Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

Oliverk71, (vor 4823 Tagen)

Hallo!

Ich interessiere mich für die Ausbildung zum Pilzsachverständigen und dachte mir, ihr könnt mir vielleicht helfen. :)

Kurz zu mir: Ich bin 41, Biologisch-technischer Assistent und sammele zwar nicht regelmäßig, aber seit meiner Kindheit Pilze. Hier bei Düsseldorf ergeben sich dafür aber leider auch nicht so viel Gelegenheiten, nur wenn ich mal ein paar Tage weg fahre. Jedenfalls habe ich schon ein paar Grundkenntnisse und beruflich bedingt ist Systematik, Mikroskopie und Mikrobiologie auch nichts Neues für mich.

Die Kurse F1 und F2 dauern jeweils eine Woche, soweit ich das interpretiere. Ich frage mich, welches Wissen in welcher Tiefe denn da überhaupt vermittelt wird. Ein Art Begleitbuch zum Thema scheint es nicht zu geben, zumindest habe ich keinen Verweis gefunden.

Wäre es möglich oder sinnvoll, dass man sich die fehlenden Kenntnisse autodidaktisch aneignet? Oder würdet ihr davon eher abraten und warum?

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

Krötenhocker, (vor 4823 Tagen) @ Oliverk71

Hallo,

hier findest du weiteres:

http://www.dgfm-ev.de

Von autodiktatisch kann ich, wenn man nicht viele Jahre brauchen möchte, abraten.

Sonst noch dort im Forum nachfragen oder natürlich hier.

LG, Jens

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

Krötenhocker, (vor 4823 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo,

eigentlich konnte man dort auch immer die Anforderungen an PSV's herunterladen.
habe ich auf die Schnelle nicht gefunden. Aber ich habe irgendwo noch eine PDF, in der die Kenntnisse zusammengefasst waren.
Dann bitte nochmal melden.

LG, Jens

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

Nannette, (vor 4823 Tagen) @ Oliverk71

Guten Morgen,
es gibt da einen, wenn auch nicht kostenlosen, so doch erschwinglichen "Leitfaden für Pilzsachverständige". Ich habe ihn mir im mykoshop besorgt. Sicherlich bekommt man den aber auch bei der DGfM direkt. Da steht so ziemlich alles drin, was man wissen sollte, auch über die späteren Aufgaben als PSV und Anhaltspunkte über Vorgehens- und Arbeitsweisen. Ich wünsche Dir bei Deinem Weg viel Glück und Spaß - ich habs auch noch vor mir.
Pilzige Grüße Nannette.

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

Pilzgrufti, (vor 4823 Tagen) @ Oliverk71

Hallo,

Am meisten lernen kannst Du wohl wenn Du dich einem Pilzverein anschließt. Gerade in deinem Gebiet gibt es ja die Arbeitsgemeinschaft Pilze Niederrhein mit einer Vielzahl echter Experten.

Gruß Gerhard

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

Mison, (vor 4823 Tagen) @ Oliverk71

Hallo Oliver,

um meinen Senf auch noch dazu zu geben: Mir hat die Mischung aus autodidaktisch, Internetforum und vor allem persönlicher Anleitung sehr geholfen. Als ich am Anfang merkte, das Ganze interessiert mich mehr, als die gewöhnlichen Pilzbücher hergeben, habe ich dieses Forum gefunden und gleichzeitig an Exkursionen teilgenommen. Dann kam irgendwann der Punkt, wo es zusammenhängende Kurse sein mussten. Da bin ich dann den Hinweisen hier gefolgt und an eine der "Pilzschulen" gefahren und habe F1 und F2 besucht. Das war zu dem Zeitpunkt sicher ein entscheidender Schritt. Sich die Pilze immer wieder von Leuten zeigen lassen, die sie wirklich kennen, hilft ungemein (siehe auch Pilzgruftis Hinweis mit den Vereinen).

Zum Schluss noch ein Lektüretipp: Wenn deine Augen noch gut sind, leg dir Rita Lüders "Grundkurs Pilzbestimmung" zu, das ist genau das, was sein Titel verspricht, und unheimlich gut aufhemacht - bis auf den viel zu kleinen Druck.

Gegrüßt,
Simon
(der heute endlich mal wieder in den Wald geht)

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

hoennetaler, (vor 4823 Tagen) @ Oliverk71

Hallo Oliver,

üblicherweise findet die Prüfung im Anschluss an einen F2 Kurs statt. Diesen solltest Du unbdingt vorher besuchen. Ich habe einen Tag vor der Prüfung zum ersten mal Cortinarius meinhardii (Dottergelber Klumpfuß) in der Hand gehabt. Natürlich wurden dann in der schriftlichen Prüfung die Merkmale dieses Giftpilzes abgefragt und im praktischen Teil lag er in der fingierten Pilzberatung im Korb. Autodidaktisch beibringen kann man sich sicherlich die unterschiedlichen Arten von Pilzvergiftungen inkl. der Symptome und Latenzzeiten. Allerdings sollte man die wichtigsten Giftpilze nach Möglichkeit vorher schon mal in der Hand gehabt und die Merkmale ausführlich studiert haben. Wer da Fehler macht, fällt durch.

Wichtig ist auch eine gute Gattungskenntnis (z. B. Sporenpulverfarbe, Lamellenhaltung, Beschaffenheit der Huthaut: glatt, faserig, schmierig, klebrig usw.). Da kann ich wirklich auch empfehlen, sich einem Pilzverein anzuschließen.

Ganz ohne Kurs und längere praktische Unterstützung von "alten Hasen" hätte ich mir die Prüfung nicht zugetraut.

Viele Grüße
Jürgen

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

42, (vor 4823 Tagen) @ hoennetaler

Hallo Jürgen,

[...] Ich habe einen Tag vor der Prüfung
zum ersten mal Cortinarius meinhardii (Dottergelber Klumpfuß) in der Hand
gehabt. Natürlich wurden dann in der schriftlichen Prüfung die Merkmale
dieses Giftpilzes abgefragt und im praktischen Teil lag er in der
fingierten Pilzberatung im Korb. [...] Wer da Fehler macht, fällt durch.

Wird denn bei der Prüfung heutzutage tatsächlich verlangt, dass ich die
genaue Art dieses Pilzes bestimme? Würde es denn nicht reichen, wenn
ich (bei der fingierten Pilzberatung) sagen würde, dass es sich um einen
Cortinarius handelt, welcher in diesem Falle nicht zu den Speisepilzen gehört
und deshalb von mir nicht freigegeben wird?

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

Heinz Ebert ⌂, (vor 4823 Tagen) @ 42

Hallo Thomas,

ich führe ja seit Jahren PSV-Prüfungen durch, und mir reicht es wenn ein Schleierling als solcher erkannt und verworfen wird. Wenn die Art erkannt wird ist es umso besser, aber keine Bedingung. Die Gattung sollte allerdings richtig angesprochen werden.

Beste Grüße, Heinz Ebert

Hallo Jürgen,
Wird denn bei der Prüfung heutzutage tatsächlich verlangt, dass ich die
genaue Art dieses Pilzes bestimme? Würde es denn nicht reichen, wenn
ich (bei der fingierten Pilzberatung) sagen würde, dass es sich um einen
Cortinarius handelt, welcher in diesem Falle nicht zu den Speisepilzen gehört
und deshalb von mir nicht freigegeben wird?
Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

zuehli ⌂, (vor 4823 Tagen) @ 42

Würde es denn nicht reichen, wenn
ich (bei der fingierten Pilzberatung) sagen würde, dass es sich um einen
Cortinarius handelt, welcher in diesem Falle nicht zu den Speisepilzen gehört
und deshalb von mir nicht freigegeben wird?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es anders sein sollte.
Spezielle Cortinarius-Arten bei PSV-Prüfungen abzufragen, kann nicht Sinn der Sache sein. Wogegen man sicherlich die üblichen Verdächtigen, wie Grüne Knollis, Gift-Häublinge, Karbol-Champignons etc. sicher draufhaben sollte.
Aber jede Ausbildungsstätte legt ja die Schwerpunkte etwas anders.

Beste Grüße
Harald

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

Stephan Weißer, (vor 4823 Tagen) @ zuehli

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es anders sein sollte.
Spezielle Cortinarius-Arten bei PSV-Prüfungen abzufragen, kann nicht Sinn der
Sache sein.

Vielleicht nicht im praktischen Prüfungsteil. Aber ich kann mich daran erinnern, dass ich im Theorieteil für z. B. Cortinarius speciosissimus eine Beschreibung in Worten anfertigen musste.

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

42, (vor 4823 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan & die anderen,

Vielleicht nicht im praktischen Prüfungsteil. Aber ich kann mich daran
erinnern, dass ich im Theorieteil für z. B. Cortinarius speciosissimus
eine Beschreibung in Worten anfertigen musste.

Zu meiner Zeit (Prüfung vor zig Jahren bei der Naturhistorischen Gesellschaft
Nürnberg) wurde nicht verlangt, die lateinischen Pilzbezeichnungen zu kennen.
Ist dies heute Pflicht?

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

Stephan Weißer, (vor 4823 Tagen) @ 42

Zu meiner Zeit (Prüfung vor zig Jahren bei der Naturhistorischen Gesellschaft
Nürnberg) wurde nicht verlangt, die lateinischen Pilzbezeichnungen zu kennen.
Ist dies heute Pflicht?

Nein, in der Aufgabe stand natürlich schon auch der deutsche Name, etwa in dieser Form: "Beschreiben Sie die fünf wichtigsten Erkennungsmerkmale für den Spitzgebuckelten Orangeschleierling (Cortinarius speciosissimus)!"

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

Gábor, (vor 4823 Tagen) @ 42

Wird denn bei der Prüfung heutzutage tatsächlich verlangt, dass ich die
genaue Art dieses Pilzes bestimme? Würde es denn nicht reichen, wenn
ich (bei der fingierten Pilzberatung) sagen würde, dass es sich um einen
Cortinarius handelt, welcher in diesem Falle nicht zu den Speisepilzen gehört
und deshalb von mir nicht freigegeben wird?

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Hallo Thomas,

meines Wissens wird aber z.B. der Brotpilz traditionell in einigen Gegenden noch zu Speisezwecken gesammelt.

LG, Gábor

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

42, (vor 4823 Tagen) @ Gábor

Hallo Gabór,

meines Wissens wird aber z.B. der Brotpilz traditionell in einigen Gegenden
noch zu Speisezwecken gesammelt.

Deshalb schrieb ich ja auch: 'in diesem Fall'. Es gäbe da ja auch noch andere
(noch) essbare Arten bei den Schleierlingen.

BG
Thomas

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

Stephan Weißer, (vor 4823 Tagen) @ Gábor

meines Wissens wird aber z.B. der Brotpilz traditionell in einigen Gegenden
noch zu Speisezwecken gesammelt.

Ich weiß, ich habe ihn ja selber schon verputzt. Genauso wie den Semmelgelben oder den Taubenblauen Schleimkopf. Lecker, kann ich nur sagen! Aber Selberessen und Freigeben ist meines Erachtens nicht dasselbe.

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

Ingo, (vor 4822 Tagen) @ Gábor

meines Wissens wird aber z.B. der Brotpilz traditionell in einigen Gegenden
noch zu Speisezwecken gesammelt.

Hallo Gabor,

das ist wohl richtig. Allerdings gibt es dort, wo er vorkommt, kaum ähnliche Schleierlinge.
Übrigens habe ich noch niemals bei einem Pilzsammler diese Schleimfüße im Korb gesehen.
Sowas wird mittlerweile nicht mehr als Speisepilz wahr genommen.
Man sollte vielleicht die weitaus bekanntere Schleiereule nicht ausser Acht lassen.
Die gibt's hier aber nicht.

GR Ingo

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

Andreas ⌂, (vor 4822 Tagen) @ Ingo

Hallo Gabor,
das ist wohl richtig. Allerdings gibt es dort, wo er vorkommt, kaum ähnliche
Schleierlinge.
Übrigens habe ich noch niemals bei einem Pilzsammler diese Schleimfüße im
Korb gesehen.
Sowas wird mittlerweile nicht mehr als Speisepilz wahr genommen.
Man sollte vielleicht die weitaus bekanntere Schleiereule nicht ausser Acht
lassen.
Die gibt's hier aber nicht.
GR Ingo

Hallo Ingo,

die Schleiereule spielt in Deutschland so gut wie keine Rolle als Speisepilz, dazu ist sie viel zu selten und wächst nicht in den klassischen Speisepilzsammelbiotopen.

Dagegen der Semmelgelbe Schleimkopf (Cortinarius varius) ist in vielen (Kalk-)Gegenden ein traditioneller Speisepilz. Wird in Thüringen nicht selten gesammelt, auch von Speisepilzsammlern mit geringer Artenkenntnis. Dort wo die Fichtenwälder auf Kalk stocken, im südlichen und nördlichen Vorland des Thüringer Waldes, ist das oft ein Massenpilz den die Pilzsammler einfach kennen.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Pilzsachverst�ndiger: Kurse und Pr�fung

Stefan S., (vor 4822 Tagen) @ Andreas

Dagegen der Semmelgelbe Schleimkopf (Cortinarius varius) ist in vielen
(Kalk-)Gegenden ein traditioneller Speisepilz. Wird in Thüringen nicht
selten gesammelt, auch von Speisepilzsammlern mit geringer Artenkenntnis.

Ebenso ist es im Schwarzwald. Walter Pätzold hat uns Prüflingen damals auch eingeschärft:
Wer Pilzberatungen im Schwarzwald anbietet, muss diesen Pilz kennen und freigeben.
Andernfalls macht man sich lächerlich. Die Leute sammeln ihn hier nunmal.

Grüße
Stefan

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Achso, nochwas...

Stefan S., (vor 4822 Tagen) @ Stefan S.

Bei meiner Prüfung (2009) lag der Leuchtende Ölbaumpilz mit im Körbchen.
Er wuchs zu dieser Zeit in irgendeinem Botanischen Garten und fand auf
wundersame Weise am Vortag der Prüfung seinen Weg nach Hornberg. ;-)
Wenn wir Kursteilehmer den Burschen nicht am Vortag in der Hand gehabt hätten,
wären wir wohl alle ins Schwimmen gekommen. Live gesehen hatte den nämlich
bislang noch niemand von uns.

Es ist also auf jeden Fall ratsam, den Kurs zu besuchen.
Seltene Pilze, die am Vortag gesammelt werden, könnten die Hauptrolle
in der Prüfung spielen.

Gruß
Stefan

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Re: Achso, nochwas...

Andreas ⌂, (vor 4821 Tagen) @ Stefan S.

Bei meiner Prüfung (2009) lag der Leuchtende Ölbaumpilz mit im Körbchen.
Er wuchs zu dieser Zeit in irgendeinem Botanischen Garten und fand auf
wundersame Weise am Vortag der Prüfung seinen Weg nach Hornberg. ;-)
Wenn wir Kursteilehmer den Burschen nicht am Vortag in der Hand gehabt
hätten,
wären wir wohl alle ins Schwimmen gekommen. Live gesehen hatte den nämlich
bislang noch niemand von uns.
Es ist also auf jeden Fall ratsam, den Kurs zu besuchen.
Seltene Pilze, die am Vortag gesammelt werden, könnten die Hauptrolle
in der Prüfung spielen.
Gruß
Stefan

Hallo Stefan,

dem muss ich aus meiner Sicht etwas widersprechen. Klar kann mal einer oder zwei wichtige Pilze vom Vortag mit in den Prüfungskorb. Aber der Korb ist so zusammengestellt, dass auch genügend Arten vorhanden sind, die die Prüflinge vorher nicht gesehen haben. Zumal ja auch die externen Prüfer aus anderen gegenden kommen zumeist und auch noch Pilze mitbringen.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Achso, nochwas...

Stefan S., (vor 4821 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

sorry, da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt.
ich sagte nicht, dass man schon vorher weiß, welche Pilze im Korb sind.
Ich wollte nur darauf hinweisen, dass man im Kurs Dinge lernt, die man bei der Prüfung brauchen wird. Ich musste den Ölbaumpilz damals bestimmen – aussortieren, weil er anders aussieht, als ein Pfifferling, reichte dem Prüfer-Gespann (Dittrich/Miggel/Pätzold) nicht. Da wurde nachgebohrt.

Es sind ja aber auch andere Dinge, die man als Autodidakt nicht unbedingt weiß.
So mussten wir z.B. Amanita virosa schriftlich aus dem Kopf beschreiben. Wichtige Details, wie der schuppig aufreißende Stiel und der arttypische Geruch (Pätzold: "nach Raubtierhaus") waren dabei ein Muss. Wüsste das jemand, der sich selbst vorbereitet hat? Wir bekamen es in der Giftpilz-Thoerie eingebläut.

Da Oliver wissen wollte, ob man sich die Kenntnisse für die Prüfung auch autodidaktisch aneignen kann, gibt es also aus meiner Sicht ein klares "Nein".
Zumindest bei Walter waren die Prüfungsfragen sehr nah am Unterricht orientiert.

Grüße
Stefan

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Re: Achso, nochwas...

Birgit, (vor 4820 Tagen) @ Stefan S.

Hallo Stefan,

wenn Du nun aber zum Beispiel als "Externer" die Prüfung gemacht hättest und den Ölbaumpilz nicht vorher gesehen hättest, kann ich mir nicht vorstellen, dass Walter Pätzold und die anderen Prüfer auf einer Identifizierung bestanden hätten. Da wäre es es nur darum gegangen, zu erkennen, dass der Pilz kein Pfifferling ist und damit kein Speisepilz und folglich aussortiert wird. Dein Beitrag hört sich für mich wie ein bißchen Panikmache an, diesen wirklich exotischen und extrem seltenen Pilz (in Deutschland) muß keiner wirklich erkennen können, falls er vorher nicht ausführlich besprochen wurde. Ich hatte auch so ein oranges Miniwinzteilchen im Korb, das laut Sammler ein Pfifferling sein sollte, es reichte vollkommen, daß ich erkannt habe, dass das Teil kein Pfifferling war und ich es aussortiert hatte.

Ich hab selber schon mal Prüfer spielen müssen, weil kein Anderer verfügbar war. Wir hatten auch ein paar Pilze dabei, die man nicht hätte erkennen müssen/können, die aber deswegen natürlich aussortiert gehörten. Da gehts wirklich darum zuzugeben, dass man nicht (100%ig) weiß, was es ist und der Pilz daher aussortiert werden muß. Das fällt anscheinend vielen Leuten schwer, dabei kann es natürlich ziemlich gefährlich sein einen Pilz bei dem man nicht ganz sicher ist als Speisepilz zu deklarieren. Wenn man nen Rißpilz als SChleierling deklariert, weil er eben genauso schön nach Geranie riecht wie der Geraniengürtelfuß war das jedenfalls bei mir kein Problem, weil beides keine Speisepilze sind.

Wenn man aber nun eine Marone nicht erkennt, dann ist sicher die Artenkenntnis zu gering. Da es im Schwarzwald nun aber gängigere Speisepilze wie z.B. Amanita crocea oder den Mohrenkopfmilchling gibt, die hier selten sind, ist ein Kurs im Prüfungsgebiet sicher anzuraten. Ich hab sehr viel autodidaktisch hier im Forum gelernt, relativ wenig live bei Exkursionen und hab mir dann aber F1- und F2-Kurs direkt hintereinander in Hornberg gegönnt. Gerade die Gattungskennzeichen und die Theorie kann man sich so in geballter Form reinziehen.

herzliche Grüße

Birgit

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Re: Achso, nochwas...

Stefan S., (vor 4820 Tagen) @ Birgit

Liebe Birgit,

natürlich wussten die Prüfer, dass wir den Ölbaumpilz kannten und haben deshalb näher nachgefragt.
Bei einem anderen Kurs ist das eben ein anderer Pilz, auf den die Prüfer eventuell näher eingehen.
Ansonsten reicht es, wenn kein Giftpilz als essbar deklariert wird.

Es geht ja aber auch nicht nur um´s Korb-Sortieren.
Wir mussten z.B. auch einzelne Pilze bestimmen, die auf einem Tablett lagen.
Da lagen zum Beispiel der Nordische Milchling und der Natternstielige Schneckling.
Arten, die nicht jeder kennt, die WIR TEILNEHMER in der vergangenen Woche
aber gesehen und behandelt hatten. In anderen Prüfungen sind das andere Arten.
Außerdem fragte mich Herr Dittrich, ob ich ihm weitere Tipps zu den
Stockschwämmchen geben könne, die ich als solche bestimmt hatte.
Er wollte hören, dass man nur die Hüte verwerten sollte, weil die Stiele zäh sind –
auch das hatten wir im Theorie-Block "Pilzverwertung" gelernt.

Herrje, ich will doch niemandem Angst machen.
Ich habe lediglich geschildert, welche Tücken in MEINER Prüfung vorkamen.
Deshalb rate ich aus MEINER Erfahrung, vor der Prüfung den Kurs zu besuchen.
Kurs und Prüfungsinhalt sind nunmal eng verwoben und deshalb ist man auf der
sicheren Seite, wenn man den Kurs besucht und die Ohren gespitzt hat.
Nur das wollte ich mit meinem Beitrag zum Ausdruck bringen.

Grüße
Stefan

PS: Die Prüfung haben damals alle bestanden und niemand wurde gefressen. ;-)

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Re: Achso, nochwas...

Gábor, (vor 4820 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit, hallo Stefan,

an der Verwechslung von Pfifferlingen mit dem armen Ölbaumtrichterling habt ihr aber einen Narren gefressen :-)

Letztere sind doch mordsmäßige Geschosse und hierzulande viel zu selten um sie mit irgend etwas verwechseln zu können. Ich kann mir nicht vorstellen, dass da ein Prüfer einen Strick draus dreht.

Uns hat Walter Pätzold seinerzeit (Mitte 90-er) viel mehr auf eine Verwechslung von Pfifferlingen mit dem Spitzgebuckelten Rauhkopf eingenordet.
Diesen und auch C. orellanus mussten wir zur Prüfung dann auch in- und auswendig kennen. Und in diesem Zusammenhang dann auch die gängigen Schleierlingsverwandten für die Pfanne, wie z.B. C. mucosus oder C. varius...

LG, Gábor

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Re: Achso, nochwas...

Birgit, (vor 4819 Tagen) @ Gábor

Hallo Gabor,

an der Verwechslung von Pfifferlingen mit dem armen Ölbaumtrichterling habt
ihr aber einen Narren gefressen :-)
Letztere sind doch mordsmäßige Geschosse und hierzulande viel zu selten um
sie mit irgend etwas verwechseln zu können. Ich kann mir nicht vorstellen,
dass da ein Prüfer einen Strick draus dreht.

Eben, das meine ich ja auch. Dass man die miteinander verwechseln kann, glaube ich auch nicht, dass man/ich allerdings dann wirklich den Ölbaumtrichterling identifizieren könnte, glaube ich allerdings auch nicht.

Uns hat Walter Pätzold seinerzeit (Mitte 90-er) viel mehr auf eine
Verwechslung von Pfifferlingen mit dem Spitzgebuckelten Rauhkopf
eingenordet.

Ja oder mit irgendwelchen anderen gelb-orange Schleierlingen, die noch zu klein sind um den Haarschleier sehen zu können. Ich kenn den spitzgebuckelten Raukopf inzwischen in allen Größen und Varianten und eine Verwechslung mit Pfifferlingen kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Dann kann ich mir schon eher eine Verwechlsung mit C. orellanus vorstellen wie im bekannten Krimi ;-). Leider ist C. orellanus hier selten.

liebe Grüße

Birgit

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Re: Achso, nochwas...

Gábor, (vor 4819 Tagen) @ Birgit

Ja oder mit irgendwelchen anderen gelb-orange Schleierlingen, die noch zu
klein sind um den Haarschleier sehen zu können. Ich kenn den
spitzgebuckelten Raukopf inzwischen in allen Größen und Varianten und eine
Verwechslung mit Pfifferlingen kann ich mir nicht wirklich vorstellen.

-----

Hallo Birgit,

die giftigen Klumpfüße, wie z.B. C. splendens, C. vitellinus u.a. wurden natürlich auch recht ausführlich behandelt damals - die Kurse im Herbst waren ja sowieso ziemlich Cortinarienlastig und wir fanden in den Kursen auch immer viele Schleierlinge um Hornberg.
Und die Verwechslungsmöglichkeit gerade von unreifen Frkp. vom Spitzgebuckelten Rauhkopf mit Pfifferlingen finde ich persönlich so abwegig nicht. Es gab nämlich gerade zu der Zeit, als ein Kurs stattfand, genau solch einen Vergiftungsfall.
Der Pechvogel von Sammler, der seine verm. Pfifferlinge auch an Bekannte weitergab, war sogar mutig genug, um beim Kurs vorbeizuschauen und Rede und Antwort zu stehen...

LG, Gábor

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Re: Achso, nochwas...

zuehli ⌂, (vor 4816 Tagen) @ Birgit

an der Verwechslung von Pfifferlingen mit dem armen Ölbaumtrichterling habt
ihr aber einen Narren gefressen :-)
Letztere sind doch mordsmäßige Geschosse und hierzulande viel zu selten um
sie mit irgend etwas verwechseln zu können. Ich kann mir nicht vorstellen,
dass da ein Prüfer einen Strick draus dreht.
Eben, das meine ich ja auch. Dass man die miteinander verwechseln kann, glaube : ich auch nicht, dass man/ich allerdings dann wirklich den Ölbaumtrichterling
identifizieren könnte, glaube ich allerdings auch nicht.

Die Realität straft einen gutmütigen Glauben. Genau diese Geschichte ist vor Jahren in Braunfels passiert: Ölbaumtrichterlinge wurden als Pfifferlinge gegessen!
Gerade weil sie bei uns so selten sind, wird Otto-Normal-Pilzsammler nicht auf die Idee Ölbaumtrichterling kommen.

Gruß Harald

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Re: Achso, nochwas...

Birgit, (vor 4815 Tagen) @ zuehli

Hi Harald,

ich meinte, dass ein angehender PSV die bei einer Prüfung nicht verwechseln kann, so sollte es wenigstens sein ;-) oder ? Jedenfalls hoffe ich doch schwer, dass ich erkennen würde, dass es sich nicht um Pfifferlinge handeln kann.
Dass ein normaler Pilzsammler alles Mögliche und Unmögliche verwechseln kann, ist andererseits auch klar.

herzliche Grüße

Birgit

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Re: Achso, nochwas...

Gábor, (vor 4814 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit, hallo Harald,

ich meine, dass die mögliche Verwechslung von Pfifferling & Ölbaumtrichterling dennoch viel zu wichtig genommen wird.
Wer schon einmal ausgewachsene Ölbaumtrichterlinge in echt gesehen hat, wird vielleicht verstehen, was ich meine.
Es stand irgendwann einmal in einem Pilzbuch und alle haben sie vermutlich brav abgeschrieben ohne groß nachzudenken.
So sehe ich das zumindest...

LG, Gábor

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Re: Achso, nochwas...

Stefan S., (vor 4814 Tagen) @ Gábor

Wer schon einmal ausgewachsene Ölbaumtrichterlinge in echt gesehen hat, wird
vielleicht verstehen, was ich meine.

Bei ausgewachsenen Exemplaren hast du natürlich recht, Gábor.
Aber jeder Pilz fängt mal klein an, und bei jungen Exemplaren
sind die Lamellen noch nicht so riesig, wie bei alten Schlappen.

Hand auf´s Herz:
Wenn dir jemand einen Korb Pfifferlinge auf den Tisch stellt
und diese Kerle sind darunter gemischt – würdest du nicht zweimal hinsehen müssen?
Ein weniger kompetenter Sammler haut die direkt in die Pfanne.

Quelle: it.Wikipedia.org

[image]

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Re: Achso, nochwas...

Gábor, (vor 4814 Tagen) @ Stefan S.

Hallo Stefan,

das Bild überzeugt mich natürlich.

Und was den wenig kompetenten Sammler betrifft:
Ich bin ja hier in Hannover früher mal mit einem guten Freund öfters Pilze sammeln gegangen und war auch damals der Meinung, ihm das eine oder andere gut erklärt zu haben.

Nicht schlecht habe ich dann gestaunt, als er mir eines Tages voller Stolz seine Amiant-Körnchenschirmlinge als Stockschwämmchen präsentiert hat.

DA war ich dann auch erst mal baff...

LG Gábor

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Sammelantwort

hoennetaler, (vor 4823 Tagen) @ hoennetaler

Hallo zusammen,

ich bin mir eigentlich relativ sicher, dass die Merkmale von C. meinhardii bzw. C. splendens (neben den bekannteren wie A. phalloides, A. phanterina etc.) abgefragt wurden. Vielleicht täuscht ich mich mein Gedächtnis aber auch. Auf jeden Fall wurde mir vom Kursleiter der Pilz bei einer Exkursion ausführlich erklärt und ich sollte mir den gut einprägen (wir waren nur zwei Prüflinge). Im praktischen Teil hätte es sicherlich gereicht, wenn ich den als Schleierling aussortiert hätte.

Gruß
Jürgen

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Re: Sammelantwort - Dottergelber Klumpfuß

Andreas ⌂, (vor 4822 Tagen) @ hoennetaler

Hallo zusammen,

in dem Fall oute ich mich als derjeniger welcher ....

Bei meinen Prüfungen reicht es mir in aller Regel ebenfalls, wenn ein Schleierling als solcher erkannt wird. Dazuhin auch noch beschränkt auf eben halbwegs typisch als Schleierling erkennbare Fruchtkörper/Arten. Wer nun den Spitzgebuckelten Wasserkopf als Häubling bezeichnet, der hat mein tiefstes Verständnis. Und auch sonst gibt es eine Reihe weitere kleiner Schleierlinge, insbesondere Gürtelfüße, die man ebensogut für Erlenschnitzlinge oder Risspilze halten könnte - und umgekehrt. Den Trockenen Schleimkopf als Fälbling anzusprechen ist ebenfalls selbst für PSV keine Schande.

ABER: Die potentiell tödlich giftigen Arten müssen bei mir gekannt werden! Das sind eben nun mal die beiden Rauköpfe (Cortinarius orellanus und speciosissimus) und auch die Dottergelben Klumpfüße bzw. Grünlings-Klumpfuß (C. meinhardii, C. splendens, C. pseudosulphureus). Damit meine ich bei letzteren natürlich nicht, dass man den einen vom anderen unterscheiden können muss. Aber man sollte schon wissen, dass sie chromgelb durchgefärbtes Fleisch haben. Es ist natürlich keine gleich durchgefallen, wenn er trotzdem einen Messing-Klumpfuß (hat weißliches Fleisch) im Prüfungskorb als vermeintlichen Dottergelben Klumpfuß aussortiert. Auch wer sich an die Regel hält "Ich gebe grundsätzlich keine Schleierlinge frei" hat mein Verständnis. Aber so ein wenig weiterbohren würde ich trotzdem, wenigstens die Untergattung Klumpfüße würde ich gerne wissen wollen ....

Und da zumindest der Spitzgebuckelte Raukopf in praktisch ganz Deutschland vorkommt, aber auch der Orangefuchsige nicht wirklich selten ist, möchte ich schon, dass man diese beiden Arten relativ gut beschreiben kann. Auch vom Dottergelben Klumpfuß (im weiteren Sinne) erwarte ich zumindest eine etwaige Beschreibung, der ich entnehmen kann, dass der Prüfling beim Vorliegen des Pilzes eine Ahnung bzw. einen verdacht hätte "das könnte er doch möglicherweise sein".

Es geht bei den PSV ja nicht nur darum, die Körbe einwandfrei sortieren zu können, sondern der DGfM-PSV sollte eben etwas mehr können. Z.B. auch im Falle von Vergiftungen möglichst die auslösende Pilzart herauszubekommen, bzw. gewisse Arten ausschließen zu können. Dazu muss man einfach die tödlichen Arten wenigstens theoretisch kennen. Auch Auskünfte für Ratsuchende, die oft wissen möchten, wie sie denn diese oder jene Art erkennen würden, sollte der PSV geben können. Auch dazu muss man diese doch recht wenigen tödlich giftigen Arten wenigstens aus der Theorie kennen.

Daher kann das auch weiterhin bei meinen Prüfungen vorkommen, dass nach einer möglichst genauen Beschreibung einer dieser Schleierlingsarten gefragt wird. Dass ich da dann in der Ausführlichkeit der Beschreibung etwas Abstriche machen muss im Vergleich zu einer Beschreibung des Grünen Knollenblätterpilzes z.B. ist schon klar.

beste Grüße,
Andreas

ich bin mir eigentlich relativ sicher, dass die Merkmale von C. meinhardii
bzw. C. splendens (neben den bekannteren wie A. phalloides, A. phanterina
etc.) abgefragt wurden. Vielleicht täuscht ich mich mein Gedächtnis aber
auch. Auf jeden Fall wurde mir vom Kursleiter der Pilz bei einer Exkursion
ausführlich erklärt und ich sollte mir den gut einprägen (wir waren nur
zwei Prüflinge). Im praktischen Teil hätte es sicherlich gereicht, wenn
ich den als Schleierling aussortiert hätte.
Gruß
Jürgen

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Re: Sammelantwort - Dottergelber Klumpfuß

zuehli ⌂, (vor 4822 Tagen) @ Andreas

Und da zumindest der Spitzgebuckelte Raukopf in praktisch ganz Deutschland
vorkommt, aber auch der Orangefuchsige nicht wirklich selten ist, möchte
ich schon, dass man diese beiden Arten relativ gut beschreiben kann.

Echt? Ich habe die in Mittelhessen noch nie gesehen. Nichtsdestotrotz sollte man die natürlich kennen.
Ich habe mich auch in meinem vorigen Post etwas ungeschickt ausgedrückt in Bezug auf die Corinarien. In Anbetracht der schieren Menge in dieser Gattung war meine Aussage eigentlich gemeint. Das Cortinarius colymbadinus (fällt mir gerade so ein) nicht unbedingt erkannt wird ist sicherlich kein Beinbruch, die ganz Pösen sollte man natürlich kennen.
Die tägliche Praxis im Pilzberater-Alltag zeigt ja auch, dass man sich auch schon mal unsicher ist, ob der vorgelegten Ware. Dann ist natürlich die Maßgabe solcherlei nicht freizugeben.

Beste Grüße
Harald

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

Stephan Weißer, (vor 4823 Tagen) @ Oliverk71

Wäre es möglich oder sinnvoll, dass man sich die fehlenden Kenntnisse
autodidaktisch aneignet?

Ich weiß nicht genau, was du mit "die fehlenden Kenntnisse" meinst, und ein wie guter und erfahrener Autodidakt du bist. Ich selbst halte mich für einen ziemlich erfolgreichen Autodidakten, und ich bin auf diese Weise eigenständig bis auf das F2-Niveau gekommen. Die PSV-Prüfung hätte ich aber wohl nicht geschafft, wenn ich nicht unmittelbar vorher einen F2-Kurs beim späteren Prüfer gemacht hätte. In der Theorie-Prüfung kamen nämlich thematische Sachen dran, mit denen ich mich vorher gar nicht beschäftigt hatte und zu denen ich im F2-Kurs mit entsprechenden Vorträgen und Diskussionen eingedeckt wurde.

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

Melli, (vor 4823 Tagen) @ Oliverk71

Hallo Oliver,

ich finde die Kombination aus Kursen, Autodidaktik und am besten noch Veranstaltungen wie z.B. einem Pilzverein am hilfreichsten, das war zumindest meine Kombination, mit der ich mich dann schließlich an die Prüfung gewagt habe. Autodidaktik braucht es aus meiner Sicht auf jeden Fall auch, meine Hirnkapazität hätte nicht ausgereicht, alles notwendige Wissen ausschließlich innerhalb von zwei Kurswochen aufzunehmen. Außerdem sammelt man ja zwangsweise über die Jahre Wissen und Erfahrung, wenn man sich mit Pilzen beschäftigt, immer wieder in den Wald geht, über seiner wachsenden Büchersammlung brütet und knifflige Ich-will-den-jetzt-aber-unbedingt-bestimmt-kriegen-Rätsel löst. Aber auf die Kurse hätte ich genausowenig verzichten wollen - Zusammenhänge von einem Experten erklärt zu bekommen ist was anderes als Bücher lesen, auf meinem privaten Streifzügen habe ich nie so eine Vielfalt an Biotopen und damit auch Pilzgattungen/-arten zu bekommen, aber was vielleicht noch wichtiger ist: so ein Kurs macht unglaublich viel Spaß!!! Fünf Tage zusammen mit lauter ganauso Pilzverrückten, fünf Tage nix anderes als Pilze, tolle Exkursionen draußen und wirklich lehrreiche Stunden drin mit viel mehr Literatur und Ausstattung, als man sie selbst zuhause hat (z.B. mal durchs Mikroskop schauen zu können, auch wenn man das für die PSV-Prüfung natürlich noch nicht braucht, aber es ist schon mal ein erster Einblick in spannende Welten, die man sich irgendwann auch mal noch erschließen kann) - für mich waren das immer tolle "Pilzurlaube". Und die will ich auf jeden Fall auch weiterhin fortsetzen, auch wenn die Prüfung schon geschafft ist.

Viele Grüße
Melanie

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Besser kann man's kaum zusammenfassen.

Mison, (vor 4822 Tagen) @ Melli

- kein Text -

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Re: Pilzsachverständiger: Kurse und Prüfung

Oliverk71, (vor 4822 Tagen) @ Oliverk71

Erst mal vielen Dank für die vielen tollen Beiträge! :)

Zuerst mal möchte ich sagen, dass ich nicht unbedingt als Pilzsachverständiger arbeiten möchte. Ich sehe das als eine Art Zusatzqualifikation.

Beim Sammeln habe ich mich ehrlich gesagt meist auf die guten Speisepilze konzentriert und alles andere meist nicht beachtet. Nichtsdestotrotz habe ich schon mal Sporenabdrücke gemacht, mit dem Mikroskop gearbeitet (mache ich im Moment recht viel, wenn auch Pollen), Pilze kultiviert, mit Reagenzien gearbeitet usw.

Ich mache mir da aber auch nichts vor: ich muss schon noch einiges lernen, vor allem Praxis. Vieles muss ich einfach büffeln - und dann wieder Praxis zum Festigen. ;) Demnächst werde ich mich wohl mal mit dem Bestimmungsschlüssel hinsetzen (im großen Kosmos Pilzführer ist einer drin) und mir mal Sporen und Schnitte von der ein oder anderen Gattung/Art ansehen. Was ich mir besonders schwer vorstelle, ist die Identifikation von Pilzresten.

Zeit ist leider immer ein Problem bei mir. :( Daher lerne ich meist impulsiv, wenn ich gerade Zeit habe. Aber ich sehe schon ein, dass da die Praxis mit "alten Hasen" schon auch ein großer Vorteil ist. Vielleicht gönne ich mir doch mal einen Kurs (im Urlaub) oder gehe zu den Pilzfreunden in der Umgebung. :)

Richtung Niederrhein sieht es bezüglich Pilze recht gut aus, das ist richtig. Die Leucht bzw der Reichswald ist der wahrscheinlich nächstgelegene größere Laubmischwald. Hier in Düsseldorf gibt es auch den Grafenberger Wald. Zum Glück wohnt meine Schwester in der Eifel, da wird man auch fündig.

Ich melde mich bald noch mal. :)