Lepista gilva = L. flaccida oder doch nicht?

AK_CCM, (vor 4634 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

bislang meinte ich, dass der Wasserfleckige Rötelritterling (Lepista gilva) nur eine Form oder Varietät des Fuchsigen Rötelritterlings (L. flaccida) ist. Aber in der Funga Nordica (Knudsen & Versterholt 2008) werden die beiden Taxa separat auf Artrang behandelt. Wie seht ihr das bzw. ist das in der 2. Auflage auch noch der Fall? Gibt's hierzu vielleicht phylogenetische Erkenntnisse?

Gruß, Andreas

Re: Lepista gilva = L. flaccida oder doch nicht?

Peter S., (vor 4633 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

das sind ohne genetische Untersuchungen sicher Glaubensfragen.
Ob es die gibt, und ob dann auch solche Exemplare einer Untersuchung unterzogen wurden, die Gulden und Christensen als eigenständige Arten sehen, weiß ich nicht.
Und selbst wenn - ich habe noch nirgends eine Untersuchung unter Hinzuziehung von Gensequenzen gesehen, wo man dann im Ergebnis zu infragenerischen Taxa kommt.
Entweder unterscheidet man dann auf Artebene oder gar nicht - so jedenfalls das was ich kenne.
Ich denke - das hat man aber m. W. noch nirgendwo so explizit diskutiert - dass Varietät, Forma oder Subspecies durch die Gensequenzierung "flach fallen". So jedenfalls mein Eindruck.
Zu Deinen Fragen:
Ja, auch in der 2. Auflage ist das so.
Ich, für mich, habe mich dieser Meinung angeschlossen.

Beste Grüße - Peter

Re: Lepista gilva = L. flaccida oder doch nicht?

Toffel, (vor 4633 Tagen) @ Peter S.

Hallo Andreas und Peter,

Und selbst wenn - ich habe noch nirgends eine Untersuchung unter Hinzuziehung
von Gensequenzen gesehen, wo man dann im Ergebnis zu infragenerischen Taxa
kommt.
Entweder unterscheidet man dann auf Artebene oder gar nicht - so jedenfalls
das was ich kenne.
Ich denke - das hat man aber m. W. noch nirgendwo so explizit diskutiert -
dass Varietät, Forma oder Subspecies durch die Gensequenzierung
"flach fallen". So jedenfalls mein Eindruck.

soweit ich inzwischen weiß, lässt sich durch genetische Untersuchungen nicht der Rang der untersuchten Taxa ermitteln. D. h. das Ergebnis gibt lediglich Hinweise, ob die Aufsammlungen, aus denen die Sequenzen gewonnen wurden, eher nah oder eher entfernt ähnlich (also verwandt) sind. Hinzu kommt, dass auch die Auswahl der Sequenzen von großer Bedeutung ist. Es kommt auch vor, dass Taxa, die sich genetisch nicht unterscheiden lassen, von den Autoren dann doch aufgrund ökologisch oder morphologisch auffälliger Unterschiede zumindest auf Varietätsebene getrennt werden.

Nach meinen Erkenntnissen trennt die Mehrheit der Mykologen Lepista gilva und L. flaccida nicht auf Artebene.

Viele Grüße
Steffen