Pilze Pilze Forum
Erweitert

Spessartbilder Teil 2

Schwammerlkönig, (vor 7714 Tagen)

So, hier der zweite Teil wie angekündigt.
Am nächsten Tag war ein Besuch in einem Jungeichenwald angesagt. Dort gab es außer wenigen Steinpilzen, die übrigens an diesem Wochenende nicht so häufig waren, mehrere schwarzschuppige Rotkappen, Leccinum astrostipitatum, hier mit einem Milchling vergesellschaftet
[image]
Häufig waren auch Birkenspeitäublinge, Russula emetica (bitte korrigiert mich, wenn es ein anderer sein sollte) dieses Mal in einer Mutationsform mit einer zweiten Kappe obenauf, allerdings ohne Stiel:
[image]
Häufig auch Cortinarien in allen möglichen Farben und Formen. Der geschmückte Gürtelfuß ist für mich einer der schönsten Cortinarien überhaupt:
[image]
[image]
Völlig unbekannt hingegen die nächsten zwei Haut oder Rauhköpfe, d.h. beim ersten vermute ich den blutblättrigen Hautkopf. Das Habitat wäre allerdings laut Literatur atypisch.
[image]
ein wunderschöner Schleierling, mit einem ausgeprägt genattertem Stiel:
[image]
Ausser einigen Pfifferlingen und Trompetenpfifferlingen waren auch häufig diese wolligen Milchlinge, Lactarius vellereus anzutreffen.
[image]
In einem anderem Eichenjungwald wieder ein Erstfund für mich, der Tintenfischpilz, Clathrus archeri:
[image]
An einer Täublingsleiche taten sich diese Zwitterlinge gütlich:
[image]
Danach ging es nochmal in einen Mischwald, wo ich diesen Kartoffelbovist vor die Linse bekam:
[image]
Diese Schönheit konnte ich in aller Ruhe bewundern und ablichten, ein rotrandiger Baumschwamm mit Guttationströpfchen:
[image]
Am Ende der Tour und nach vielen gelaufenen Kilometern gab es natürlich wieder eine Stärkung, diesesmal mit Carmen's weltberühmtem Griebenschmalz und Spreewälder Gurken. Das tat so richtig gut nach der Lauferei:
[image]

Später kehrten wir dann natürlich wieder in der Fischerhütte ein und verbrachten den Rest des Abends in gemütlicher Runde. Schön mit so vielen Leuten zusammen zu sitzen und nur Spaß zu haben. Für Karen und mich steht eins schon fest: das nächste Mal sind wir auch wieder dabei.
Mit diesen Bildern verabschiede ich mich heute Nacht und wünsche gute Unterhaltung. Bis zum nächsten Mal.
LG Peter

Eintrag gesperrt
4 Aufrufe

Schöne Bilder!!

Marco, (vor 7714 Tagen) @ Schwammerlkönig

- kein Text -

Eintrag gesperrt
5 Aufrufe

Re: Spessartbilder Teil 2

Matthias, (vor 7714 Tagen) @ Schwammerlkönig

Hallo Peter,
da hast du schöne Bilder hochgeladen, die Rotkappen sind Birkenrotkappen Leccinum versipelle,
viele Grüsse
Matthias

Eintrag gesperrt
4 Aufrufe

Nur normaler Speitäubling Russula emetica

Dedimyk, (vor 7714 Tagen) @ Schwammerlkönig

Hallo Peter,

der Speitäubling ist meines Erachtens kein Birkenspeitäubling, sondern ein normaler Speitäubling Russula emetica, wie Du ja auch den lateinischen Namen geschrieben hast. Der Birkenspeitäubling Russula emetica var. betularum ist viel blasser ( zum Teil verblaßt fast ohne Rosatöne )und wächst in versteppten Heiden oder feuchten bis moorigen Birkenmischwäldern.
Sehr schöne Bilder und ich habe ein paar bekannte Gesichter gesehen (z.B. Zinuschi ).

Herzliche Grüße Detlef

So, hier der zweite Teil wie angekündigt.
Am nächsten Tag war ein Besuch in einem Jungeichenwald angesagt. Dort gab es
außer wenigen Steinpilzen, die übrigens an diesem Wochenende nicht so
häufig waren, mehrere schwarzschuppige Rotkappen, Leccinum
astrostipitatum, hier mit einem Milchling vergesellschaftet

Häufig waren auch Birkenspeitäublinge, Russula emetica (bitte korrigiert
mich, wenn es ein anderer sein sollte) dieses Mal in einer Mutationsform
mit einer zweiten Kappe obenauf, allerdings ohne Stiel:
Häufig auch Cortinarien in allen möglichen Farben und Formen. Der geschmückte
Gürtelfuß ist für mich einer der schönsten Cortinarien überhaupt:

Völlig unbekannt hingegen die nächsten zwei Haut oder Rauhköpfe, d.h. beim
ersten vermute ich den blutblättrigen Hautkopf. Das Habitat wäre
allerdings laut Literatur atypisch.

ein wunderschöner Schleierling, mit einem ausgeprägt genattertem Stiel:
Ausser einigen Pfifferlingen und Trompetenpfifferlingen waren auch häufig
diese wolligen Milchlinge, Lactarius vellereus anzutreffen.

In einem anderem Eichenjungwald wieder ein Erstfund für mich, der
Tintenfischpilz, Clathrus archeri:
An einer Täublingsleiche taten sich diese Zwitterlinge gütlich:
Danach ging es nochmal in einen Mischwald, wo ich diesen Kartoffelbovist vor
die Linse bekam:
Diese Schönheit konnte ich in aller Ruhe bewundern und ablichten, ein
rotrandiger Baumschwamm mit Guttationströpfchen:
Am Ende der Tour und nach vielen gelaufenen Kilometern gab es natürlich
wieder eine Stärkung, diesesmal mit Carmen's weltberühmtem Griebenschmalz
und Spreewälder Gurken. Das tat so richtig gut nach der Lauferei:
Später kehrten wir dann natürlich wieder in der Fischerhütte ein und
verbrachten den Rest des Abends in gemütlicher Runde. Schön mit so vielen
Leuten zusammen zu sitzen und nur Spaß zu haben. Für Karen und mich steht
eins schon fest: das nächste Mal sind wir auch wieder dabei.
Mit diesen Bildern verabschiede ich mich heute Nacht und wünsche gute
Unterhaltung. Bis zum nächsten Mal.
LG Peter

Eintrag gesperrt
3 Aufrufe

Schöne Bilder, Neid kommt auf....

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7714 Tagen) @ Schwammerlkönig

Hallo zusammen,

schöne Bilder, und da kommt wirklich etwas Neid auf: bei uns am Rhein bisher praktisch "tote Hose" kein Röhrling, nichts! Und die beginnende Trockenheit lässt einen düsteren Pilzherbst erwarten....

Daher, geniesst die Zeit! Grüsse, Markus

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Wer hat Info's zu L. astrostipitatum?

Thüringer-Holz, (vor 7714 Tagen) @ Schwammerlkönig

Hallo,

sehr schöne Dokumentation!!

Mich würde mal interessieren ob die
schwarzschuppige Rotkappe - Leccinum astrostipitatum eine Varietät von der Birkenrotkappe ist oder eine eigenständige Art darstellt.
Kann einer von euch mir da nähere Informationen liefern, eventuell mit Bild.
Habe von Leccinum astrostipitatum noch nie etwas gehört, googeln brachte nicht viel.

Danke Felix

Eintrag gesperrt
4 Aufrufe

Re: Wer hat Info's zu L. astrostipitatum?

Schwammerlkönig, (vor 7714 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,
auch wenn Matthias sie als Leccinum versipelle bezeichnet, ich bleibe bei L. atrostipitatum. Die steht in Dähnkes 1200 Pilze auf Seite 91 und die abgebildeten Exemplare wurden in einem Jungeichenwald gefunden, genau wie meine.
Sie zeichnen sich durch ihre Wuchsform aus. Ich habe hier noch ein Bild, wo man es besser erkennen kann. Die normalen L. versipelle sind normalerweise nicht so gedrungen und geformt wie L. atrostipitatum. Die meisten Exemplare die ich gefunden habe laufen oben schlanker zu. Laut Dähnke ist diese Version aber inzwischen auch zu L. versipelle gestellt worden. Schau dir mal das Bild an und schau bei der Dähnke nach, dann weisst du wieso ich auf diese Version gekommen bin.
Hier das Bild:
[image]

Jedenfalls ist es inzwischen egal welche Form, beide gelten als L. versipelle
LG Peter

Eintrag gesperrt
3 Aufrufe

Re: Wer hat Info's zu L. astrostipitatum?

Jürgen, (vor 7713 Tagen) @ Schwammerlkönig

Hallo Peter,

Matthias liegt mit Leccinum versipelle schon richtig. Ich wäre mit der Verwendung des Namens atrostipitatum grundsätzlich vorsichtig. Diese ursprünglich aus Nordamerika beschriebene Art wurde von Dermek und Engel nach Europa "importiert", sie wird aber hier nur von wenigen Mykologen (an)erkannt. Du wirst in der europäischen Literatur auch nichts finden, was eine Abtrennung überzeugend rechtfertigt. Meiner persönlichen Meinung nach lässt sich die schwarzschuppige Birkenrotkappe zumindest in Mitteleuropa nicht in zwei oder noch mehr Arten zerlegen - eine Auffassung, die übrigens durch DNA-analytische Studien (Den Bakker & Noordeloos 2005) gestützt wird. Bei Deinem Fund in einem Jungeichenwald wäre außerdem zu prüfen, ob nicht eine einzelne Birke übersehen wurde.

Grüße, Jürgen

Eintrag gesperrt
3 Aufrufe

Re: Wer hat Info's zu L. astrostipitatum?

Matthias, (vor 7713 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,
in dem Waldstück kommen immer wieder auch Birken vor, deshalb halte ich sie ja für
Leccinum versipelle,
viele Grüsse
Matthias

Eintrag gesperrt
3 Aufrufe

Re: Wer hat Info's zu L. astrostipitatum?

Matthias, (vor 7713 Tagen) @ Schwammerlkönig

Hallo Peter,
mit Bildvergleichen kommst du bei Rotkappen nicht wirklich weiter da die einzelnen Arten sehr variabel sein können,
viele Grüsse
Matthias

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re: Wer hat Info's zu L. astrostipitatum?

Piwo, (vor 7713 Tagen) @ Matthias

Hallo Peter,
mit Bildvergleichen kommst du bei Rotkappen nicht wirklich weiter da die
einzelnen Arten sehr variabel sein können,
viele Grüsse
Matthias

hallo Matthias,

der scharfe Regentenblick schafft das scho (ggg).

Gruß
Piwo

Eintrag gesperrt
4 Aufrufe

Übrigens

Jürgen, (vor 7713 Tagen) @ Matthias

ist auch Leccinum atrostipitatum in Nordamerika von Smith & Thiers ausdrücklich als Birkenbegleiter beschrieben (nicht bei Eiche, Buche o. ä.).

Eintrag gesperrt
3 Aufrufe

Re: Wer hat Info's zu L. astrostipitatum?

Schwammerlkönig, (vor 7713 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,
also laut der Literatur von Dähnke wurde der Pilz der in ihrem Buch 1200 Pilze steht, in einem Jungeichenwald begleitet von Kiefern gefunden. In diesem Wald wo ich sie gefunden habe waren auch einzelne Kiefern, soweit ich mich erinnern kann. Birken gab es selbsverständlich auch. Ob jedesmal eine in der Nähe war kann ich dir echt nicht mehr sagen. Mir ist nur sofort die Form aufgefallen, die diese angebliche L. atrostipitatum hat. Ich habe in diesem Wald etliche Exemplare gefunden, die sahen makroskopisch exakt so aus wie in dem Buch, also sie hatten auch einen sich nach oben hin verjüngenden Stiel. Wir haben auch noch zwei Exemplare gefunden, da waren die Kappen olivbraun wie im Buch beschrieben. Leider sind die Bilder nichts geworden, bzw. habe ich gelöscht weil nicht verwertbar. (siehe Thread, wegen Beschlagens der Kamera)
Wegen dieser sehr starken makroskopischen Ähnlichkeiten dachte ich eben an besagte L.atrstipitatum. Natürlich steht in Dähnke's Buch auch, dass die Art zu L. versipelle gestellt wurde, also wird der Unterschied nicht allzugroß sein. Bei den Sporen sollen es nur 1/2 bis 1 µm sein. Ich stelle ja nicht eure Bestimmung in Frage, sondern hatte lediglich den Eindruck, dass es eben besagte Art sein könnte. Nachdem ich heuer bereits mehrmals das Glück hatte sehr seltene Pilze zu finden, war es vielleicht auch ein wenig Wunschdenken.
Ich werde den Pilz also als schwarzschuppigen Birkenröhrling abheften und das war's dann.
LG Peter

Eintrag gesperrt
5 Aufrufe

Was die Raufüße betrifft

Jürgen, (vor 7713 Tagen) @ Schwammerlkönig

(und nicht nur die) ist Dähncke keine aktuelle und verlässliche Referenz. Das Werk ist in erster Linie ein Foto- und schon wegen der zu knappen Beschreibungen kein Bestimmungsbuch. Die dortigen Angaben zu Einzelfunden lassen sich nicht ohne weiteres verallgemeinern (und wer sagt denn, dass Dähncke nicht auch eine Birke übersehen hat?) Der sich nach oben verjüngende Stiel ist sicher kein Bestimmungskriterium.

Mit fast allen anderen aktuellen Bestimmungsbüchern wirst Du bei L. versipelle landen, warum also mit Tunnelblick auf Dähnckes (überholte) Auffassung fixieren? Ich kann Dir nur empfehlen, Leccinum atrostipitatum bis zu deinem ersten Nordamerikatrip zu vergessen und den Fund als Birkenrotkappe zu verbuchen.

Grüße, Jürgen