Kracher: Elasmomyces mattirolanus

HARZPILZCHEN, (vor 5936 Tagen)

Wenn man andere im "eigenen" Hauswald kratzen läßt,liebe Pilzfreunde, kommt dieses heraus:
Elasmomyces mattirolanus - Südliche Täublingstrüffel
Gefunden zum IV. FORUM TREFFEN 17.07.2010 MTB 4232/4 von Jochen Girwert unter Hasel.
Der Pilz riecht nun reif, sehr stark hefeartig, und verfärbt sich etwas. FLIEGIES Geschmacksprobe ergab: angenehm leicht nussig. Statt Kompost endeten diese Pilze auf dem Teller (kleiner Spaß)

Ein paar Bilder kann ich nun, nach Arbeitsbeginn, schon zeigen:

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LG Hartmut

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Re: Kracher: Elasmomyces mattirolanus

Carabus, (vor 5935 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Hartmut,
herzlichen Glueckwunsch, muss ein toller Fund sein. Das "muss" im vorigen Satz deshalb, weil der Pilz sowohl mir als auch der oberschlauen Wikipedia vollkommen unbekannt ist. Selbst beim googlen des lateinischen Namens kamen gerademal 40 Treffer.
Vielleicht kannst du oder koennten andere Experten mal kurz etwas dazu schreiben.

- Inwieweit ist er mit den Tuber-Arten oder der Maeandertrueffel verwandt?
- Wie ist sein kulinarischer Wert im Vergleich zu oben genannten?
- Wie weit verbreitet ist er in unseren heimischen Gefilden?
- Wie habt ihr ihn gefunden? Rein zufaellig oder gibt es bestimmte Indikatoren?

Vielen Dank im voraus.

Carabus

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Re: Kracher: Elasmomyces mattirolanus

Stephan Weißer, (vor 5935 Tagen) @ Carabus

- Inwieweit ist er mit den Tuber-Arten oder der Maeandertrueffel verwandt?

Gar nicht, Tuber und Choiromyces sind Ascomyceten, Elasmomyces ist im Prinzip ein Täubling, der etwas außergewöhnlich aussieht und wächst.

- Wie ist sein kulinarischer Wert im Vergleich zu oben genannten?

Das mit dem Teller war glaube ich (hoffe ich ;-D) nur ein Scherz

- Wie weit verbreitet ist er in unseren heimischen Gefilden?
- Wie habt ihr ihn gefunden? Rein zufaellig oder gibt es bestimmte
Indikatoren?

Das ist meines Wissens nicht der erste, den Jochen gekratzt hat.

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Re: Kracher: Elasmomyces mattirolanus

Carabus, (vor 5935 Tagen) @ Stephan Weißer

Das ist meines Wissens nicht der erste, den Jochen gekratzt hat.

Hallo Stephan,
danke fuer deine Antwort. Aber doch noch einmal eine wahrscheinlich bloede Nachfrage: Was bedeutet denn "kratzen"? Im Boden kratzen? Einfach so drauflos? Wenn der Pilz so wie seine Namensvettern (auch wenn er mit denen nicht verwandt ist) die hypogaeische Lebensweise teilt, wuerde es mich schon interessieren, wie man ihn finden kann. Ein ausgebildetes Suedliche Taeublingstrueffel-Schwein werdet ihr wohl nicht dabei gehabt haben. Und ob Murph mit irgendwelchen Alien-Sinnen das erahnen konnte, bezweifel ich irgendwie auch...;-)Aber wer weiss...
Wuerde mich freuen, da noch mehr drueber zu erfahren.

Viele Gruesse

Carabus

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Re: Kracher: Elasmomyces mattirolanus

Stephan Weißer, (vor 5934 Tagen) @ Carabus

Was bedeutet denn "kratzen"? Im Boden kratzen?

Mit einer Harke oder ähnlichem Gerät kratzt man das Laub an denjenigen Stellen weg, an denen man die Trüffeln vermutet. So lange, bis man irgendwie Glück hat. Von Jochen habe ich gehört, dass eine Quote von 1 Fund : 20 Kratzversuchen schon gut ist.
Die Trüffeln wachsen ja meist nicht völlig unterirdisch, sondern gucken ein kleines Stück aus dem Boden raus (sie "brechen bei Reife hervor", wie es in der Literatur oft heißt). Neulich fand ich in einem Vorort von Karlsruhe Sommertrüffeln, deren größtes Exemplar deutlich aus der Erde herausschaute (d. h. für diejenigen deutlich, die wissen, wie eine halb in der Erde steckende Trüffel aussieht).

Einfach so drauflos?

Der Boden sollte basisch-lehmig sein, d. h. bei Trockenheit rissig bis bröckelig. Die Laubwald-Trüffeln (unter Eiche, Hainbuche und Hasel), die ich bisher fand, wuchsen alle auf nacktem Boden im Wurzelbereich der jeweiligen Begleitbäume. Nadelwald-Trüffeln (unter Fichte oder Kiefer) direkt unter der Nadelstreu oder im nackten Sand. Erfahrene Trüffelsucher können einer Stelle sicherlich ansehen, dass da was wachsen könnte.

Wuerde mich freuen, da noch mehr drueber zu erfahren.

Ein Wochenende mit Jochen oder Felix, und du weißt alles, was man wissen muss!

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Danke euch beiden, wieder was gelernt!

Carabus, (vor 5934 Tagen) @ Stephan Weißer

- kein Text -

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Re: Kracher: Elasmomyces mattirolanus

HARZPILZCHEN, (vor 5935 Tagen) @ Carabus

Hallo Hartmut,
herzlichen Glueckwunsch, muss ein toller Fund sein. Das "muss" im
vorigen Satz deshalb, weil der Pilz sowohl mir als auch der oberschlauen
Wikipedia vollkommen unbekannt ist. Selbst beim googlen des lateinischen
Namens kamen gerademal 40 Treffer.
Vielleicht kannst du oder koennten andere Experten mal kurz etwas dazu
schreiben.
- Inwieweit ist er mit den Tuber-Arten oder der Maeandertrueffel verwandt?
- Wie ist sein kulinarischer Wert im Vergleich zu oben genannten?
- Wie weit verbreitet ist er in unseren heimischen Gefilden?
- Wie habt ihr ihn gefunden? Rein zufaellig oder gibt es bestimmte
Indikatoren?
Vielen Dank im voraus.
Carabus

Hallo Carabus

Vielen Dank. Ich bin zwar "Kratz-Neuling", aber trotzdem will ich von meiner wenigen Erfahrung berichten.

- Wie ist sein kulinarischer Wert im Vergleich zu oben genannten?

die "Trüffel" roch nach zwei Tagen liegenlassen sehr angenehm hefeartig. Ich weiß nicht, ob dieses in der Literatur vermerkt ist. Fliegie hat sich getraut, den Pilz zu kosten, und war angenehm überrascht. Die Täublingstrüffel gehört zu den Russulales Kreisel und ist eng gesehen eine Täublingsart, die sich im Laufe der Zeit an ein unterirdisches Wachsen "gewöhnt" hat. Hierzu hatten wir erst kürzlich einen sehr interessanten Vortrag von Dr. Dörfelt gehört.

- Wie weit verbreitet ist er in unseren heimischen Gefilden?

Dieser Pilz ist in der Pilzflora von Sachsen Anhalt m.E. noch nicht vermerkt, jedoch bin ich mir sicher, daß Hypogäenjäger wie Gunnar diesen Pilz schon längst gefunden hat. In Baden Württemberg wohl wenige Funde, und und ...ist der Pilz wirklich so selten? Ich kann es nicht beurteilen. Nur wer scharrt schon stundenweise im Wald herum und sucht diese Murmeln.

- Wie habt ihr ihn gefunden? Rein zufaellig oder gibt es bestimmt Indikatoren?

Das optimale ist wohl ein Trüffelhund, die Schweine sind wohl zu gefräßig. Und dann gibt es noch die Trüffelfliege. Aber wer kann schon auf Hilfe dieser Tiere rechnen?

So wie ich es nun mehrmals gesehen habe:
der Boden ist wichtig, kalkhaltig sollte er sein, da gibt es wohl zumindest mehr Arten.
Auf Fehlstellen im Bewuchs achten (freie Stellen), Wühlstellen und Kuhlen, wo sich das Wasser stauen kann.
Mit einer Harke leicht die Erde wegharken und dabei genau den Boden beobachten, die Teile sind relativ klein.
Mit etwas Glück und vor allem Ausdauer findet man was, auch wenns dauert.
Und wenn man dieses schon lange macht, wie Jochen, dann hat man einfach einen blick dafür, wo etwas sein könnte.
Die ertragreichsten Gehölzer sollen sein: Hasel, Linde, Buche, Hainbuche.

LG Hartmut

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Nachtrag

Thüringer-Holz, (vor 5934 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Liebe Pilzfreunde,

wie Gunnar Hensel mir per Mail mitteilte ist Macowanites candidus (so der aktuelle Name)
ein Erstfund für Sa-Anhalt. Irgendwie kratzt den Jochen jedes Jahr!
Im Erfurter Raum sind uns 3 Myzelien bekannt (auch alle von Jochen entdeckt).
Ich denke in den geeigneten Gebieten kann man diesen unterirdischen Täubling unter
Linde und Hasel mit etwas Geduld schon "erkratzen"!

Noch ein Foto aus 2008 im Anhang

Beste Grüße
Felix

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