Re: Bedrohung der Vulkaneifel

RalfD, (vor 4829 Tagen) @ Joschi Siembida

Die ausgebeuteten Gruben werden nach dem Abbau teils durch Abfall
aufgefüllt.
Das ist dann auf jeden Fall der größere Frevel. Alte aufgelassene Steinbrüche
sind in meiner Gegend außerordentlich interessante Biotope. Allerdings nur
wenn sie nicht renaturiert wurden!

Ganz genau.

Zunächst einmal verstehe ich die dort lebende Bevölkerung, wenn man sich mit einer Veränderung des Landschaftbildes nicht anfreunden kann.

Da hört mein Verständnis aber auch auf.

In dem Bericht geht es um Kommerz gegen Kommerz. Tourismus gegen Lavaabbau. Und die Tourismusvertreter winken mit der Keule "Naturzerstörung".
Das ist völliger Unsinn. Jede Grube, jeder Steinbruch wird nach kurzer Zeit zu einem wertvollen Biotop. Selbst noch zu Betriebszeiten siedeln sich in den brachliegenden Ecken viele hochspezialisierte Arten an. Der Basaltabbau ist gradezu ein Segen für die Biodiversität einer Gegend.

Der Naturfrevel findet dann statt, wenn nach Ende der Abbauarbeiten die Grube verfüllt wird. Das müsste strikt verboten werden. Aber damit wird nochmal eine Menge Geld verdient. Und was da teilweise verklappt wird, hat mit normalem Aushub auch nicht immer was zu tun.
Dagegen wehrt sich aber kaum jemand. Nicht die "naturschützende" Tourismusszene und auch nicht die landschaftsliebenden Einwohner.

Ich finde es beschämend für unsere Gesellschaft, dass Naturschutz meist nur dann ins Spiel gebracht wird, wenn es um die Wahrung eigener Interessen geht, aber dann, wenn es keinen direkten Vorteil mehr bringt, keine Socke mehr zu sehen und zu hören ist.

Dabei könnte sogar der Tourismus von aufgelassenen Gruben profitieren. Mit ein wenig Geschick lässt sich sowohl die Besonderheit solcher Biotope, als auch die grade in der Eifel sehr interessante Möglichkeit vermarkten, anhand der Geländeeinschnitte allerhand über Vulkanismus und Geologie zu erzählen.

Das macht aber mehr Mühe, als dem Touristenvolk ein Bett und Nahrung bereit zu stellen und die dann zum eigenständigen Latschen durch die Hügel nach draußen zu schicken.

Einschränkend muss man hier noch den Bimsabbau in der Gegend um Mendig erwähnen, der tatsächlich kaum nennenswerte Vorteile für die Natur bringt. Da fressen sich Maschinen in die Erde und spucken hinter sich den größten Teil wieder wieder aus, weil er nicht kommerziell brauchbar ist. Das fehlende wird mit fremden Abraum aufgefüllt. Das sind einfach nur wandernde Löcher. Aber darum geht es in dem Bericht ja (leider) nicht.

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