Hebeloma circinans (Quel.) Sacc. ?!

HARZPILZCHEN, (vor 5530 Tagen)

Liebe Pilzfreunde

es ist garnicht meine Art, an Fälblingen rumzumachen. Aber da FELIX sinngemäß schrieb, daß eh alles auf dem Kompost landet, habe ich mir diese m.E. noch nie gesehenen Pilze vorgenommen. Gefunden auf 700m nahe Kramershai neben den Kollektionen C. emunctus sowie C. cf. scaurus. 50m entfernt die Stelle Boletus gabretae. Sollte sich meine Bestimmung bestätigen, wäre das wohl zumindest für mich ein Kracher und Erstfund, sowie der erste gesicherte Nachweis für Sachsen Anhalt. Das der Pilz wohl nur in Skandinavien und in Süddeutschland vorkommen soll, schreckt mich überhaupt nicht mehr ab.

noch drei Makrofotos:
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Cheilozystiden
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Sporen
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min 8,9 x4,5
max 10,00 x5,1
mittel 9,3 x4,7

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und Sporen in Melzer:
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über Hinweise würde ich mich freuen. LG Hartmut

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Re: Hebeloma circinans (Quel.) Sacc. ?!

Goldsucher, (vor 5530 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Harzpilzchen!

Diesen wurzelnden Fälbling hatten wir hier in der Südoststeiermark auch schon mal gefunden. Auf tertiären Kalksanddünen in einem Kiefernwald.

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Re: Hebeloma circinans (Quel.) Sacc. ?!

HARZPILZCHEN, (vor 5529 Tagen) @ Goldsucher

Diesen wurzelnden Fälbling hatten wir hier in der Südoststeiermark auch schon
mal gefunden. Auf tertiären Kalksanddünen in einem Kiefernwald.

Hallo Bernard. Vielen Dank. Käme meine Kollektion makroskopisch so hin? LG Hartmut

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Re: Hebeloma circinans (Quel.) Sacc. ?!

Goldsucher, (vor 5529 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Hartmut!

Soweit ich mich erinnern kann, waren das ziemlich kräftige Burschen mit wurzelnden Stielen am Waldrand im Gras neben den Kiefern in großer Zahl. Ich habe leider damals nicht fotographiert. Ein Freund von mir hat Fotos. Die werde ich anfordern und hier einstellen, sobald ich sie habe.

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Re: Hebeloma circinans (Quel.) Sacc. ?!

HARZPILZCHEN, (vor 5529 Tagen) @ Goldsucher

Soweit ich mich erinnern kann, waren das ziemlich kräftige Burschen mit
wurzelnden Stielen am Waldrand im Gras neben den Kiefern in großer Zahl.
Ich habe leider damals nicht fotographiert. Ein Freund von mir hat Fotos.
Die werde ich anfordern und hier einstellen, sobald ich sie habe.

Das wäre toll, zum Vergleich. LG aus dem Harz

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Re: Hebeloma circinans (Quel.) Sacc. ?!

Peter S., (vor 5530 Tagen) @ HARZPILZCHEN

min 8,9 x4,5
max 10,00 x5,1
mittel 9,3 x4,7

Hallo Hartmut,

H. circinans hab ich mir immer als einen hochstieligen grazilen Pilz vorgestellt, deshalb wohl auch der dt. Name Elfenringfälbling.
Deine Pilze sehen recht stämmig aus und an grazile Elefen würd ich nun nicht grad denken - wobei dt. Pilznamen....
Im Schlüssel von Vesterholt werden für H. c. Sporenbreiten von 5,1 - 5,9 µm gefordert.
Die m. E. ähnliche C. vejlense wird von ihm mit solchen von 4,9 - 7,1 µm angegeben.
In die Schlüssel kommt man bei Vesterholt für die beiden von mir genannten über den Geruchsunterschied und die Cheilozystidenform. Wobei ich bei den CZ zwischen diesen beiden Arten kaum Unterschiede ausmachen kann. Bei H. vejlense sind sie viellicht ein klein wenig keuliger dargestellt.
Wobei bei H. circinans die CZ in der Mehrzahl zylindrisch, d. h. ohne kopfige Verbreiterung sein sollen. Genau dieses Merkmal der kopfigen Verbreiterung sehe ich aber bei vielen CZ auf Deinen Fotos.

Bleibt der Geruchsunterschied. H. vejlense rettichartig.
H. circinans nicht.
Christoph Hahn hat mal geschrieben, dass der Geruch von H. circinans einzigartig sei und ihn an Schwarztee mit Milch und Zucker erinnere.

MMh - sicher bin ich mir nicht. weder dafür noch dagegen.
hilft Dir dann aber wohl nicht viel.

LG Peter

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Re: Hebeloma circinans (Quel.) Sacc. ?!

HARZPILZCHEN, (vor 5530 Tagen) @ Peter S.

H. circinans hab ich mir immer als einen hochstieligen grazilen Pilz
vorgestellt, deshalb wohl auch der dt. Name Elfenringfälbling.
Deine Pilze sehen recht stämmig aus und an grazile Elefen würd ich nun nicht
grad denken - wobei dt. Pilznamen....
Im Schlüssel von Vesterholt werden für H. c. Sporenbreiten von 5,1 - 5,9 µm
gefordert.
Die m. E. ähnliche C. vejlense wird von ihm mit solchen von 4,9 - 7,1 µm
angegeben.
In die Schlüssel kommt man bei Vesterholt für die beiden von mir genannten
über den Geruchsunterschied und die Cheilozystidenform. Wobei ich bei den
CZ zwischen diesen beiden Arten kaum Unterschiede ausmachen kann. Bei H.
vejlense sind sie viellicht ein klein wenig keuliger dargestellt.
Wobei bei H. circinans die CZ in der Mehrzahl zylindrisch, d. h. ohne kopfige
Verbreiterung sein sollen. Genau dieses Merkmal der kopfigen Verbreiterung
sehe ich aber bei vielen CZ auf Deinen Fotos.
Bleibt der Geruchsunterschied. H. vejlense rettichartig.
H. circinans nicht.
Christoph Hahn hat mal geschrieben, dass der Geruch von H. circinans
einzigartig sei und ihn an Schwarztee mit Milch und Zucker erinnere.
MMh - sicher bin ich mir nicht. weder dafür noch dagegen.
hilft Dir dann aber wohl nicht viel.

Lieber Peter

Vielen Dank erst einmal für deine Einschätzungen. Ja schwierig sind die Pilze schon. Sie rochen aber keinesfalls nach Rettich, sondern untypisch für einen Fälbling, leicht süßlich angenehm und ohne Kakaokomponente. Die Sporen in Vesterholt sind dort größer angegeben, 8.6-13.5x4.9-7.1, Die teilweise abweichenden CZ sind mir auch aufgefallen, daher cf.
Aber wenn man eine Art überhaupt nicht kennt, ist das schwierig zu beurteilen.

LG Hartmut

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Re: Hebeloma circinans (Quel.) Sacc. ?!

interhias ⌂, (vor 5530 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Hartmut,

du solltest vielleicht auch die Option H. laterinum (ex edurum/senescens) prüfen, obwohl ich den mit stärker spindelig-keulig verdickten Stielen kenne. Ich hab die Mikromerkmale nicht auswendig im Kopf, aber ich kann mich erinnern, dass wir bei einem Mikroskopierkurs in München Schwierigkeiten hatten, die beiden Arten H. circinans und laterinum eindeutig mikroskopisch zu trennen (nach Vesterholt).

Auf Almweiden und -wiesen wachsen vermutlich beide Arten bei Fichte massenhaft und vergesellschaftet.

Grüße
Hias

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Re: Hebeloma circinans (Quel.) Sacc. ?!

HARZPILZCHEN, (vor 5530 Tagen) @ interhias

du solltest vielleicht auch die Option H. laterinum (ex edurum/senescens)
prüfen, obwohl ich den mit stärker spindelig-keulig verdickten Stielen
kenne. Ich hab die Mikromerkmale nicht auswendig im Kopf, aber ich kann
mich erinnern, dass wir bei einem Mikroskopierkurs in München
Schwierigkeiten hatten, die beiden Arten H. circinans und laterinum
eindeutig mikroskopisch zu trennen (nach Vesterholt).
Auf Almweiden und -wiesen wachsen vermutlich beide Arten bei Fichte
massenhaft und vergesellschaftet.

Moin Hias

Ich danke dir. Hebeloma senescens kenne ich zumindest makroskopisch sehr gut, da dieser bei uns in den Kalkkiefernwälder massenhaft wächst. Diesen hatte vor Jahren Andreas Melzer mal bestimmt. Der Geruch ist m.E. auch verschieden. Habe ein Stückchen zum Trocknen ausgelegt und werde die Pilze mal demnächst mikroskopisch vergleichen.

LG Hartmut

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Vergleichskollektion aus Berchtesgaden

Thüringer-Holz, (vor 5529 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Harzi,

während der Bay.myk.Tagung haben wir diese Pilze - sie sahen auf den ersten Blick aus wie Cortinarien -
zusammen mit E.Ludwig und Dr.Martin Schmidt auf einer Exkursion unter Fichte auf 900m.N. gefunden. Dr.Martin Schmidt bestimmte sie später
als Hebeloma circinans! Die Kollektion gleicht deiner schon sehr! Was keine
Bestimmung, nur eine Feststellung ist! :)

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LG FELIX

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Re: Vergleichskollektion aus Berchtesgaden

interhias ⌂, (vor 5529 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Harzi,
während der Bay.myk.Tagung haben wir diese Pilze - sie sahen auf den ersten
Blick aus wie Cortinarien -
zusammen mit E.Ludwig und Dr.Martin Schmidt auf einer Exkursion unter Fichte
auf 900m.N. gefunden. Dr.Martin Schmidt bestimmte sie später
als Hebeloma circinans! Die Kollektion gleicht deiner schon sehr! Was keine
Bestimmung, nur eine Feststellung ist! :)


LG FELIX

Servus Felix,

die habe ich auch live gesehen und würde sie makroskopisch für H. laterinum halten. Die Unterschiede zu H. circinans nach Vesterholt sind vor allem die Sporenbreite (bei laterinum über 5,9 im Mittel) sowie "marmorierte Hutfarben" und Teegeruch bei circinans. Bei Hartmuts Kollektion sind die Sporen sehr schmal, da fällt H. laterinum sicher raus. Harmut hat schon recht, seine Kollektion sieht auch nicht wie typische laterinum aus.

Grund genug, heuer mal wieder alles in der Richtung einzusacken und durchzumikroskopieren.

Grüße
Hias