Re: Milde Gallenröhrlinge...
Hallo Rene,
Von dieser milden Varietät hab ich noch nie was gehört, wirklich interessant,
muss ich mal testen.
Wie schätzt Du da Verhältnis zwischen milder Varietät und bitterer Hauptform
ein?
LG Christoph
Hallo!
Ich bin eigentlich ganz zufrieden, dass sich die m.M. nach überflüssige Splitterei des Gallenröhrlings in milde und bittere Varietäten kaum durchsetzt.
Man muss hier doch immer auch äußere Verhältnisse mit in Betracht ziehen. Viele Pilze haben ihren Idealgeruch oder -geschmack nur frisch. Abtrocknend lässt beides in zahlreichen Fällen nach und ist mitunter kaum noch nachzuvollziehen.
Solche Spannweiten muss man Pilzarten einfach zugestehen, sonst müsste man demnächst den Ockertäubling (Russula ochroleuca) auch aufteilen in scharf schmeckende Formen und fast mild schmeckende.
Die gleichen geschmacklichen Unterschiede kann man sogar auf den Pfefferröhrling übertragen, der recht trocken auch seine Schärfe verliert.
Oder soll man Anis-Champignons, die nicht (mehr) nach Anis riechen womöglich auch noch einen Varietätsrang zugestehen? Wo hört man denn hier auf? Soll man am Ende einen Fliegenpilz, der nach Standort weniger Muscarin enthält als anderswo als Varietät einstufen?
Es gibt doch im Pilzreich wahrhaftig genug unbekanntes zu erkunden, da muss man sich doch mit solchen Haarspaltereien nicht die Zeit stehlen lassen.
VG Ingo W