Re: Neue Staffel / Neue Folge: Täubling der Woche
Hallo Felix,
schön, dass es wieder Täublinge zu sehen gibt! R. romellii ist in meinen Augen eine besonders heikle Art.
Aus der Vielfalt der Kollektionen habe ich für mich den Schluss gezogen, vorerst nur noch ausnahmsweise von "romellii" zu sprechen, wenn alles akurat mit der Literatur übereinstimmt. Ein "romellii agg." verdirbt sicher nichts.
Alles Gute, Jochen.
heute: Russula romellii - Weißstieliger Leder-Täubling Maire 1910
Herzlich Willkommen zur zweiten Staffel hier auf eurem Lieblingssender.
Ja - lange habt ihr warten müssen aber jetzt geht es wieder los, heute gleich
mit einem
echten Chamäleon aus der Untersektion "Integrinae".Die großen festfleischigen Täublinge (bis 15cm im Durchmesser) sind nicht
leicht als R.romellii anzusprechen,
da ihre Variationsbreite wirklich enorm ist. Das es sich um einen
Ledertäubling handelt sollte aber durch den Riesenwuchs, die Statue und den
dicken Stiel unschwer im
freien Feld zu erkennen sein. Die vorliegenden Kollektionen
wurden alle mikroskopisch untersucht und durch W.Jurkeit abgesichert.Die ganz typischen Vertreter zeigen eine gelbgrüne Hutfärbung mit violettem
RandAber auch grüne, braune und rothütige Exemplare sind nicht selten und sorgen
jedes
Jahr für Verwirrung und Gesprächsstoff.Alle liegen sie mikroskopisch im Formkreis und somit kann man Verwechslungen
mit den sehr
ähnlichen R.curtipes oder R.rubroalba ausschließen.Fleisch: weiß, am Rande des Hutes manchmal schwach gelb, fest später aber
weich und bröckelig,
ganz mild und sehr schmackhaft (nussig)Vorkommen: Juni - September, er bevorzugt Buchenwälder und
Eichen/Hainbuchenwälder auf Kalk
und gute Lehmböden, oft mit dem Rotstieligen Leder-Täubling (R.olivacea #03)
vergesellschaftet.Hut: weinrot, braunrot, grün, grüngelb, gelb mit violettem Rand oder alles
Gemischt, mehr oder
weniger feucht glänzend, Huthaut leicht abziehbarLamellen: erst cremefarben, dann satt ocker bis dottergelb, extrem spröde
& leicht brüchigStiel: dick, bauchig, aufgeblasen, zeitig hohl, rein weiß, nur ausnahmsweise
rosa oder purpurn behauchtSporenpulverfarbe: dottergelb IVd - IVe
Sporen: oft länglich relativ klein, breitwarzig bis stumpfstachelig,
netzig mit dünnen Verbindungslinien
Bis zum nächsten mal
Euer Felix