Tremella-Art?

UweL, (vor 7268 Tagen)

Hallo Forum, also, ich habe am letzten Wochenende auf einem Schichtpilz (meiner Meinung einem Eichenschichtpilz) Fruchtkörper eines anderen, vermutlich parasitischen Pilzes gefunden (s. Fotos). Die Größe der Fruchtkörper war max. 2 cm im Durchmesser, zum Teil waren sie auch ineinander verwachsen. Ich habe ihn auch mikroskopiert und massenhaft eiförmige Sporen mit den Maßen 9-10 x 4-5 mμ gefunden. Die Sporen wurden offenbar gebildet auf 1-Sporigen-Basidien (?), wenn es denn so etwas überhaupt gibt. Vereinzelte blasige Gebilde (Zystiden?), die fast kreisrund waren, habe ich zudem entdecken können. Naja, ihr seht schon an der Unsicherheit meiner Beschreibung, dass ich mir nicht sicher bin, was ich da überhaupt gesehen habe. Trotzdem: Hat vielleicht jemand eine Idee zu dem Pilz oder was immer es sein mag? Besten Dank schon im Voraus! Uwe

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Tremella encephala?

AK_CCM, (vor 7268 Tagen) @ UweL

Hallo Uwe,

recherchiere doch Mal in Richtung Alabasterkernling (Tremella encephala): Im Querschnitt durch die Fk. solltest Du im Inneren einen weißlichen Kern finden, bei dem es sich - soweit ich das recht in Erinnerung habe - um den umgewandelten Fk. des Schichtpilzes handelt, auf dem die Tremella parasitiert.

JAHN gibt als Wirt jedoch den Blutroten Nadelholzschichtpilz (Stereum sanguinolentum) an - ist die Bestimmung des Schichtpilzes als Stereum gausapatum (Substrat: Eiche etc.) gesichert? St. sanguinolentum kommt übrigens, wie der Name schon sagt, nur an Nadelholz vor.

Vielleicht liege ich mit meiner Einschätzung auch daneben. Bin gespannt, was dabei rauskommt.

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OT: Spitze vs. Eckige Klammern

Werner, (vor 7268 Tagen) @ AK_CCM

recherchiere doch Mal in Richtung Alabasterkernling (Tremella
encephala
): Im Querschnitt durch die Fk. solltest Du im Inneren einen

Hallo Andreas,

wenn Du spitze Klammern verwendest, geht's auch mit den Italics.

So geht es und so auch fett

So geht esund so auch fett

Gruß,

Werner

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Re: OT: Spitze vs. Eckige Klammern

AK_CCM, (vor 7268 Tagen) @ Werner

Servus Werner,

das passiert, wenn man in Gedanken noch in Erics Forum hängt. Hätte es ja gerne editiert... ;-)

Ich hoffe, dass man den Beitrag dennoch versteht.

Gruß, Andreas

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Re: Tremella encephala?

UweL, (vor 7268 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas, ja, an" Tremella encephala" hatte ich auch sofort gedacht. Aber in dem Waldstück, wo ich die Art gefunden habe, gab es nur Laubäume: Eichen, Buchen und ein paar Pappeln. Zum anderen hatte der Pilz im Schnitt keinen Kern - ich habe es extra nachgeprüft bei den Fruchtkörpern, die ich mit nach Hause genommen habe. Und drittens passen die Mikroangaben, zumindest die, die in "Pilze der Schweiz" Bd.2 gefunden habe, nur so halbwegs. Vor allem die Sporenform weicht doch erheblich ab. Vielen Dank trotzdem für deine Einschätzung! Ich werde die Furchtkörper gleich noch einmal mikroskopieren. Vielleicht kann ich ja noch anderes entdecken, was mir bei ersten Mal entgangen ist. Wenn ja, dann poste ich nochmal meine Ergebnisse. Uwe

Hallo Uwe,
recherchiere doch Mal in Richtung Alabasterkernling (Tremella
encephala
): Im Querschnitt durch die Fk. solltest Du im Inneren einen
weißlichen Kern finden, bei dem es sich - soweit ich das recht in
Erinnerung habe - um den umgewandelten Fk. des Schichtpilzes handelt, auf
dem die Tremella parasitiert.
JAHN gibt als Wirt jedoch den Blutroten Nadelholzschichtpilz (Stereum
sanguinolentum
) an - ist die Bestimmung des Schichtpilzes als
Stereum gausapatum (Substrat: Eiche etc.) gesichert? St.
sanguinolentum
kommt übrigens, wie der Name schon sagt, nur an
Nadelholz vor.
Vielleicht liege ich mit meiner Einschätzung auch daneben. Bin gespannt, was
dabei rauskommt.

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Re: Tremella encephala?

AK_CCM, (vor 7267 Tagen) @ UweL

Hallo Uwe,

Hallo Andreas, ja, an" Tremella encephala" hatte ich auch sofort
gedacht.

Habe ich schon vermutet.

Aber in dem Waldstück, wo ich die Art gefunden habe, gab es nur
Laubäume: Eichen, Buchen und ein paar Pappeln.

trotzdem könnte hin und wieder ein Nadelbaum eingestreut sein. Daher auch die Frage, ob das Substrat sicher ein Laubbaum war.

Zum anderen hatte der Pilz
im Schnitt keinen Kern - ich habe es extra nachgeprüft bei den
Fruchtkörpern, die ich mit nach Hause genommen habe.

Das ist ein sehr gutes Argument gegen den Alabasterkernling.

Und drittens passen
die Mikroangaben, zumindest die, die in "Pilze der Schweiz" Bd.2
gefunden habe, nur so halbwegs. Vor allem die Sporenform weicht doch
erheblich ab. Vielen Dank trotzdem für deine Einschätzung! Ich werde die
Furchtkörper gleich noch einmal mikroskopieren. Vielleicht kann ich ja
noch anderes entdecken, was mir bei ersten Mal entgangen ist. Wenn ja,
dann poste ich nochmal meine Ergebnisse. Uwe

Hast Du den Schichtpilz mikroskopiert bzw. hat das Hymenium auf Druck "geblutet"? Für den Schichtpilz werfe ich einfach Mal den Rötenden Runzelschichtpilz (Stereum rugosum) ins Rennen

Gruß, Andreas

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Re: Tremella encephala?

UweL, (vor 7267 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas, zunächst vielen Dank für den Hinweis auf den Artikel von Jahn! Bin gerade dabei, ihn herunterzuladen, aber mit einem gewöhnlichen Modem dauert es etwas länger. Ich werde ihn dann "studieren". Was das Substrat angeht: ja, ich bin mir sicher, dass es ein Laubbaum war. Deswegen hatte ich den Alabasterkernling, auch wenn das meine erste Idee war, schon bald wieder verworfen. Und: Nein, ich habe den Schichtpilz leider nicht mikroskopiert und den Ritztest habe ich blöderweise auch nicht gemacht, weil ich dachte, das Ganze wird schon nicht so schwer sein bzgl. der Bestimmung, zumal es ja nur sehr wenige Tremella-Arten gibt, die parasitisch wachsen.
Was es in dieser Gegend (Ruhrgebiet, wo ich hauptsächlich nach Pilzen schaue) an Schichtpilzen gibt, kenne ich aber eigentlich ziemlich gut, auch makroskopisch. Hast du dir nochmal meine Zeichnung angeschaut? Seit gestern abend, also seitdem ich die Art nochmals mikroskopiert habe, wird alles noch rätselhafter, zumal die Sporen im Gegensatz zu den ersten zwei Mikroskopierdurchgängen vor einer Woche noch viel heterogener in der Form aussehen, als ich es beim ersten Mal der Fall war. Auch meine lange und gezielte Suche nach Basidien hat nicht das gewünschte Ergebnis erzielt. Solche Basidien, wie sie in Band 2 von "Pilze der Schweiz" bei den Tremella-Arten abgebildet sind, konnte ich einfach nicht entdecken, obwohl ich mehrere Präparate angefertigt hatte, mal in Wasser, mal in Kongorot. Muss man vielleicht Tremella-Arten anders anfärben als "gewöhnliche" Pilze? Soviel, ganz kurz, als Kommentar. Uwe

Hallo Uwe,
Habe ich schon vermutet.
trotzdem könnte hin und wieder ein Nadelbaum eingestreut sein. Daher auch die
Frage, ob das Substrat sicher ein Laubbaum war.
Das ist ein sehr gutes Argument gegen den Alabasterkernling.
Hast Du den Schichtpilz mikroskopiert bzw. hat das Hymenium auf Druck
"geblutet"? Für den Schichtpilz werfe ich einfach Mal den
Rötenden Runzelschichtpilz ( Stereum rugosum ) ins Rennen
Gruß, Andreas

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Re: Tremella encephala?

AK_CCM, (vor 7267 Tagen) @ UweL

Hallo Uwe,

Hast du dir nochmal meine Zeichnung angeschaut?

habe ich. Dabei fielen mir die schnallenlosen Hyphen auf - haben die Tremella-Arten nicht Schnallen? Habe leider die Pilze der Schweiz nicht griffbereit parat. Falls dies zutrifft, könnten die schnallenlosen Hyphen von dem Schichtpilz stammen. Habe gerade noch einen weiteren Artikel von JAHN in den Westfälischen Pilzbriefen ausgegraben:

Tremella encephala parasitiert auf Stereum sanguinolentum (0,2 MB)

Dort heißt es: "...wonach unser bekannter "Kiefern-Kernling" ein obligater Parasit auf Arten von Stereum s. stricto ist."

Also vielleicht, eventuell und mutmaßlich doch Tr. encephala..?

Gruß, Andreas

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nochmals mikroskopiert!

UweL, (vor 7267 Tagen) @ UweL

Hallo Forum, also, ich habe gerade (d.h. nach einer Woche Kühlschrankaufenthalt) den Pilz nochmals mikroskopiert und meine Verwirrung ist nicht geringer geworden. Ich habe in all dem Chaos, was ich dort gesehen habe (v.a. Sporen über Sporen), versucht ein paar Dinge zeichnerisch festzuhalten. Vielleicht schaut ihr es nochmal drauf. Ich denke, es ist wohl nicht Tremella encephala. Aber was dann? Hier also meine zeichnerischen Versuche (Sporen usw.), aber bitte brecht nicht gleich in Lachen aus angesichts meiner "Zeichenkünste":

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Re: nochmals mikroskopiert!

AK_CCM, (vor 7267 Tagen) @ UweL

Hallo Uwe,

könnte das "flaschenförmige Objekt mit Korken", das Du in Deiner Skizze links unten darstellst, hiervon handeln?

"Ihre (Anm.: bezogen auf Tremella) Sporen bilden bei der Keimung oft kleine Sekundärsporen oder Konidien aus." (JAHN H.: Pilze die an Holz wachsen)

Gruß, Andreas

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Re: Tremella-Art?

AK_CCM, (vor 7267 Tagen) @ UweL

Hallo nochmals,

Ich habe ihn auch mikroskopiert und massenhaft
eiförmige Sporen mit den Maßen 9-10 x 4-5 mμ gefunden. Die Sporen
wurden offenbar gebildet auf 1-Sporigen-Basidien (?), wenn es denn so
etwas überhaupt gibt. Vereinzelte blasige Gebilde (Zystiden?), die fast
kreisrund waren, habe ich zudem entdecken können.

habe gerade im GERHARDT die Gattungsmerkmale nachgelesen: Demnach werden die rundlich-ellipsenförmigen und farblosen Basidiosporen auf 4-sporigen, durch Längswände in 4 Segmente geteilten Phragmobasidien gebildet:

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Gruß, Andreas

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Re: Tremella-Art?

Helmut Schludermann, (vor 7265 Tagen) @ UweL

Hallo Forum, also, ich habe am letzten Wochenende auf einem Schichtpilz
(meiner Meinung einem Eichenschichtpilz) Fruchtkörper eines anderen,
vermutlich parasitischen Pilzes gefunden (s. Fotos). Die Größe der
Fruchtkörper war max. 2 cm im Durchmesser, zum Teil waren sie auch
ineinander verwachsen. Ich habe ihn auch mikroskopiert und massenhaft
eiförmige Sporen mit den Maßen 9-10 x 4-5 mμ gefunden. Die Sporen
wurden offenbar gebildet auf 1-Sporigen-Basidien (?), wenn es denn so
etwas überhaupt gibt. Vereinzelte blasige Gebilde (Zystiden?), die fast
kreisrund waren, habe ich zudem entdecken können. Naja, ihr seht schon an
der Unsicherheit meiner Beschreibung, dass ich mir nicht sicher bin, was
ich da überhaupt gesehen habe. Trotzdem: Hat vielleicht jemand eine Idee
zu dem Pilz oder was immer es sein mag? Besten Dank schon im Voraus! Uwe
Hallo Uwe,

ich halte den "Wirtspilz" eher für eine Coniphora. Coniophora puteana schaut in Pilze der Schweiz ähnlich aus. Ohne Mikroskopische Untersuchung verweigere ich jede weitere Aussage. Die Sporen müssten braun sein.
Der "Parasit" schaut ein wenig wie eine Exidia aus, aber da fehlen ihm nach Deiner Untersuchung die Schnallen. Dasselbe gilt für die mir geläufigen Tremellen. Die geteilten Basidien schauen am Anfang aus wie zu groß geratenen runde Sporen. Meist muss man eine Weile suchen. Wenn das ohne Schnallen stimmt, könnte es eine Sebacina sein. Die wichtigsten sind in PdS Bd II zu sehen.
Stereum hat einen festen, zähen Fruchtkörper, Coniophora ist eher wattig.

Viel Glück bei der weiteren Bestimmung.

Gruß
Helmut

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Re: Tremella-Art?

UweL, (vor 7265 Tagen) @ Helmut Schludermann

Hallo Helmut und Andreas, vielen Dank für Eure Anmerkungen! Auch wenn ich den Pilz nun 5 mal mikroskopiert habe, sind die Ergebnisse immer etwas anders. Kann es sein, dass er noch nachreift, da ich ihn ja eine Woche lang feucht und kalt gelagert habe? Also, beim heutigen 5. Mikroskopierdurchgang habe ich nun doch Schnallen finden können. Auch die Sporen sehen nun denen von T. encephala recht ähnlich. Die Größe kam ja ohnehin schon hin. Hypobasidien habe ich allerdings wieder nicht entdecken können. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich immer stärker zu T. encephala neige, auch wenn ich nicht weiß, wie der Nadelbaum mit entsprechendem Schichtpilz in den Laubwald gekommen sein soll. Denn es war mit Sicherheit ein Schichtpilz, seine Konsistenz war recht zäh. Und ein Laubwald war es auch. Da bin ich mir auch sicher. Uwe

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Re: Tremella-Art?

AK_CCM, (vor 7265 Tagen) @ UweL

Hallo Uwe,

wenn Du Dir wirklich sicher bist, dass es sich bei dem Substrat um einen Laubbaum handelt (auch das ließe sich mikroskopisch überprüfen) und der "Wirt" ein Schichtpilz ist (da bin ich mir nach Helmuts Beitrag gar nicht mehr so sicher), handelt es sich bei der Art sicher nicht um St. sanguinolentum, dessen Substratspektrum auf Nadelholz begrenzt ist.

Das muss aber nicht unbedingt heißen, dass Tr. encephala als Kandidat für den Gallertpilz ausscheidet, denn das in einem meiner vorangegangenen Beiträge bzgl. der Publikation von JAHN fett hervorgehobene "sensu stricto" bezog sich auf Stereum-Arten, nicht jedoch explizit auf St. sanguinolentum! Demnach könnte Tr. encephala auch an einer anderen Stereum-Art vorkommen.
Dies wäre eine recht seltene Wirt-Parasit-Konstellation, weshalb ich immer mehr daran zweifle. Meist stellt sich bei einem solchen Verdacht heraus, dass es doch etwas "Banales" ist.

Um die vielen Spekulationen zu beenden, empfehle ich Dir, am Fundort Frischmaterial des Substrats, des "Wirts" und des "Parasits" zu entnehmen (evtl. für Nachuntersuchungen Trockenmaterial aufheben) und zunächst zu versuchen, das Substrat (Laub- oder Nadelholz?) und den "Wirt" (Coniophora? Stereum? Art?) zu bestimmen.

Gruß, Andreas

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Re: Tremella-Art?

UweL, (vor 7265 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas, ja, Du hast völlig recht. Ohne "Wirtsbestimmung" geht es nicht. Das Problem ist aber schlicht, dass ich dorthin, wo ich den Pilz gefunden habe, zumindest in den nächsten Wochen nicht mehr kommen werde. Ich muss also hoffen, dass ich den Wirtsbaum und den Wirtspilz, wenn ich mal wieder vor Ort sein werde a) wiederfinde und b) sich noch Reste des Wirtspilzes finden lassen. Wie auch immer: Vielen Dank auf jeden Fall nochmals für Deine und Helmuts Bemühungen! Ich muss das Ganze wohl erst einmal unbestimmt lassen, da ich mit dem Material, das ich habe, nicht weiterkomme.
Viele Grüße Uwe

Hallo Uwe,
wenn Du Dir wirklich sicher bist, dass es sich bei dem Substrat um einen
Laubbaum handelt (auch das ließe sich mikroskopisch überprüfen) und der
"Wirt" ein Schichtpilz ist (da bin ich mir nach Helmuts Beitrag
gar nicht mehr so sicher), handelt es sich bei der Art sicher nicht um
St. sanguinolentum , dessen Substratspektrum auf Nadelholz begrenzt ist.
Das muss aber nicht unbedingt heißen, dass Tr. encephala als Kandidat für
den Gallertpilz ausscheidet, denn das in einem meiner vorangegangenen
Beiträge bzgl. der Publikation von JAHN fett hervorgehobene "sensu
stricto" bezog sich auf Stereum -Arten, nicht jedoch explizit auf
St. sanguinolentum ! Demnach könnte Tr. encephala auch an einer
anderen Stereum -Art vorkommen.
Dies wäre eine recht seltene Wirt-Parasit-Konstellation, weshalb ich immer
mehr daran zweifle. Meist stellt sich bei einem solchen Verdacht heraus,
dass es doch etwas "Banales" ist.
Um die vielen Spekulationen zu beenden, empfehle ich Dir, am Fundort
Frischmaterial des Substrats, des "Wirts" und des
"Parasits" zu entnehmen (evtl. für Nachuntersuchungen
Trockenmaterial aufheben) und zunächst zu versuchen, das Substrat (Laub-
oder Nadelholz?) und den "Wirt" ( Coniophora ? Stereum ? Art?)
zu bestimmen.
Gruß, Andreas

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Coniophora...

AK_CCM, (vor 7265 Tagen) @ Helmut Schludermann

Hallo Helmut,

Danke für Deinen Beitrag - Du könntest mit Deiner Einschätzung voll ins Schwarze getroffen haben. Habe mir gerade ein Bild von Coniophora puteana im großen LAUX angesehen und die Beschreibung gelesen: Makroskopisch sprechen der resupinate Wuchs, die weiß sowie wattig-faserigen Randzonen und nicht zuletzt das runzelig-höckerige Hymenium dafür. Allerdings muss ich gestehen, dass ich den Kellerschwamm mit einem stärker gefalteten Hymenium kenne - was natürlich nichts heißen muss.

Bin gespannt, was die mikroskopischen Untersuchungen ergeben.

Gruß, Andreas