Russula bei Eichen

BrunoH, (vor 5546 Tagen)

Ich habe diesen Pilz als Russula subterfurcata bestimmt.
Die Sporen sind relativ klein (5-7x4.5-6.5), immer kleiner als 7.5,
mit rel. grossen, isolierten Warzen, die nur z.T. verbunden sind.

Die Literatur ist in dieser Formengruppe schwierig zu interpretieren.

Alternativ habe ich R. pseudoaeruginea, R. galochroa, R. faustiana
bei Buche), alle mit grösseren Sporen, angeschaut.

Kennt sich jemand in dieser Formengruppe der Griseinae gut aus und
hat eventuell Tipps?

Grüsse,
Bruno

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Re: Russula bei Eichen

jesko, (vor 5546 Tagen) @ BrunoH

Hallo Bruno,

das könnte eine spannende Kollektion einer wohl eher seltenen Art der Griseinae sein. Die Sporengröße wäre hier nur ein Merkmal. Hier musst Du im Prinzip fast das Russula-Komplettprogramm fahren. Auf jeden Fall muss die Huthaut genau untersucht werden (am besten in Kongo), um die Form und Größe der typischen Elemente (Dermatozystiden, Endglieder und Mittelglieder der Haare) zu erfassen. Beim Aufsammeln wäre wichtig: Sporenabwurf anfertigen und zwischen zwei Glasplatten (z.B. Objektträger) fixieren, um die genaue Farbe zu bestimmen. FeSO4 auf der Stielrinde und Guajak auf der Stielrinde und den Lamellen prüfen und Geschwindigkeit und Intensität der Reaktion kontrollieren. Habitat notieren!
Nur wenn man das alles hat, stehen die Chancen für eine zuverlässige Bestimmung gut. Im Übrigen sind hier m.W. die Schlüssel in Sarnari noch immer der neueste Stand. Wenn Du die genannten Angaben hast, findet sich sicher jemand, der den Beleg prüft!

Viele Grüße, Jesko

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Re: Russula bei Eichen

BrunoH, (vor 5545 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko

Vielen Dank für deine Ausführungen!

Ich habe das Russula- Komplettprogramm durchgeführt. ;-)
Hier die Resultate:

1) Die Sporen und Dermatozystiden habe ich aufgezeichnet (siehe unten).
Die Sporen sind wie gesagt relativ klein (max. 7.5m lang)

2) Sporenabwurf: creme, IIa bis IIc (gemäss Sarnari), 20Y,2M
(gemäss PdS, wobei die Farbe heller ist als die dort beschriebene
R. subterfurcata)

3) FeS04 auf Stielrinde, langsam rosafarben, Guajak auf Stielrinde
rasch grünblau verfärbend

4) Habitat: im Buchenwald auf Kalk, Standort direkt bei Eichen

Ich mache Exsikkate. Falls jemand den Fund prüfen möchte, stelle ich
ihm gerne ein Exemplar zu.

Gruss
Bruno

Hallo Bruno,
das könnte eine spannende Kollektion einer wohl eher seltenen Art der
Griseinae sein. Die Sporengröße wäre hier nur ein Merkmal. Hier musst Du
im Prinzip fast das Russula-Komplettprogramm fahren. Auf jeden Fall muss
die Huthaut genau untersucht werden (am besten in Kongo), um die Form und
Größe der typischen Elemente (Dermatozystiden, Endglieder und
Mittelglieder der Haare) zu erfassen. Beim Aufsammeln wäre wichtig:
Sporenabwurf anfertigen und zwischen zwei Glasplatten (z.B. Objektträger)
fixieren, um die genaue Farbe zu bestimmen. FeSO4 auf der Stielrinde und
Guajak auf der Stielrinde und den Lamellen prüfen und Geschwindigkeit und
Intensität der Reaktion kontrollieren. Habitat notieren!
Nur wenn man das alles hat, stehen die Chancen für eine zuverlässige
Bestimmung gut. Im Übrigen sind hier m.W. die Schlüssel in Sarnari noch
immer der neueste Stand. Wenn Du die genannten Angaben hast, findet sich
sicher jemand, der den Beleg prüft!
Viele Grüße, Jesko

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Re: Russula bei Eichen

jesko, (vor 5545 Tagen) @ BrunoH

Hallo Bruno,

das scheint schon alles in die richtige Richtung zu gehen, man sollte es sich aber auf jeden Fall genauer ansehen. Bei Deinen Huthautelementen sehe ich nicht, was Haare und was Dermatozystiden sind (könnten alles Haare sein). Das Sporenpulver lag sicher eher bei IIc - zwischen IIa und IIc ist - zumindest bei den Griseinae - ein himmelweiter Unterschied.
Ich könnte mir vorstellen, dass Felix sich Deinen Beleg gern wird anschauen wollen - der hat Erfahrungen in diesem Formenkreis. Ich werde ihn mal explizit auf diesen Thread aufmerksam machen, denn im Moment treibt er sich wohl gerade in einem Grünerlengebüsch herum und wird dann Rückenschmerzen haben ...

Grüße

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Re: Russula bei Eichen

BrunoH, (vor 5545 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko

Vielen Dank für die Mitteilung und dein Hilfe bei der Bestimmung.

Ich glaube, die typischen Haare gezeichnet zu haben. Sie sind
wirklich vielgestaltig.

Anbei noch die Pileozystiden, die sich in SV schwarz verfärben,
und apikal zum Teil eingeschnürt sind oder ein kurzen Fortsatz
haben.

Gibt es noch andere Dermatozystiden, die man beachten muss?

Leider gibt es im Sarnari keine saubere Farbtafel von Romagnesis
Farbcode. Gibt es die irgendwo auf dem Netz? Wenn du die PdS zur
Hand nimmst, entspricht die Sporenpulverfarbe etwa R. pseudoaeruginea
20Y,2M), ist also wesentlich heller als bei R. subterfurcata (40Y,5M)
abgebildet. Entspräche das nicht eher IIa oder IIb als IIc?

Bei Sarnari (Genere Russula in Europa, I) habe ich keine Angaben zur
Sporenfarbe von R. subterfurcata gefunden. Im Schlüssel kommt man über
7b) ... sporata crema, II(b) c-d .. zu R. subterfurcata, was im
beobachteten Bereich ist.

Ich bin gerne bereit, ein Exsikkat einem Russula-Kenner zu schicken.

Viele Grüsse
Bruno

Hallo Bruno,
das scheint schon alles in die richtige Richtung zu gehen, man sollte es sich
aber auf jeden Fall genauer ansehen. Bei Deinen Huthautelementen sehe ich
nicht, was Haare und was Dermatozystiden sind (könnten alles Haare sein).
Das Sporenpulver lag sicher eher bei IIc - zwischen IIa und IIc ist -
zumindest bei den Griseinae - ein himmelweiter Unterschied.
Ich könnte mir vorstellen, dass Felix sich Deinen Beleg gern wird anschauen
wollen - der hat Erfahrungen in diesem Formenkreis. Ich werde ihn mal
explizit auf diesen Thread aufmerksam machen, denn im Moment treibt er
sich wohl gerade in einem Grünerlengebüsch herum und wird dann
Rückenschmerzen haben ...
Grüße

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Re: Russula bei Eichen

jesko, (vor 5544 Tagen) @ BrunoH

Hallo Bruno,

das ist eben manchmal die Schwierigkeit, in den vielgestaltigen Haaren das zu sehen, was jeweils charakteristisch für die Art sein soll. Außer Haaren und Dermatozystiden (hier schon in Kongo gut unterscheidbar) gibt es bei den Griseinae keine relevanten Epikutiselemente.
Das mit der Bestimmung der Sporenpulverfarbe ist oft problematisch. Eine Farbtafel im Netz würde nichts nützen, weil die Farben je nach Drucker und Druckereinstellungen schwanken würden. Dasselbe Problem gibt es mit Scans oder Farbkopien von Farbtafeln aus Druckwerken. Im Prinzip müsste man eine Anzahl Farbkopien anfertigen, mit der Tafel abgleichen, die Farben ankreuzen, die zu stimmen scheinen, und dann entsprechend nachregeln ... Bei den Farbtafeln in Druckwerken verändern sich die Farben oft auch mit der Zeit. In den verschiedenen Romagnesi-Ausgaben sind einige Farben verdruckt (falsche Reihenfolge) ... Also – es ist ein kleines Chaos. Man kann sich oft auch helfen, indem man zeitgleich Abwürfe gut bekannter Arten anfertigt, die man dann zusätzlich vergleichen kann. Beste Methode: Aussporen lassen, Abwurf abtrocknen lassen (1 d), z.B. mit Rasierklinge auf Objektträger übertragen, Häufchen zusammenkehren, zweiten Objektträger darüberlegen und etwas drücken bzw. leicht reiben, sodass ein Farbfleck entsteht, und zweiten Objektträger mit Klebestreifen fixieren. So wäre es richtig sorgfältig – aber auch ein riesiger Zeitaufwand mit entsprechendem Platzbedarf, wenn man viele Kollektionen hat.
Wenn jemand eine Idee hätte, wie man die Sporenpulverfarbe mit einfachen Mitteln einscannen und zuverlässig elektronisch bestimmen könnte ...

Viele Grüße

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Re: Russula bei Eichen

BrunoH, (vor 5544 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko

Danke für deine Ausführungen. Den Sporenabwurf habe ich wie von dir beschrieben durchgeführt, allerdings ohne Vergleichproben (da nicht vorhanden). Die Farbe ist immer noch gleich hell ;-)

Ich gebe dir recht, es ist immer noch viel Chaos vorhanden. Und es wird noch viel Zeit benötigen, das aufzuräumen ;-) Aber auch gerade deshalb sind die Pilze so spannend.

Grüsse,
Bruno

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Re: Russula bei Eichen

KARL, (vor 5544 Tagen) @ jesko

Beste Methode:
Aussporen lassen, Abwurf abtrocknen lassen (1 d), z.B. mit Rasierklinge
auf Objektträger übertragen, Häufchen zusammenkehren, zweiten Objektträger
darüberlegen und etwas drücken bzw. leicht reiben, sodass ein Farbfleck
entsteht, und zweiten Objektträger mit Klebestreifen fixieren. So wäre es
richtig sorgfältig – aber auch ein riesiger Zeitaufwand mit entsprechendem
Platzbedarf, wenn man viele Kollektionen hat.

Hallo Jesko

In der von Dir beschriebenen Methode sehe ich die einzige Chance, besonders
wenn man nicht Russula am laufenden Band untersucht. Ich mache das jedes
Jahr mit den ersten Täblingen neu, die ich sicher bestimmen kann, da sich manche
Farben verändern. Das Bild ist nur zur Ansicht. Ich vergleiche natürlich mit den
Originalen, da schon beim Scannen und je nach Monitor wieder Verfälschungen
auftreten.

LG Karl

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