Holzpilze im Winter II

Toffel, (vor 5721 Tagen)

Hallo!

Hier der zweite Teil. Der letzte stammt allerdings noch aus dem Herbst.

1. Hier dachte ich erst, jemand hätte Teer oder sowas im Wald verteilt, weil der Pilz so zäh war und sich leicht vom Substrat ablösen ließ.
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Dann habe ich dieses Exemplar mit zahlreichen Drüsenwarzen entdeckt. Also schloss ich auf Exidia. Die Frage ist nur welche.
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2. Den hatte ich schon mal bei schwammer.de vorgestellt, aber mir konnte niemand helfen. Ingo konnte nur meine Vermutung einer Reihigen Tramete (Antrodia serialis) ausschließen.
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3. Das wird sicherlich der Veränderliche Spaltporling (Schizopora paradoxa) sein.
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Und noch zwei Kohlenbeeren:

4. Zimtbraune Kohlenbeere (Hypoxylon howeanum)?
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5. Die hier ist so unförmig und bunt, dass ich etwas irritiert bin. Ist das die Zusammengedrängte (H. cohaerens)?
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Viele Grüße
Toffel

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Re: Holzpilze im Winter II

Schnuffel, (vor 5721 Tagen) @ Toffel

Hallo Toffel!

Hier der zweite Teil. Der letzte stammt allerdings noch aus dem Herbst.
1. Hier dachte ich erst, jemand hätte Teer oder sowas im Wald verteilt, weil
der Pilz so zäh war und sich leicht vom Substrat ablösen ließ.

Das sollte Exidia plana (Warziger Drüsling, Hexenbutter) sein.

Dann habe ich dieses Exemplar mit zahlreichen Drüsenwarzen entdeckt. Also
schloss ich auf Exidia. Die Frage ist nur welche.

Den halte ich für Exidia glandulosa (Becherförmiger Drüsling, Stoppeliger D.)

Im angetrockneten Zustand ist die Unterscheidung der beiden etwas schwieriger. Nach Wiederaufquellen in Wasser bereitet dies jedoch keine Probleme. Zur Verwirrung trägt eigentlich nur bei, dass der Name gandulosa für beide gebräuchlich ist:

Warziger Drüsling, Hexenbutter
Exidia plana (Wiggers: Schleicher 1821) Donk
Exidia gandulosa (Bulliard) Fries 1822 et ss.auct.pl.

Becherförmiger, Stoppel. Drüsling
Exidia gandulosa (Bulliard: St.Amans 1821) Fries non ss. Bres.,Neuh.,Ri.
Exidia truncata Fries 1822

2. Den hatte ich schon mal bei schwammer.de vorgestellt, aber mir konnte
niemand helfen. Ingo konnte nur meine Vermutung einer Reihigen Tramete
(Antrodia serialis) ausschließen.

Der erinnert mich an den Weißen Knorpelporling (Skeletócutis nivea). Dieser hat 8-9 Poren/mm. Die Poren hier erscheinen mir aber zu groß. Vielleicht liegt das aber nur an der Vergrößerung.

3. Das wird sicherlich der Veränderliche Spaltporling (Schizopora paradoxa)

sein.

Ich denke, dies ist der Gelbporige Spaltporling (Schizópora flavípora).

Und noch zwei Kohlenbeeren: 4. Zimtbraune Kohlenbeere (Hypoxylon howeanum)?

Sieht ganz danach aus.

5. Die hier ist so unförmig und bunt, dass ich etwas irritiert bin. Ist das
die Zusammengedrängte (H. cohaerens)?

Ja, das ist sie!

Gruß - Schnuffel

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Re: Holzpilze im Winter II

Toffel, (vor 5720 Tagen) @ Schnuffel

Hallo Schnuffel!

Danke für deine Einschätzung.

Den halte ich für Exidia glandulosa (Becherförmiger Drüsling, Stoppeliger D.)

Dann gehörten die zwei kleinen Noppen, die einige Zentimeter entfernt am Ast wuchsen doch dazu. ;-) Die waren aber höchstens 1,5 mm groß. Ich hatte schon an den Stoppeligen gedacht, aber weil ich dachte, alles wäre die gleiche Art, habe ich den dann doch eher wieder ausgeschlossen.

Dass es zwei unterschiedliche Arten sind, erklärt auch, warum dieser so auffällig viele Drüsenwarzen hat.

Ja, das ist sie!

Die bräunlichen Exemplare sind noch jünger, oder?

Viele Grüße
Toffel

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Re: Holzpilze im Winter II

Schnuffel, (vor 5720 Tagen) @ Toffel

Danke für deine Einschätzung.
Dann gehörten die zwei kleinen Noppen, die einige Zentimeter entfernt
am Ast wuchsen doch dazu. ;-) Die waren aber höchstens 1,5 mm groß.
Ich hatte schon an den Stoppeligen gedacht, aber weil ich dachte, alles
wäre die gleiche Art, habe ich den dann doch eher wieder ausgeschlossen.
Dass es zwei unterschiedliche Arten sind, erklärt auch, warum dieser so
auffällig viele Drüsenwarzen hat.
Die bräunlichen Exemplare sind noch jünger, oder?

Hallo Toffel,

die bräunlichen bemehlten Exemplare sind Stromata mit der Anamorphe (Konidienform) von Hypoxylon cohaerens. Später wird dann die glänzend schwarzbraune Ascusform gebildet.

Gruß - Schnuffel

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Re: Holzpilze im Winter II

Toffel, (vor 5720 Tagen) @ Schnuffel

Hallo Schnuffel!

die bräunlichen bemehlten Exemplare sind Stromata mit der Anamorphe
(Konidienform) von Hypoxylon cohaerens. Später wird dann die glänzend
schwarzbraune Ascusform gebildet.

Ach so. Sind einige Exemplare deshalb so schmal, weil sie sich gerade im Übergang zwischen Neben- und Hauptfruchtform befinden? Das würde auch erklären, warum sie so unterschiedlich geformt sind.
Gehe ich recht in der Annahme, dass die Bestimmung durch das Vorhandensein der Nebenfruchtform zweifelsfrei möglich ist?

Viele Grüße
Toffel

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Re: Holzpilze im Winter II

Schnuffel, (vor 5718 Tagen) @ Toffel

Hallo Toffel!

Ach so. Sind einige Exemplare deshalb so schmal, weil sie sich gerade im
Übergang zwischen Neben- und Hauptfruchtform befinden? Das würde auch
erklären, warum sie so unterschiedlich geformt sind.

Die Nebenfruchtform wächst auf der Oberfläche eines Stromas, in dem schon die Bildung der Perithecien zu sehen ist. Das Stroma wächst am Rande weiter, so dass zusammenfließende Flecken gebildet werden können.

Gehe ich recht in der Annahme, dass die Bestimmung durch das Vorhandensein
der Nebenfruchtform zweifelsfrei möglich ist?

Die Zusammengedrängte Kohlenbeere (H. cohaerens) hat manchmal große Ähnlichkeit mit der Viegestaltigen Kohlenbeere (H. multiforme), die gelegentlich auch auf Rotbuche vorkommt und in der Natur keine Anamorphe bildet. Wenn bei der Fragestellung (H.cohaerens - H. multiforme?) eine Anamorphe gefunden wird, ist die Diagnose klar, andernfalls muß man aber andere heiklere Unterscheidungsmerkmale heranziehen oder am einfachsten das Problem im Wald belassen. ;-))
Ein ähnlicher Fall liegt bei der Zimtbraunen (Kleinsporigen) Kohlenbeere (H. howeianum) vor, die eine Spinnen-ähnliche Anamorphe bildet und an dieser gegebenenfalls leicht zu erkennen ist, so dass man sich die Suche nach den kleinen Sporen ersparen kann.
Vor 3 Jahren wurde diese Anamorphe (Isaria umbrina) von einigen Unverbesserlichen immer noch für einen Parasiten an verschiedenen Hypoxylon-Arten gehalten.

So ziemlich alles über die Arten der Gattung Hypoxylon findest Du hier:
http://pyrenomycetes.free.fr/hypoxylon/index.htm

Hier die Diskussion vor 3 Jahren in diesem Forum über Isaria umbrina (Anamorphe - Parasit?). Leider sind die Bilder fast alle gelöscht.
Beitrag 136419

Gruß - Schnuffel

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Re: Holzpilze im Winter II

Toffel, (vor 5713 Tagen) @ Schnuffel

Hallo Schnuffel!

Ich sehe deine Antwort erst jetzt. Sie ist ja schon fünf Tage alt...

Die Zusammengedrängte Kohlenbeere (H. cohaerens) hat manchmal große
Ähnlichkeit mit der Viegestaltigen Kohlenbeere (H. multiforme), die
gelegentlich auch auf Rotbuche vorkommt und in der Natur keine Anamorphe
bildet. Wenn bei der Fragestellung (H.cohaerens - H. multiforme?) eine
Anamorphe gefunden wird, ist die Diagnose klar, andernfalls muß man aber
andere heiklere Unterscheidungsmerkmale heranziehen oder am einfachsten
das Problem im Wald belassen. ;-))
Ein ähnlicher Fall liegt bei der Zimtbraunen (Kleinsporigen) Kohlenbeere (H.
howeianum) vor, die eine Spinnen-ähnliche Anamorphe bildet und an dieser
gegebenenfalls leicht zu erkennen ist, so dass man sich die Suche nach den
kleinen Sporen ersparen kann.
Vor 3 Jahren wurde diese Anamorphe (Isaria umbrina) von einigen
Unverbesserlichen immer noch für einen Parasiten an verschiedenen
Hypoxylon-Arten gehalten.
So ziemlich alles über die Arten der Gattung Hypoxylon findest Du hier:
http://pyrenomycetes.free.fr/hypoxylon/index.htm
Hier die Diskussion vor 3 Jahren in diesem Forum über Isaria umbrina
(Anamorphe - Parasit?). Leider sind die Bilder fast alle gelöscht.
Beitrag 136419

Danke für die umfangreiche Antwort.
Die Hypoxylon-Seite habe ich schon entdeckt. Bin noch nicht dazu gekommen, mich damit zu beschäftigen. Ist ja auch ziemlich umfangreich das Thema...

Mit Isaria umbrina habe ich mich erst die letzten Tage auseinandergesetzt. Dabei bin ich auch auf die von dir verlinkte Diskussion gestoßen (Habe sie mir aber nur zum Teil durchgelesen.). Habe mich da jetzt durchgearbeitet.

Dann ist das aber von Hans E. Laux: Der große Kosmos Pilzführer (2010) auch falsch beschrieben. Dort steht, dass Isaria umbrina auf H. fragiforme zu finden ist; ein Bild ist auch vorhanden.

Noch was Anderes: Heißt sie jetzt eigentlich howeianum oder howeanum? Beschrieben wurde sie ja als howeianum, aber aus dem Eintrag im Index Fungorum folgere ich, dass der Name nicht korrekt ist.

Viele Grüße
Toffel

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Re: Holzpilze im Winter II

Schnuffel, (vor 5712 Tagen) @ Toffel

Hallo Toffel,

Dann ist das aber von Hans E. Laux: Der große Kosmos Pilzführer (2010)
auch falsch beschrieben. Dort steht, dass Isaria umbrina auf H. fragiforme
zu finden ist; ein Bild ist auch vorhanden.

Das ist natürlich doppelt falsch, sowohl H. fragiforme als auch I. umbrina als Parasit. Im Tintling war auch mindestens 1mal ein falsches Bild. Lobend erwähnen kann ich die "Enzyklopädie der Pilze" von Keizer, da ist alles richtig. :-)))

Wie Du vielleicht gelesen hast, Werner hat sich als einer der von mir genannten Unverbesserlichen geoutet. Es gibt diese also auch heute noch und nicht nur "vor 3 Jahre", wie ich geschrieben hatte.

Noch was Anderes: Heißt sie jetzt eigentlich howeianum oder howeanum?
Beschrieben wurde sie ja als howeianum, aber aus dem Eintrag im Index
Fungorum folgere ich, dass der Name nicht korrekt ist.

Es ist mir nicht bekannt nach wem H. howe(i)anum benannt ist, aber vermutlich nach dem englischen Flottenadmiral Richard Howe.
http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Howe,_1._Earl_Howe

Nach meinen bescheidenen Lateinkenntnissen müsste es dann entweder "howei" oder "howeanum" heißen. Doch, soviel ich weiß, gilt die vom namengebenden Autor bei der Erstveröffentlichung gebrauchte Schreibweise, es sei denn, es handelt sich um einen Druckfehler (z. B. offensichtlichen falscher Puchstabe oder Buchstabenderher). Es scheint mir daher H. howeianum die zwar grammatikalisch falsche, aber nomenklatorisch korrekte Bezeichnung zu sein. Im Gegensatz zum Index Fungorum wird in der Namenliste der Online-Kartierung, an der ich mich normalerweise orientiere, diese Schreibweise gebraucht.

Gruß - Schnuffel

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Re: Holzpilze im Winter II

Werner2, (vor 5712 Tagen) @ Schnuffel

Hallo Schnuffel, na ja, ich gehöre dann wohl auch zu den Unverbesserlichen.
Isaria umbrina wurde Ende der 90er Jahre auf Wunsch von German Krieglsteiner
bundesweit gesucht. Wir fanden hier im Rhein-Maingebiet diese "Art" immer
ziemlich häufig, aber immer auch an Rotbuche und damit bei fragiforme.
Mir ist von hier kein Fund von howeianum bekannt, der an Buche vorkommt und
wir haben I. umbrina auch nie an howeianum, der nicht so selten ist, gefunden.
Daher halte ich die von Prof. Butin seinerzeit vertretene These, die Art als
Gattungs-Parasiten zu bezeichnen, immer noch für schlüssig. Wenn Du das anders siehst besteht bei mir noch Klärungsbedarf.
Gruß Werner
.
.

Hallo Toffel!
Die Nebenfruchtform wächst auf der Oberfläche eines Stromas, in dem schon die
Bildung der Perithecien zu sehen ist. Das Stroma wächst am Rande weiter,
so dass zusammenfließende Flecken gebildet werden können.
Die Zusammengedrängte Kohlenbeere (H. cohaerens) hat manchmal große
Ähnlichkeit mit der Viegestaltigen Kohlenbeere (H. multiforme), die
gelegentlich auch auf Rotbuche vorkommt und in der Natur keine Anamorphe
bildet. Wenn bei der Fragestellung (H.cohaerens - H. multiforme?) eine
Anamorphe gefunden wird, ist die Diagnose klar, andernfalls muß man aber
andere heiklere Unterscheidungsmerkmale heranziehen oder am einfachsten
das Problem im Wald belassen. ;-))
Ein ähnlicher Fall liegt bei der Zimtbraunen (Kleinsporigen) Kohlenbeere (H.
howeianum) vor, die eine Spinnen-ähnliche Anamorphe bildet und an dieser
gegebenenfalls leicht zu erkennen ist, so dass man sich die Suche nach den
kleinen Sporen ersparen kann.
Vor 3 Jahren wurde diese Anamorphe (Isaria umbrina) von einigen
Unverbesserlichen immer noch für einen Parasiten an verschiedenen
Hypoxylon-Arten gehalten.
So ziemlich alles über die Arten der Gattung Hypoxylon findest Du hier:
http://pyrenomycetes.free.fr/hypoxylon/index.htm
Hier die Diskussion vor 3 Jahren in diesem Forum über Isaria umbrina
(Anamorphe - Parasit?). Leider sind die Bilder fast alle gelöscht.
Beitrag 136419
Gruß - Schnuffel

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Unterstützung

Gelbfieber, (vor 5712 Tagen) @ Werner2

Hallo und guten Abend,

mit ein paar Bildchen kann ich euch unterstützen.

Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

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Re: Unterstützung

Schnuffel, (vor 5712 Tagen) @ Gelbfieber

mit ein paar Bildchen kann ich euch unterstützen.

Hallo Uschi,

danke für die Bilder. Ich hoffe doch sehr, dass Du nur die Diskussion unterstützen willst und nicht Werners Meinung. ;-))
Soweit ich mich erinnern kann, hattest Du damals noch zwischen den beiden Möglichkeiten geschwankt. Aber vielleicht hilft Dir die bekannte Weisheit, dass auch Professoren sich irren können, zu einer klaren Entscheidung.

Gruß - Schnuffel

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Re: Holzpilze im Winter II

Schnuffel, (vor 5712 Tagen) @ Werner2

Hallo Schnuffel, na ja, ich gehöre dann wohl auch zu den Unverbesserlichen.
Isaria umbrina wurde Ende der 90er Jahre auf Wunsch von German Krieglsteiner
bundesweit gesucht. Wir fanden hier im Rhein-Maingebiet diese "Art" immer
ziemlich häufig, aber immer auch an Rotbuche und damit bei fragiforme.
Mir ist von hier kein Fund von howeianum bekannt, der an Buche vorkommt und
wir haben I. umbrina auch nie an howeianum, der nicht so selten ist, gefunden.
Daher halte ich die von Prof. Butin seinerzeit vertretene These, die Art als
Gattungs-Parasiten zu bezeichnen, immer noch für schlüssig. Wenn Du das
anders siehst, besteht bei mir noch Klärungsbedarf.

Hallo Werner,

H. howeianum kommt sehr wohl an Buche vor, und Eure Funde von I. umbrina an "H. fragiforme" auf Buche, beweisen für mich, dass Ihr H. howeianum irrtümlich mit H. fragiforme benannt habt. Nach den Sporen hat damals garantiert keiner geschaut. Das ist auch gar nicht so einfach, denn wenn die Anamorphe in "voller Blüte" steht, ist H. howeianum noch nicht reif, und wenn diese reif ist, sind höchstens noch kümmerliche Reste der Anamorphe aufzufinden. Nur wenn Anamorphe und Teleomorphe gleichzeitig in verschiedenem Reifezustand vorliegen, kann man Isaria umbrina eindeutig H. howeianum zuordnen.
Auf den Bildern von Uschi ist deutlich zu sehen, dass die Anamorphe voll ausgebildet ist, wenn die Teleomorphe noch gar nicht vorhanden oder erst in Entwicklung ist. Nur in der Ruine links oben auf dem ersten Bild wären da Sporen für eine Messung zu finden.
Ich finde I. umbrina immer an H. howeianum und diese meistens an Hasel und Eiche, aber auch an Buche.

Wenn es Dir gelingen sollte, mir I. umbrina zusammen mit H. fragiforme zu präsentieren, dann natürlich als Parasit, denn deren Anamorphe sieht ja ganz anders aus, bin ich gerne bereit, meine Meinung zu ändern. Bis dahin steht diese aber unumstößlich fest.

Gruß - Schnuffel

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Re: Holzpilze im Winter II

Gernot, (vor 5712 Tagen) @ Schnuffel

Hallo Schnuffel,

ich stimme dir zu 100% zu. Seit dem ich vor drei Jahren durch dich auf H. howeianum aufmerksam gemacht wurde, hab ich viele Kollektionen mit entsprechender Anamorphe mikroskopiert und das Ergebnis war immer eindeutig. Das Problem von schwierigen Kollektionen auf Buche spricht ja auch Jacques Fournier auf seiner Website an, wo er nochmals deutlich auf die auffällige Anamorphe von H. howeianum hinweist: "Hypoxylon howeianum differs mainly from H. fragiforme in having smaller ascospores (7-9 x 3.5-5 µm) and in being associated with a conspicuous anamorph growing on radiating hyphal chords at base of young stromata."

@Werner: Wie habt ihr festgestellt, dass ihr Isaria umbrina nie an H. howeianum gefunden habt? Denn egal ob Parasitismus oder nicht, Fakt ist, dass diese sternförmigen Fasern zumindest in den allermeisten Fällen (meiner und Schnuffels Meinung nach immer) mit H. howeianum verbunden sind. Nur vom Substrat (Buche) auf H. fragiforme zu schließen und dabei H. howeianum auszuschließen halte nicht für durchführbar.

Es ist mittlerweile akzeptiert und als sicher angenommen, dass die strahlenförmigen Gebilde die Anamorphe von H. howeianum sind. Beispiele dazu sind die von Schnuffel schon verlinkte englisch-französische Xylariales-Seite, sowie die Seite von Rogers, Ju & Adams. Selbst in der 25 Jahre alten Literatur von Petrini & Müller (Haupt - und Nebenfruchtformen europäischer Hypoxylon - Arten (Xylariaceae, Sphaeriales) und verwandter Pilze, 1986) wird H. howeianum schon so beschrieben.

Schöne Grüße
Gernot

Hallo Werner,
H. howeianum kommt sehr wohl an Buche vor, und Eure Funde von I. umbrina an
"H. fragiforme" auf Buche, beweisen für mich, dass Ihr H.
howeianum irrtümlich mit H. fragiforme benannt habt. Nach den Sporen hat
damals garantiert keiner geschaut. Das ist auch gar nicht so einfach, denn
wenn die Anamorphe in "voller Blüte" steht, ist H. howeianum
noch nicht reif, und wenn diese reif ist, sind höchstens noch kümmerliche
Reste der Anamorphe aufzufinden. Nur wenn Anamorphe und Teleomorphe
gleichzeitig in verschiedenem Reifezustand vorliegen, kann man Isaria
umbrina eindeutig H. howeianum zuordnen.
Auf den Bildern von Uschi ist deutlich zu sehen, dass die Anamorphe voll
ausgebildet ist, wenn die Teleomorphe noch gar nicht vorhanden oder erst
in Entwicklung ist. Nur in der Ruine links oben auf dem ersten Bild wären
da Sporen für eine Messung zu finden.
Ich finde I. umbrina immer an H. howeianum und diese meistens an Hasel und
Eiche, aber auch an Buche.
Wenn es Dir gelingen sollte, mir I. umbrina zusammen mit H. fragiforme zu
präsentieren, dann natürlich als Parasit, denn deren Anamorphe sieht ja
ganz anders aus, bin ich gerne bereit, meine Meinung zu ändern. Bis dahin
steht diese aber unumstößlich fest.
Gruß - Schnuffel

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Re: Holzpilze im Winter II

Werner2, (vor 5706 Tagen) @ Werner2

Danke euch zusammen für die interessaten Informationen zu den 2 Arten,
vielen Dank Uschi, für die schönen Fotos.
Ich bin natürlich nicht unbelehrbar, aber jeder hat den Wissenstand,
den er irgendwann mal aufgenommen hat, und vor ein paar Jahren
war howeianum eben kein Faguspilz. Man kann ja nicht alles lesen bekommen
was so veröffentlicht wird.
Eigentlich habe ich mir bisher zugetraut beide Arten zumindest in den meisten
Fällen, auch so brauchbar makroskopisch auseinanderzuhalten.
Vielleicht hat das jeweilige Substrat dies mir auch nur sugeriert.
Ich werde also mal wieder anfangen kugelige Kohlenbeeren zu mikroskopieren und nach Anamorphen schauen. Bin gespannt, ob ich howeianum tatsächlich auf Fagus finde.
Gruß Werner
.
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Hallo Schnuffel, na ja, ich gehöre dann wohl auch zu den Unverbesserlichen.
Isaria umbrina wurde Ende der 90er Jahre auf Wunsch von German Krieglsteiner
bundesweit gesucht. Wir fanden hier im Rhein-Maingebiet diese "Art"
immer
ziemlich häufig, aber immer auch an Rotbuche und damit bei fragiforme.
Mir ist von hier kein Fund von howeianum bekannt, der an Buche vorkommt und
wir haben I. umbrina auch nie an howeianum, der nicht so selten ist,
gefunden.
Daher halte ich die von Prof. Butin seinerzeit vertretene These, die Art als
Gattungs-Parasiten zu bezeichnen, immer noch für schlüssig. Wenn Du das
anders siehst besteht bei mir noch Klärungsbedarf.
Gruß Werner
.
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