach Knoblauch "stinkt" und auf Nadelholzzapfen und-, Nadeln wächst.
Marasmius scorodonius wächst auf Laub- und Nadelholz,vor allem von Buche, Eiche und Fichte,an Stubben, Ästen und Zweigen,oft auf vergrabenen Holzstücken.
Bei uns in Niedersachsen gilt folgende Ökologie: Nadelforsten, Buchenwald, bodensaurer Eichenmischwald,Hartholzauenwald, mesophiles Grünland, montane Wiesn, Calluna-Heiden, Sandtrockenrasen, Steppenrasen, grasige Wegränder/Feldraine, moosige Böschungen, Weißdünen und Graudünen-Grasfluren.
Ich habe ihn gerade vor ca. 2 Wochen auf einer Halbtrockenrasenfläche auf einer überlagerten Endmoräne der Eiszeit gefunden im Gras und Kraut auf vergrabenen Holzstückchen vergesellschaftet mit Marasmius oreades.
Die Hutdurchmesser lagen bei 20 - 25mm, also deutlich größer als bei Micromphale perforans, der bis ca. 15mm Hutdurchmesser aufweist.
Ich hoffe, daß ich Dir helfen konnte.

Herzlichen Gruß Detlef

.: Hallo

In der Literatur herrscht ein riesiges "Puff" (Salopp-Schweizerisch
für: Durcheinander), welches nun der "echte"
Knoblauchschwindling oder "Mousseron" sein soll.
Ich habe es mir mit eigenen Beobachtungen (und Kostproben!) wie folgt
zurechtgelegt, und möchte wissen, ob Ihr ebenfalls einverstanden seid: Ich
denke folgendes: Das untenstehende Bild zeigt nicht den "Echten"
Knoblauchschwindling, Marasmius scorodonius, der ein feines Knoblaucharoma
hat und von französischen Köchen geschätzt wird, sondern den
Nadelschwindling, Micromphale perforans, der stets auf einer einzigen
Fichtennadel wächst.
Er wird jedoch in der Literatur oft als "Mousseron" oder
"Echter Knoblauchschwindling" bezeichnet.
Ich finde auch, dass er eher einen ranzigen Knoblauchgeruch hat, was die
Begeisterung für die Verwendung in der Küche etwas dämpft, er ähnelt vom
Geruch her dem Saitenstieligen Knoblauchschwindling, Marasmius Alliaceus,
der auch einen eher aufdringlichen Geruch verströmt.
Den "echten", (falls er es denn ist ! ! !) traf ich viel seltener,
das letzte Mal auf nassen Blättern in dürrem Gras, in einem Graben bei
Regenwetter, dafür unzählige Pilze auf einmal.
Leider ist das Foto nichts geworden.
Der Geruch beim Zerreiben zwischen den Fingern ist völlig anders, sehr
intensiv-fein und nur mit Anklängen an Knoblauch, der Geschmack sehr fein
würzig. Darum ist er für mich der Anwärter auf den Titel
"Echter".
In der Literatur gibt es auch noch einen dritten Kandidaten, der für den
Titel des "Echten" ins Rennen geschickt wird, Marasmius
prasiosmus, aber da muss ich endgültig passen. Keine Ahnung, was das für
ein Pilz ist.
Hier noch mein Bild von (glaube ich) dem "Falschen", nämlich
Nadelschwindling, Micromphale perforans, und wäre um Rückmeldung
dankbar...
Gruss, Harald Andres

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