Bitte um Bestimmungshilfe: Tricholoma apium?

RalfD, (vor 5144 Tagen)

Hallo,

ich bitte bei der Bestimmung des folgenden Fundes um Eure Hilfe.

Der Fund war in einem Nadel-Laub-Mischwald. Hauptbaumarten sind Fichte, Eiche und Buche. Gefunden wurde ein älterer Fruchtkörper und der jüngere, hier abgebildete. Von dem älteren wurde leider nur ein Stück des Hutes zwecks Sporenmessung mitgenommen.

Der ältere Fruchtkörper hatte eine Hutdurchmesser von ca. 10-12 cm. Die Farbe der Huthaut war bei dem älteren Exemplar ein blasses Ocker. Der jüngere FK ist eher weißlich mit zur Hutmitte hin zunehmender hellockerfärbung. Stiel und Fruchtfleisch sind reinweiß. Die Lamellen sind bei dem jungen Exemplar leicht grau gefärbt Bei dem älteren Stück war die Farbe von Lamellen und Stiel fleckig ockergrau. Durch die lange Trockenheit kann ich Farbveränderungen hier nicht ausschließen.

Die Lamellen sind extrem spröde. Der Geruch erinnert mich an Liebstöckel und ist sehr intensiv. Den Literaturangaben nach soll T.apium nach Maggi oder Sellerie riechen. Dem kann ich mich mit etwas Interpretationsspielraum anschließen.
Die Sporenmaße sind 3,6 - 4,8 x 3 - 3,7 µm. In Wasser gemessen und vom Hutstück des alten FK entnommen.

Lamellenpilze sind nicht so recht mein Ding und meine Literatur über Tricholoma ist eher begrenzt. Wenn weitere mikroskopische Merkmale zur Bestimmung notwendig sind, kann ich die nachreichen.

Sollte der Fund so nicht sicher bestimmbar sein, wäre mir mit der Angabe von möglichen Alternativen auch schon geholfen.

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Danke für Eure Hilfe.

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Re: Bitte um Bestimmungshilfe: Tricholoma apium?

Helmut, (vor 5144 Tagen) @ RalfD

Serus Ralf,

den Sellerieritterling kenne ich anders. Zudem passt die Ökologie nicht:

Der Fund war in einem Nadel-Laub-Mischwald. Hauptbaumarten sind Fichte, Eiche
und Buche.

T. apium (= T. luteovirens ss. auct.) wächst typischerweise im sauren, sehr armen Sand-Kiefernwald. Dein Fund scheint mir entweder in die Richtung der T. album-/ stiparophyllum-Verwandtschaft zu gehen oder vielleicht sogar ein blasser Vertreter des Seifenritterlings (T. saponaceum). Für letzteren sollte die Stielbasis ein rosa-rötliches Mycel aufweisen. Die weissen Ritterlinge dagegen sind bestimmungsmäßig und nomenklatorisch nicht leicht abzugrenzen.

Mit welcher Literatur hast Du geschlüsselt?

Gruß

Helmut

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Re: Bitte um Bestimmungshilfe: Tricholoma apium?

jesko, (vor 5144 Tagen) @ RalfD

Hallo Ralf,

ich würde Deinen Fund erst einmal mit dem bei Eiche und Buche recht häufigen Tricholoma album vergleichen, um nicht gleich die seltenen Sachen zu bemühen. Vom Foto her wäre T. album meine erste Wahl. T. apium habe ich noch nie gesehen, nach der Literatur müsste diese für Kiefer angegebene Art jedoch etwas anders aussehen (Hut von Beginn an ocker, samtig, typisch aufreißend). Für T. album wären Deine Sporen freilich etwas klein.

Viele Grüße,
Jesko

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Re: Bitte um Bestimmungshilfe: Tricholoma apium?

RalfD, (vor 5144 Tagen) @ Helmut

Serus Ralf,
den Sellerieritterling kenne ich anders. Zudem passt die Ökologie nicht: T.
apium (= T. luteovirens ss. auct.) wächst typischerweise im sauren, sehr
armen Sand-Kiefernwald. Dein Fund scheint mir entweder in die Richtung der
T. album-/ stiparophyllum-Verwandtschaft zu gehen oder vielleicht sogar
ein blasser Vertreter des Seifenritterlings (T. saponaceum). Für letzteren
sollte die Stielbasis ein rosa-rötliches Mycel aufweisen. Die weissen
Ritterlinge dagegen sind bestimmungsmäßig und nomenklatorisch nicht leicht
abzugrenzen.
Mit welcher Literatur hast Du geschlüsselt?
Gruß
Helmut

Danke für Eure Meinungen.

Richtig aufschlüsseln kann ich mangels geeigneter Literatur nicht. Es ist mir auch nicht wichtig, ob dieser Pilz nun selten ist oder nicht. Mir geht es um seriöse Kartierung. Wenn ich ihn nicht eindeutig bestimmen kann, dann wird er auch nicht dokumentiert.

Zur Ökologie kann ich noch folgendes anmerken.

Der Boden ist recht sauer. Kiefern sind in dem Gebiet vereinzelt eingestreut, ob welche direkt vor Ort stehen vermag ich so nicht zu sagen, werde ich aber noch prüfen.

Wie schon bemerkt, fehlt mir entsprechende Literatur. Auf T.apium bin ich gekommen ob der sehr kleinen Sporen und dem extrem intensiven Geruch. T.album kenne ich recht gut, dieser riecht jedoch süßlicher und nicht so intensiv, zeigt zudem auch größere Sporen. Ein rosa oder rötliches Myzel kann ich ausschließen.

Ich habe mir schon gedacht, dass es nicht so einfach sein wird.

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Re: Bitte um Bestimmungshilfe: Tricholoma apium?

Ingo Wagner, (vor 5144 Tagen) @ RalfD

Hallo Ralf!

Natürlich passt dein empfundener Geruch (vielleicht weniger widerlich durch Trockenheit?)nicht schön zu meiner Idee, aber ich würde aufgrund deiner Farbbeschreibung und der Lamellendichte tatsächlich auf Tricholoma lascivum (Unverschämter Ritterling) tippen, allerdings kenne ich Tr. album nicht.
Bei den Sporen muss ich halt vorraussetzen, dass sie nicht reif sind, damit es halbwegs passt!

Tr. stiparophyllum ist m.M. nach ein Birkenbegleiter, auch wenn es manchmal anders geschrieben steht.
Sein Geruch ist eher bissig bis pseudowürzig (Kopfschmerzen herausfordernd, weder widerlich noch angenehm).

VG Ingo W

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Re: Bitte um Bestimmungshilfe: Tricholoma apium?

Pilzgrufti, (vor 5143 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ralf,

Tricholoma apium ist dies definitiv nicht. Das Bild von Helmut zeigt die Art gut, allerdings im alten Zustand. Jung ist die Hutmitte etwas heller und der Rand weißlich. Tricholoma apium riecht so intensiv nach Sellerie das man die Art wenn man sie einmal in Händen hatte nicht mehr verwechselt.
Die Beschreibung und Abbildung bei Riva paßt recht gut.

Gruß
Gerhard

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Re: Bitte um Bestimmungshilfe: Tricholoma apium?

RalfD, (vor 5143 Tagen) @ Pilzgrufti

Hallo Ralf,
Tricholoma apium ist dies definitiv nicht. Das Bild von Helmut zeigt die Art
gut, allerdings im alten Zustand. Jung ist die Hutmitte etwas heller und
der Rand weißlich. Tricholoma apium riecht so intensiv nach Sellerie das
man die Art wenn man sie einmal in Händen hatte nicht mehr verwechselt.
Die Beschreibung und Abbildung bei Riva paßt recht gut.
Gruß
Gerhard

Allen die sich hier beteiligt haben ein herzliches Dankeschön für die Mühe.

Der Fund wird leider unbestimmt bleiben, denn eine sichere Zuordnung ist mir nicht möglich. Vielleicht erscheint er ja mit dem jetzt angekündigten Regen erneut und frisch.

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Re: Bitte um Bestimmungshilfe: Tricholoma apium?

Ingo, (vor 5143 Tagen) @ RalfD

Hallo Ralf,

ich würde auch erstmal Jesko beipflichten, und deinen Fund
in der Gruppe um T. album unterbringen wollen. Aufgrund der Sporenmaße
und der Größenangaben des ausgewachsenen Exemplars würde hier T. pseudoalbum
besser passen. Ein makroskopischer Unterschied wäre (nach RIVA) der gerippte
Hutrand. Beim gezeigten Exemplar möchte ich den in Ansätzen erkennen.

Wenn er beim ausgewachenen Exemplar ausgeprägt war, würde ich eher in diese
Richtung tendieren. Vom Geruch her scheinen diese Arten eher kompliziert zu sein.
Für T. pseudoalbum ist im RIVA Schimmel bzw. Lindan angegeben. Für T. album unter
anderem krautig, leicht mehlig, leicht erd- bzw. kohlartig (Monographie M. BON).

Eine 100%-ige Tendenz (und damit unbrauchbar für eine Kartierung) kann ich leider
auch nicht erkennen. Für T. pseudoalbum vielleicht eben so 70%.
T. inamoenum sollte ausszuschließen sein, da die Makromerkmale schon mal nicht
passen. Genau so wenig dürfte T. apium in Frage kommen. Für mich scheint da eher
der gerippte Hutrand Ausschlag gebend.

Grüsslis Ingo

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Re: Bitte um Bestimmungshilfe: Tricholoma apium?

RalfD, (vor 5143 Tagen) @ Ingo

Hallo Ralf,
ich würde auch erstmal Jesko beipflichten, und deinen Fund
in der Gruppe um T. album unterbringen wollen. Aufgrund der Sporenmaße
und der Größenangaben des ausgewachsenen Exemplars würde hier T. pseudoalbum
besser passen. Ein makroskopischer Unterschied wäre (nach RIVA) der gerippte
Hutrand. Beim gezeigten Exemplar möchte ich den in Ansätzen erkennen.
Wenn er beim ausgewachenen Exemplar ausgeprägt war, würde ich eher in diese
Richtung tendieren. Vom Geruch her scheinen diese Arten eher kompliziert zu
sein.
Für T. pseudoalbum ist im RIVA Schimmel bzw. Lindan angegeben. Für T. album
unter
anderem krautig, leicht mehlig, leicht erd- bzw. kohlartig (Monographie M.
BON).
Eine 100%-ige Tendenz (und damit unbrauchbar für eine Kartierung) kann ich
leider
auch nicht erkennen. Für T. pseudoalbum vielleicht eben so 70%.
T. inamoenum sollte ausszuschließen sein, da die Makromerkmale schon mal
nicht
passen. Genau so wenig dürfte T. apium in Frage kommen. Für mich scheint da
eher
der gerippte Hutrand Ausschlag gebend.
Grüsslis Ingo

Hallo Ingo,

Deine Vermutung kann durchaus richtig sein. Aber wie Du schon schreibst, 70% reichen nicht aus:-)

Trotzdem Danke.